Auf der Suche nach einem Zuhause ...
Wenn das Zuhause im Herzen der Mutter liegt und die Mutter ihr Herz plötzlich verschließt, weil ein schwerer Unfall ihr ein normales Fühlen und Handeln unmöglich macht, gerät das Leben aus den Fugen.
So erging es Clover Stroud im Alter von 16 Jahren. Ihre Mutter stürzte beim Reiten und dadurch ging ihr Zuhause verloren. Die Geschwister und der Vater versuchten ihr Halt zu geben, aber das reichte nicht aus. Sie suchte ihre frühere Mutter und die Pferde schienen die Verbindung zu ihr zu sein.
Sie ritt die wildesten Pferde zum einen auf einer Galopprennbahn, dann als Fahrende in Irland, anschließend in Texas auf verschiedenen Ranches und zuletzt in Ossetien, das vom Bürgerkrieg zerfressen und wirklich ein gefährliches Pflaster war. Sie betäubte ihren Schmerz mit Schmerz, Sex, Drugs und Alkohol, selbst noch als ihre ersten beiden Kinder geboren wurden.
Eindrücklich und ehrlich geschrieben, nahm mich die Geschichte mit auf einen wilden Ritt durch Schmerz und Zerrissenheit. Oft dachte ich: wow, das würde ich mir niemals trauen. Manchmal dachte ich auch: nee, das würde ich niemals machen. In jedem Fall bewunderte ich die Stärke, mit der Clover Stroud ihr Schicksal meisterte.
Die Pferde waren der Schlüssel, immer irgendwie dabei, aber trotzdem nie im Mittelpunkt. Außer, dass sie von Clover geritten wurden, erfuhr man von ihnen wenig. In meinen Augen zu wenig, denn es schien mir, dass sie nur benutzt wurden, um eine Lücke zu füllen. Dafür ziehe ich ein Sternchen ab, denn die Szenen des harten Einreitens von Jungpferden in Texas oder das Opfern der Lämmer in Ossetien blieben unreflektiert. So sollte mit Lebewesen nicht umgegangen werden.

