Clemens Ottawa Österreichs vergessene Literaten

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Inhaltsangabe zu „Österreichs vergessene Literaten“ von Clemens Ottawa

Manche von ihnen waren einst berühmt und sind in Vergessenheit geraten. Andere hatten ein Talent, das kurz aufflackerte und dann erlosch. Und manche schrieben Werke, die nur in kleinster Auflage erschienen und nie wirklich wahrgenommen wurden – zu Unrecht, wie Clemens Ottawa zeigt.

Rund 60 Autoren und Autorinnen aus drei Jahrhunderten stellt er in seinem neuen Buch vor, von der barocken Catharina Regina von Greiffenberg bis hin zur 1989 sehr jung verstorbenen Meta Merz.

Da ist Jakob Wassermann, der in den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts Weltruhm genoss. Oder Gerold Foidl, für den sich Peter Handke einsetzte, der aber dennoch nie größere Bekanntheit erreichte. Oder Theodor Kramer, den Thomas Mann „einen der größten Dichter der jüngeren Generation“ nannte, der heute jedoch nahezu unbekannt ist.

Clemens Ottawa erzählt die zum Teil höchst dramatischen Lebensgeschichten der ausgewählten Autoren und Autorinnen und schildert, wie ihr Werk zu Lebzeiten und nach ihrem Tod aufgenommen wurde. Ein kurzer Auszug aus einem ihrer Bücher rundet das Porträt jeweils ab.

Eine Fundgrube an literarischen Schätzen, die es wert wären, wiederentdeckt zu werden.

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  • Leserunde zu "Österreichs vergessene Literaten" von Clemens Ottawa

    Österreichs vergessene Literaten

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Ungehobene Schätze der österreichischen Literatur Worum geht's? Manche von ihnen waren einst berühmt und sind in Vergessenheit geraten. Andere hatten ein Talent, das kurz aufflackerte und dann erlosch. Und manche schrieben Werke, die nur in kleinster Auflage erschienen und nie wirklich wahrgenommen wurden – zu Unrecht, wie Clemens Ottawa zeigt. Rund 60 Autoren und Autorinnen aus drei Jahrhunderten stellt er in seinem neuen Buch vor, von der barocken Catharina Regina von Greiffenberg bis hin zur 1989 sehr jung verstorbenen Meta Merz. Da ist Jakob Wassermann, der in den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts Weltruhm genoss. Oder Gerold Foidl, für den sich Peter Handke einsetzte, der aber dennoch nie größere Bekanntheit erreichte. Oder Theodor Kramer, den Thomas Mann „einen der größten Dichter der jüngeren Generation“ nannte, der heute jedoch nahezu unbekannt ist. Clemens Ottawa erzählt die zum Teil höchst dramatischen Lebensgeschichten der ausgewählten Autoren und Autorinnen und schildert, wie ihr Werk zu Lebzeiten und nach ihrem Tod aufgenommen wurde. Ein kurzer Auszug aus einem ihrer Bücher rundet das Porträt jeweils ab. Eine Fundgrube an literarischen Schätzen, die es wert wären, wiederentdeckt zu werden. Clemens Ottawa studierte Germanistik, Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaften. Er ist freier Journalist, Lehrer für Deutsch und Geschichte an einem Wiener Gymnasium und Buchautor (u.a. „Das Gedächtnis der Stadt“, 2009, „Die Verfilmungen von James Joyce’s Ulysses“, 2010, „Sie dürfen sich nun entfernen. Erzählungen“, 2012). >> Informationen zum Buch Bewerbung zur Leserunde: Wenn ihr mehr über die vergessenen österreichischen AutorInnen erfahren wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 10. Oktober 2013 für eines von 12 Leseexemplaren von "Österreichs vergessene Literaten". Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht!  Sagt uns einfach, wer eure österreichischen LieblingsautorInnen sind und warum gerade ihr dieses Buch unbedingt lesen müsst. Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Bewerbung" verwenden. Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Folgt uns auf Facebook, Twitter und Pinterest und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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  • Österreichs vergessene Literaten

    Österreichs vergessene Literaten

    SandraWer

    02. January 2014 um 11:26

    Das Buch stellt einige ausgewählte Literaten Österreichs vor, die zumindest für die jüngere Generation kein Begriff mehr sind. Ihre Werke und Namen hatten durchaus einmal einen gewissen Bekanntheitsgrad, aber ihr Werke wurden nicht erneut aufgelegt, da die Literaten entweder nur eine gewisse Zeit als modern galten oder sich ihr Schaffen nicht genug im Bewusstsein der österreichischen Leser verankert hat. Der Autor des Buches, Clemens Ottawa, hat natürlich auch hier eine Auswahl treffen müssen, welche Autoren in sein Buch aufgenommen werden und welche nicht. Er selbst behauptet dabei auch nicht, dass sein Buch eine vollständige Darstellung der Thematik vergessene Literaten ist. Von jedem Literaten im Buch gibt es eine Biografie und ein kurzes Textbeispiel, was dann insgesamt 3 bis 4 Seiten ausmacht. Der Schreibstil des Autors ist dabei äußerst angenehm zu lesen und mich haben einige Literaten durchaus dazu angeregt, mehr von ihnen lesen zu wollen. Allerdings habe ich für das Lesen des Buches mehr Zeit gebraucht, als ich ursprünglich gedacht habe. Nach dem Lesen eines Autors musste ich jeweils eine Pause einlegen, um den Autor auf mich wirken zu lassen und auch, um nicht nach dem Lesen von 2 oder 3 Autoren die Namen und Biografien miteinander zu verwechseln. Alles in allem war das Buch aber durchaus sehr interessant für mich und ich konnte für mich einiges dazulernen. Als ich meinem Großvater das Buch gezeigt habe, kannte dieser gar nicht wenige der Autoren schon und hat das gesamte Buch wohl aus einem anderen Blickwinkel gesehen. Nämlich genau dem, dass diese Autoren heutzutage in Vergessenheit geraten sind und für ihn damals durchaus bekannt waren. Für mich allerdings waren eigentlich alle Autoren vorher unbekannt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Thematik von Autoren aus der Zeit des Nationalsozialismus, die sich auch der nationalsozialistischen Ideologie zugehörig fühlten, hier in diesem Rahmen richtig gelöst wurde. Es sind ganz wenige solcher Autoren hier in diesem Buch vorhanden. Besser würde ich es finden, diese Thematik in einem eigenen Buch zu behandeln und auch den Einfluss des Gedankenguts auf die Werke genauer zu analysieren. Zum entdecken früher bekannter, aber leider nun vergessener Literaten würde ich das Buch sehr weiterempfehlen. Als Buch, das man gerne in einem durchlesen möchte finde ich es dann nicht so empfehlenswert.

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  • Verführung zum Lesen.

    Österreichs vergessene Literaten

    Matzbach

    Der Autor Clemens Ottawa stellt in insgesamt 60 Kurzbiographien Literaten aus Österreich vor, die in Vergessenheit geraten sind. Ob dies tatsächlich für alle gilt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber Jakob Wassermann, Hertha Pauli, Gina Kaus und Herbert Eisenreich sind meiner Ansicht nach durchaus präsent in den Literaturgeschichten. Dabei werden zum Teil tragische Lebenswege aufgezeichnet, vielfach geprägt durch die Erfahrung des Exils oder auch Krankheiten. Jede dieser Kurzdarstellungen endet mit einem (Achtung, leichte Kritik: sehr) kleinen Appetithäppchen. Aber gerade Letzteres macht den Reiz des Busches aus. Die Bandbreite der vorgestellten Autoren ist dermaßen groß, dass jeder Leser dieses Buches Anregungen zur Weiterbeschäftigung mit dem einen oder anderen findet. Was mich ein wenig gestört hat, ist die Tatsache, dass sich zumindest zwei durch den Nationalsozialismus belastete Autorinnen in der Übersicht befinden. Ist deren literarische Qualität wirklich so überzeugend, dass es sich lohnt, sie der Vergessenheit zu entreißen? Und: Kann man Opfer und Befürworter des Nationalsozialismus so mir nichts, dir nichts einfach in diesem Kompendium vereinen? Aber dennoch: Die Lektüre lohnt sich, in meinem Fall sind es sechs Autoren, mit denen ich mich eingehender beschäftigen möchte.

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  • Appetithappen

    Österreichs vergessene Literaten

    CorneliaTravnicek

    27. November 2013 um 17:22

    Dieses Sachbuch zu vergessenen österreichischen Autorinnen und Autoren stellt in kurzen Abschnitten (3-5 Seiten) die Lebensgeschichte und dazu in weiteren sehr kurz gehaltenem Abschnitten das Schaffen der jeweiligen Personen dar. Eine Systematik hinter der Auswahl der im Buch Erwähnten erschließt sich nicht wirklich, so sind manche mit Sicherheit "vergessener" als andere, einige eher nur in der Öffentlichkeit vergessen, aber sicher nicht in der Literaturwissenschaft. Dabei funktioniert das Buch nicht als richtige Einführung zu den jeweiligen Schreibenden, sondern eher wie eine Platte mit Appetithäppchen, aus der man hier und da eines herauspickt. Manche der Häppchen waren mir persönlich dann doch zu klein, vor allem wenn es um Leseproben aus Romanen ging, die mit einer halben Seite auskommen mussten. Bei anderen, lyrischeren Texten, bekommt man auch schon in dermaßen kurzen EInheiten einen interessanten Einblick in den Stil des Autors oder der Autorin. Ich persönlich würde das Buch nicht als "Nachschlagewerk" bezeichnen, sondern eher als "Anregungswerk". Als Anstoß den einen oder die andere Schriftsteller/in (wieder) zu entdecken eignet sich der Band mit Sicherheit. Ein Buch für den eigenen Kaffeetisch (dann bleibt das hübsche Cover auch gut sichtbar). Oder ein geeignetes Geschenk für Leute mit Interesse an der österreichischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.

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  • Nicht ganz vergessen und auch nicht zu vergessen

    Österreichs vergessene Literaten

    Miss_Sunshine

    In Österreichs vergessene Literaten. Eine Spurensuch werden 60 österreichische Autoren in Kurzbiographien in den Blick genommen. Clemens Ottawa schildert die oft tragischen und ereignisreichen Lebensgeschichten der Schriftsteller und gibt Einblick in ihr literarisches Schaffen. Jedes Porträt besteht aus einem Bild des Autors, einer Kurzbiographie (2-3 Seiten) und einem kurzen Auszug aus einem ihrer Texte. Ich finde diesen Aufbau wirklich gelungen, da ich mir durch das Foto und den Textauszug ein plastisches Bild vom jeweiligen Schriftsteller machen kann. Die Länge der Porträts und der Texte finde ich angemessen, da das Sachbuch nur einen Überblick und eine Anregung zum weiteren Lesen geben möchte. Manch anderem Leser könnte aber der Textauszug zu kurz sein. Von einigen der vorgestellten Literaten wurden kürzlich, wie Ottawa schreibt, Texte neu herausgegeben. Daher stellt sich natürlich die Frage, wie vergessen sind die Autoren wirklich? Trotz meiner Beschäftigung mit Autoren verschiedener Epochen, aufgrund meines Studiums, waren mir mehr als die Hälfte der vorgestellten Schriftsteller unbekannt. Clemens Ottawa stellt interessante Persönlichkeiten aus mehreren Jahrhunderten vor. Der Fokus ist liegt insgesamt eher auf dem 20. Jahrhundert. Hier einige Namen und Daten: Georg Fröschel (1891-1979), Meta Merz (1965-1989), Franz Michael Felder (1839-1869), u.a. Manche Lebensgeschichten sind äußerst schockierend, wie folgender Ausschnitt aus Franz Michal Felders Porträt: „Da sein rechtes Auge bei der Geburt Schäden davontrug, entschieden sich die Eltern 1840 zu einer Augenoperation, die fatale Folgen hatte. Ein betrunkener Arzt entfernte dem kleinen Franz Michael das vollkommen intakte linke Auge.“ (S.52) Fazit: Die 3 Jahre langen Recherchen des Autors haben sich wirklich ausgezahlt. Ihm ist ein guter Überblick über Österreichs (langsam) vergessene Literaten gelungen. Das Buch ist für jeden Literaturinteressierten geeignet, der sich auch gerne mit Texten abseits des Mainstreams beschäftigt.

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  • Schatztruhe

    Österreichs vergessene Literaten

    Liseron

    09. November 2013 um 08:21

    Was für Lebensläufe und Geschichten entfalten sich schon auf den ersten Seiten. Ein Foto, Daten und Fakten, bibliographische Hinweise, ein Textbeispiel: auf kleinstem Raum ersteht das Leben der vorgestellten Schriftsteller. Dabei verliert der Verfasser nie den historischen Zusammenhang aus den Augen. Es ist so traurig, wie viele Kulturschaffende im letzten Jahrhundert vertrieben worden sind. Die persönlichen Schicksalsschläge sind nicht weniger bedrückend: Selbstmord wegen Krankheit, Tod durch Sturz auf der U-Bahn-Treppe. Ganz schlimm auch die bigotte Mutter, die posthum das Tagebuch des Sohnes zensiert und zerstört. Tragische Lebensgeschichten, gebrochene Biographien: das zieht sich durch das ganze Buch, kein Wunder, da das Hauptaugenmerk den Literaten des letzten Jahrhunderts gilt. Eingestreut in die biographischen Skizzen stehen vereinzelt Hinweise zur österreichischen Literatur („distanzierter Patriotismus und detailverliebte Verschrobenheit“) neben den Spezifika der einzelnen Autoren. Die Vielfältigkeit der Werke deckt alle Formen ab, vom Großroman zur modernen Lyrik, vom Film bis zur kulturwissenschaftlichen Studie, vom Journalismus bis zum Drama und vieles andere mehr. Ottawa präsentiert eine Fundgrube und macht Lust auf Entdeckungen. Er hätte an manchen Stellen die literarische Wertung etwas pointierter formulieren können. Bei der Auswahl fallen die wenigen älteren AutorInnen aufs Ganze gesehen zu stark aus dem Rahmen. Die Beschränkung auf das 20. Jahrhundert hätte mir besser gefallen, ergänzt um einige kleine Kapitel zur Entwicklung der österreichischen Literatur dieser Zeit. Literaturliebhaber werden ihre Freude an dem schön gestalteten Buch haben, es erinnert an die untergegangene Kultur des alten Europa und animiert vor allem zur Beschäftigung mit dem Leben von Emigranten und der so genannten Exilliteratur.

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  • Vergessenes Geschriebenes

    Österreichs vergessene Literaten

    Marapaya

    06. November 2013 um 20:51

    Im Jahr 1961 hat Alma Holgersen den Österreichischen Staatspreis für Kinderbuchliteratur erhalten, 1973, drei Jahre vor ihrem Tod, veröffentlichte sie noch ihre letzten Kinderbücher. Ihr eindrucksvollstes Buch Geleitet sie, Engel erschien 1948 im Zsolnay Verlag und wurde seitdem nicht wieder aufgelegt. Hannelore Valencaks im Jahr 1967 umjubelter Roman Zuflucht hinter der Zeit diente 2011 als Vorlage zum Kinofilm Das Fenster zum Sommer, die Autorin selbst scheint heute dennoch fast vergessen. Für seinen Roman Das steinerne Meer erhielt Clemens Eich 1996 den Hamburger Mara-Cassens-Preis, sein virtuoses Buch wurde seither nicht wieder aufgelegt. Dies nur als kleiner Ausschnitt aus Clemens Ottawas Spurensuche, weitere 57 Autorinnen und Autoren stellt er in seinem Buch vor. Sie alle verbindet das Schicksal, heute nur sehr wenig bis gar nicht erinnert zu werden und die Gründe dafür lassen sich nur schwer bestimmen – viele Künstlerinnen und Künstler haben in den letzten hundert Jahren gelebt und geschrieben, sind also alles andere als verstaubte Stimmen aus der Vergangenheit. Viele von ihnen sind jung gestorben und konnten ihr Lebenswerk nicht vollenden, dennoch haben sie uns eindrucksvolle Titel hinterlassen. Einige, nicht wenige waren gezwungen ihre Heimat zu verlassen, erhielten Publikationsverbot und wurden verfolgt – das dritte Reich bildet eine schreckliche, grauenhafte Zäsur in vielen ihrer Lebensläufen. Mit dem vielsagenden Wort „leidgeprüft“ lässt sich leider die Mehrheit der 60 Lebensläufe beschreiben. Historische Umbrüche, schwierige Zeiten, Armut und schwere Schicksalsschläge wirken in den vorgestellten Leben und verkürzen das Einzelne in zu vielen Fällen. Doch auch das hohe Alter und eine Vielzahl an veröffentlichten Büchern schützt laut Clemens Ottowas Recherche offenbar nicht davor, in unserer schnelllebigen Zeit vergessen zu werden. Clemens Ottawa forscht, recherchiert und schreibt gegen dieses Vergessen an. Auf 2 bis 3, manchmal auch auf 5 Seiten fasst er das Leben jedes einzelnen der sechzig vergessenen Literaten prägnant zusammen, stellt ein Abbild voran, gibt Eckdaten und Fixpunkte an, geht auf das literarische Schaffen ein sowie auf die Stimmen der Zeitgenossen und schließt immer mit dem Textauszug aus einem der vergessenen Werke. Die alphabetische Reihung ist einleuchtend, wertfrei und lädt zum Blättern und Schmökern ein. Ottawas Schreibstil ist angenehm zu lesen, seine wissenschaftliche Ausbildung ist dem Text anzumerken, fällt aber nicht unangenehm ins Gewicht, sondern verleiht der Sammlung ihre Glaubwürdigkeit. Manchmal hätte ich mir ein paar Sätze mehr zu den einzelnen Werken der Literaten gewünscht, gern auch abgesetzt zu dem lebenslauflastigen Fließtext, aber das ist nur meine persönliche Präferenz. Ottowas Buch werde ich wohl noch das eine oder andere Mal durchstöbern, zu groß ist mir die Gefahr, eine Autorin oder einen Autor im einmaligen Lesefluss übersehen und gesammelte Lektüreanregungen schlicht wieder vergessen zu haben.

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  • Alte Autoren neu entdecken

    Österreichs vergessene Literaten

    TochterAlice

    01. November 2013 um 08:05

    ...kann man mit diesem Buch von Clemens Ottawa, wobei "alt" relativ ist: Eine ganze Reihe dieser vergessenen Autoren ist überaus früh verstorben und sind möglicherweise gerade deswegen in Vergessenheit geraten. Dazu gehören Vertreter der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie Clemens Eich, Manfred Maurer, Reinhard Priessnitz und Meta Merz ebenso wie Protagonisten früherer Epochen wie Robert Müller, Raimund Berger und die aus meiner Sicht besonders wiederentdeckenswerte Hertha Kräftner. Insgesamt erstreckt sich die zeitliche Bandbreite über mehrere Jahrhunderte - BarockautorInnen des 17. Jahrhunderts finden hier ebenso ihren Platz wie Schriftsteller des 19. und des 20. Jahrhunderts. Doch auf der anderen Seite hat es mich erstaunt, Namen wie Jakob Wassermann, Gina Kaus und Hannelore Valencak hier zu finden - Autoren, die meiner Ansicht nach gegenwärtig durchaus präsent sind und auch diskutiert werden - also zu Unrecht den vergessenenen Autoren zugerechnet werden, auch wenn ich mich gefreut habe, in diesem Buch über sie zu lesen - neu waren die diesbezüglichen Angaben jedoch nur zu einem Teil. Kurz sind hier die Begegnungen mit den Literaten vergangener Zeiten, nur 2 bis 4 Seiten lang kann man sich auf jeden von ihnen einlassen. Einige Informationen zur Person, danach ein kurzer Ausschnitt aus dem jeweiligen Werk - wirklich nur ein Blitzlicht, das aus meiner Sicht oft gar keinen richtigen Eindruck vermitteln kann. Mein Interesse konnte in der Regel eher durch die Informationen zur Person geweckt werden als durch den Einblick ins literarische Werk. Was ich besonders toll fand: Clemens Ottawa hat auch vielen Autorinnen ein Plätzchen eingeräumt - man hat hier die Chance, fast genauso viele in Vergessenheit geratene weibliche wie männliche Autoren kennenzulernen. Für mich gab es hier geschlechterübergreifend eine Menge interessanter neuer Bekanntschaften, die es nun zu vertiefen gilt wie bspw. die mit Grete Zeemann und Hermynia von zur Mühlen, Georg Fröschel oder Else Jerusalem. Der Autor hat den Mut gehabt, politisch unkorrekte Autoren mit einzubeziehen - also vor allem solche, die mit den Nazis sympathisiert haben. Aus meiner Sicht die richtige Entscheidung, denn auch sie sind Teil der österreichischen Literaturgeschichte, auch wenn man ihrem Gedankengut nicht folgen muss, ihre Texte möglicherweise nicht in aller Ausführlichkeit rezipieren will. So gibt es interessante Einblicke in das Leben von Grete von Urbanitzky, einer zerissenen Persönlichkeit auf politischen Abwegen, über deren Biografie ich gleichwohl gern mehr erfahren würde. Was mich ein wenig betrübt hat, waren die oft ausgesprochen kurzen biographischen Angaben, so bspw. zu Hildegard Jone, von der mir wenig mehr als der Name in Erinnerung bleiben wird. Oft hatte ich das Gefühl, der Autor hat aufgehört zu recherchieren bzw. zu schreiben, wenn es gerade interessant wurde. Auch die Ausschnitte aus den literarischen Werken hätten gerne etwas länger bzw. in einigen Fällen anders ausgewählt sein können, manche davon haben einfach zu wenig Biss. Insgesamt aber ein wertvolles und informatives Buch, das ich sicher noch oft zur Hand nehmen werde.

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  • Literaten zum Entdecken - Ein Buch gegen das Vergessen

    Österreichs vergessene Literaten

    Stephanus

    24. October 2013 um 09:41

    In diesem Buch, das man vielleicht auch als Nachschlagewerk bezeichnen kann, werden vom Autor mehr als 60 österreichische Literaten vorgestellt, die heute weitgehend vergessen sind und kaum oder gar nicht mehr gelesen werden. Auf zwei bis vier Seiten wird zunächst in einer kurzen Biografie inkl. Werkbeschreibung der jeweilige AutorIn vorgestellt. Daran schließt sich dann ein sehr kurzer Auszug aus einem der Werke an. Das Buch ist nicht nur ein Nachschlagewerk sondern macht Lust zum Durchlesen und Stöbern, welcher Autor / welche Autorin noch zu entdecken ist. Durch die klare Strukturierung und die sachlich, aber unterhaltende Sprache des Autors macht das Lesen des Buches großen Spaß. Für mich persönlich empfand ich es als Manko, dass der Auszug aus dem Werk des jeweils vorgestellten Autors sehr kurz ausgefallen ist. Einen richtigen Eindruck kann man dadurch nur schwerlich gewinnen. Ich hätte mir gewünscht, dass vielleicht 2-3 Seiten Werkauszug enthalten sind, um die persönliche Frage, ob man den Autor für sich wiederentdecken möchte, besser beantworten zu können. Das Buch ist ein gelungenes Kleinod im Literaturbetrieb und ein Stein im Kampf gegen das Vergessen von Autoren. Für Literaturfreunde, besonders der Lyrik (da viele der vorgestellten Autoren meist auf diesem Gebiet schrieben), aber auch literaturgeschichtlich Interessierte ein sehr schönes und lesenswertes Buch

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  • Vergessen ist eine Art der Erinnerung.

    Österreichs vergessene Literaten

    FraeuleinVogelfrei

    23. October 2013 um 18:05

    Auf 2 bis 4 Seiten skizziert der Autor Leben und Schaffen der 60 aufgeführten Künstler inklusive einer kleinen Leseprobe. In einfacher und klarer Schreibweise wird in diesem Buch unterschiedliche Lebenswege und Lebensläufe dem Leser erläutert und näher gebracht. Dieses Buch ist ein Querschnitt vo 6o Minibiographieren,in denen man sicherlich gerne blättert und ein wenig stöbert,vielleicht auch neue Autoren für sich entdecken kann. Ich persönlich finde nur,dass die Leseproben etwas zu kurz geraten ist und das Buch man somit eher als Nachschlagewerk betiteln kann. Aber ob man dieses Buch wirklich im Regal stehen haben muss,gelesen haben muss? Ich weiß es nicht.Es ist anspruchsvolle Literatur,Literatur aus dem 20. Jahrhundert,Lyrik..und DAS ist bekanntlicherweise etwas,was viele nicht interessiert. Wenn man eher der typische Krimi/Romanleser ist..Finger weg. Für den Rest aber mag dieses Buch eine kleine Schatzkammer sein.

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