Clemens Brentano Geschichte vom braven Kasperl

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Inhaltsangabe zu „Geschichte vom braven Kasperl“ von Clemens Brentano

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  • Rezension zu "Geschichte vom braven Kasperl" von Clemens Brentano

    Geschichte vom braven Kasperl
    sneijder

    sneijder

    05. February 2009 um 11:56

    Brentanos Buch die „Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl“ war mir anfangs kein Begriff, jedoch dachte ich mir es wäre eine gute Wahl, auch ein Buch aus dieser Epoche zu lesen, um verschiedene Arten von Literatur kennen zu lernen. Natürlich hätte ich auch die neueren und vielleicht interessanteren Werke auswählen können, jedoch bereue ich auch im Nachhinein meine Wahl keineswegs. Nach den Werken „Faust I“ und „Nathan der Weise“ fiel mir beim Lesen von Brentanos Werk auf, dass der Text auf Grund von Vokabeln, welche in den vorhergenannten Werken schon vorkamen und mir vorerst unbekannt waren, die sich nun in meinem Wortschatz niedergesetzt haben, der Lesefluss ungestörter und flüssiger wurde. Das umständliche Nachschlagen von heute nicht mehr üblichen Wörtern entfiel und beschleunigte somit das Textverständnis. Die Geschichte zielt auffallend auf die Übermittlung des Autors Wertschätzung beziehungsweise Einstellung zu Ehre ab. Beispielsweise tritt der Enkelsohn der alten Bäuerin als ehrvoller Unteroffizier auf. Diese übertriebene Schätzung der Ehre wird Kasperl und Annerl jedoch zum Verhängnis, die gegen ihre Grundsätze zu Grunde gehen. Kasperl bringt sich nachdem er erfährt, dass ihn sein Vater und Stiefbruder bestohlen hatten, am Grabe seiner Mutter um. Brentano bringt aber auch zur Aussage, was ihm an Gnade und Gerechtigkeit liegt. Dies zeigt sich zum Ende der Geschichte hin, als Kasperls Verlobte hingerichtet werden soll. Ein Schriftsteller bittet den Herzog um Gnade, erreicht den Ort der Hinrichtung aber nicht mehr rechtzeitig. Das Werk gefiel mir gut, wobei aus der Geschichte sicherlich ein ausführlicheres Werk erstellt werden kann. Die Knappheit hat jedoch keinen Einfluss auf die Verständlichkeit, so hat man keineswegs das Gefühl, dass etwas in der Erzählung fehlen würde. Interessant war, dass während dem Verlauf der Geschichte, welche anfangs durch einen Ich-Erzähler erzählt wird, ein weitere Ich-Erzähler auftritt und die Personen teilweise in den Reden in dritter Person adressiert werden. Ich würde das Buch sehr wohl als literarisch wertvoll einstufen und bei Interesse sicherlich weiterempfehlen.

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