Clemens Meyer Gewalten

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Inhaltsangabe zu „Gewalten“ von Clemens Meyer

Clemens Meyer schreibt ein Tagebuch über die Gewalten unserer Zeit: Eine Stadt sucht ihren Mörder, Jubel beim Pferderennen, der beste Freund liegt im Hospiz. Ein Hund stirbt. Endlose Zahlenreihen fließen über einen Bildschirm in einer menschenleeren Fabrikhalle. Die psychiatrische Notaufnahme wird zur Endstation einer heillosen Nacht. Roh, unheimlich und geheimnisvoll ist die Welt, durch die wir täglich gehen. Clemens Meyer entwirft Szenen von großer poetischer Kraft und verstörender Klarheit. Ein Jahr lang erkundet er Seelenlandschaften, reale Orte und imaginäre Welten. Er erzählt von Alpträumen, jubelnder Euphorie und dem Irrwitz unseres Lebens.

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  • Rezension zu "Gewalten" von Clemens Meyer

    Gewalten
    yoko

    yoko

    27. April 2010 um 22:19

    Ein brutaler Fautschlag trifft deinen Kopf. Danach läuft eine Maus knapp vor dir über die Straße und du musst lachen, erst leise, dann laut. Verrückt? Ja, verrückt! Das Wort passt gut hier hinein, weil ich über Clemens Meyer schreibe, der das ist: Verrückt, brutal und witzig. In seinem neuesten Roman Gewalten – Ein Tagebuch spürt man bereits nach der ersten Seite, dass da etwas anders ist, komisch, nicht leicht durchschaubar, aber irgendwie faszinierend, dass man sich nicht von den Buchstaben lösen kann, ein regelrechter Sog, der einen in etwas zieht, dass man nicht zu fassen bekommt. Genau wie der denkende Ich-Erzähler, der zu Beginn in der Psychiatrie angeschnallt in seinem Bett liegt und versucht damit durch den Raum zu reiten. Verrückt? Ja, verrückt! Rückt man tiefer in die Geschichte bleibt es verrückt, spannend und brutal. Der Autor hat aktuelle und verschiedenste Themen literarisch so verarbeitet, dass sie sich anfühlen als würde es Ohrfeigen hageln, alle paar Minuten, es tut weh, aber es ist auch komisch, irgendwie witzig als wäre der Schläger ein aufgedrehter Clown. Gewalt und Witz in einem aufbrausenden Wechselbad. So auch in “German Amok”. In dem Kapitel spielt er ein brutales Computerspiel, mit dem man seine Lehrer und andere erschießen kann. Man schmeckt förmlich die Gewalt, sie liegt wie eine scharfe Messerklinge auf der Zunge. Doch sie bleibt dort nicht allein, bald folgt ein kurzes Aufatmen, da sich zu ihr noch das Wahnwitzige von Clemens Meyer gesellt. Dieses Zusammenspiel nimmt etwas von der Dramatik. In dem Spiel gibt es mehrere Level. Zu Beginn stellt er sich ungeschickt an: “Als ich es zum ersten Mal versucht habe, wurde ich schon festgenommen, da war ich kaum aus dem Haus mit meiner Sporttasche und dem schwarzen Ledermantel. Hat einfach zu viel Lärm gemacht, wie ich mit der Axt Vatis Waffenschrank aufgebrochen habe.” Relativ schnell begreift man, dass es hierbei um das Attentat von Winnenden geht. Kann man so überspitzt darüber schreiben? Ja, man kann wie der Autor es getan hat. Es erfordert Mut und die richtige Tonlage. Man bewegt sich zwischen Realtiät und Fantasie, dazwischen ist der Abgrund. Das Gleichgewicht bleibt die ganze Zeit auf seiner Seite, manchmal schwankt er ein bisschen, doch schnell findet er sich geschickt zurück in die Mitte. Ich bin ein großer Fan von dem Leipziger. Schon damals war ich begeistert von seinem Debut Als wir träumten. Obwohl ich alles andere als hart bin. Dennoch zeichnen sich seine literarischen Werke dadurch aus, dass sie im ersten Moment unwahrscheinlich schmerzen, im zweiten nicht mehr so sehr und im dritten steht man an der Haltestelle und lacht, während die Leute sich fragend umdrehen. Verrückt? Ja, verrückt, sehr lebendig und feinfühlig sind Meyers Werke. Wie gut, dass er nicht mehr auf der Baustelle arbeitet, sondern sich für den Literaturbetrieb entschieden hat. Eine Bereicherung. Immer wieder!

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