Clemens Laar Amour Royal

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Inhaltsangabe zu „Amour Royal“ von Clemens Laar

Der Autor von "Meines Vaters Pferde" "verwurstete" hier nett lesbar aber historisch nicht unumstritten die Geschichte der zweiten Ehefrau des Königs von Preußen Friedrich Wilhelm III., Witwer der legendären Königin Luise. Es gibt noch einen zweiten Teil mit dem Titel "Ritt ins Abendrot".

— RobinBook
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    Amour Royal
    RobinBook

    RobinBook

    02. September 2015 um 15:48

    Der Autor von "Meines Vaters Pferde" "verwurstete" hier nett lesbar aber historisch nicht unumstritten die Geschichte der zweiten Ehefrau des Königs von Preußen Friedrich Wilhelm III., Witwer der legendären Königin Luise. Es gibt noch einen zweiten Teil mit dem Titel "Ritt ins Abendrot", der mir auch ganz gut gefallen hat. Bedauerlicherweise  bekomme ich es  jedoch irgendwie nicht hin, eine Rezension zu einem Buch zu verfassen, für das es hier noch keine gibt:-(

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  • Historisch ganz weit weg, aber dennoch schön zu lesen

    Amour Royal
    sycorax

    sycorax

    27. August 2013 um 13:19

    Clemens Laar war früher als Autor vor allem sehr gefühlvoller Pferdebücher - sein berühmtestes war wohl "Meines Vaters Pferde" - sehr bekannt und erfolgreich. Und für Reiter(innen) lohnt er sich auch heute noch zu lesen. Laar war Reiter, verstand etwas davon und hat einige sehr kluge und die Zeiten überdauernde Dinge über Reiten und Pferde zu sagen gewusst. Mit "Amour Royal" hat er einen historischen Roman abgeliefert, in dessen Mittelpunkt eine Frau steht, die heute nur noch als "Randnotiz" in der Geschichte auftaucht: Auguste Fürstin von Liegnitz, geborene Gräfin von Harrach. Diese Auguste hatte die wohl nicht so sehr glückliche Aufgabe, als noch recht junges Mädchen "Nachfolgerin" der geradezu legendären Königin Luise von Preußen als zweite, morganatische Ehefrau des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. zu werden. Und die Liebesgeschichte, die dieser Ehe (angeblich) vorausgegangen ist, beschreibt Laar in "Amour Royal". Diese Liebesgeschichte ist wirklich schön und rührend. Laar war ein guter Psychologe, der - wie schon der große Shakespeare vor ihm - erfasst hatte, dass eine große Liebe meist der "Übung" bedarf und daher oft einen Vorlauf mit einem anderen Objekt hat. So geschieht es in dieser Geschichte auf "Gis" (so kürzt er Auguste von Harrach ab), die aus dem ländlichen Comtessen-Dasein ausbricht, um dem von ihr vermeintlich geliebten Alban nach München zu folgen, wobei sie nicht nur eine große Enttäuschung erleidet, sondern auch einen Skandal produziert, der die ganze Familie und speziell sie in ein schräges Licht setzt. Gesellschaftlich gemieden, fährt sie mit zwei Tanten ins damals sehr mondäne Kurbad Teplitz, wo sie den verwitweten, sehr einsamen König von Preußen kennen und lieben lernt. Und nach einigen Irrungen und Wirrungen "kriegen sie sich" und werden glücklich miteinander, bis dass der Tod sie geschieden hat.  So bei Laar und es ist schön zu lesen und man verdrückt vielleicht auch mal das eine oder andere Tränchen und freut sich mit "Gis", wenn sie ihren Fritz dann endlich kriegt und ach und ja. Der Haken an "Amour Royal" ist nur, dass Laar entweder keine Ahnung von der "wahren" Geschichte dieser Ehe hatte oder dass es ihn kein Stück interessiert hat, wie es wirklich gewesen ist. Auguste von Harrach (die hinterlassenen Dokumente weisen nirgends aus, dass jemand sie einmal "Gis" genannt haben könnte. Sie selbst unterschrieb Familienbriefe mit "Guste" und wenn sie einen Kosenamen innerhalb der Familie hatte, war es wohl das liebevolle "Stiefmütterchen", das ihr der Stiefsohn Friedrich Wilhelm IV verpasst hat) war ein gänzlich unbeschriebenes Blatt, als der König sie in Teplitz kennen lernte und sie als Gefährtin erwählte. Sie war zwar arm wie eine Kirchenmaus, aber bestimmt nicht "skandalös". Und ob sie ihren König geliebt hat? Man wird es wohl nie mehr erfahren. Tatsache ist jedenfalls, dass er ihr im Werbebrief schrieb, dass es ihm hauptsächlich darum gehe, nach Eheschließung und Wegzug der jüngsten Tochter jemand an seiner Seite zu haben, bei dem er sich entspannen und ein Zuhause finden könne. Er suchte eine "Pflegerin", die er "väterlich" zu lieben versprach. Und den Dokumenten nach ist noch nicht einmal ganz sicher, ob diese Ehe je "vollzogen" wurde. Doch damit, dass die erzählte Geschichte nicht der Historie entspricht, muss man bei historischen Romanen leben und es ist nicht unbedingt ein Grund, sie abzuwerten. Was mich - ansonsten durchaus ein "Fan" von Laar - aber bei Amour Royal geärgert hat: Er scheint die Liebe zwischen Gis und dem König nur dadurch zur "Besonderheit" erhöhen zu können, dass er die Ehe zwischen Friedrich Wilhelm III und Luise total abwertet, in dem er Luise als oberflächliche, publicitygeile Schnepfe darstellt, die ihren König wie einen Hampelmann vorgeführt hat. Das wiederum geben aber die Briefe der Königin und die Zeugnisse ihrer Zeitzeugen nicht her und darum hat's mich ein wenig geärgert. Bei aller Sympathie für Auguste von Harrach-Liegnitz: Um eine zweite Frau als "wichtig und richtig" anzuerkennen, muss man die erste nicht abwerten.

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