Clemens J. Setz Die Frequenzen

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Inhaltsangabe zu „Die Frequenzen“ von Clemens J. Setz

Das Leben als Kettenreaktion - ein Buch über Liebe, Wahnsinn und Ohrgeräusche
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden – oder ist es nur sein Vater, der will, dass er Schauspieler wird? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf. Und da gibt es noch Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben …

Nach 250 Seiten habe ich aufgegeben. Ein sprachlich interessantes Buch, jedoch ohne jedweden roten Faden bzw. Handlung.

— milasun

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  • Clemens J. Setz | DIE FREQUENZEN

    Die Frequenzen

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:59

    Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Rezension zu diesem bemerkenswerten Roman zu schreiben: Entweder man macht’s ausführlich oder kompakt. Ich hab’s zuerst mit der ausführlichen Variante versucht und kam verdammt nochmal nicht zu einem Ende. Die Verbindungen der einzelnen Charaktere untereinander sind so verwinkelt, dass ich kaum eine Information geben kann, ohne sie mit zwei weiteren zu erklären. Dabei ist die Figurenparade, mit der uns Clemens J. Setz hier bekannt macht, gar nicht so lang. Zwei, drei Hauptpersonen, dazu je eine Handvoll Nebenfiguren – das war’s. Selbst geografisch bleibt die Geschichte größtenteils zentriert auf eine namenlose Stadt in Österreich, die man aber dank einiger Hinweise leicht als Graz entlarven kann. Ich wähle jetzt also die kompakte Variante, auch wenn damit die Komplexität des Plots nur unzureichend erkennbar wird. INHALT: Da ist zunächst Alexander Kerfuchs, der sich von seiner Freundin Lydia trennen will, um eine Beziehung mit Valerie einzugehen. Valerie ist Therapeutin für Stressbewältigung. Patienten in ihren Gruppensitzungen sind unter anderen Gabi, die von ihrem Mann Wolfgang sitzen gelassen wurde, und Walter Zmal, der allerdings ein von Valerie engagierter Schauspieler ist, der die Patienten mit gezielten Aussagen zu größerer Offenheit animieren soll. Als Valerie an Walter Kritik übt, weil er seine Rolle als Patient nicht authentisch genug spielt, erschlägt er sie eines Nachts auf offener Straße mit einer Eisenstange und flieht aus der Stadt zu seiner Familie. Aber er wurde heimlich gefilmt von Gerald, einem Jungen, der bei Alexander im Haus wohnt… Viel weiter komme ich nicht, ohne mich in dem Geflecht aus Querverbindungen zu verheddern. Alexanders Vater konnte Walters Vater schon damals nicht leiden, der mal der Arbeitgeber von Valeries Vater war, der jetzt ein Pflegefall ist und von Mitsuko versorgt wird, die mal die Musiklehrerin von Walter war; Gabis Mann Wolfgang wohnte mal mit Alex‘ Vater in einer WG, als dieser seinerseits Frau und Kind sitzen ließ; und obendrein streunt noch Valeries Hund durch die Stadt und hinterlässt weitere Stolperfallen … es ist hoffnungslos. FORM: Die knapp achtzig Kapitel unterscheiden sich stilistisch erheblich. Neben klassisch Erzähltem gibt es auch reine Monolog- und Dialog-Szenen, Traumsequenzen, Zeitungs- und Lexikonartikel und auch aus dem Delirium eines Komapatienten wird berichtet. Fast alle Charaktere bekommen ihre eigenen Kapitel, selbst der Hund erzählt von seinen Abenteuern. Die Szenen sind nicht immer chronologisch geordnet (zum Beispiel beginnt der Roman mit der Flucht Walters), folgen aber im Großen und Ganzen der Entwicklung des Ich-Erzählers Alexander. Diese Struktur hat mich stark an Wallace‘ UNENDLICHER SPASS erinnert, was als Kompliment gedacht ist. Sehr auffällig ist Setz‘ Gespür für unkonventionelle Metaphern und Bilder, die, auch wenn sie manchmal unfreiwillig komisch erscheinen, fast immer ins Schwarze treffen. Da hebt ein T-Shirt schon mal sein schläfriges Lid (Seite 309), oder ein lauter Rap-Song fährt mit heruntergelassenen Seitenfenstern vorbei (Seite 684), und man denkt: Was? Ist das sein Ernst? Aber irgendwie ist dann doch klar, was er meint. Ich kann verstehen, dass sich manche Leser nicht gern auf solche Kapriolen einlassen, Setz musste gerade dafür auch herbe Kritik einstecken, mir hat dieser Stil aber nach kurzer Eingewöhnung sehr zugesagt. Ähnlich verspielte Ideen kennt man von Saša Stanišic, was ebenfalls als Kompliment gedacht ist. FAZIT: Kaum zu glauben, aber DIE FREQUENZEN ist mein erster Roman von Clemens J. Setz, diesem verträumten Wunderkind mit dem Küblböck-Faktor, von dem ich schon so viel gehört habe, den alle lieben und alle hassen. Daher war mir klar, worauf ich mich einlasse, und las den Text mit einiger Vorsicht und nicht ohne mir Notizen zu machen. Zum bloßen Zeitvertreib ist der Roman nicht gedacht; er verlangt die volle Aufmerksamkeit, belohnt den Leser dann aber auch mit dem wohligen Gefühl, Zeuge von etwas Großen geworden zu sein – fünf Sterne! *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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  • Willkürlich

    Die Frequenzen

    Skrutten

    29. December 2013 um 15:58

    So etwas habe ich lange nicht mehr erlebt! Die Handlungsstränge sind so "willkürlich", daß ein Sinnzusammenhang schwerlich bis gar nicht zu erkennen ist. Schwierig genug war es für mich, die Personen und ihre Verflechtungen jeweils wieder zuerkennen. Dabei  bin ich ungewöhnlichen Sprachstilen und Handlungssträngen nicht abgeneigt. Ich gestehe jedoch, daß erschwerend beim Lesen hinzu kam, daß ich ein Buch mit ähnlicher Handlung parallel gelesen habe.

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  • Rezension zu "Die Frequenzen" von Clemens J. Setz

    Die Frequenzen

    Wolkenatlas

    23. March 2009 um 08:18

    Von Menschen im Standby-Modus und dem Abspritzen in ein Glas mit warmem Aspirinwasser... Nach seinem gefeierten Debüt "Söhne und Planeten" hat der 1982 in Graz geborene Clemens J. Setz nun seinen zweiten Roman veröffentlicht. Dieser ist nicht nur ein zweiter Roman, sondern gleich ein Wälzer von 714 Seiten. 2008 erhielt er bei den 32. "Tagen der deutschsprachigen Literatur" ("Ingeborg-Bachmann-Preis") für einen Auszug aus "Die Frequenzen" den "Ernst-Willner-Preis". Selbstbewusst und metaphernverliebt beginnt dieser Roman, der einerseits die Geschichte des Architektensohnes Walter ist, der Schauspieler werden will, andererseits die Geschichte von Alexander, dem Krankenpfleger mit einer eher surrealen Fantasie. Zwischen diesen beiden Erzählsträngen hin- und herpendelnd, entwickelt Setz sichtlich mühevoll seinen angepeilten Riesenroman. Hie und da gelingen gute Passagen, die Clemens J. Setz jedoch mit traumwandlerischer Sicherheit zunichte macht, bevor sie auch nur irgendwie tragen könnten. Ein Beispiel ist die Szene, in der Wolfgang und Gabi wieder langsam zueinander finden; da wohnt der Leser einer zerbrechlichen Annäherung bei, um diese dann mit dem Satz: "Sie wachte um vier Uhr morgens auf, ging dann unruhig in der Wohnung umher und stürzte sich, wenn er aufwachte, sofort auf ihn, um sich einen Orgasmus und ein paar blaue Flecken zu holen", literarisch zunichte gemacht zu sehen. Überhaupt ist diesem Roman eine fast spätpubertäre Fixierung auf den Penis als Spielzeug eigen. Eine fast kindische Erforschung der Sexualität, die nach ein paar hundert Seiten die Toleranzgrenze des Lesers schon gehörig strapaziert hat. Eine Szene, mit einer Motte, über deren Unsterblichkeit und Religion der Protagonist sinniert, bevor er sie in ein Taschentuch zerdrückt, ist schon fast versöhnlich, wäre dieses Taschentuch mit Mottenleiche nicht einige Seiten später kurzfristig Ziel eines weiteres Samenergusses, der jedoch rechtzeitig in einen (zum Glück der toten Motte und des Lesers) staubigen Pokal umgeleitet werden kann. Kaum ist man wieder in die Geschichte eingetaucht, tauchen die nächsten peinlichen Sätze auf: "Valerie lehnte sich in ihren Sessel zurück und streckte sich, dabei hob ihr T-Shirt sein schläfriges Lid und präsentierte aller Welt ihren Bauchnabel, an dessen Form und Größe man sehen konnte, dass sie keine junge Frau mehr war. Mein Gott, dachte Walter etwas deprimiert, wie jugendlich sie sich heute wieder vorkommt." Zu diesem Zeitpunkt ist noch schwer zu entscheiden, ob man ob dieser Konsequenz der Verfehlungen und stilistischen Mängel belustigt lächeln, oder stumm das Lese-Handtuch werfen sollte. Doch die nächste Fellatioszene naht mit raschen Schritten, man schreibt die Seite 315 und liest das pubertäre Wunschdenken: "Ihre Lippen bewegten sich um meinen Schwanz, als versuchten sie ihn neu zu formen ...", den Rest der Kür überspringe ich bis zum (wie viele waren es schon?) erneuten Kommen, das diesmal literarisch besonders tief angepeilt ist: "Mein Sperma spritzte Gott weiß wohin, in sie, in (sic!) ihren Kopf, ein entsetzliches, herrliches, Funken sprühendes Sakrileg. Hat das geholfen?, fragte sie, als es vorbei war. Was?, fragte ich benebelt. Sie hätte mich genauso gut fragen können, wie der Innenminister der Ukraine hieß." Nun ein wenig retour zur Geschichte: Walter entwickelt seine schauspielerischen Fähigkeiten als Teilnehmer einer psychotherapeutischen Gruppensitzung, wähnt dort seine Riesenchance, und Alexanders Fantasiegeflechte flüchten immer tiefer zurück in seine Kindheit, wo ein Riss in einer Mauer große Auswirkungen hat. Eine geheimnisvolle Tote ist irgendwo vergraben, und Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" muss zwischendurch auch herhalten. Eigentlich gibt es fast nichts, was Clemens J. Setz nicht in dieses Werk eingebaut hat; auch ein Proust'scher Fragebogen wird im Sinne der Entwicklung des Romans eingesetzt, und der Eindruck, der junge Autor will seine literarische Sicherheit mit aller Gewalt vermitteln, wird immer stärker. Man würde ja auch gerne daran glauben, schon allein deshalb, um die restlichen ca. 300 Seiten wirklich auch noch durchzuhalten. Wären da nur nicht immer diese selbst gestellten Fallen, in die Clemens J. Setz wiederholt tollpatschig hineintapst; "Während ich urinierte, wählte ich mit einer Hand Valeries Nummer. Ich konnte sie bereits so sehr auswendig, dass in meinem Kopf jedes Mal ein schmerzhaftes, gespenstisches Echo entstand, wenn ich sie wählte." Das Urinieren ist im Übrigen auch eine immer wiederkehrende Konstante in diesem Buch. Eine wirklich sympathische Gestalt gibt es in diesem Roman doch, Hündchen Uljana, doch leider kann der Roman durch einen Hund auch nicht mehr gerettet werden. Liest man auf den letzten beiden Seiten im Schlusskapitel "End Credits" folgende Zeilen: "Das große Daumenkino rast seinem Ende zu. Das Strichmännchen hat sich redlich bemüht, den Daumen des Betrachters zu erhaschen, aber dieser war ihm naturgemäß mindestens eine Seite voraus und trieb das kleine Männchen schnell seinem Ende zu, das nun endlich gekommen ist", so ist man fast geneigt zu glauben, veräppelt worden zu sein. Wobei gegen eine Veräppelung ja eigentlich nichts einzuwenden ist, solange sie auf hohem literarischen Niveau wie z.B. im "Ulysses" von James Joyce passiert. Großes Daumenkino waren "Die Frequenzen" sicher nicht. Das Ende kam auch eindeutig nicht schnell genug. Ob dieser Roman große, bzw. gute Literatur ist? Meiner Meinung nach - nein. Ich erwarte (und wünsche) von Literatur gute Prosa, zündende Ideen, eine originelle Sprache, Seiten, die mich fordern, die mich zwingen, sie zu erschließen; Metaphern und Vergleiche, die logisch sind und nicht: "Sie war eine zarte, filigrane Qualle, die an dieses blaue Sofa gespült worden war und die man nicht berühren durfte, wenn man nicht riskieren wollte, dass sie einem unter den Fingern zu Staub zerfiel." "Die Frequenzen" ist eine auf Riesenlänge aufgeblähte Kurzgeschichte, fast permanent im Leerlauf, Papier und Seiten fressend, an den Nerven des Lesers zehrend, letztendlich mehr als unbefriedigend, weil das Können des Autors und sein Versuch, einen dicken Wälzer zu schreiben, der wohl komisch, unheimlich, spannend, geistreich und wahrscheinlich auch gewissermaßen erotisch hätte sein sollen, so gelöst nicht in Einklang zu bringen waren. Vielleicht hatte der Autor genau das als Ziel vor Augen? Also ein nervtötendes, veräppelnd inszeniertes Scheitern, um sich nach der letzten Seite heimlich und genießerisch ins Fäustchen zu lachen - mag sein. Sollte es so sein, ziehe ich meinen Hut; Chapeau! Leider macht das die 714 Seiten rückblickend nicht besser. Um abschließend noch kurz zu den Schlusssätzen zurückzukehren: " ... und trieb das kleine Männchen schnell seinem Ende zu, das nun endlich gekommen ist." Gut. Sehr gut. (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 03/2009)

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