Clemens J. Setz Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes

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Inhaltsangabe zu „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ von Clemens J. Setz

Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein großes Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten – auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das "Mahlstädter Kind". Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es »in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen«. Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand. Nach den beiden von der Kritik bejubelten und mit Preisen ausgezeichneten Romanen »Söhne und Planeten« und »Die Frequenzen« legt der österreichische Autor Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor. Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Wie in den Romanen präsentiert sich Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer, geradezu liebevoller Porträtist ihrer Eigenarten.

Fantastischer Kurzgeschichten-Band. Der Autor schafft es, den Leser in die völlige Konfusion zu treiben. Sagenhaft!

— bibliophilic
bibliophilic

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  • Rezension zu "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" von Clemens J. Setz

    Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
    sally1383

    sally1383

    15. February 2012 um 20:04

    Es war ein Geschenk, nur deshalb hab ich es wohl beendet. 6 Wochen habe ich mich hier durchgequält. Klappentext: Eines Tages ist es da. Steht am Ende einer Sackgasse mitten in der Stadt. Es ist ein großes Kind. Den Blick hält es demütig zu Boden gesenkt, seine Haut ist rissig. Tagsüber versammeln sich die Bewohner der Stadt um dieses Kind, veranstalten Kundgebungen und Konzerte. Nachts schlagen sie auf es ein, mit Fäusten, Stöcken und Ketten – auf die Skulptur aus weichem, niemals trocknendem Lehm, auf das "Mahlstädter Kind". Der Künstler hat es ihnen zur Vollendung überlassen, hat ihnen die Aufgabe übertragen, es »in die allgemein als vollkommen empfundene Form eines Kindes zu bringen«. Zuerst treibt die Kunstbegeisterung die Bewohner der Stadt, dann kommen sie als Pilger ihrer Wut, verlieren prügelnd die Kontrolle über sich und beinahe auch ihren Verstand. Nach den beiden von der Kritik bejubelten und mit Preisen ausgezeichneten Romanen "Söhne und Planeten" und "Die Frequenzen" legt der österreichische Autor Clemens J. Setz nun einen Band mit Erzählungen vor. Es sind Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten. Wie in den Romanen präsentiert sich Setz auch in der kurzen Form als scharfer Beobachter der menschlichen Natur und einfühlsamer, geradezu liebevoller Porträtist ihrer Eigenarten. Kritik: Es war ein Geschenk, nur deshalb hab ich es wohl beendet. 6 Wochen habe ich mich hier durchgequält. Zwischendurch habe ich noch andere Bücher gelesen, bei gleicher Seitenzahl innerhalb von 2-3 Tagen. Häufig kam der Gedanke auf: bin ich vielleicht zu dumm, den tieferen Sinn der Geschichten zu begreifen? Die Geschichten enden häufig da, wo sie für mich beginnen, so dass ich mich oft fragte: was nun? Was soll das heißen? Doch zu oft war es mir unbegreiflich, was der Autor mir damit sagen wollte. Und dann strotzen die Geschichten nur so vor Gewalt und Perversitäten. Sicherlich gibt es einiges von diesem in deutschen Wohnzimmern. Sicherlich sind die Geschichten literarisch überspitzt. Sicherlich ist das künstlerische Freiheit. Dennoch war das Buch nichts für mich. Unbegreiflich ist mir, wie der Autor dafür Preise bekommen konnte. Seine anderen Bücher kenne ich nicht. Kann ja sein, dass die besser sind. Aber dieses Buch ist nur was für harte Nerven und die Sinnhaftigkeit der Darstellung dieser Perversitäten bleibt zumindest mir unklar. Konnte mich lange nicht zwischen 2 und 3 Punkten entscheiden. Drei gibts nur deshalb, weil die Geschichten trotz all der Kritikpunkte spannend geschrieben waren, wenn auch abstoßend. Fazit: Schwieriges Buch. Nichts für Zartbeseidete. Viel Gewalt, Groteskes und Perversitäten. Leichter Schreibstil, aber viele Geschichten ohne wirkliche Aussage (zumindest keiner, die mir einging). Nicht so gut wie erhofft.

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  • Rezension zu "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" von Clemens J. Setz

    Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    Für diesen Erzählungsband hat der junge österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz den Leipziger Buchpreis 2011 bekommen und die Jury hat dieses Buch damit über andere Bücher wie etwa Arno Geigers „Der alte König in seinem Exil“ gestellt. Unverständlich für mich, weil die Erzählungen, die Setz hier vorlegt überhaupt nicht berühren, ja, im Gegenteil, ihre Schilderung von Grauen, sexuellen Exzessen eines Ehepaares, Gewaltfantasien von Kindern und den Wahnvorstellungen von Zwangsneurotikern haben mich regelrecht abgestoßen. Dabei sind die Texte noch nicht einmal psychologisch tiefgängig oder lassen etwa so etwas wie eine sozialkritische Tönung erkennen. Und auch sprachlich hat dieses Schreibtalent, das von vielen Kritikern so hoch gelobt wird, noch einiges zu tun, um den Vergleich mit anderen zu wagen und eines solchen großen Preises würdig zu sein. Die Düsterheit und die den Erzählungen innewohnende Gewalt und die vielen sexuellen Exzesse beschreiben, wenn überhaupt nur eine Realität, die im Kopf des Autors vor sich geht. Er wird auch sein nächstes Buch so schreiben, denn dieser Stil und diese Themen kommen anscheinend bei der Kritik gut an. Bei mir nicht.

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  • Rezension zu "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" von Clemens J. Setz

    Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
    Solifera

    Solifera

    Die Kurzgeschichtensammlung „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ enthält 18 unterschiedliche lange Erzählungen, inklusive der Titelgebenden. Auch wenn sie offenbar nichts miteinander zu tun haben, kann man sie thematisch weitestgehend dem Gebiet Spielarten und- formen der Liebe zuordnen. Und allen gemein ist, dass die Geschichten keinesfalls alltäglich sind. Das „Mahlstädter Kind“ beispielsweise ist eine unfertige Lehmfigur, die ein Künstler als „work in progess“, also noch unfertig aufgestellt hat. Die Menschen malträtieren es mit Schlägen, Stöcken oder gar Schrauben. Doch eigentlich geht es in dieser Geschichte gar nicht um die Kunst, sonder eher beiläufig um die Beziehung von Lea und Kirill, um Freundschaft, unerwiderte Liebe und all das. In „Mütter“ wird von einer besonderen Art der Prostituierten erzählt, die von allein stehenden Männern als Mutter-Ersatz mit nach Hause genommen werden, zum Kochen, Putzen, einfach sich Kümmern. Auch eine geradezu mystisch verrückt klingende ist dabei. In „Visitenkarten“ werden selbige von einer Art „Geschwür“ befallen, das sich ausbreitet und scheinbar ansteckend ist. Der Autor hat ein buntes, breit thematisch gefächertes Potpourri an Erzählkunst geschaffen. Mit einen Stil, der wirklich gewöhnungsbedürftig ist, direkt und authentisch, und auch auf Kraft- und Schimpfausdrücke wird nicht verzichtet. Dennoch ist die Sprach gleichzeitig wahnsinnig poetisch und sehr berühren, aufwühlend und mitreißend zugleich. Auch wenn mir vielleicht nicht jede einzelne Story gefallen hat, habe ich mich trotzdem gut unterhalten gefühlt.

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  • Rezension zu "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" von Clemens J. Setz

    Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
    Träumerin

    Träumerin

    29. July 2011 um 21:01

    Ein Geschichtenband mit unterschiedlichen Charakteren, die (zumindest aus meiner Sicht) nichts miteinander zu tun hatten. Schwierig eine Inhaltsangabe zu tätigen, ich weiß nur eine Gemeinsamkeit, die sich durch die Geschichten schlängelt: menschliche Abgründe und komisches Verhalten. Ich gesteh auch: ich mag den Schreibstil, er beweist, dass er mit Worten umgehen kann. Doch reiht er sie bei einigen Geschichten so grausig und abartig zusammen, dass es einfach nicht mehr schön ist. Und ich muss mich, wie andere vor mir, fragen, was dieses Buch zum DEM Buch der Leipziger Buchmesse machte, vor Tschick, was ganz eindeutige eine andere Liga ist. Bin einfach enttäuscht, dass dieses Buch (aus meiner Sicht) wegen des abstrusen, abartigen, kontroversen Themas gewonnen hat.

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  • Leserunde zu "Kassettendeck: Soundtrack einer Generation" von Jan Drees

    Kassettendeck
    jandrees

    jandrees

    WIR VERLOSEN 25 EXEMPLARE DES BUCHS: "Kassettendeck - Soundtrack einer Generation": Fast drei Jahrzehnte prägte die Musikkassette die Herzensbildung unterschiedlichster Jugendkulturen: bunt, günstig, unbegrenzt bespielbar und als untrügliches Symbol für den persönlichen Geschmack. Jetzt feiert ein opulent gestalteter Text- und Interviewband ihre schönsten Momente. Wer glaubt, das Herauspicken einzelner Songs, die persönliche Zusammenstellung von Liedern zu besonderen Themen und Anlässen ist eine Erfindung des digitalen Zeitalters, hat den analogen Vorläufer vergessen, der nicht erst seit Lena ein Comeback erlebt: die Kassette. Egal ob C60, C90 oder C120, ob grün, rot, gelb oder klassisch schwarz, das kleine kompakte Tonband öffnete eine Tür zur Welt, in der man alles sein durfte: ein Fan, der in der Hitparade International auf das eine Lied wartete, das einem die Woche rettete, sein eigener DJ, der die besten Songs aus verschiedenen Alben unvergleichlich mixte, der gute Freund, der anologe Musikbriefe an seine heimliche Liebe verschenkte. Dieses Buch ist eine vielseitige Hommage an ein Echo aus der Vergangenheit, das derzeit ein unvermutetes Comeback erlebt. Die anologe Liebe schillert wieder, als Beatles-Archiv, Theater-Inspiration, Design-Objekt, als Mix-, Kunst- und Literaturthema. Kassettendeck schreibt mit Prosastrecken, Interviewsets und Pop-Essays eine neue Geschichte der MC. Mit: Benjamin von Stuckrad-Barre, Smudo, Eric Pfeil, Westbam, Andreas Bernard, Bret Easton Ellis, Grand Hotel van Cleef, Hans Nieswandt, Peter Glaser, Audiolith, Gregor Hildebrandt u. a. Interviewpartner u. a.: Benjamin von Stuckrad-Barre (Soloalbum), Westbam (Mix, Cuts & Scratches), Andreas Bernard (Vorn), Grand Hotel van Cleef (Tränengas im High-End-Leben), Hans Nieswandt (»DJ Dionysos«), Peter Glaser (Schönheit in Waffen), Audiolith (Mindestens in 1000 Jahren) und Gregor Hildebrandt (The sound is deep in the dark). Hier geht es zum Blog: http://kassettendeck.info/ **************************** Wer mitlesen, mitdiskutieren und eine Rezension schreiben möchte, kann sich bis zum Donnerstag, 5. Mai 2011 für eines von 25 kostenlosen "Kassettendeck"-Leseexemplar bewerben. Was müsst Ihr dafür tun? Schreibt unter diesen Beitrag drei Sätze, wie für Euch ein perfektes Mixtape aussieht. Die besten 25 Antworten werden mit einem kostenlosen "Kassettendeck"-Exemplar "honoriert".

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  • Rezension zu "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" von Clemens J. Setz

    Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
    einMalTee

    einMalTee

    22. April 2011 um 22:49

    Der junge Österreicher wurde für dieses Werk von der Presse hoch gelobt. Auch bei der Leipziger Buchmesse hat er einen Preis bekommen für das Buch mit dem nicht wesentlich vielversprechenden Namen „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“. In der ZEIT hat man in einem Atemzug sogar David Foster Wallace genannt. Meines Erachtens ein wenig zu viel des Guten. Foster Wallace ist ein Sprachgenie. Bei Setz sollte man nicht so weit gehen. Klar, sein Ausdruck ist sehr gut, der Situation angemessen, sehr klug, weise und pointiert. Der letzte Schliff und entscheidende Kniff fehlt allerdings noch. Sind seine Geschichten nun aber genial oder eher grausam, skurril und abstoßend? Genial nur an einigen Stellen, die anderen Adjektiven treffen öfter zu. Wirklich überzeugt haben mich die vielen Episoden nicht. Hier geht es um ein Lehrerehepaar, das privat seine extremen sexuellen Begierden auslebt und Folterspiele spielt. Ein anderes Mal geht es um eine seltsame Substanz auf einer Visitenkarte, die anscheinend ätzend wirkt und die Besitzerin vollkommen verstört., weil sie nicht wegzubekommen ist. Und die Titelgeschichte ist auch nicht bahnbrechend. Das Mahlstädter Kind ist eine Lehmfigur, die als Kunstobjekt von Stadt zu Stadt reist und dort ausgestellt wird. Nachts kommen verschiedenen anonyme Gestalten zusammen und schlagen auf den Lehmhaufen ein, treten und malträtieren das Gebilde. Die Begeisterung fehlte mir dabei. Das große Versprechen aus der Presse und Fachwelt hat sich für dieses Buch leider nicht erfüllt.

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