Clemens Berger Das Streichelinstitut

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Inhaltsangabe zu „Das Streichelinstitut“ von Clemens Berger

Sebastian ist ein sensationeller Streichler, beruhigend und aufregend zugleich – findet seine Freundin. Trotzdem war es nur eine Urlaubsalberei, als sie ihm vorschlug, das zu professionalisieren. Natürlich niemals unterhalb der Gürtellinie! Aber in dieser kalten Welt scheint es tatsächlich eine kommerziell verwertbare Sehnsucht nach Zärtlichkeiten zu geben. Sebastians Streichelinstitut hat ungeahnten Erfolg.

Langweilig, ohne Handlung und mit dem unsympathischsten Protagonisten der Welt.

— Taaya

Leider haben "Das Streichelinstitut" und ich uns nicht verstanden. Ich habe mir einen Seelenstreichler gewünscht, darin aber nicht gefunden.

— Fantasie_und_Träumerei

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  • Ein Buch ohne Handlung und Aussage

    Das Streichelinstitut

    Taaya

    28. June 2016 um 16:53

    Klappentext:    Ein urkomischer, kluger Roman über einen liebenswerten Taugenichts, der beschließt, ein Streichelinstitut zu eröffnen und endlich ein homo oeconomicus zu werden. Inhalt:    Eigentlich war es nur ein Scherz seiner Freundin. Er könne so gut streicheln, dass er das doch beruflich machen könnte. Schließlich entscheidet sich Sebastian, der sich jetzt lieber Severin nennt, dafür und mietet eine Wohnung an, um ein Streichelinstitut zu eröffnen. Immerhin beweisen Forschungen, dass Streicheln den Menschen hilft, sie zu glücklicheren, besseren Menschen macht. Aber niemals unter der Gürtellinie. Schon nach wenigen Wochen bricht er diese Regel aber.   Aufbau:  In lediglich drei Kapiteln, die unendlich lang scheinen, wechseln immer Gegenwart, Vergangenheit und Fantasie, ohne dass die Übergänge wirklich klar gemacht werden, so dass man wirklich aufmerksam lesen muss, um zu wissen, wo man sich gerade befindet. Viele der Gespräche werden nur zusammengefasst oder in indirekter Rede erwähnt. Sehr schwer und unangenehm im Textfluss.   Charaktere:  Sebastian/Severin hat einen Abschluss in Philosophie und will eigentlich seine Dissertation schreiben, schreibt aber immer nur die Arbeiten anderer  – gegen Geld, versteht sich. Er bummelt durch die Welt und durch sein Leben, kommt nirgendwo an. Er selbst hält sich für links, hasst aber so ziemlich jeden und scheint ständig im Luxus leben zu wollen. Darüber hinaus denkt er bei jeder Kleinigkeit an Sex. Ein Hund wäre bei einer solchen Übersexualisierung schon längst kastriert worden, er hingegen betrügt lieber ständig seine Freundin und glaubt zwischendurch gleich drei Frauen zu lieben. Liebenswert, wie im Klappentext behauptet, ist er nicht, eher das Gegenteil. Er gibt ständig, selbst in seinen Gedankenmonologen, mit seiner Belesenheit, seinem Kunstverstand an, hält sich für besser als die meisten anderen und tut sich ständig selbst leid. Hasst sich gleichzeitig selbst. Nicht einmal Goethes Werther ist so hassenswert und selbstbesessen wie dieser Mann.   Anna, seine Freundin, ist Philosophiedozentin, weiß aber von seiner Arbeit als Ghostwriter wissenschaftlicher Arbeiten. Was eigentlich ein Kündigungsgrund sein müsste, dass sie es verschweigt, wird nie thematisiert. Sie ist nicht richtig zu fassen, wirklich lernt man sie nicht kennen, weil sie, wenn sie spricht, oft nicht richtig auf die Themen eingeht, einsilbig ist, nicht ausspricht, was sie denkt. Man erfährt nur, dass sie genauso übersexualisiert ist, stellt sie sich doch liebend gern vor, wie ihr Freund andere Frauen streichelt, nur um ihn dann ins Bett zu schleifen.   Dr. Irene Fischer, fast immer mit Doktor geschrieben, obwohl man nicht weiß, wofür – Medizin kann es nicht sein, so oft, wie sie wochenlang einfach verschwindet -, ist die Dritte im Bunde, hat Severin gezeigt, wie er unter der Gürtellinie zu streicheln hat und dann das Gleiche auch noch mit seiner Freundin gemacht. Sie verführt ihn auch zu einer Expansion seines Unternehmens, ansonsten bleibt sie aber undurchsichtig. Scheint nur als Verführung, als Stilmittel zu existieren.   Viele andere Personen werden erwähnt, bleiben aber blass, uncharakterisiert, was schade ist. Gerade die Kunden des Instituts, ihre Geschichten, hätten so viel Potenzial geboten.   Fazit:  Das Buch hätte so vieles sein können und ist doch nichts davon. Es hat zwischendurch gute Ansätze, auf die man eine Handlung hätte aufbauen können. SMS von der eigenen Nummer, ohne dass man sie selbst geschickt hat? Wäre ein guter SciFi oder Fantasy. Die Zerrissenheit in Sebastian und Severin hätte ein guter Thriller oder ein Psychodrama werden können und die Geschichte von einem Institut, in dem man Leute streichelt und glücklich macht, wäre ein guter Ansatzpunkt für eine Romanze. Doch dieser Roman ist nichts davon. Es findet keinerlei wirkliche Handlung statt, Spannung kommt nicht auf. Nicht einmal der im Klappentext versprochene Humor, eher im Gegenteil. Ich habe ein Buch noch nie so inniglich gehasst. Auch Gesellschaftskritik hätte es werden können. Über Leute, die sich für links halten und doch die schlimmsten Kapitalisten sind. Über die Perversionen unserer Zeit. Über freie Liebe oder dagegen. All das wird kurz angerissen und doch nicht pointiert dargestellt, sondern gleich wieder fallen gelassen. So bleibt am Ende ein Werk übrig, dass auf 356 Seiten weder Moral, noch Handlung, noch irgendeine Aussage hat. Keine Charaktere, in denen man sich erkennen könnte, nicht einmal ein Ende. Die eigentlich interessante Zeit, die eigentliche Handlung hätte mit dem Ende erst angefangen.

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  • Leider nicht das Richtige

    Das Streichelinstitut

    Fantasie_und_Träumerei

    07. September 2015 um 11:44

    Wenn man gewisse Erwartungen an einen Roman stellt, hat dieser häufig nicht die Möglichkeit diese zu erfüllen. So erging es leider auch dem Buch "Das Streichelinstitut", in dem Protagonist Sebastian, ewiger Student, besagtes Streichelinstitut eröffnet.  Auf die Idee, diesen beruflichen Schritt zu gehen, ist seine Freundin Anna gekommen, die begeistert von Sebastians Streicheleinheiten, nicht nur seine Fähigkeiten, sondern auch das Bedürfnis vieler Menschen nach Nähe und Zärtlichkeit, erkennt. Klingt kurzzeitig nach einem Erotiroman, ist es aber nicht. Sebastians Absichten sind rein hilfsbereiter Natur und erfolgen nach festgesetzten Regeln, die nur Tätigkeiten oberhalb der Gürtellinie einschließen. Das Interessante am Buch sind die Personen, die aus den verschiedensten Gründen die Dienstleistung des Streichelinstituts nutzen und sich mit Hilfe von Sebastians magischen Händen ihre Probleme wegstreicheln lassen. Probleme, die sich sehr im psychologischen Bereich einbetten lassen und  gewisse Grundkenntnisse in der Psychologie, aber vor allem auch der Philosophie voraussetzen. Was ich erwartet hatte: einen Wohlfühlroman, der sanft streichelnd für locker wärmende Lesestunden sorgt. Was "Das Streichelinstitut" tatsächlich ist: ein gesellschaftskritischer Roman mit deutlich spürbaren philosophischen Zügen. Dadurch, dass ich mit anderen Erwartungen an das Buch rangegangen bin, hat es lange gedauert, bis ich überhaupt in die Geschichte reingekommen bin. Das erwünschte Lesewohlbefinden hat sich leider gar nicht eingestellt. "Das Streichelinstitut" ist ein kluger und witziger Roman, der leider weder zu meiner Lesestimmung, noch zu mir gepasst hat.

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  • Rezension zu "Das Streichelinstitut" von Clemens Berger

    Das Streichelinstitut

    TomL

    12. January 2011 um 23:01

    Der glückliche Mensch Was für ein seltsames, im Wortsinn bemerkenswertes Buch. Sebastian ist Mittdreißiger, Wiener, eigentlich kurz vor der Promotion (die Fakultät wird allerdings nicht genannt, vermutlich Politologie oder ähnliches), gutaussehend und Kommunist, wenn sich denn in ein Wort pressen lässt, was im Kopf des nicht mehr ganz jungen Mannes vor sich geht. In gewisser Weise hadert er mit allem - mit der Stadt (eigentlich: der Welt), in der er lebt, mit der Frau, die er liebt (der schlauen Dozentin Anna), mit ehemaligen Beziehungen, gar mit seinen wenigen Freunden, vor allem aber mit der Tatsache, dass Entscheidungen anstehen, obwohl Sebastian keine zu fällen bereit ist. Letztlich auch, um sich aus dieser Situation ein wenig herauszumogeln, gründet er, einer Idee Annas folgend, das "Streichelinstitut", eine Serviceeinrichtung, in der sich die Wiener seinen sanften, fast magischen Händen hingeben, um den Alltag vergessen oder angenehmer bewältigen zu können. Das Institut, mitten in Neubau, der Eso-Gegend Wiens, wird schnell erfolgreich. Ob es Ministerialbeamte sind, die sich im Zwei-Wochen-Turnus die verkorksten Beziehungen zu ihren Vätern wegstreicheln lassen, oder elegante, reiche Mittvierzigerinnen, die bei dieser Gelegenheit mit ihrer verblühenden sexuellen Attraktivität kokettieren - Sebastian, der sich den Künstlernamen Severin Horvath gibt, streichelt sie alle. Fünfundvierzig Minuten für fünfundsiebzig Euro. Doch es ist weder einfach, die Seiten zu wechseln, also linkes Denken und rechtes Leben unter einen Hut zu bringen, noch lässt sich der im Wortsinn sehr nahe gehende Beruf vom privaten Dasein trennen. Überhaupt wird erst einmal offenbar, dass Leben nicht immer dasselbe ist. Es ist nicht leicht, dieses besondere Buch in wenigen Worten zu würdigen. Zuweilen liest es sich wie eine Autobiographie, wie eine Bestandsaufnahme - Rückbesinnung und Ausblick zugleich. Andererseits gibt es Elemente des klassischen Entwicklungsromans, ein Füllhorn voller Konflikte, und viele erhellende Informationen über das Wien des einundzwanzigsten Jahrhunderts - von dem sich der Held übrigens an einer wunderbaren Stelle im Buch wünscht, es gäbe eine gespiegelte, zweite Version der Stadt, aber eine, in der nicht alles schiefgelaufen ist. Die Katharsis des Protagonisten wird durch Frau Dr. Irene Fischer verkörpert, die schöne, wohlhabende und selbstbewusste Frau, die zuerst die Grundregel Nummer des Streichelinstituts - kein Sex - torpediert, dann in Sebastians fragile Beziehung zu Anna eindringt, um schließlich den allmählich ermüdenden, aber nach wie vor extrem erfolgreichen Berufsstreichler mit den Reizen des Kapitalismus' zu konfrontieren. "Das Streichelinstitut" ist aber kein politisches Buch, jedenfalls nicht nur oder in der Hauptsache, sondern auch eine Liebesgeschichte, eine Milieustudie - und ein sehr persönlicher (nicht im Sinne von "autobiografisch"!) Roman über einen jungen Mann, dessen Optionen und Wünsche nicht in Deckung zu bringen sind. Über jemanden, der sich Gedanken macht, hin und wieder auch zu viele, und der damit zeigt, wie ungut es ist, sich nur mit den verfügbaren Alternativen abzufinden. Denn es ist so, wie es das Bild zeigt, das im Streichelinstitut hängt: Der glückliche Mensch kann glücklich vermutlich nur ganz alleine sein, und das will letztlich auch niemand, und Sebastian/Severin schon gar nicht. Mein Lieblingssatz ist ein sehr kurzer: "Während ich." Besser kann man einen tiefgehenden Konflikt nicht in Worte fassen.

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