Clemens J Setz Söhne und Planeten

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Inhaltsangabe zu „Söhne und Planeten“ von Clemens J Setz

RENÉ TEMPL, EIN SCHRIFTSTELLER ALS JUNGER MANN, findet in Karl Senegger seinen Mentor, eine geistige Vaterschaft. Umgekehrt entzieht er sich seiner Verantwortung gegenüber Frau und Kind: Er schrumpft auf die Größe seines Sohnes, sobald er sich als Vater gefordert glaubt. Als Vater wiederum hat Karl Senegger versagt, sein Sohn Viktor springt in den Tod. Eine Kurzschlussreaktion, der finale Abfall der Spannung in einer Verbindung zwischen gleichen wie ungleichen Teilen? Oder der verzweifelte Versuch, sich gegen den zu behaupten, dem man das Leben verdankt? Karl Senegger flüchtet vor seiner Verantwortung. Der Vater, der seinen Sohn verloren hat, wird zum Herausgeber von dessen literarischer Hinterlassenschaft. In vier Erzählungen, die er über ihre Themen, ihre Figuren und Motive zu einem Roman komponiert, zeigt Clemens J. Setz, wie Väter an ihren Söhnen wachsen und Söhne an ihren Vätern – und wie sie aneinander zerbrechen. Einfühlsam zärtlich, mit einer Lust am literarischen Spiel und gleichermaßen souverän und leicht - füßig – eine neue Stimme, jung und überaus variantenreich; eine faszinierende Entdeckung.

Tolles Debüt, ungewöhnlich komplex und ambitioniert für zeitgenössische Literatur. Und erzählen kann der Herr Setz auch!

— KollegeKraftwagen
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  • Rezension zu "Söhne und Planeten" von Clemens J Setz

    Söhne und Planeten
    CorneliaTravnicek

    CorneliaTravnicek

    07. February 2012 um 22:24

    Nur eine ganz kurze Erklärung: Als Autorin liebe ich dieses Buch, denn es geht um - Literatur. Natürlich geht es auch noch um Männer an sich, eben auch Väter und Söhne,weniger um Planeten, aber eben hauptsächlich um Literatur. Es ist ein Buch in vier Teilen, dass mich, zwar nicht gleich zu Beginn, doch im Laufe des Lesens und vor allem im letzten Abschnitt für sich gewinnen konnte. Clemens Setz hat einen ganz besonderen Stil: Manchmal verspielt, mit (Selbst-)Ironie, intellektuell... Es ist ein Buch zwischen Trauer und Komik. Ein kluges Buch. Und man darf es nicht vergessen: Ein Erstling von einem damals erst 26-jährigem Autor.

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  • Rezension zu "Söhne und Planeten" von Clemens J Setz

    Söhne und Planeten
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    15. May 2010 um 12:10

    Von der hymnischen Aussage "Eines der besten Debüts des Jahres" (FAZ) verlockt, habe ich mich in diese Gegenwartsprosa vertieft und bin vorgestern mit einknickenden Beinen wieder daraus hervorgegangen. Ein Haufen Männer, die mit Literatur zu tun haben – als Schreiber, Leser, Kritiker – kreisen um ... Literatur. Sie erleben merkwürdige Zustände – sie schrumpfen oder sie beschneiden die Getreideähre, die ihnen aus dem Ohr wächst –, kümmern sich um ihre Söhne, diskutieren miteinander, korrigieren das von Freunden Geschriebene, altern oder sterben gerade oder sind schon gestorben. Dargestellt ist das ganze fast unüberschaubare Beziehungsgeflecht in mehreren großen erzählungsartigen Abschnitten, aus deren Zusammenspiel sich ohne viel Handlung "diese mitunter hochkomplexe Geschichte" ergibt. Zitat Klappentext. Klar, dass Verrücktheiten wie die Ähre aus dem Ohr oder die rätselhafte Schrumpferei einer wie mir zusagen. Klar auch, dass Sprache und Aufbau ob ihrer Kunstfertigkeit herausstechen. Aber ach! Gleich im ersten Kapitel, als René Templ in der Wiener Herrengasse auf einen Schirm tritt, hält man ihn für einen alten Mann, vor allem wegen des gediegenen Sprachduktus. Erst ein paar Kapitel später erfährt man, dass er im Gegensatz zu den großen alten Männern, mit denen er ausgefinkelte Diskussionen am Pool führt, ein junger Hupfer ist. Eine Diskrepanz, die mir überhaupt nicht behagt. Zwei dieser alten Männer – Autor und Verleger – füllen ein ganzes Kapitel mit einem Briefwechsel, der die Korrekturen des Verlegers am Text des Autors dokumentiert; das ist hier wortwörtlich samt Unterstreichungen niedergelegt. Glücklicherweise nicht ganz ohne Humor, sonst wäre selbst ich als korrektureninteressierte Lektorin daran gescheitert. Mit Witz bekommt man auch Einblicke in die Sexualität des einen oder anderen dieser Literaturhengste, was bei mir durchaus für Heiterkeitsmomente gesorgt hat. Verzweifelt steigern sie sich in erotische Fantasien hinein, damit überhaupt noch etwas geht, irgendwo zwischen Familie, Disput und Schreiberei, hektisch am Morgen oder schnell untertags auf dem Klo. Jenseits dieser Ablenkungen wartet natürlich die Katastrophe, der man Stück für Stück auf die Spur kommt, spätestens im letzten Kapitel. Dass ich bis dahin durch eine abgehobene Stilmangel gedreht werde, freut mich allerdings wenig. Ich mag es nun mal intelligent-aber-nicht-intellektuell. Die Abgeklärtheit der Sprache, die unglaubliche Fixiertheit auf Literatur und – im wahrsten Sinne – das eigene Geschlecht, die zähe Darlegung all dieser kostbaren Befindlichkeiten: dagegen kommt auch der ironische Blick des Autors nicht an. Nicht für mich. Obwohl ich Literatur liebe, gar nicht genug darüber reden kann und gern auch Bücher über Literatur lese, konnte mich "Söhne und Planeten" nicht für sich gewinnen. Ja, der Autor hat unbestreitbar Klasse. Aber gefallen hat sein Buch mir nicht.

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