Clemens Meyer Als wir träumten

(106)

Lovelybooks Bewertung

  • 150 Bibliotheken
  • 5 Follower
  • 7 Leser
  • 22 Rezensionen
(46)
(37)
(15)
(7)
(1)

Inhaltsangabe zu „Als wir träumten“ von Clemens Meyer

'Ein bewegendes Buch. Das Monument einer Jugend. Ein Stück Zauberei.' Sten Nadolny Nach den Kinderspielen kommen die Kämpfe: Rico, Mark, Paul und Daniel wachsen auf im Leipzig der Nachwendejahre, zwischen Autoklau, Alkohol und Angst, zwischen Wut und Zerstörung. Jede Nacht ziehen sie durch die Straßen. Sie feiern, sie klauen, sie fahren ihr Leben gegen die Wand. Sie sind frei und dem Leben ausgeliefert. Mit direkter, wütender, sensibler und authentischer Stimme erzählt dieser Roman von dem Traum, dass irgendwo ein besseres Leben wartet.

Jugendliche in Leipzig: trinkend, prügelnd, kiffend, koksend, Auto klauend, im Knast sitzen, rumhängen, klauen. Leider realistisch...

— Joshy2
Joshy2

Großartig!!!!

— MellieS
MellieS

Packend, emotional und heftig geschrieben! Ein verdammt gutes Buch.

— Adri97
Adri97

Stöbern in Romane

Vintage

Ein ganz, gaznz tolles Buch. Es hat alles was für mich einen perfekten Roman ausmacht.

eulenmatz

Die Geschichte der getrennten Wege

Wenn einen die Vergangenheit einholt und das Leben sich wendet...Spannend, tiefgründig und erwachsen!

Kristall86

QualityLand

Eine grandios humorvolle erzählte Geschichte, deren zugrunde liegende Dystopie eingängig und mit viel Hingabe zum Detail erklärt wird.

DrWarthrop

Wer hier schlief

Auf der Suche nach der verlorenen Frau ist Philipp, nachdem er für sie alles aufgegeben hat. Gut geschriebener Roman mit kleinen Schwächen.

TochterAlice

Die Schule der Nacht

Atmosphärisch, düster und spannend...

Nepomurks

Zeit der Schwalben

Ein Buch, bei dem einem das Herz aufgeht.

Suse33

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine orientierungslose Jugend in der Wendezeit Deutschlands

    Als wir träumten
    Calantha

    Calantha

    20. August 2016 um 17:10

    Einer meiner Lieblingsautoren, ist Clemens Meyer. Er schafft es auf imposante Weise meisterhaft mit Sprache umzugehen und dabei absolut tiefgründige Geschichten zu erzählen, die die Leser sprachlos zurücklassen. In „Als wir Träumten“ widmet er sich der Jugend in der Wendezeit in der DDR.Clemens Meyer erzählt die Geschichte von einer Gruppe von Freunden, die im Leipzig der Wendezeit aufwachsen. Alle haben gemeinsam, dass sie durch die Wende, tiefgehende Veränderungen mitmachen und ihr Gleichgewicht verlieren. Sie kommen aus den unteren Schichten und gehören dem Milieu an, welches weder mit Geld, Arbeit oder Liebe gesegnet ist. Es geht um eine verlorene Jugend, die in einer Zeit voller Umbrüche aufwächst und orientierungslos zurückbleibt. Junge Menschen, die an sich Selbst zerbrechen und ihrer Wut Ausdruck verleihen.Der Roman ist in der Ich-Perspektive erzählt und bedient sich Elementen der Jugendsprache. Die Hauptperson ist der Erzähler, welcher sich durch das Leben boxt. Die Sprache ist aufwühlend und hart, genauso wie die Geschehnisse. Schon auf den ersten Seiten geht es richtig zur Sache. Man erfährt von Schlägereien, der ersten Liebe und Drogen. Zwischendurch gibt es dann auch Episoden aus der DDR Zeit, die die Erinnerungen an die Kindheit zeigen.Der Autor wechselt in der Erzählung zwischen den verschiedenen Ereignissen und erzählt nicht chronologisch, sondern wild durcheinander. Das passt auch wunderbar zu der wilden Story. Er schafft es meisterlich diese zeitlich durchmischten Episoden, im Gesamtwerk miteinander zu verknüpfen. Als Leser bleibt man dabei manchmal kurz auf der Strecke oder versteht Zusammenhänge erst später. Trotzdem passt das wunderbar zum Buch. Wir begleiten die Jugendlichen beim Erwachsen werden zwischen Kriminalität, Gewalt und dem Abstieg. Es ist eine düstere Geschichte, in der immer die Hoffnung mitschwingt, dass es irgendwann besser wird. Stattdessen wird es immer nur schlimmer. Man fragt sich unweigerlich, was der Autor von diesen Geschichten tatsächlich wohl miterlebt hat, denn so intensiv darüber zu schreiben, wie das hier der Fall ist, ist wohl fast unmöglich ohne Erfahrungswerte. Tatsächlich ist er sogar zu der beschriebenen Zeit in Leipzig aufgewachsen. Meyer zeichnet die Charaktere tief und genau. Er baut die Story bis ins winzigste Detail aus und zeigt die vielen Facetten seiner Geschichte. Wir erfahren nicht nur die Geschichte des Ich-Erzählers, sondern bekommen auch tiefe Einblicke in die Leben seiner Freunde und allen damit verbundenen Menschen.Meyer schafft es nicht nur authentische Figuren zu zeichnen, sondern lässt sie auch abseits von Stereotypen leben. Gut und Böse verschwimmen. Die perspektivlosen Jugendlichen sind getrieben vom Leben und machen sich keinen großen Kopf um Moral oder Zukunft. Die Zukunft haben sie sowieso schon abgeschrieben. Die Realität ist beeinträchtigt vom Rausch. Hin und wieder korrigiert das erzählende Ich, die Version seiner Geschichte, so dass man manchmal nicht mehr weiß, welche Version nun die Richtige war.Es gibt sie leider überall versteckt im echten Leben, diese Geschichten ohne Happy End, die Jugendlichen ohne Perspektive, welche allein am Rand der Gesellschaft leben, sich selbst und der Zerstörung überlassen. Clemens Meyer zeigt, wie schnell und rasant der Weg immer weiter abwärts führt, in die Spirale aus Hass, Zerstörung, Drogen, Gewalt und Tod.

    Mehr
  • Fast ein Wenderoman

    Als wir träumten
    Duffy

    Duffy

    Es geht um eine Clique in Leipzig in der Wendezeit. Rico, Mark, Walter, Stefan und einige andere, sowie Danie, die Ich-Erzähler. Sie alle wachsen in einem Viertel auf, den man heute wohl als sozialen Brennpunkt bezeichnen würde. Auf 530 Seiten findet hier eigentlich ein Episodenroman statt, der so manches Mal etwas Verwirrendes hat, immer dann, wenn der Autor Zeitsprünge macht, von der Kindheit, der Junge-Pioniere-Zeit über die Jugend und das junge Erwachsenendasein. Doch ist das geschickt, spiegelt es doch immer wieder den breiten Raum zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit in den einzelnen "Epochen" und Entwickungsstadien der Protagonisten wider. Meyers Sprache ist eine direkte, ziemlich hart und authentisch, und genau da liegt die Stärke des Buches, es beschönigt nicht, es fabuliert nicht und erweckt keinen falschen Eindruck von der konkreten Lebenssituation, die zu diesem oder jenem Lebensabschnitt der Hauptfiguren gehört. Dass das Ganze weder romantisch noch irgendwie abenteuerlich daherkommt, liegt am Umfeld der Hauptpersonen, es war und ist nicht anders, die Dinge, die vielleicht etwas plakativ erscheinen, sind einfach so gewesen. Insofern ist es auch eine Dokumentation, der Episodencharakter ist eine gute Chance, eben auch diese Umstände zu beschreiben und zu hinterfragen. Ganz sicher ist dieses Buch, für das Meyer gebührend ausgezeichnet wurde, eine Steilvorlage für jeden Filmemacher. Aber auch so ist es ein Stück deutscher Wirklichkeit, die sich in dieser Form, wenn auch unter anderen Vorzeichen, ihre Gültigkeit bewahrt hat. Dass diese direkte Sprache auch ihre Anerkennung findet, lässt hoffen, dass in der bundesrepublikanischen Literatur das Mutige noch nicht von vornherein vom Tisch gewischt wird. Der Leser dankt.

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    Lesebienchen

    Lesebienchen

    "Die Original Leipziger Brauereiabfüllung war eine Art blonder Flaschengeist für uns, der uns sanft an den Haaren packte und über Mauern hob, Autos in Flugmaschinen verwandelte, uns seinen Teppich lieh, auf dem wir davonflogen und den Bullen auf die Köpfe spuckte." Dies ist nur einer von vielen Sätzen, die nicht mehr loslassen und noch nach Tagen nachklingen. Sätze, die in nur einem Atemzug Unschuld und Trostlosigkeit in sich vereinen und damit eine Wahrheit aussprechen, der man sich nicht enziehen kann. Daniel, Rico, Mark, Paul, Walter und Pitbull wachsen im Leipzig der Nachwendejahre auf. Ihr Leben ist beherrscht von Autoklau, Alkohol, Diebstählen, Wut und Zerstörung. Ihre Familien sind zerrüttet, sie selbst sind noch geprägt und verwundet durch den Kollektivzwang des DDR-Regimes. Ihr einziger Halt sind die selbst, sie sind Brüder, die füreinander sterben, füreinander jedes Hindernis beseitigen würden. Und doch bleibt ihnen eines verwehrt, über eigene Gefühle zu reden, Ängste auszusprechen, und eine Schulter zum Ausweinen zu haben. "Ich habe nie Schiss" ist einer der meist verwendeteten Sätze in diesem Roman. Gebetsmühlenartig wiederholen die Jungen diese Floskel immer wieder und bauen eine Schutzmauer um sich auf, die selbst in den traurigsten Situationen nicht einreißt. Denn Gefühle zeigt man nicht, man ist nicht schwach, nicht auf der Straße. Und doch klingt auf jeder Seite eine schier übermächtige Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit mit, nach einem legalen Leben, nicht nach einem permanenten Überleben. Clemens Meyer gelingt es, eine Sprache zu finden, die weder moralisiert noch verurteilt, sondern sie beobachtet und illustriert schonungslos die Realität dieser Jungen. Doch dabei findet Meyer ebenso zarte und zerbrechliche Töne, die gerade neben der beinahe brutalen Sprachgewalt umso deutlicher hervorstechen und noch lange nachhallen. "Als wir träumten" erzählt in unvergleichlich bewegender Weise von einem Traum, den sechs Jungen träumten, ein Traum von Freiheit und auch von Gerechtigkeit. Das Leben machte jedoch diesen Traum zunichte.

    Mehr
    • 2
    michella propella

    michella propella

    08. August 2012 um 13:29
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    Orisha

    Orisha

    17. April 2012 um 22:50

    Sie waren jung, sie hatten ihr Leben noch vor sich und alle Türen standen ihnen offen, als die Wende kam. Doch Gewalt, Drogen und Machtkämpfe haben sie im Griff - die fünf Freunde – Dani, Rico, Mark, Pitbull und den kleinen Walther. Die Situation eskaliert, immer wieder schrammen die fünf am Leben vorbei. Jugendhaft, Straßenkämpfe, Krankenhaus bestimmen ihren Alltag. Nur ihre Freundschaft hält sie zusammen und der Glaube für das "Richtige" zu kämpfen, bringt Sie immer wieder hoch. Denn das war die Zeit, die Zeit als sie noch träumten… Ein erschütterndes Nachwendeportrait, episodenhaft erzählt. Immer wieder taucht man in die Welt von Dani ab, um an andere Stelle wieder aufzutauchen. Ein soziales Portrait des Leipziger Ostens, das nichts schönt und einen mitnimmt, in eine Welt, die mir selbst fremd ist. Beängstigend, spannend, hofft man bis zum Schluss, das nach der Wende auch jene für die fünf Freunde kommt . Der Leipziger Osten in altem, und irgendwie auch neuem Licht. Fazit: Unbedingt lesen!

    Mehr
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    Seefahrer

    Seefahrer

    09. April 2012 um 12:58

    Nein, es geht nicht um Traumdeutung, ist auch kein verklärter Rückblick. Leipzig, Wendezeit, Heranwachsende; Kleinkriminalität, Tekkno-Parties in einer alten Fabrik, Schlägereien. Man muss dieses Mileau nicht mögen, aber es erleichtert die Sache. Es beginnt mit einem Rückblick auf die Schulzeit in der DDR. Dann folgen zahlreiche zeitliche Sprünge vor und zurück. Doch jedes Kapitel -und das ist wirklich der Clou- erzählt eine in sich geschlossene Kurzgeschichte, einen Aspekt aus dieser Zeit. Man kann sie alleine lesen und stehen lassen. Doch alle diese Geschichten zusammen entwerfen ein großes, natürlich subjektives, Bild dieser Zeit. Werfen Fragen auf, lösen sie später. „Warum bist du nur so?“, die Frage der Mutter, ist roter Faden. Das „Warum“ wird aber nicht gelöst, nur gründlich beleuchtet. Ob Abende im Keller einer dunklen, zerfallenden Wohngegend; ob nachmittags im Stadion, Spritztouren mit geknackten Autos, Ladendiebstahl ohne besonderen Grund, Selbstmitleid am Tresen - Meyer schildert gekonnt die jeweilige Stimmung. So auch die Resignation des Vaters ob der vielen Änderungen, was die Jungs natürlich noch nicht verstehen. Plötzlich sind über 400 Seiten vorüber, lassen einen staunend zurück, in einem Kaleidoskop dieser Zeit und der Gefühlswelt junger Männer. Die Bilder hallen noch lange nach. Allein die Erzählweise, geschlossene Geschichten zu einem Netz zu knüpfen, Antworten zu liefern, auf Fragen die erst später gestellt werden, ohne die drängendsten Fragen freilich zu lösen - eben wie im richtigen Leben - in den Raum zu stellen und umfassend zu beleuchten, allein diese aufwändige und genial gelöste Erzählweise, macht es zu meinem absoluten Lieblingsbuch. Dass mir Leipzig gefällt und diese Zeit bis heute nachwirkt - dafür kann Clemens Meyer nichts.

    Mehr
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    fcbfrosch

    fcbfrosch

    19. February 2012 um 19:11

    Inhalt Sie träumen vom Aufstieg ihrer Fußballmannschaft, von einer richtigen Liebe und davon, dass irgendwo ein besseres Leben wartet. Rico, Mark, Paul und Daniel wachsen auf im Leipzig der Nachwendejahre, in einem Viertel, dessen Mittelpunkt die Brauerei ist. Jede Nacht ziehen sie durch die Straßen. Sie feiern, sie randalieren, sie fliehen vor den Glatzen, ihren Eltern und der Zukunft. Sie kämpfen mit Fäusten um Anerkennung und schlagen die Zeit tot. Sie saufen, sie klauen, sind cool und fertig und träumen vom eigenen Leben. Alle ihre Fluchtversuche enden auf den Fluren des Polizeireviers Südost. Leidenschaftlich, wild und mutig verspielen sie ihr Leben in einer aussichtslosen Rebellion. Darum lassen einen die Bilder des nächtlichen Leipzig, die Boxkämpfe, die Hoffnungslosigkeit und die Hoffnung dieses Romans nicht mehr los. Meine Bewertung: Was für ein Buch! Es fällt mir schwer, eine angemessene Rezension zu schreiben, die meinen Empfindungen nahekommt. Das liegt zum einen daran, dass die literarische Leistung des Autors absolut großartig ist, und er sehr lebensnah in ein Milieu führt, das mir persönlich völlig fremd ist. Gleichzeitig hat der Aufbau des Buches mich in Verwirrung gestürzt. Es fiel mir noch bei der Hälfte recht schwer, die Kapitel zeitlich zu ordnen und Zusammenhänge herzustellen. Das liegt sicher auch daran, dass die einzelnen Abschnitte eher als Kurzgeschichten erscheinen, jede in sich abgeschlossen, und sich nur sehr versteckt Hinweise auf die Verbindung untereinander finden lassen. Als das Buch dann zugeschlagen war - das kann man ja eigentlich gar nicht mehr sagen, wenn man ein E-book liest - stellte ich fest, dass die Glanzleistung des Autors am Ende erst wirklich ersichtlich ist: es bleibt nichts offen, was angedeutet wurde, alles war erklärt und ich hatte dann auch den völligen Durchblick. Es hätte dann auch noch gut und gerne weitergehen können und es wäre so gut geblieben. Gleichzeitig fühlt man sich als Beobachter, als Teilnehmer der Gruppe Jugendlicher, die durch die Wende und deren Folgen mit ihrem Leben zu kämpfen haben. Sie sind voller Hoffnung, Mut und Optimismus, auch wenn sie mit ständiger Gewalt, Alkoholismus, Drogen und Hass konfrontiert sind. Und obwohl sie auch öfter im Gefängnis landen, ständig Ärger mit der Polizei oder verfeindeten Gangs haben und in ihrem Elternhaus nur sehr bedingt Vorbilder leben, sind sie doch glücklich und voller Träume. Als Leser wird man Teil einer chaotischen Pubertät, die zudem durch die gesellschaftlichen Umbrüche erschwert wird. Es geht um enge Freundschaft, um Loyalität, um Ehrlichkeit, Liebe und Wut. Natürlich gehen auch Verluste und Enttäuschungen damit einher, dieses Leben kostet eben doch immer etwas. Jeder Tag bringt neue Kämpfe, doch durch ihre Gemeinschaft und Treue zueinander bieten sie (fast) jedem die Stirn. Dass ich die Hauptfiguren nicht immer nachvollziehen kann, liegt sicher auch daran, dass sie in einer mir völlig fremden Welt handeln. Meyer hat es sehr geschickt und gekonnt geschrieben, ich war während der ganzen Lektüre in die Geschichte versunken und fühlte mich als Teil ihrer Gruppe. Deswegen finde ich dieses Buch großartig, wenn es doch auch ein bisschen schwer lastet und etwas anstrengend zum lesen war. Mein Fazit Meyer thematisiert in diesem Buch sehr wichtige Dinge im Leben und zeigt, dass auch wenn man viel Unsinn baut und ein "schweres" Leben lebt, doch immer Platz für Hoffnung und Träume bleibt, solange man Freunde und Mitmenschen hat, mit denen man diese Zeiten gemeinsam bestreitet. Gleichzeitig steckt noch so viel mehr dahinter: er hat da wirklich eine großartige Milieustudie verfasst, die auch die negativen Folgen der Wende für die Ostdeutschen gut beschreibt. Ein Buch, mit einer Dramatik, die das Leben schreibt, und die wie Schwermut lastet. Absolut großartig.

    Mehr
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    AnnaChi

    AnnaChi

    Endlich mal wieder jemand, der erzählen kann! Clemens Meyer, der vor drei(?) Jahren den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat, hat einen mitreißenden Roman geschrieben. Eine meiner Lieblingsszenen spielt in einer Kneipe, im Fernseher läuft der WM-Kampf Henry Maske gegen Rocky Rocchigiani ... so lebendig beschrieben, als säße man selbst mitten drin. Unbedingt lesen!

    • 2
  • Schimpft mich Banause - ich mag es trotzdem nicht

    Als wir träumten
    Stefan83

    Stefan83

    30. October 2011 um 16:22

    Bei seinem Erscheinen ist Clemens Meyers "Als wir träumten" in einem Atemzug mit den Werken von Welsh und Regener verglichen worden, den Durchbruch auf den Buchmarkt hat es aber dennoch nicht geschafft. Gut, dies allein lässt keine Bewertung zu, werden doch oft auch mittelmäßige Romane mithilfe von ein wenig Promotion und guten Besprechungen zu Bestsellern. In diesem Fall kann ich die Nichtbeachtung von Meyers Werk allerdings durchaus nachvollziehen. Selten hab ich mich so sehr durch ein Buch gequält, wurde meine grundsätzliche Einstellung ein Buch immer zu Ende zu lesen, so auf die Probe gestellt. Auch erhielten meine Hoffnungen, es könnte vielleicht noch besser werden, nach jedem neuen Kapitel einen weiteren Dämpfer. Dabei fängt "Als wir träumten" interessant an. Die bildgewaltige, echte Sprache macht dem Leser den Zugang leicht und die toll ausgearbeiteten Figuren tragen ihr übrigens dazu bei. Doch die Schilderung des tristen Alltags der Jungen vermag die Story allein nicht zu tragen, was unter anderem auch daran liegt, dass der Autor sich vieler Klischees bedient und der Plot zudem jegliches Überraschungsmoment vermissen lässt. Es wird erzählt wie die Jungen blinde Frauen beklauen, "Glatzen" verprügeln, Pillen werfen, Spritzen drücken und in Puffs rumhuren, bis es der Leser einfach nicht mehr hören kann. Dazu kommt Meyers ungewöhnliche Erzählweise. Fast nach jedem Kapitel wird in der Zeit gesprungen, so dass man nach Daniels Erlebnissen bei den jungen Pionieren, diesen plötzlich auf der nächsten Seite etliche Jahre älter Bier saufend in einer Kneipe wieder findet. Zeitangaben scheint der Autor dabei nicht für nötig zu halten, und wenn der Leser das Kapitel dann gerade einigermaßen eingeordnet hat, kommt schon der nächste Sprung. Auch einen Unfall in drei Kapiteln auf drei verschiedene Arten zu erzählen, mag in einem Film funktionieren, hier lieber Meyer, tut es das nicht. Das alles ist auf Dauer so frustrierend, dass man geneigt ist das Buch in die Ecke zu knallen. Selbst das Ende, bei dem es so wirkt als hätte der Autor einfach mittendrin aufgehört zu schreiben, vermag hier nichts mehr zu retten. Insgesamt ist "Als wir träumten" ein wirklich enttäuschender, langweiliger Roman ohne roten Faden, dem kritische Untertöne zu Drogenkonsum, Gewalt und Diebstahl völlig fehlen. Nachtrag: Vielleicht würde ich heute (4 Jahre nach Beendigung der Lektüre und mit weit mehr Leseerfahrung) eine positivere Bewertung geben. Bei meinem derzeitigen hohen SUB, wird es wohl aber zu einer Wiederholung dieses Buches kaum kommen.

    Mehr
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    Lapislazuli74

    Lapislazuli74

    18. August 2011 um 21:41

    Dieses Buch hat mir Leipzig erklärt, wo ich ein Jahr lang gelebt habe. Die Stadt ist mir dadurch noch mehr als ohnehin schon ans Herz gewachsen. Der Kosmos der Nach-Wende-Jahre wird erlebbar und (das ist ein das ein wenig Verrückte) nachvollziehbar - es erscheint ganz natürlich, warum Drogen, Alkohol, Kriminalität und Familiendramen den Alltag bestimmten. Sehr besonders ist das Kapitel über illegale Technoparties. An diesem Punkt dachte ich für kurze Zeit: Das könnte die Wende zum Positiven sein, dort entwickelt sich etwas Neues, dort wird etwas geschaffen. Bis die Markkleeberger Jungs den Club zerlegen und er von Drogen überschwemmt wird. Insgeheim habe ich beim Lesen öfter gedacht: Ich wäre gern dabei gewesen und würde den Hauptdarsteller gerne kennen. Auch wenn mein Leben (glücklicherweise) ganz anders ist: Ich konnte mich mit der Geschichte (erstaunlicherweise) voll identifizieren. Das ist die eigentliche Leistung des Buchs.

    Mehr
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    sumsidie

    sumsidie

    29. May 2011 um 14:00

    Obwohl mir dieses Buch so sehr ans Herz gelegt wurde, konnte ich es nicht zu Ende lesen. Ich bin ein Weichei und dieses Buch zeigt einem in jedem Moment die harten Seiten des Lebens. Eine Jungsclique wächst in den Wendejahren in Leipzig auf. Doch sie kommen aus verkorksten Elternhäusern, die von Armut, Alkohol und Gewalt gezeichnet sind. Und das ist auch die Sprache, in der die Jangs am besten kommunizieren können. Jede Mark wird in harten Alkohol investiert, die Umgangssprache im Freundeskreis ist mehr als nur rau, da gibt es unter Umständen auch unter Freunden mal eins auf die Ohren. Die Jungs kümmern sich etwas um eine alte Oma, aber bedienen sich dann auch ganz freizügig bei den Geldreserven der Alten, die eigentlich nur bemitleidenswert ist. Rivalisierende Cliquen werden krankenhausreif geschlagen als sie ebenfalls versuchen die Alte zu melken. Nein, in dieser literarischen Welt ist es mir zu brutal und ohne Lichtblicke. Ich sage nicht, dass dies nicht die Lebensrealität von einigen Menschen sein mag. Aber ich bleibe ein Optimist und weigere mich diesen Untergang ohne Hoffnung mitzuerleben.

    Mehr
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    michella propella

    michella propella

    10. November 2010 um 21:20

    wunderbar. lakonisch. man hört den putz der alten, leerstehenden häuser abblättern; riecht den dumpfen hopfengeruch der brauerei in der oststraße; sieht den rauch aus ofenheizungsrohren aufsteigen. man hört kronkorken auf den straßen scheppern, hört die stille, hört das verlangen, das träumen. leipzig. sie sind jung und sie träumen vom Mehr. wendezeit. eine jugendclique wird erwachsen, mitten im umbruch, mitten im stillstand. menschlich oft brutal und offensiv verletzlich bis ins innerste. ein stück (alp)traum für alle "ostkinder" und solche, die einen hauch davon erhaschen und zu verstehen suchen wie "normal" die realität war.

    Mehr
  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    -elviZ-

    -elviZ-

    22. March 2010 um 12:58

    Endlich ein Autor der schmutzige Ecken beschreibt und ein Gegengewicht zur allgegenwärtigen „Anzug-Krawatte-immer-gut-drauf“ Gesellschaft bildet. – Sehr gut erzählt, in Teilen etwas lang.

  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    tomjoad73

    tomjoad73

    19. April 2009 um 11:33

    Ein Roman wie ein Schlag in die Fresse. Authentisch, hart, wehmütig, rau, direkt, bewegend, voller Melancholie - und einem kleinen Funken Hoffnung

  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    nuuttipukki

    nuuttipukki

    13. April 2009 um 22:47

    Groß, dreckig, schnell. Das Cover passt - ein Buch wie ein Boxkampf!

  • Rezension zu "Als wir träumten" von Clemens Meyer

    Als wir träumten
    MonaMayfair

    MonaMayfair

    28. March 2009 um 13:23

    eine sehr traurige geschichte.. erinnert irgendwie an trainspotting.. das leben bietet den leizigern nahezu nichts.. nur drogen, alkohol, schlägereien, gewalt im elternhaus.. das ist es, was leipzig und das leben danie und seinen freunden bietet.. da ich aufgrund meines alljährlichen aufenthalts in leipzig die stadt ein bisschen kenne, hatte ich beim lesen immer wieder diese strassenzeilen vor augen: zerbombt, zerfallen, kaputt.. und danie und seine freunde sah ich mitten drin ums (über-)leben kämpfen.. es ist eine tragisch traurige geschichte.. ein "happyend" bleibt aus.. aber gerade dadurch wirkt die geschichte absolut glaubhaft und authentisch.. ich bin gerade dabei, meine bücherregale auszumisten und platz zu schaffen für neue bücher.. alles, was mir nicht so gut gefallen hat, wandert beim nächsten besuch in der schweiz bei meiner schwester.. als wir träumten fällt zwar überhaupt nicht in diese kategorie, ich schenke es meiner schwester dennoch, da es man einfach lesen muss..

    Mehr
  • weitere