Clemens J. Setz Indigo

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Inhaltsangabe zu „Indigo“ von Clemens J. Setz

Im Norden der Steiermark liegt die Helianau, eine Internatsschule für Kinder, die an einer rätselhaften Störung leiden, dem Indigo-Syndrom. Jeden, der ihnen zu nahe kommt, befallen Übelkeit, Schwindel und heftige Kopfschmerzen. Der junge Mathematiklehrer Clemens Setz unterrichtet an dieser Schule und wird auf seltsame Vorgänge aufmerksam: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen in einem Auto mit unbekanntem Ziel davongefahren. Setz beginnt, Nachforschungen anzustellen, doch er kommt nicht weit; er wird aus dem Schuldienst entlassen. Fünfzehn Jahre später berichten die Zeitungen von einem aufsehenerregenden Strafprozess: Ein ehemaliger Mathematiklehrer wird vom Vorwurf freigesprochen, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben.

Und jetzt noch einmal von vorne. Vergessen Sie die Zusammenfassung einer Romanhandlung, die sich jeder Zusammenfassung entzieht, und lesen Sie das Buch »Indigo« von Clemens J. Setz. Sein viertes insgesamt. Sie werden feststellen: Das »radikale Gegenprogramm zur hübsch verkasteten Literaturwerkstättenliteratur« (»Die Welt«) geht weiter. Rasend spannend und so erholsam wie eine gute Massage. Hinterher spüren Sie jeden Muskel.

verwirrend das fiktion als wahr übermittelt wird, unspannender erzählstil

— CorneliaP

Unbeschreiblich!

— Milkjug

Spannend, frustrierend, anstrengend, unbequem, zerpflückt, zerschunden, geflickt, verbunden. Ich rate zum Selbstexperiment!

— Yllin

Experimenteller Roman mit interessanter Thematik. Spannend, gut geschrieben - aber das Ende war für mich leider unbefriedigend.

— letusreadsomebooks

Ich habe selten solch ein spannendes, nervenaufreibendes und vielschichtiges Buch gelesen.

— Julino

Hat mich leider nicht gepackt. Trotzdem tolle Idee!

— larat

Verwirrende Lektüre, die stark begann und mich am Ende eher ratlos zurück lässt.

— Marapaya

Unterhaltsam aber zuviel Geschwafel und die Handlung läuft letztlich ins Leere, verpufft. Geschwätzige Bluffliteratur.

— FranzHelle

Großes Kino, wie der Autor sich selbst in dieses Buch einbringt, früher Aberglauben verwoben mit Esoterik und mystischer Wissenschaft

— Bücherwurm

Die Gestaltung des Einbands spiegelt die Gefühle wider, die man beim Lesen hat. Weißes Rauschen. Ganz große Lektüre.

— GOOMPI

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hoonili

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    Indigo

    Yllin

    09. December 2016 um 00:52

    Indigo Autor: Clemens J. Setz Genre: Postmoderne Literatur, Metafiktion, Mystery Erschienen: 29.09.2016 Seiten: 479 Einband: Hardcover / Taschenbuch / eBook Verlag: Suhrkamp Verlag ISBN: 978-3-518-42324-0 Preis: 22,95€ [Hardcover] | 10,99€ [Taschenbuch] Rating: ♥♥♥♥ Inhalt "Im Norden der Steiermark liegt die Helianau, eine Internatsschule für Kinder, die an einer rätselhaften Störung leiden, dem Indigo-Syndrom. Jeden, der ihnen zu nahe kommt, befallen Übelkeit, Schwindel und heftige Kopfschmerzen. Der junge Mathematiklehrer Clemens Setz unterrichtet an dieser Schule und wird auf seltsame Vorgänge aufmerksam: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen in einem Auto mit unbekanntem Ziel davongefahren. Setz beginnt, Nachforschungen anzustellen, doch er kommt nicht weit; er wird aus dem Schuldienst entlassen. Fünfzehn Jahre später berichten die Zeitungen von einem aufsehenerregenden Strafprozess: Ein ehemaliger Mathematiklehrer wird vom Vorwurf freigesprochen, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben." - Quelle: Verlag Weihnachten und Literaturwissenschaft Hallo meine lieben Bücherfüchse, ich hoffe ihr genießt eine wunderbare Vorweihnachtszeit, trinkt viel Tee, lest viel und lasst euch von der Kälte nicht die Laune verderben. Ich melde mich heute mit einem Buchprojekt zurück, das ich im Rahmen meines Germanistik-Masterstudiums genauer untersucht habe. Da ich seit neustem in Wien wohne, lerne ich in letzter Zeit mehr und mehr die Vorzüge der Österreichischen Literatur kennen - und Clemens J. Setz ist ein Name, den man sich noch eine ganze Weile merken sollte. Gerade in Sachen Literatur fällt mir eine nach meinen klassischen Regeln geartete Bewertung eher schwer, weshalb ich in solchen Fällen gerne mit meinen Konventionen brechen würde. Ich werde die Rezension also nicht nach Cover, Charaktere, Schreibstil und Handlung aufteilen, sondern mich auf andere Aspekte konzentrieren, die mir wichtiger erscheinen. In der Literatur geht es nicht immer um den sinnigsten Inhalt, den melodischsten Stil oder die mitreißendsten Charaktere. Besonders in der modernen und postmodernen Literatur (im deutschsprachigen Raum) sind Experimente und Querdenkerei an der Tagesordnung. So muss ich mich also den Strömungen anpassen. Gerade solche Texte sind für eine wissenschaftliche Untersuchung besonders interessant - ob sie mir gefallen oder nicht kann ich in solchen Fällen dann nur selten genau sagen. Bitte bedenkt auch, dass es sich hier ganz allein um meine Meinung als Literaturwissenschaftlerin handelt und dass diese mit eurem Geschmack nicht übereinstimmen muss. Ich rate dennoch dazu, sich ab und zu einem Selbstexperiment zu unterziehen und der modernen Literatur eine Chance in der Welt des Populären einzuräumen, so experimentell sie auch sein mag. "Irgendwann gewöhnt man sich gegen alles" Clemens J. Setz Roman Indigo präsentiert sich als gnadenlos kafkaesk konstruiertes Versatzstück realer und fiktiver Quellen, die dem Leser auf der Suche nach der Wahrheit niemals volle Befriedigung gewährt.Unter diesen Umständen gestaltet sich eine textnahe Zusammenfassung des Inhalts ebenso unbefriedigend wie unzureichend, wenngleich auch schnell geschaffen: Thema des Buches sind die sogenannten „Indigo-Kinder“. Basierend auf der esoterischen Theorie von Nancy Anne Tappe, nach der jeder Mensch von einer farbigen Aura umgeben sei und eine Gruppe von auserwählten Kindern von einer ebensolchen in indigoblau, haben die Indigo-Kinder in Setz Roman eine seltsame und direkte Auswirkung auf ihre Umgebung. Jeder, der sich ihnen nähert, erfährt nach wenigen Minuten heftige Kopfschmerzen, Brechreiz, Hautausschläge und Durchfall – selbst ihre Eltern. Um dieser krankmachenden Wirkung auf den Grund zu gehen, sie zu studieren, sie sich zu Nutze zu machen und die Gesellschaft vor ihrem Einfluss zu schützen, werden diese Kinder in einer Sondererziehungsanstalt im fiktiven Helianau untergebracht und schließlich „reloziert“ – das heißt sie verschwinden. Ein paar spärlich gesäte Hinweise lassen vermuten, dass man ihre „Einflusszone“ dazu nutzt, um bei anderen Menschen – in Gefängnissen beispielsweise – gezielt folterartige Zustände herbeizuführen, oder für beinahe okkultistische Zwecke zur Selbstmarterung innerhalb sektenartiger Strukturen benutzt werden. Form und Aufbau Der Roman spaltet sich dabei lose in zwei Zeit- und Erzählebenen, die sich gegenseitig abwechseln. Mittelpunkt der ersten Ebene ist Clemens J. Setz, Alter Ego des gleichnamigen Autors, der Ermittlungen über die Indigo-Kinder, ihre Wirkung und ihr Schicksal im Helianau Institut anstellt. Diese Zeitebene ist nicht chronologisch angeordnet: Sie beginnt zu Anfang seiner Recherchebemühungen, wird dann durch eine Art Flashback in die Vergangenheit unterbrochen, in der Clemens Setz Lehrpraktikant für Mathematik im Helianau Institut zum ersten Mal mit den Indigo-Kindern in Berührung kommt, und wird schließlich wieder in die erste Zeitebene zurückgeführt. Die zweite Realitätsebene wird von einem personalen Erzähler geführt, der den Alltag des ehemaligen – ausgebrannten – „Indigo“ Robert Tätzel schildert. Zeitlich ist dieser Erzählstrang im Vergleich zur ersten Erzählebene weit in der Zukunft angesetzt; einer Zukunft, in der die Augmented Reality die Welt beherrscht, virtuelle Zeitungen unsichtbar und unauffindbar werden, und die Bevölkerung von sogenannten iBalls unter ständiger Beobachtung steht. Intertextualität und Fiktion Unterbrochen werden die beiden Erzählebenen durch eine Sammlung diverser faksimileartiger Dokumente wie Briefe, Klappentexte oder Sekundärtexte, die versuchen, die wahre Existenz des Indigo-Phänomens mit stichhaltigen Beweisen hinreichend zu belegen – um auf diese Weise einen unkritischen Leser vom Wahrheitsgehalt des Romans zu überzeugen, oder einen kritischen Leser zur eigenen Recherche anzutreiben. So ergeben sich die meisten Quellenangaben als schlichtweg inexistent – an einer Stelle ist beispielsweise von einer Kalendergeschichte Johann Peter Hebels die Rede, die realitätsgetreu in Frakturschrift verfasst und unter dem Titel „Die Jütterin von Bonndorf“ aufgeführt ist, sich jedoch als reine Erfindung herausstellt. Die Suche nach anderen, nicht im Roman aufgeführten Quellen zum Konzept „Indigo“ verschaffte der Frustration eines wissbegierigen Lesers zumindest Linderung: Die als Urquelle bezeichnete (und bereits 2012 verstorbene) Dame Nancy Anne Tanne besitzt gar eine eigene Website (www.nancyanntappe.com) und einen Blog zum Thema Indigo (www.allaboutindigos.com) und im deutschsprachigen Raum wird das Thema der Indigo-Kinder von einem Esoterik-Blog (www.bunkahle.com) erwähnt und mit Literaturhinweisen hinterlegt. Auch das populäre Online-Nachschlagewerk Wikipedia führt einen Artikel über das Phänomen; die in den Fußnoten angeführten Links zu weiterführenden Quellen führen inzwischen jedoch alle ins Nichts, zu nicht mehr existierenden Seiten, ganz so als handle es sich beim Indigo-Begriff um einen kurzen und inzwischen verrauchten Trend. FAZ-Redakteur Jan Wiele nennt es sehr passend: „man könnte sich kaputtgooglen“ (2012). Denn nicht nur die oben genannten Interventionen gefälschter Quellenangaben regen zur Überprüfung an, auch die innerhalb der Kapitel aufgeführten Exkurse über merkwürdige Phänomene wie einer Maus mit einem angewachsenen menschlichen Ohr auf dem Rücken, der einsamsten Telefonzelle der Welt, zwei russischen Hunden im Weltall oder der wahren Entstehungsgeschichte der Glühbirne (ein Exkurs, der einen zum Schluss des Romans wahnsinnig ungeduldig werden lässt), lassen einen modernen Leser nur allzu oft das Handy in die Hand und die Suchmaschine Google zu Rate ziehen. Dabei stößt man gleichwohl auf Wahrheiten und Unwahrheiten, wie auf geschickt in das erzählerische Gewebe eingefügte Halbwahrheiten: aus dem Zusammenhang gerissene Fotos und Namen, entfremdet und fehl am Platz und doch keine Fremdkörper, denn gäbe es das Internet nicht, würde der Fehler in der Matrix vielleicht nicht einmal jemandem auffallen. Es fühlt sich an, als würde der Text seinen Leser stetig an der Nase herumführen und ihm seine eigenen Grenzen unaufgefordert und kaltblütig aufzeigen: Wie abhängig wir vom heutigen Internetmedium sind. Wie lückenhaft unser Allgemeinwissen ist. Wie leicht es ist, Wahrheiten, Halbwahrheiten und Unwahrheiten in ein und demselben Text zu verweben, bis ein zweifelhaft unzweifelhaftes Konstrukt entsteht, dem ganz ungeniert auf den Leim gegangen werden kann. Wie viel Zeit Autor Clemens Setz auf die Ansammlung (unnützen) Wissens verwendet haben muss, um ein derart informationsdichtes Textgewebe zu schaffen. Meinung Gerade die vielen, unnötig erscheinenden Exkurse, die stets abschweifenden Gedanken der beiden Protagonisten Setz und Tätzel, machen es einem oft schwer, dem eigentlichen Plot – sollte es so etwas überhaupt geben – zu folgen und wichtige sowie interessante Fakten über das eigentliche Thema, nämlich die Indigo-Kinder und ihr Verschwinden, im Kopf zu behalten. Ebenso wie die Figur Clemens Setz möchte man mehr über diese mysteriöse Krankheit erfahren, die Kinder befällt und Familien zerstört, doch sobald die Dialoge an den Rand konkreter Informationen und Aussagen schwappen, brechen die Figuren entweder mitten im Satz ab, weil sie sich nicht weiterzusprechen trauen, oder das Gespräch wird durch einen inneren Monolog seitens des Protagonisten unterbrochen. Auf diese Weise kommt der Leser nur bruchstückhaft voran, setzt sich auf knapp 500 Seiten sein Bild von der Wahrheit puzzelteilweise zusammen und muss am Ende doch feststellen, dass das große Ganze, die Antwort auf die Frage nach dem „Was genau ist da nun eigentlich passiert?“, noch immer von schwarzen Löchern des Nicht-Wissens zerfressen bleibt. Frustriert denkt er sich dann: „l’art pour l’art“, denn bestimmt geht es überhaupt gar nicht um den Inhalt. Nicht wahr, Herr Kafka? Kurz: Spannend, frustrierend, anstrengend, unbequem, zerpflückt, zerschunden, geflickt, verbunden. Wer dieses Buch durchhält, hat viel und nichts gewonnen. Ich rate hier zum Selbstexperiment! - Eure Bücherfüchsin

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  • Experimentell und nicht immer einfach

    Indigo

    letusreadsomebooks

    18. February 2016 um 16:36

    In der Steiermark liegt die Helianau, eine Internatsschule für Kinder, die an einer Störung leiden, dem Indigo-Syndrom. Alle Personen, die ihnen zu nahe kommen, werden von Schwindel, Übelkeit und heftigen Kopfschmerzen befallen. Der Lehrer Clemens Setz soll hier Mathematik unterrichten und beobachtet seltsame Vorgänge: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen in einem Auto mit unbekannten Ziel davongefahren. Setz beginnt mit Nachforschungen, doch schon bald wird er aus dem Dienst entlassen. Jahre später berichten die Zeitungen über einen Prozess, der großes Aufsehen erregt: Ein ehemaliger Mathematiklehrer wird von dem Vorwurf freigesprochen, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben. Der Roman Indigo von Clemens Setz ist nicht leicht zu lesen. Erzählt wird von zwei verschiedenen Protagonisten auf unterschiedlichen Zeitebenen. Verwirrt hat mich vor allem am Anfang, dass eine Hauptperson genau wie der Autor selbst heißt und dieser laut Klappentext bis heute an den Nachwirkungen des Indigo-Syndroms leidet. Zum einen wird also die Geschichte von Setz erzählt, seine Erfahrungen am Helianau Institut und seine späteren Nachforschungen. Die andere Geschichte ist von Robert Tätzel, einem ehemaligen Internatsschüler, der 15 Jahre nach der Entlassung von Setz in der Zeitung den Bericht zum Prozess gegen einen Mathematiklehrer liest. Dass sowohl Setz als auch Tätzel mit starken psychischen Problemen zu kämpfen haben, wird sehr schnell deutlich. Der Leser begleitet Setz bei der Recherche nach den Hintergründen des Indigo-Syndroms sowie Tätzel auf der Suche nach seinem ehemaligen Lehrer. Erzählt wird das Ganze sehr fragmentarisch. Häufig wird der Eindruck erweckt, als würde der Leser durch die tagebuchartigen Ausschnitte aus der Mappe von Setz an dessen Nachforschungen teilhaben. In der Mappe finden sich Notizen zu Gesprächen mit verschiedenen Personen, die Setz dabei helfen, das Indigo-Syndrom zu verstehen und ihn auf die Spur der verschwundenen Kinder bringen sollen, die „reloziert“ werden. In der Mappe sind zudem fiktive medizinische Protokolle, philosophische Abhandlungen und Photographien, die immer wieder den Eindruck erwecken, dass das Indigo-Syndrom in der hier geschilderten Form tatsächlich existiert. Die andere Figur, Robert Tätzel, lasst den Leser unmittelbar an seinen Gedanken teilhaben, die häufig verstörend sind. Meistens geht es um unheimliche oder grenzüberschreitende Dinge, die in den meisten Fällen von Gewalt geprägt sind. Der Roman ist zudem voller Anspielungen auf Literatur, Musik, Filmen, Serien und Comics. Indigo von Clemens Setz war für mich nicht immer leicht zu lesen. Die vielen Anspielungen, die dargestellten Phantasien der Protagonisten waren nicht gerade einfach. Der Roman ist mit Sicherheit keine Lektüre für Jedermann, vieles wird nur angedeutet und der Vorstellungskraft des Lesers überlassen. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss und das den Leser durch seine experimentelle Art sehr fordert.

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  • Clemens J. Setz: Indigo

    Indigo

    Julino

    Oft beginne ich Bücher, ohne mich vorher über Autor oder Handlung des Werkes zu informieren. Ich will das meistens nicht, weil ich denke, dass es mich zu sehr bei der Lektüre beeinflusst. Ich will das Buch ganz unvoreingenommen auf mich wirken lassen. So war es auch bei Clemens J. Setz’ Roman. Nur führte mich diese Vorgehensweise bei Indigo (Suhrkamp) auf eine etwas falsche Fährte, die allerdings das Lesen unglaublich spannend gemacht hat. Bis ich anfing, zu googeln. Indigo beginnt rein formal wie die meisten Bücher mit einem kurzen Abriss der Handlung und einer kleinen Biografie des Autors. Hier wurde ich zum ersten Mal aufmerksam. Indigo handelt von einem ehemaligen Mathematiklehrer, der an der Helianau unterrichtet hat, einem Internat für Kinder mit einer speziellen Aura. Diese Kinder haben das so genannte Indigo-Syndrom, welches bewirkt, dass Menschen, die ihnen zu nah kommen, Krankheitssymptome wie Übelkeit, Schwindel und Durchfall bis hin zur Bewusstlosigkeit durchleben. Diese Krankheit belastet die Kinder, aber auch alle Personen in ihrer näheren Umgebung. Die Mutter eines Indigo-Kindes beschreibt das Verhältnis zu ihrem Sohn wie folgt: "Sie sehe es mehr als Riesenrad. In einem Riesenrad gebe es verschiedene Kabinen und der Abstand zwischen den Kabinen bleibe immer derselbe, sie könne sich einander nicht annähern, das lasse die Konstruktion einfach nicht zu. Und so fahre man eben im Kreis, die ganze Zeit, mehr oder weniger getrennt voneinander, jeder für sich." Der Mathematiklehrer beobachtet in seiner kurzen Zeit an der Helianau seltsame Dinge. Einige Kinder werden in Verkleidungen gesteckt und mit Autos weggeschafft. Als der Lehrer versucht, Nachforschungen anzustellen, wird er der Schule verwiesen. Dennoch lässt er sich nicht von seiner Detektivarbeit abbringen und wir als Lesende begleiten ihn dabei. Gleichzeitig erhalten wir Einblick in das Leben eines Schüler, Robert Tätzel. Die Geschichten beider sind miteinander verwoben und im Laufe der Handlung tauchen immer mehr Fragen auf: Was hat es mit dem Indigo-Syndrom auf sich? Was passiert mit den Kindern, die in den Autos weggeschafft werden? Warum verhält sich der Schulleiter so seltsam? Und wie ist es möglich, Kinder mit solch einem Syndrom überhaupt zu sozialisieren? Die Kurzbiografie des Autors zu Beginn des Buches erzählt nun, dass Clemens Setz genau dieser Mathematiklehrer sei. Er lebe derzeit allerdings zurückgezogen in Österreich und leide an den Spätfolgen der Indigobelastung. Oho, dachte ich. Eine autobiografische Erzählung, künstlerisch verpackt als belletristischer Roman. Das fand ich sofort spannend. Das erste Viertel des Buches habe ich verschlungen. Dann allerdings wurde ich neugierig und wollte mich nicht nur auf den Romantext verlassen. Also fing ich an, zu googlen. Zunächst suchte ich nach dem Indigo-Syndrom. Aber, Überraschung, diese Krankheit gibt es so nicht. Dann las ich mir den Wikipedia-Eintrag zu Clemens Setz durch. Ein ganz normales Autorenleben, keine Zurückgezogenheit. Mathematik hatte er zwar studiert, jedoch nie in diesem Fach unterrichtet. Tja, da hat mich die Einleitung des Buches wohl in die Irre geführt – sehr gutes Marketing, lieber Suhrkamp Verlag. Das war natürlich ein klitzekleiner Schock, aber im Vorfeld auch etwas naiv von mir. Die Gespanntheit auf den weiteren Handlungsverlauf nahm ein bisschen ab, blieb aber weiter auf einem hohen Level bis zum Schluss. In Indigo werden hauptsächlich zwei Erzählperspektiven beleuchtet, die des Ich-Erzählers Clemens Setz und jene seines ehemaligen Schülers Robert Tätzel. Beide Perspektiven werden auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, die sich am Ende des Romans schließlich treffen. Setz’ Nachforschungen zum Indigo-Syndrom und zu den Vorfällen im Internat werden durch eingestreute Beweismaterialien und Dokumente, die er in Mappen sammelt, veranschaulicht. Dieser dokumentarische Stil lockert nicht nur die Lektüre auf, sondern regt auch zum Recherchieren an. Setz’ Selbstinszenierung als Protagonist ist dabei besonders interessant. Zu Beginn war mir diese Figur sehr sympathisch, mit fortschreitender Handlung jedoch immer weniger. Auch mit Robert kann ich mich nicht identifizieren, wird er doch durchweg als sehr unempathischer Mensch dargestellt. Natürlich hat dies mit dem Indigo-Syndrom zu tun, welches ihn seit seiner Kindheit belastet. "Robert war nicht gut in Weinen. Es lag ihm nicht. Er kannte viele Leute, die richtig gut darin waren, die einem wirklich was vorweinen konnten, eine ganze Geschichte, eine Etüde von Chopin, einen Gesellschaftsvertrag, einen Karrieresprung. Aber er konnte das nicht. Hatte es nie gelernt." Nichtsdestotrotz habe ich Indigo mit viel Vergnügen sehr schnell ausgelesen, weil der Plot so unglaublich spannungsgeladen ist. Immer wieder werden neue Spannungsbögen aufgebaut und Leerstellen entstehen, die ich als Leserin so gern schließen wollte und deshalb immer weiterlas. Indigo spielt mit der Wahrnehmung der Lesenden. So klappte ich das Buch am Ende zu und fragte mich, ob ich etwas übersehen hatte. Am liebsten hätte ich den Roman gleich noch einmal gelesen, um alle Indizien aus einem anderen Blickwinkel noch einmal zu untersuchen. Dieses Buch kann die Lesenden in den Wahnsinn treiben, aber durchaus auf eine positive Art und Weise. Wer sich von postmoderner Literatur bisher gelangweilt fühlt, sollte Indigo lesen.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. 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    • 8480
  • Fremde Orte

    Indigo

    walli007

    01. April 2013 um 13:57

    In einem fremden Österreich werden zu einer Zeit immer mehr Kinder geboren, die an einer seltsamen Krankheit leiden. Sie machen die Menschen in ihrer Umgebung krank. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit bei den Eltern und anderen, die mit den Kindern in Kontakt kommen, und so schnell kommt niemand darauf, dass es an den Kindern liegen könnte, weil es so abwegig ist. Jahre später macht der angehende Mathematiklehrer Clemens Setz ein Praktikum an einer Schule für diese jungen Menschen. Nicht lange hält er es dort aus, doch das Thema der Indigo-Kinder lässt ihn nicht mehr los. Gut lesen lässt er sich, dieser Roman, keine Frage, sehr gut sogar. Die Behandlung derer, die anders sind, die Ausgrenzung, die man als Hilfe deklariert. Der Umgang mit ihnen und mit denen, die mit ihnen in Berührung kommen. Das Geheimnis, die unbekannte Ursache der Krankheit. Das sich die Krankheit hin und wieder auswächst, wenn die Kinder älter werden. Das eigenartige Verschwinden einiger der Kinder. Alles tolle Ideen. Doch nach Beendigung der Lektüre, habe ich mich gefragt, was ich nun nicht verstanden habe. Was ist denn nun Sinn und Zweck des Ganzen. Vielleicht bietet der Roman ja auch keine Lösung und der Leser soll sich seine eigenen Gedanken machen, ob nicht doch die CIA hinter allem steckt. Für dieses Buch lese ich wahrscheinlich zu gerne richtige Krimis. Doch für Leute, die etwas surrealistische Geschichten ohne echte Auflösung mögen, könnte dieses Buch sehr zu empfehlen sein.

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  • Rezension zu "Indigo" von Clemens J. Setz

    Indigo

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2013 um 17:49

    Nach Buchpreisverleihungen sehe ich mir gerne auch die Shortlists an mit den Autoren und Texten, die es eben mal so nicht geschafft haben. In diesem Jahr sprang mir dabei der Roman Indigo von Clemens J. Setz ins Auge. Zum einen faszinierte mich seine ungewöhnlich aufwändige Aufmachung und zum anderen rief der Romantitel Erinnerungen an Zeiten der Neunzigerjahren in mir wach, in denen ich mich begeistert über den abgehobenen Esoterik-Hype um die Kinder mit der blauen Aura, die sogenannten Indigo-Kinder, amüsierte. Diese Idee, verhaltensauffällige Kinder als den "neuen Menschenschlag" zu feiern, womöglich sogar als Außerirdische, ließ mich vor Freude über den menschlichen Erfindungsreichtum johlen. (Sagte ich schon, dass ich eine Schwäche für wissenschaftlich unhaltbare, aber mit missionarischem Eifer vorgetragene Theorien habe? Über die wahnwitzigen Statements der Kreationisten etwa gerate ich immer wieder in Verzückung. Es bedarf sicher ungeheuer viel Enthusiasmus' und Erfindungsreichtums, um solchen Irrsinn mit Überzeugung zu vertreten. Aber ich schweife ab.) ~ Clemens Setz baut auf dieser Idee der Indigo-Kinder auf. Bei ihm sind die "Dingos" allerdings keine Übermenschen sondern verschrobene Sonderlinge, die ihre Mitmenschen körperlich krank machen, sobald sich diese innerhalb der "Zone" der Dingos aufhalten. Wer Indigo-Kindern zu nahe kommt, leidet an migräneartigen Kopfschmerzen und Übelkeit, Geschwüren, Erbrechen und Durchfallerkrankungen. All diese Symptome klingen jedoch schnell ab, sobald man sich aus der Dingozone entfernt. (Damit ist schon mal eines klar: Bei den Anhängern der Indigo-Esoterik rückt der Autor mit seinem Text aus dem Stand von null auf Platz eins der Fatwa-Liste vor.) ~ Setz schreibt seine Geschichte aus verschiedenen Erzählwarten, einmal aus der Sicht des "ausgebrannten" Dingos Robert Tätzel und zum anderen aus seiner eigenen Warte. Hier durchbricht der Autor die übliche Perspektive, indem er die Rolle des Schriftstellers auflöst und plötzlich als Romanfigur Clemens Setz in der Rolle eines Hauptdarstellers, dem Mathematiklehrer an einer Indigo-Schule auftritt. Der Roman wirkt aus mehreren Gründen äußerst verstörend. Zum einen erhält die offenbar fiktive Geschichte durch den Auftritt Setz' den Anstrich einer Tatsachenbeschreibung, einer Art Tagebuchdokumentation eines überforderten, zum Scheitern verurteilten Zeitzeugen. Der Clemens Setz im Roman versucht ohne Erfolg, die Hintergründe zum Umgang mit Indigo-Kindern zu verstehen, und verfällt schließlich dem Wahnsinn. Das gleiche Schicksal droht übrigens auch der Leserschaft, wenn sie zu ungeduldig versucht, dem Geheimnis dieser Kinder auf die Spur zu kommen. Woher kommen sie? Warum behandelt alle Welt Dingos wie toxischen Sondermüll? Und was passiert mit Ihnen, wenn sie erwachsen werden? Alle Fragen, die der Mathematiklehrer Setz sozusagen im Namen der Leser stellt, werden ausweichend beantwortet: "Sie wissen doch, wie das ist ...", lauten die Antworten üblicherweise. Oder: "Haben Sie das denn noch nicht verstanden?" Noch nie zuvor habe ich in einem Roman so viele unvermittelt abgebrochene Dialogsätze vorgefunden. Beim Lesen verzweifelt man schier an der Geheimniskrämerei der Eltern, Erzieher und Nachbarn der Dingos. Die Dialoge sind geprägt von einer unausgesprochenen Komplizenschaft, von unverständlichem und völlig unbegründetem Vertrauen unter den Betroffenen und von Ausweichmanövern in allen entscheidenden Situationen. Vollständig bizarr wird der Plot, als Setz zuletzt auf der Suche nach dem Verbleib der Indigo-Kinder, die irgendwann "reloziert" wurden - was auch immer mit diesem Begriff gemeint sein soll -, in Brüssel einen gewissen Ferenc aufsucht, der hinter dem Verschwinden von Dingos zu stecken scheint. In seinen Aufzeichnungen schreibt der Autor-Protagonist davon, wie ihn dieser Ferenc in absurde Szenerien Hieronymus Bosch'scher Dimensionen stürzt. Es tun sich Abgründe auf, die jedoch ebensowenig aufgeklärt werden, wie die Geschehnisse zuvor. Der Leser begleitet Setz durch einen immer unerträglicheren Albtraum. Die Lektüre des Buches ist an diesem Punkt kaum mehr durchzuhalten. Als Kontrapunkt zum Horrortrip des Clemens Setz tritt immer wieder der ehemalige Indigo Robert Tätzel auf. Tätzels Schreckenswirkung auf seine Umgebung ist offenbar verflogen, er ist "ausgebrannt", wie es heißt. Er führt ein scheinbar normenkonformes Leben mit Freundin und Bekannten, doch der Schein der Oberfläche trügt. Der junge Mann, ein ehemaliger Schüler von Clemens Setz, ist hochgradig paranoid, kann seine Emotionen nur durch Psychopharmaka und aggressive Ersatzhandlungen in den Griff bekommen. Er lebt offenbar in einer Parallelwelt; immer wieder ist von beobachtenden Augen, den sogenannten "iBalls" die Rede, die Robert allerorten zu sichten glaubt und die bei mir sofort Assoziationen zu George Orwell wach riefen. ~ Weder die Auszüge aus Roberts Leben noch Rückblenden in die gemeinsame Vergangenheit Tätzels und Setz' am Helianau-Institut, einer Art Sonderschule für Indigo-Kinder, vermögen Erleuchtung in die beklemmende Erzählung zu bringen. Und auch die immer wieder vom Autor eingestreuten (angeblichen?) Literaturzitate, die die Existenz von Indigo-Kindern in früheren Zeiten belegen sollen oder könnten, schaffen bestenfalls den Eindruck von Authetizität jedoch keinesfalls Erklärungen. Der Roman hinterlässt mehr Fragen als Antworten. Bei mir provozierte er ungeordnete, diffuse, aber durchwegs ungute Gedanken an die Diskussionen um ADHS, an die Odenwaldschule und womöglich gar an bestimmte Vorurteile gegenüber dem Waldorfschulsystem. Indigo hat mich ziemlich hilflos in die Wirklichkeit zurückentlassen, allerdings mit dem untrüglichen Wunsch, mich noch einmal mit der Lektüre zu befassen. Und ich bin sicher, dass ein zweiter Durchgang ganz andere Empfindungen in mir wachrufen wird. Damit lange ich bei der Wertung des Romans an. Der Roman von Clemens Setz bringt mich an die Grenzen des Bewertungssystems. Habe ich Indigo mit Vergnügen gelesen? Keinesfalls. - Habe ich aus der Lektüre etwas Positives mitgenommen? Nein. - Hat mich der Roman denn wenigstens beeindruckt? Immens! Deshalb bleibt mir nach meinen eigenen Maßstäben nichts anderes übrig, als für Indigo vier von fünf möglichen Sternen zu vergeben. Betrachtet das als Empfehlung. Lest das Buch! Unbedingt. Und bildet Euch Euer eigenes Urteil, das ziemlich sicher von meinem meilenweit entfernt liegen wird.

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  • Rezension zu "Indigo" von Clemens J. Setz

    Indigo

    Lutra

    04. October 2012 um 08:45

    2005. Clemens Setz arbeitet als Mathematiktutor in einer Privatschule, in der nur ganz besondere Kinder unterrichtet werden. Sie sitzen im Hörsaal weit auseinander und spielen auf dem Schulhof ein Spiel, bei dem sie testen, wie nahe sie sich kommen können. Der Grund ist, dass die so genannten Indigo-Kinder bei anderen Menschen Krankheitssymptome auslösen, wenn sei ihnen zu nahe kommen. Setz beobachtet immer wieder, dass einzelne Kinder verschwinden, aber wohin? Und warum tragen sie dabei Verkleidungen? 2021. Robert Tätzel ist ein ehemaliges, ein 'ausgebranntes' Indigo-Kind und vesucht, etwas über seinen ehemaligen Lehrer herauszufinden, der von einem grausamen Verbrachen freigesprochen wurde. Er hat immer noch mit vielen Dämonen zu kämpfen und kann sich nicht von seiner Zeit im Institut lösen. 'Indigo' von Clemens Setz hat es auf die Shortlist des deutschen Buchpreises 2012 geschafft. Der Roman enthält pseudo-dokumentarische Elemente, einige Fotos und Quellen, die das Indigo-Syndrom zu beschreiben scheinen. Auch heißt die Hauptfigur wie der Autor - all das macht das Buch zu mehr als nur einer Geschichte. Natürlich ist das konstruiert, aber eben viel interessanter. Für dieses Buch muss man Zeit und Konzentration aufwenden, bei der müden Lektüre in der Bahn würden einem wohl kaum die kleinen Merkwürdigkeiten auffallen, die der Autor immer wieder einbaut - zum Beispiel wird sein Name von den anderen Figuren ständig zu 'Seitz' verfälscht. Außerdem ist der Text ein wenig anstrengend, man bildet sich ein, selber die Kopfschmerzen derjenigen zu bekommen, die sich um die 'I-Kinder' herum aufhalten. Insgesamt ein leicht verstörender, und wohl gewollt unbefriedigender Roman, der aber so ungewöhnlich ist, erfindungsreich und rätselhaft, manchmal mit etwas zu vielen Sackgassen, aber letztlich ein tolles Stück deutscher Gegenwartsliteratur, über das bestimmt noch viel gesprochen wird. Die Sprache ist distanziert und manchmal ironisch, der Glühbirnenkopf und andere Kuriositäten bringen den Leser zum Schmunzeln. Was moderne Literatur angeht, hätte ich gerne dieses Buch im Deutschunterricht gelesen!

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  • Rezension zu "Indigo" von Clemens J. Setz

    Indigo

    Heike110566

    03. October 2012 um 10:05

    Die Botschaft des Buches (sic!) lässt sich mit: "Glauben Sie nicht ungeprüft den ganzen Mist, den man Ihnen tagtäglich erzählt!", zusammenfassen. Ich habe hinter "des Buches" 'sic!' geschrieben, denn man kann, wenn man dieses Buch betrachtet, sich nicht nur auf den Roman darin konzentrieren, sondern muss auch die anderen Elemente des Buches, zB den sogenannten Klappentext über den Autor, mit einbeziehen. Zum Autor heißt es in dem Buch: "... arbeitete er als Mathematik-Tutor u. a. im Proximity Awareness & Learning Center Helianau [...] Seit 2008 treten bei ihm die Spätfolgen der Indigo-Belastung auf. ..." - Der Roman von Clemens J. Setz, um den es hier geht, heißt "Indigo" und spielt zu weiten Teilen an einem Institut, das sich in Helianau befindet, und wo ein gewisser Clemens Setz als Mathematik-Tutor Jugendliche unterrichtet, die als Indigo-Kinder bezeichnet werden. --- Nun weiß eigentlich so ziemlich jeder, dass ein Roman grundsätzlich eine fiktive Geschichte an sich ist. Aber viele Romane enthalten auch autobigraphische Elemente, die der Autor darin verarbeitet. Liest man die Information über den Autor, so könnte man sehr schnell dazu neigen, dass man davon ausgeht, dass Clemens J. Setz seine Erfahrungen im Umgang mit den Indigo-Kindern am Institut in Helianau, wo er ja laut Lebenslaufangaben tätig war, in eine Romanform gegossen hat. > Aber ist dem so? Was hat es mit den "Indigo-Kindern" auf sich?. Der Begriff wird im esoterischen Bereich für Kinder benutzt, die eine blaue Aura besitzen und dazu besonders hochintelligent, hochsensibel und so weiter sein sollen. - Hmm, also ran an den Roman und geschaut, was die Indigo-Kinder dort sind. - Ahja ... im Roman zeichnen sich diese Kinder vor allem durch eines aus: sie lösen extrem allergische Reaktionen bei den Menschen aus, die ihnen zu nahe kommen. Menschen, die sich innerhalb der Zone der Kinder aufhalten, bekommen starke Kopfschmerzen, Erbrechen, die Welt beginnt sich im Kreis um sie zu drehen usw. - Hmm!? Im Roman sind vom Autor reichlich multimediale Querverweise und sogar Quellenbelege eingebaut, die Hinweise auf die Indigo-Kinder und die Geschichte des Indigo-Syndroms liefern. Setz hat sogar Faksimile aus anderen Veröffentlichungen eingebaut und sie mit exakten, oftmals wissenschaftlichen Facharbeiten genügenden Quellenangaben versehen. - Als Ottonormalmensch sagt man sich: "Wow, der Mann hat wirklich recherchiert, was der alles und wo er das alles gefunden hat, einfach beeindruckend!" - Aber, es ist nur am Ende eine Täuschung, eine perfekte Manipulation, der man immer wieder als Leser Gefahr läuft, als Leser aufzusitzen. Und doch steckt viel Wahrheit in dem Buch! Oftmals stellt man schon bei ersten eigenen Recherchen fest: 'Einfach nichts zu finden.', aber es gibt selbst Fälschungen, die bis in die zweite oder dritte Ebene perfekt sind. So findet man zwischen den Seiten 79 und 82 ein Faksimile mit der Quellenangabe: "(aus: JOHANN PETER HEBEL. Die Kalendergeschichten. Sämtliche Erzählungen aus dem Rheinländischen Hausfreund, S. 334)" >>> Johann Peter Hebel ist ein deutscher Dichter, der von 1760 bis 1826 lebte. Tatsache! - In besagten Rheinischen Hausfreund veröffentlichte er 1803 bis 1811 Kalendergeschichten. Tatsache! Also alles in Ordnung! oder doch nicht? - Es ist zum Verrücktwerden! - Das in "Indigo" enthaltene Faksimile ist eine kleine Erzählung namens "Die Jüttnerin von Bonndorf". Und nun versuchen Sie einmal diese phantastische Erzählung des deutschen Dichters zu finden! Oder recherchieren Sie doch einmal, was eine Jüttnerin ist! - Na!? Der Roman fordert den Leser. Er eignet sich absolut nicht für eine unterhaltsame By-the-way-Lektüre. Aber wenn man einmal in dieses Werk eingetaucht ist, dann wird man mitgerissen und ist einfach fasziniert. - Die Handlung selbst spielt auf drei Zeitebenen und hat zwei Hauptprotagonisten. Zum einen haben wir den Mathematik-Tutor, der am Indigo-Kinder-Institut unterrichtet und dort auch einen Schüler Robert Tätzel hat. Zeitlich einzuordnen ist diese Ebene 2005/06. Zum anderen haben wir die Zeitebene 2021, wo dem Leser ein ehemaliger Mathelehrer, der vom Vorwurf, einen Tierquäler die Haut bei lebendigen Leib abgezogen zu haben, freigesprochen wird, und ein vom Indigo-Syndrom ausgebrannten Maler Robert Tätzel begegnen, der auch schon mal in ein aus Streichhölzern gebasteltes Häuschen beißt. Tja, und dann gibt es noch die Ebene dazwischen, nachdem Setz im Institut zusammenbrach und vom Institut entfernt wurde und dem Tod des Indigo-Jungen Christoph Stennitzer. - Kurz zusammenfassen lässt sich das alles nicht. Deshalb versuche ich es auch gar nicht. >>> Schon die eigentliche Botschaft des Buches (siehe ganz oben) macht dies ja auch schon überflüssig, denn Sie müssen das Buch eh lesen, um herauszufinden, ob sie meinen hier gemachten Äußerungen auch nur ansatzweise trauen können ;) Zum Schluss noch ein Wort zum Konw-How des Autors. Dass das Buch vom Inhalt ein absolut lesenswertes Werk ist, dürfte inzwischen rübergekommen sein. Aber auch vom Aufbau und der Sprache ist es ein ausgefeiltes Werk. Und denken Sie immer daran: Glauben Sie nicht ungeprüft den ganzen Mist, den man Ihnen tagtäglich erzählt! - Egal ob es bei Facebook oder anderswo im Internet ist oder in den Fernsehnachrichten oder was ihnen so manche gut unterrichtete Kreise oder Experten aufzutischen versuchen!

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