Clemens Hellsberg

Autor von Trotz des Tosens der Kanone, Schröcksnadel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Clemens Hellsberg

Dr. Clemens Hellsberg, geb. 1952 in Linz, Studium der Musikwissenschaft, Nebenfach Alte Geschichte an der Universität Wien sowie Konzertfach Violine an der Musikhochschule Wien. 1976 Beginn als Sekundgeiger an der Wiener Staatsoper, zwei Jahre später Primgeiger. Seit 1980 Mitglied der Wiener Philharmoniker. 1997–2014 deren Vorstand. Seit 2017 Künstlerischer Leiter des Festivals „Swiss Alps Classics“. Zahlreiche Ehrungen. Publikationen u. a.: „Demokratie der Könige“ (1992), „Philharmonische Begegnungen I und II“ (2015, 2016), „Eine glückhafte Symbiose. Die Wiener Philharmoniker und die Salzburger Festspiele“ (2017).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Clemens Hellsberg

Cover des Buches Trotz des Tosens der Kanone (ISBN: 9783992001354)

Trotz des Tosens der Kanone

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Erschienen am 01.04.2015
Cover des Buches Die Demokratie der Könige (ISBN: 9783726366469)

Die Demokratie der Könige

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Erschienen am 01.03.1992
Cover des Buches Schröcksnadel (ISBN: 9783904123525)

Schröcksnadel

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Erschienen am 10.12.2021

Neue Rezensionen zu Clemens Hellsberg

Cover des Buches Trotz des Tosens der Kanone (ISBN: 9783992001354)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Trotz des Tosens der Kanone" von Clemens Hellsberg

Ein Geigenvirtuose als Kanonenfutter ...
Bellis-Perennisvor 7 Jahren

“Four Weeks in the Trenches The War Story of a Violinist”/Fritz Kreisler

Dieses schmale Buch schildert auf beeindruckende Weise die vier Wochen Kriegsdienst des Geigenvirtuosen Fritz Kreisler.
Autor Kreisler, ein Kind aus gut bürgerlichem, jüdischem Haus wird bereits im zarten Alter von sieben Jahren im Konservatorium der „Gesellschaft der Musikfreunde“ (heute Wiener Philharmoniker) als
Schüler aufgenommen. Niemand geringerer als Joseph Hellmesberger und Anton Bruckner unterrichteten das Wunderkind.

Kreisler dient, wie jeder gut Bürgerliche in der k. und k. Armee, und wird nachdem ihm seine Konzertreisen wenig Zeit für die Karriere als Militär lassen, vorerst als Reservist geführt. Im August 1914, er ist bereits seit Jahren mit Harriet Lies verheiratet, meldet er sich freiwillig und rückt abermals ein.

Der Weg seines Bataillons führt in direkt nach Lemberg. Lemberg ist jene Stadt in Galizien, die von der russischen Armee mehrmals eingenommen und von den Österreichern wieder zurückerobert wurde.

Kreisler schildert seine Erlebnisse in beinahe poetischen Worten, spart aber Tod und Grauen nicht aus. Noch ist der Krieg frisch und die Begeisterung spürbar. Noch glauben die Soldaten „zu Weihnachten sind wir wieder zuhause“. Welch tragischem Irrtum sie hier aufsitzen, erkennen sie erst viel später.

Besonders beeindruckend finde ich die Sequenz, in der „sein“ Brigadier den eigenen Sohn sterben sieht und sich nach außen hin nichts anmerken lässt, um die Truppe nicht zu demoralisieren. Nächtens, im eigenen Zelt wird dieser Mann von Weinkrämpfen geschüttelt.

Kreisler berichtet über Versorgungsengpässe und über hungernde, frierende Soldaten. Er schreibt aber auch, dass sich an manchen Tagen ebenso so ausgehungerte Russen wie Österreicher still gegenüberstanden und auch das eine oder andere Lebensmittel austauschten.
„Privater“ Waffenstillstand im Kleinen, also.

Interessant liest sich auch seine Schilderung, dass er – als Musiker mit einem beinahe absoluten Gehör ausgestattet – hören kann, ob die feuernden Kanonen der eigenen oder fremden Armee angehören und ob die Granaten steigen oder fallen. Er spricht sogar mit seinem Vorgesetzten darüber.

Letztendlich wird er nach nur vier Wochen Fronteinsatz schwer verwundet. Er wird als kampfuntauglich aus der Armee ehrenvoll entlassen.

Sobald es ihm möglich ist, nimmt er seine Konzertreisen wieder auf und unterstützt viele Kriegswaisen. Dieses soziale Engagement wird ihm in den USA übel genommen, da er natürlich auch deutschen und österreichischen Kindern hilft. Soviel zur Doppelmoral.

Zum englischen Titel: „trenches“ sind die Schützengräben. Der heißgeliebte „Trenchcoat“ ist jener wasserabweisende Militärmantel, den die Soldaten in den Schützengräben trugen. Erfunden von Thomas Burberry Ende des 19.Jahrhunderts.

Der deutsche Titel ist nicht minder beeindruckend “Trotz des Tosens der Kanonen”.

Ich finde dieses Buch großartig. Die erklärenden Worte von Clemens Hellsberg (ehemaliger Vorstand der Wiener Philharmoniker) und Oliver Rathkolb (österr. Militärhistoriker) ergänzen Kreisler Text.

Kommentare: 4
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Clemens Hellsberg wurde am 28. März 1952 in Linz (Österreich) geboren.

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