Clemens J. Setz

 3.7 Sterne bei 193 Bewertungen
Autor von Indigo, Die Stunde zwischen Frau und Gitarre und weiteren Büchern.
Autorenbild von Clemens J. Setz (©Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Clemens J. Setz

Lesenswert und lieferbar: Der österreichische Schriftsteller und Übersetzer Clemens Johann Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er auch heute noch als freier Schriftsteller und Übersetzer lebt. Nach seinem Schulabschluss absolviert er ein Lehramtsstudium in Mathematik und Germanistik an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Bereits während seiner Studienzeit arbeitet er als Übersetzer und veröffentlicht Gedichte und Erzählungen in Zeitschriften und Anthologien. 2007 veröffentlicht Setz schließlich seinen Debütroman "Söhne und Planeten", der es auf Anhieb auf die Shortlist des aspekte-Literaturpreises schafft. 2008 nimmt er am Ingeborg-Bachmann-Literaturpreis teil und wird für seine Novelle "Die Waage" mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet. Sein Erzählband "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" erhält 2011 den Preis der Leipziger Buchmesse, zuvor war sein zweiter Roman "Frequenzen" bereits 2009 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Seit 2011 schreibt er für die Literaturzeitschrift Volltext unter dem Titel "Nicht mehr lieferbar" eine Serie über vergriffene Werke bedeutender Schriftsteller.

Alle Bücher von Clemens J. Setz

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Buchformat:
Cover des Buches Indigo9783518464779

Indigo

 (73)
Erschienen am 11.11.2013
Cover des Buches Die Stunde zwischen Frau und Gitarre9783518467534

Die Stunde zwischen Frau und Gitarre

 (35)
Erschienen am 15.01.2017
Cover des Buches Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes9783518463352

Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

 (35)
Erschienen am 16.04.2012
Cover des Buches Die Frequenzen9783442741113

Die Frequenzen

 (24)
Erschienen am 13.06.2011
Cover des Buches Söhne und Planeten9783701742202

Söhne und Planeten

 (8)
Erschienen am 01.08.2011
Cover des Buches Die Vogelstraußtrompete9783518424162

Die Vogelstraußtrompete

 (6)
Erschienen am 10.03.2014
Cover des Buches Der Trost runder Dinge9783518470961

Der Trost runder Dinge

 (5)
Erscheint am 12.10.2020
Cover des Buches Glücklich wie Blei im Getreide9783518465875

Glücklich wie Blei im Getreide

 (3)
Erschienen am 06.04.2015

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Neue Rezensionen zu Clemens J. Setz

Neu

Rezension zu "Der Trost runder Dinge" von Clemens J. Setz

Stories, die verstören
yellowdogvor 9 Monaten

Der Trost runder Dinge, was für ein genialer Titel, was für ein grandioses Cover.
Doch bei den Geschichten kann man sich auch schwertun, nicht immer bin ich richtig reingekommen, einiges ging an mir vorbei und hat mich kalt gelassen.
Aber es gibt auch Ausnahmen, die Story Otter,Otter, Otter um einem Mann und seiner blinden Freundin sowie die Geschichte Das Klassenfoto. Die beiden vermochten mich zu berühren. Dann gab es auch noch sehr kurze Stories, die originell waren, aber auch wie kleine Fingerübungen wirken.
Es gibt ein paar sehr gute Beobachtungen von Clemens J.Seitz, aber dann wirken die Geschichten fast wie Essays.

Kommentare: 3
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L

Rezension zu "Bot" von Clemens J. Setz

Bot. Gespräch ohne Autor
LenaSilbernaglvor 2 Jahren

Wer Clemens J. Setz aus seinen früheren Büchern kennt, weiß, dass er ein absoluter Sprachkünstler und –akrobat ist. Er versteht es, seinen Leser literarischen Genuss zu bieten. Auch in seinem neuesten Buch wird das sofort klar. Hier spielt der Autor außerdem mit der Autorfikition und kreiert eine Art künstlicher Intelligenz. Diese beantwortet hier scheinbar die Fragen aus einem Interview und wird von Setzs Tagebuch gespeist. Beim Interview scheint der Bot jedoch keine Antworten auf die Frage zu geben, sondern erzählt eher etwas. Oft sind Fragen dabei, die einfach mit Ja oder Nein beantwortet werden könnten – das macht der Bot jedoch nicht, sondern umschifft das Thema sozusagen. Hin- und hergerissen zwischen Witz und Ernsthaftigkeit, zeichnet der Autor ein Portrait von sich selbst. Obwohl der Titel eigentlich „Gespräch ohne Autor“ als Zusatz anführt, so ist der Autor in diesem Werk jedoch trotzdem anwesend. Das Szenario, welches Setz zeichnet, ist hingegen sehr realistisch und authentisch. Auch heute kann man Texte, die von einem Roboter oder Programm „verfasst“ wurden, nicht mehr von Texten realer Autoren unterscheiden.

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Rezension zu "Die Frequenzen" von Clemens J. Setz

Clemens J. Setz | DIE FREQUENZEN
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Rezension zu diesem bemerkenswerten Roman zu schreiben: Entweder man macht’s ausführlich oder kompakt. Ich hab’s zuerst mit der ausführlichen Variante versucht und kam verdammt nochmal nicht zu einem Ende. Die Verbindungen der einzelnen Charaktere untereinander sind so verwinkelt, dass ich kaum eine Information geben kann, ohne sie mit zwei weiteren zu erklären. Dabei ist die Figurenparade, mit der uns Clemens J. Setz hier bekannt macht, gar nicht so lang. Zwei, drei Hauptpersonen, dazu je eine Handvoll Nebenfiguren – das war’s. Selbst geografisch bleibt die Geschichte größtenteils zentriert auf eine namenlose Stadt in Österreich, die man aber dank einiger Hinweise leicht als Graz entlarven kann. Ich wähle jetzt also die kompakte Variante, auch wenn damit die Komplexität des Plots nur unzureichend erkennbar wird.

INHALT: Da ist zunächst Alexander Kerfuchs, der sich von seiner Freundin Lydia trennen will, um eine Beziehung mit Valerie einzugehen. Valerie ist Therapeutin für Stressbewältigung. Patienten in ihren Gruppensitzungen sind unter anderen Gabi, die von ihrem Mann Wolfgang sitzen gelassen wurde, und Walter Zmal, der allerdings ein von Valerie engagierter Schauspieler ist, der die Patienten mit gezielten Aussagen zu größerer Offenheit animieren soll. Als Valerie an Walter Kritik übt, weil er seine Rolle als Patient nicht authentisch genug spielt, erschlägt er sie eines Nachts auf offener Straße mit einer Eisenstange und flieht aus der Stadt zu seiner Familie. Aber er wurde heimlich gefilmt von Gerald, einem Jungen, der bei Alexander im Haus wohnt…

Viel weiter komme ich nicht, ohne mich in dem Geflecht aus Querverbindungen zu verheddern. Alexanders Vater konnte Walters Vater schon damals nicht leiden, der mal der Arbeitgeber von Valeries Vater war, der jetzt ein Pflegefall ist und von Mitsuko versorgt wird, die mal die Musiklehrerin von Walter war; Gabis Mann Wolfgang wohnte mal mit Alex‘ Vater in einer WG, als dieser seinerseits Frau und Kind sitzen ließ; und obendrein streunt noch Valeries Hund durch die Stadt und hinterlässt weitere Stolperfallen … es ist hoffnungslos.

FORM: Die knapp achtzig Kapitel unterscheiden sich stilistisch erheblich. Neben klassisch Erzähltem gibt es auch reine Monolog- und Dialog-Szenen, Traumsequenzen, Zeitungs- und Lexikonartikel und auch aus dem Delirium eines Komapatienten wird berichtet. Fast alle Charaktere bekommen ihre eigenen Kapitel, selbst der Hund erzählt von seinen Abenteuern. Die Szenen sind nicht immer chronologisch geordnet (zum Beispiel beginnt der Roman mit der Flucht Walters), folgen aber im Großen und Ganzen der Entwicklung des Ich-Erzählers Alexander. Diese Struktur hat mich stark an Wallace‘ UNENDLICHER SPASS erinnert, was als Kompliment gedacht ist.

Sehr auffällig ist Setz‘ Gespür für unkonventionelle Metaphern und Bilder, die, auch wenn sie manchmal unfreiwillig komisch erscheinen, fast immer ins Schwarze treffen. Da hebt ein T-Shirt schon mal sein schläfriges Lid (Seite 309), oder ein lauter Rap-Song fährt mit heruntergelassenen Seitenfenstern vorbei (Seite 684), und man denkt: Was? Ist das sein Ernst? Aber irgendwie ist dann doch klar, was er meint. Ich kann verstehen, dass sich manche Leser nicht gern auf solche Kapriolen einlassen, Setz musste gerade dafür auch herbe Kritik einstecken, mir hat dieser Stil aber nach kurzer Eingewöhnung sehr zugesagt. Ähnlich verspielte Ideen kennt man von Saša Stanišic, was ebenfalls als Kompliment gedacht ist.

FAZIT: Kaum zu glauben, aber DIE FREQUENZEN ist mein erster Roman von Clemens J. Setz, diesem verträumten Wunderkind mit dem Küblböck-Faktor, von dem ich schon so viel gehört habe, den alle lieben und alle hassen. Daher war mir klar, worauf ich mich einlasse, und las den Text mit einiger Vorsicht und nicht ohne mir Notizen zu machen. Zum bloßen Zeitvertreib ist der Roman nicht gedacht; er verlangt die volle Aufmerksamkeit, belohnt den Leser dann aber auch mit dem wohligen Gefühl, Zeuge von etwas Großen geworden zu sein – fünf Sterne!

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Clemens J. Setz wurde am 15. November 1982 in Graz (Österreich) geboren.

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