Clemens Meyer Im Stein

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Inhaltsangabe zu „Im Stein“ von Clemens Meyer

Clemens Meyers großes Gesellschafts-Epos unserer Zeit. Ein vielstimmiger Gesang der Nacht: Prostituierte, Engel und Geschäftsmänner kämpfen und Geld und Macht und ihre Träume. Eine junge Frau steht am Fenster, schaut in den Abendhimmel, im Januar laufen die Geschäfte nicht, die Gedanken tanzen ihn ihrem Kopf. »Der Pferdemann«, der alte Jockey, sucht seine Tochter. »Der Bielefelder« rollt mit neuen Geschäftskonzepten den Markt auf, investiert in Clubs und Eroscenter. »AK 47« liegt angeschossen auf dem Asphalt. Schonungslos und zärtlich schreibt Clemens Meyer in seinem großen Roman von den Menschen, den Nachtgestalten, von ihrem Aufstieg und Fall, vom Schmutz der Straße und dem Fluss des Geldes. Mit großer Kraft und Emotion erzählt er die Geschichte einer Stadt, die zum Epochen-Roman unserer Zeit wird.

Nicht einfach, aber sehr interessanter und vielseitiger Einblick in das Leben "hinter den Spiegeln" im ältesten Gewerbe der Welt.

— Maritzel
Maritzel

Absolut brilliant!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Nach Seite 116 aufgegeben.

— littleowl
littleowl

zäh und langweilig. schlechtestes buch seit langer zeit.

— schwathrin
schwathrin

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  • Meyers Rotlicht-Rundumschlag

    Im Stein
    rkuehne

    rkuehne

    28. April 2016 um 22:29

    Mein erster Meyer und wie erwartet ein distanzloser Blick in das Milieu. Meyer lässt das Rotlicht in all seinen Facetten sprechen und entwickelt ein Universum der Unterwelt was mindestens spannend, mitunter bedrückend und manchmal moralisch ist. Seine Figuren wirken dabei meist authentisch, mitunter so sehr, dass man ihnen glaubt, wie sie denken, wenn sie sich in ihren Endlosmonologen verlieren, in denen man sich dann auch ein bisschen mitverliert. Genau das ist in meinen Augen auch die Schwäche von „In Stein“. Ein Epos, dem für seine beachtliche Länge doch zu sehr der rote Faden fehlt. Trotzdem lesenswert.

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  • eBook Kommentar zu Im Stein von Clemens Meyer

    Im Stein
    mur2j

    mur2j

    01. May 2015 um 20:38 via eBook 'Im Stein'

    Die Erhzählweise ist zum kotzen. Zusammenhanglos und wirr. Wahrscheinlich hat er immer dann geschrieben, wenn er die Nase voller Koks hatte.

  • Im Stein

    Im Stein
    Miserable

    Miserable

    07. April 2014 um 13:55

    Der Roman erzählt aus der Sicht verschiedener Personen: einer Prostituierten, eines Wohnungsvermieters (für Prostituierte) eines Kommissars und einiger mehr. Handlungsort und -zeit sind oftmals unklar, sodass die Erzählung teilweise etwas wirr und auch belanglos erscheint. Die Handlung wurde nicht wirklich vorangetrieben, und es gibt keinen gut zu folgenden Erzählstrang. Trotzdem war das Buch ziemlich gut. Warum? Wegen der der Thematik: "Scheint es nicht absurd, dass der Sex überall regiert, in allen Medien, im Internet, in der Werbung, überall, dass aber das uralte Gewerbe der Prostitution immer noch gesellschaftlich geächtet ist. Oder ist es das nicht, und ich sehe das falsch?" (S. 489) Der Roman behandelt ein Tabu, welches entweder als Tabu behandelt oder stark abgewertet wird. Clemens Meyer geht hier ganz anders vor: Er beschreibt die Arbeit als Prostituierte wie jeden anderen Beruf auch. Es gibt eine Firma und feste Arbeitszeiten. Die Sexarbeiterin, aus deren Sicht erzählt, macht den Job halbwegs gerne (aber wie viele Leute in anderen Berufen machen ihre Jobs ungerne?), ein Vorteil ist für sie definitiv das Geld. Sie bezahlt Geld an ihren Vermieter und ist ansonsten relativ unabhängig. Sie entscheidet, welche Dienste sie anbietet, und hat ihre festen Regeln. Das Bild einer selbstbestimmten Sexarbeiterin ist selten, sodass alle Informationen über sie und ihre Arbeit höchst interessant waren. Meyer erzählt von Dingen, von denen nicht oft erzählt wird. Er tut dies auf eine unvoreingenommene Weise, so kann der Leser selber entscheiden, was er von der Sache halten kann. Der Roman ist witzig und ernst zugleich; man muss sich ein bisschen Zeit mitnehmen, aber die Lektüre lohnt sich.

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  • Stimmen aus der Halbwelt

    Im Stein
    MitAussicht

    MitAussicht

    An diesem Roman habe ich eine gefühlte Ewigkeit gelesen, denn bei der Lektüre haben sich so einige Herausforderungen ergeben. 1. Wann soll man sich am Tag einem so heftigen, so üblen Thema annähern? Beim Morgenkaffee wird einem der Tag schwer, Mittags würgt man vielleicht am Essen und abends verursacht so manches Kapitel schlechte Träume. 2. Der Schriftsteller ist nicht der Erzähler. Trenne Dich von dieser Ansicht. Die Lektüre wird um einiges besser und vergällt Dir nicht andere Bücher des Autors. Das vorweg kann ich behaupten: Im Stein ist einer der besten deutschen Romane, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Das schriftstellerische Talent kann nicht in Frage gestellt werden. Sicherlich ist das Sujet nicht jedermanns Sache und befremdlich und erschreckend, aber vielleicht gerade deswegen lohnt sich doch das Lesen. Dieser Roman liegt außerhalb der Komfortzone und es wäre so einigen LeserInnen anzuraten, diese gelegentlich zu verlassen, auch um eine neue Erfahrung zu machen. Durchhalten ist die oberste Maxime und Durchhalten wird einem hier manchmal nicht leicht gemacht. So viele Stimmen dürfen hier sprechen und manchmal dauert es einige Seiten, bis man erkennt wer spricht und wo sich diese Stimme im Chor aller einfügt, vor allem auch wann in der zeitlichen Abfolge der Ereignisse. Manche Figuren sind mir ein wenig ans Herz gewachsen, obwohl ihre Motivation so manches Mal nicht ganz lupenrein sein mag. Am Ende habe ich mich sogar dabei erwischt, wie ich laut gerufen habe: "Nein! Das kann der nicht machen! Der kann X nicht umbringen! Das ist UNFAIR!" Ja, unfair ist es, aber unfair ist auch das Leben an sich und das Leben der Figuren in Clemens Meyers Roman ganz besonders. Prostitution wird so häufig romantisiert oder direkt von der Perspektive der Zwangsprostitution gesehen. Clemens Meyer schafft hier einen realistischen Blick, nicht nur auf Prostituierte, sondern auch auf Freier, Zuhälter, Wohnungsvermieter, Gangster und andere, die mit der gefährlichen Halbwelt in Berührung kommen.

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    • 2
  • Im Stein - und mitten in die Fresse rein

    Im Stein
    TinaGer

    TinaGer

    25. December 2013 um 11:06

    Ein Roman wie eine Tretmine. Du schlägst das Buch auf und stehst plötzlich mitten drin in tausend Puzzleteilen, die du dir selbst zusammensetzen musst. Das soll keine Kritik sein. Ich liebe die Abkehr vom linearen Schreiben. Das offeriert mir die Gelegenheit, mir mein eigenes Lesen zu kreieren und das finde ich gut. Hin und wieder tut sich ein Riss auf 'Im Stein' und dann blitzt da doch der berühmte rote Faden auf, dann scheint Meyers Welt stärker verwoben, als auf dem ersten Blick angenommen, dann keimt des Lesers Wunsch auf, Durchblick zu erlangen, doch verweigert sich der Autor sogleich, scheut wie ein bockiger Esel und verwirrt auf's Kommando mit Zusammenhanglosem. Dann lässt er seine Handlungsträger mal wieder um viele Ecken denken und schert sich einen Dreck darum, wer noch mitkommt. Für mich hat er mit Hans aber doch einen Protagonisten geschaffen, mit dem ich langsam warm geworden bin. Ohne zu viel verraten zu wollen, bin ich als Fan der schönsten Lars van Trierschen Manipulation, nicht unbeeindruckt von diesem Kunststück. Die Engel, die Bengel, wer hat den größten Schwengel. Die Milieustudie der Aktie Rot konnte mich immer dann in Lesefreude versetzen, wenn Meyer sich für mehr als einen Atemzug auf eine Erzählstimme einließ. Dann entstanden Atmosphäre und Emotion. Dann spürte ich die Hoffnungen durch die Figuren schimmern, dann wurden da Bilder und Menschen lebendig, die mich anziehen wie abstoßen konnten, die Meyer - und das macht ihn für mich aus - mit seiner sehr eigenen Schreibe zu liebenswerten Outlaws macht. Selbstbewusst und stark, aber auch verletzlich und ängstlich. Einmal 'Im Stein' immer 'Im Stein'. Wer einmal drin ist, kommt nicht mehr raus, da wird gemordet und gemeuchelt, da überleben nur die ganz Harten, da fallen die Hüllen, da haben die Hühner ausgelacht. Ganz ohne die manierierten Klischees der vielzitierten Tatorte, kommt dieser Text mit Figuren aus, die dir ihr Leben zeigen. Einfach so. Mit allen doppelten Böden und dreifach verspiegelten Wänden. So ist das eben 'Im Stein'. Mir hat es gefallen. Ob das jetzt gesellschaftlich relevant oder der Wenderoman ist, spielt für mich dabei keine Rolle. Die Metaebene findet ja doch erst statt, wenn du das Buch zuschlägst. Da ich finde, dass ich einen Autor an sich selbst messen darf, entscheide ich mich für vier Sterne, da ich Meyers "Als wir träumten" immer noch besser finde. Das liebe ich einfach abgöttisch und so weit würde ich für Kraushaar & Co jetzt nicht gehen.

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  • Manierierte Selbstverwirklichung ohne gesellschaftliche Relevanz

    Im Stein
    alasca

    alasca

    13. November 2013 um 13:20

    Der obskure Reiz der Halbwelt Neben dem Waffen- und Drogenhandel ist das Geschäft mit dem käuflichen Sex der lukrativste Wirtschaftszweig der Welt, und nach der Liberalisierung des deutschen Prostitutionsgesetzes wurde Deutschland zur Drehscheibe des europäischen Menschenhandels. Seitdem werden in unserem Land massiv Menschenrechte verletzt – keinen interessiert´s. Auch Clemens Meyer nicht. Für ihn ist das Milieu ein etwas anderer Wirtschaftszweig, der auf seine Art auf die Zwänge der Globalisierung reagiert. Die Zuhälter, pardon, Wohnungsvermieter sind einfach nur eine andere Art von Geschäftsleuten, die nach der Wende auszogen, Deutschlands wilden Osten zu erobern. Meyer unternimmt es, das (ost-)deutsche Rotlichtmilieu zu kartographieren und verleiht Huren, Freiern, aufrechten und korrupten Bullen und verzweifelten Angehörigen eine Stimme. Er konzentriert sich dabei auf die mehr oder minder selbstbestimmte Prostitution und blendet alles andere als Randerscheinung aus. Am überzeugendsten gelingen ihm dabei die Momentaufnahmen der Huren, womit er eine verblüffend sensible Einfühlungsgabe beweist. Aber: Was bewegt Frauen, sich „freiwillig“ in die Prostitution zu begeben? Hier gibt es nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche und psychologische Tiefen zu ergründen. Die aber interessieren Meyer nicht; dem Chor der Unterwelt fehlen die Untertöne. Seine Figuren bleiben flach, ihre Motivation reduziert sich auf das leichtverdiente Geld. Leicht für wen? Zwar werden viele weitere Themen oberflächlich angerissen – versklavte Ausreißerinnen, Prostituiertenmord, Kinder- und Drogenstrich, die Freierkultur, Zwangsprostitution – aber dann so belassen. In erster Linie gibt er den „anständigen“ Zuhälterfiguren ein Forum; Meyer lässt sie über BWL, Karl Marx, Fairness, Ehre und den freien Willen philosophieren. Zwar führt er seine Luden auch vor; ihre Ignoranz, ihre Gier, ihre prollige Schlauheit, ihren Geltungsdrang, ihren moralischen Selbstbetrug. Aber in seiner liberalen Toleranz und dem Bemühen, sich spießiger Vorurteile zu enthalten, geht er zu weit – oder nicht weit genug. Seine Darstellung verharmlost das Geschehen. Ein ganzes Kapitel dient gar der Ehrenrettung der Hell´s Angels, eins der brutalsten Menschenhandelssyndikate der Welt schon vor der Globalisierung, aber, wie er jemand anlässlich einer Razzia im Haus eines Hell´s Angel bemerken lässt: „Es scheint mir, dass man als Mitglied der Engel GmbH elementare Rechte verliert in diesem Land.“ Zu den inhaltlichen Schwächen kommen formale und eine Sprache, die ärgerlich mühsam zu lesen ist: Es gibt immer wieder zerfasernde rote Fäden, aber keine Handlung. Manche Fäden lösen sich irgendwann ganz auf. Immer wieder Bewusstseinsströme, die fast unstrukturiert dahinfließen. Dann wird der Text extrem erratisch; Zeitebenen, Orte und Personen wechseln stellenweise von Satz zu Satz und mehrfach auf einer Seite. Nicht immer ist klar, wer gerade spricht. Diese Zusammenhanglosigkeit hat keine Funktion, sie ist Prinzip, denn Meyer hält lineares Erzählen für unzeitgemäß. Drei Leichen werden gefunden, nur zwei Tode werden zugeordnet. Vielleicht aber auch drei, nur verließ mich ab etwa der Hälfte die Lust, zurückzublättern. Nach dem zweiten Drittel hatte ich den Eindruck, dass der Autor seinem Schattenpanorama nichts Neues hinzuzufügen hatte; ich war die vielen unverbundenen Versatzstücke, die angerissenen Themen, die sprunghaften Gedanken, Wiederholungen und verschwurbelten Dialoge leid. Was habe ich mich durch die letzten 200 Seiten gequält: Der Text wurde einschläfernd langweilig, ein echtes Kunststück bei dieser Thematik. Dem von der Kritik hochgelobten, für den deutschen Buchpreis nominierten Roman fehlt es aus meiner Sicht formal, stilistisch, psychologisch und moralisch an Tiefenschärfe. Es fehlt ihm an Handlung, an Lesbarkeit, vor allem aber an gesellschaftlicher Relevanz. Er kommt mir vor wie die manierierte Selbstverwirklichung eines Autors, der offenbar dem obskuren Reiz der Halbwelt erlegen ist. Fazit: Verwenden Sie ihre Lebenszeit auf ein anderes Buch. Dieses muss man nicht gelesen haben.

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  • Schwere Kost

    Im Stein
    AnnaChi

    AnnaChi

    Schreiben kann er, der Clemens Meyer, wie kein zweiter junger deutscher Autor. Mut hat er auch, Lesern wie Kritikern so einen Trümmer von Buch auf den Tisch zu schmeißen. Trotzdem keine 5 Sterne? "Im Stein" ist eine Collage. Stimmen der Nacht aus einer großen ostdeutschen Stadt, zusammengefügt zu einem beeindruckenden, vielfältigen, verwirrenden Bild. Beschäftigte und Geschäftsmänner, Zuträger und Kunden der Sexindustrie kommen zu Wort. Am Ende bleibt dieses Bild, unkommentiert, und liegt dem Leser unverdaulich im Magen. Großartig ist das Buch immer dann, wenn diese Stimmen leise sind und den Menschen in einer oft sehr traurigen Wahrheit zeigen, dem sie verliehen worden sind. Es gab Passagen, die mir so nahe gegangen sind, dass mir Tränen in den Augen standen. Anderes wirkt wie grob zusammengezimmert und schnell mal hingeschmiert, um den Leser ja schön zu provozieren. Dialoge, die klappern und Informationen, die angelesen wirken. Das schmälert den Gesamteindruck - deshalb bleiben am Ende 4 Punkte. Weniger ist eben doch manchmal mehr. Obwohl dieses Buch nicht an Meyers Erstlingswerk "Als wir träumten" heranreicht, hat es zahlreiche Leser verdient!  

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    • 2
  • Wenn wir schlafen

    Im Stein
    Tree_Trunks

    Tree_Trunks

    14. October 2013 um 23:49

    Clemens Meyer erzählt von den großen und kleinen Lichtern der Nacht einer großen deutschen Stadt, die Leipzig sehr ähnelt. Jede Figur, ob Prostituierte, Zuhälter, Freier, Polizist oder Taxifahrer kriegt seine ganz eigene Stimme. Unmittelbar taucht man in deren Gedankenwelt ein und geht mit auf die Reise durch die Nacht oder den Arbeitsalltag bis sich ein ganzes Mosaik von Gedankenfetzen und Lebensausschnitten zu einem großen düsteren Bild zusammensetzt. Episodenhaft fügen sich die Kapitel aneinander und erinnern an den Erzählband "Die Nacht, die Lichter". Doch Meyers neues Buch ist viel dichter, wuchtiger und härter. Hier taucht er tief in eine Parallelgesellschaft ein, die im Hintergrund alles am Laufen hält. Das Ende ist genauso offen, wie die Frage worum es nun wirklich geht in diesem Buch. Liebe? Kriminalität? Sex? Geld? Macht? In diesem umfangreichen Roman kann man alles davon finden. Insgesamt ist es ein gelungenes Buch. Nicht mein Lieblings-Meyer-Buch, dennoch ein Highlight im Buchjahr 2013.

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  • Harter Stoff

    Im Stein
    SolunaBach

    SolunaBach

    24. September 2013 um 17:15

    Ein Buch wie auf Speed geschrieben, das man auch wie auf Speed liest. Harter Stoff, Clemens Meyer schreibt detailliert und sehr von innen über das brutale Geschäft mit dem Sex. Der Leser wird nicht geschont und Voyeure kommen überhaupt nicht auf ihre Kosten. Genau das ist es vermutlich, was Ulrich Wickert vermisst als er im interview mit dem Autor findet, Clemens Meyer schreibe "prüde" über Sex. (Aber Wickert gibt ja auch an, er habe bei der Lektüre "geschmunzelt"– was mich fassungslos gemacht hat.)  Der Roman geht an die Nieren, besonders weil klar ist, dass Meyer wirklich ausgiebig im Milieu recherchiert hat, harte Fakten nicht erfunden hat. Darüber hinaus macht die ständig wechselnde Erzählperspektive  das Lesen zwar nicht einfach, schafft aber eine fast schon unheimliche Echtheit. "Im Stein" habe ich als ziemlich gnadenlose Abrechnung mit dem   menschenunwürdigen Sexgeschäft gelesen, das ja in gerade in der Literatur sonst auch gern mal romantisiert wird. Und was viele vielleicht nicht wissen: Der Handel mit Frauen boomt ja ausgerechnet in unseren Land, aufgrund falsch verstandener Liberalität in der Gesetzgebung. Der große Wenderoman, wie C. Meyer selbst sein Buch versteht, ist  "Im Stein" für mich nicht. Denn – wenn er das überhaupt ernst meint–hiesse das dann doch im metaphorischen Sinn, dass die Bürger der ehemaligen DDR nach der Wende von westlichen Zuhältern zu Prostituierten wurden, die sich für Geld auf fast alles einlassen. 

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  • Deutscher Buchpreis 2013 - DIE SHORTLIST steht fest!

    sarah_elise

    sarah_elise

    Am 7. Oktober 2013 wird der Deutsche Buchpreis im Rahmen einer Gala zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen. Die 5 Bücher umfassende Shortlist für den Preis der Stiftung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der mit 25.000 Euro dotiert ist, wird am 11. September bekannt gegeben.  Doch nun zu den 20 Kandidaten auf der Longlist, die in dieser Woche bekannt gegeben wurde, und die alljährliche Frage: Habt ihr einen Favoriten? Und welche der Bücher habt ihr gelesen? Wen vermisst ihr auf der Liste und welche Neuerscheinungen zwischen Oktober 2012 und September 2013 sind auf eurer ganz persönlichen Longlist für den deutschen Buchpreis? • Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013) • Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013)  • Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013)  • Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013)  • Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013)  • Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013)  • Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013)  • Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013)  • Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013)  • Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013)  • Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013)  • Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013)  • Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013)  • Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013)  • Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013)  • Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013)  • Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013)  • Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013)  • Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013)  • Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013) 

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