Söhne und Planeten

von Clemens J Setz 
3,4 Sterne bei7 Bewertungen
Söhne und Planeten
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Tolles Debüt, ungewöhnlich komplex und ambitioniert für zeitgenössische Literatur. Und erzählen kann der Herr Setz auch!

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Inhaltsangabe zu "Söhne und Planeten"

RENÉ TEMPL, EIN SCHRIFTSTELLER ALS JUNGER MANN, findet in Karl Senegger seinen Mentor, eine geistige Vaterschaft. Umgekehrt entzieht er sich seiner Verantwortung gegenüber Frau und Kind: Er schrumpft auf die Größe seines Sohnes, sobald er sich als Vater gefordert glaubt. Als Vater wiederum hat Karl Senegger versagt, sein Sohn Viktor springt in den Tod. Eine Kurzschlussreaktion, der finale Abfall der Spannung in einer Verbindung zwischen gleichen wie ungleichen Teilen? Oder der verzweifelte Versuch, sich gegen den zu behaupten, dem man das Leben verdankt? Karl Senegger flüchtet vor seiner Verantwortung. Der Vater, der seinen Sohn verloren hat, wird zum Herausgeber von dessen literarischer Hinterlassenschaft. In vier Erzählungen, die er über ihre Themen, ihre Figuren und Motive zu einem Roman komponiert, zeigt Clemens J. Setz, wie Väter an ihren Söhnen wachsen und Söhne an ihren Vätern – und wie sie aneinander zerbrechen. Einfühlsam zärtlich, mit einer Lust am literarischen Spiel und gleichermaßen souverän und leicht - füßig – eine neue Stimme, jung und überaus variantenreich; eine faszinierende Entdeckung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783701714841
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:217 Seiten
Verlag:Residenz
Erscheinungsdatum:18.09.2007

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    Die Buchprüferins avatar
    Die Buchprüferinvor 8 Jahren
    Rezension zu "Söhne und Planeten" von Clemens J Setz

    Von der hymnischen Aussage "Eines der besten Debüts des Jahres" (FAZ) verlockt, habe ich mich in diese Gegenwartsprosa vertieft und bin vorgestern mit einknickenden Beinen wieder daraus hervorgegangen.

    Ein Haufen Männer, die mit Literatur zu tun haben – als Schreiber, Leser, Kritiker – kreisen um ... Literatur. Sie erleben merkwürdige Zustände – sie schrumpfen oder sie beschneiden die Getreideähre, die ihnen aus dem Ohr wächst –, kümmern sich um ihre Söhne, diskutieren miteinander, korrigieren das von Freunden Geschriebene, altern oder sterben gerade oder sind schon gestorben. Dargestellt ist das ganze fast unüberschaubare Beziehungsgeflecht in mehreren großen erzählungsartigen Abschnitten, aus deren Zusammenspiel sich ohne viel Handlung "diese mitunter hochkomplexe Geschichte" ergibt. Zitat Klappentext.

    Klar, dass Verrücktheiten wie die Ähre aus dem Ohr oder die rätselhafte Schrumpferei einer wie mir zusagen. Klar auch, dass Sprache und Aufbau ob ihrer Kunstfertigkeit herausstechen.
    Aber ach! Gleich im ersten Kapitel, als René Templ in der Wiener Herrengasse auf einen Schirm tritt, hält man ihn für einen alten Mann, vor allem wegen des gediegenen Sprachduktus. Erst ein paar Kapitel später erfährt man, dass er im Gegensatz zu den großen alten Männern, mit denen er ausgefinkelte Diskussionen am Pool führt, ein junger Hupfer ist. Eine Diskrepanz, die mir überhaupt nicht behagt.

    Zwei dieser alten Männer – Autor und Verleger – füllen ein ganzes Kapitel mit einem Briefwechsel, der die Korrekturen des Verlegers am Text des Autors dokumentiert; das ist hier wortwörtlich samt Unterstreichungen niedergelegt. Glücklicherweise nicht ganz ohne Humor, sonst wäre selbst ich als korrektureninteressierte Lektorin daran gescheitert.
    Mit Witz bekommt man auch Einblicke in die Sexualität des einen oder anderen dieser Literaturhengste, was bei mir durchaus für Heiterkeitsmomente gesorgt hat. Verzweifelt steigern sie sich in erotische Fantasien hinein, damit überhaupt noch etwas geht, irgendwo zwischen Familie, Disput und Schreiberei, hektisch am Morgen oder schnell untertags auf dem Klo.

    Jenseits dieser Ablenkungen wartet natürlich die Katastrophe, der man Stück für Stück auf die Spur kommt, spätestens im letzten Kapitel. Dass ich bis dahin durch eine abgehobene Stilmangel gedreht werde, freut mich allerdings wenig. Ich mag es nun mal intelligent-aber-nicht-intellektuell. Die Abgeklärtheit der Sprache, die unglaubliche Fixiertheit auf Literatur und – im wahrsten Sinne – das eigene Geschlecht, die zähe Darlegung all dieser kostbaren Befindlichkeiten: dagegen kommt auch der ironische Blick des Autors nicht an. Nicht für mich.
    Obwohl ich Literatur liebe, gar nicht genug darüber reden kann und gern auch Bücher über Literatur lese, konnte mich "Söhne und Planeten" nicht für sich gewinnen. Ja, der Autor hat unbestreitbar Klasse. Aber gefallen hat sein Buch mir nicht.

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    KollegeKraftwagens avatar
    KollegeKraftwagenvor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Tolles Debüt, ungewöhnlich komplex und ambitioniert für zeitgenössische Literatur. Und erzählen kann der Herr Setz auch!
    C
    CoinQuatrovor einem Jahr
    MargaritaKinstners avatar
    MargaritaKinstnervor 3 Jahren
    Vega4s avatar
    Vega4vor 6 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    tacituruss avatar
    taciturusvor 9 Jahren

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