Coco Chanel

 3.9 Sterne bei 18 Bewertungen

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Die Kunst, Chanel zu sein

Die Kunst, Chanel zu sein

 (18)
Erschienen am 01.07.2009

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Rezension zu "Die Kunst, Chanel zu sein" von Coco Chanel

"Die Kunst, Chanel zu sein" von Coco Chanel
Jacynthevor 3 Jahren

Inhaltsangabe


Coco Chanel, die erste Unternehmerin, die mit Stil, Eleganz und eiserner Disziplin ein Weltimperium schuf, wusste, worauf es ankommt. Sie erfand das kleine Schwarze, schnitt alte Zöpfe ab und lebte vor, dass es großen Spaß macht, selbst Geld zu verdienen. Geschenkausgabe mit zahlreichen Photos weltberühmter Photographen.

Meine Meinung


Wie ich bei Gemeinsam Lesen schon einmal schrieb: Ich bin modisch überhaupt nicht interessiert, Merkenkleidung und Designer können mich nicht großartig begeistern. Und Coco Chanel ist eine sehr zwielichtige Person - man denke nur an ihre Karriere als Nazi-Spionin (ein dunkles Kapitel, welches in diesem Buch wohl nicht auftauchen dürfte) - aber ich finde sie dennoch faszinierend, denn sie revolutionierte quasi im Alleingang und auf ihre eigne Weise das Leben der Frau. Schlichte aber elegante und angenehm zu tragende Kleidung war meiner Meinung nach ein großer Schritt in Richtung Freiheit der Frau.

Das ist der Grund, warum ich dieses Buch lesen wollte. Ich wollte mehr über Chanels Sicht der Dinge wissen, erfahren, wie sie über die Frauen ihrer Zeit dachte und wie es dazu kam, dass sie so großen Erfolg hatte. Ich wusste durch Rezensionen, dass das Buch kein umfassendes Bild ihrer Person zeichnet. Ihre Karriere als Nazi-Spionin beispielsweise wird dort überhaupt nicht erwähnt. Das ist aber auch nicht verwunderlich wenn man bedenkt, dass es hier Chanel selbst ist, die über sich erzählt. Und da sie ohnehin als notorisch unehrliche Person bekannt war, sollte man hier auch nicht alles für bare Münze nehmen.

Erzählt wird, wie gesagt, von Chanel selbst. Aufgezeichnet wurde das ganze von Paul Morand, der auch das Nachwort verfasst hat. Hierzu komme ich später noch einmal. Sie geht dabei nicht chronologisch vor, was ich schade finde, denn es verwirrt mich immer, wenn biographische Erzählungen zeitlich durcheinander sind. Nachdem sie in mehreren Kapiteln ihre Kindheit, Jugend und ihr frühes Erwachsenenalter beschreibt, ergeht sie sich in kapitellangen Ausführungen über Freunde und Bekannte. Diese Kapitel haben mich sehr gestört, denn ich wollte etwas über Chanel erfahren und nicht über ihre Freunde. Andererseits: eines erfährt man darin über sie. Nämlich, dass sie wohl keine angenehme Zeitgenossin war und dass sie und ich wohl keine Freundinnen geworden wären. Ich war fassungslos als ich das Kapitel über ihre "Freundin" Misia las. Im Grunde zieht sie nur über sie her, zählt ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten auf und nennt sie am Ende dennoch ihre Freundin. 

Doch man muss Chanel zu Gute halten, dass sie sich selbst ebenso kritisch und unbarmherzig betrachtet, wie die anderen. Und das weiß sie auch:
"Was ich Ihnen erzähle, betont eher meine Fehler als meine Qualitäten. Ich habe ein paar recht reizvolle Qualitäten - und eine Menge unerträgliche Fehler." (S. 228)  Insgesamt spiegelt das Buch sehr gut wieder, was für eine Person Coco Chanel war, dass ihr Erfolg nie ihre Intention war und dass sie einfach immer nur sie selbst sein wollte. Die Fotos, die teilweise zwischen den Kapiteln abgebildet sind, runden das Buch auf angenehme Weise ab und zeigten mir Bilder, die ich bisher nicht von ihr kannte. Vieles ist mit Fußnoten versehen, welche am Ende des Buches ausführliche erklärt, sodass man dadurch noch mehr Hintergrundwissen erhält. Auch das Nachwort von Morand deckt noch einmal einiges auf bzw. bestätigt es:
"Ein geheimnisvolles Geflecht aus Komplexen! Das ist Chanels Schattenseite, daraus erklärt sich ihr Schmerz, ihr Bedürfnis, wehzutun, zu strafen, daraus erklären sich aber auch ihr Stolz, ihre Strenge, [...]" (S. 204)  Wie man an dieser Rezension sieht, gab es in diesem Buch einige Stellen, die ich zitieren wollte. Das passiert nicht oft, denn eigentlich mache ich mir nicht viel aus Zitaten. Hier war das anders und ich habe einiges markiert und herausgeschrieben. Chanel drückt auf fast erschreckend genaue Art und Weise aus, was sie denkt und fühlt, und teilweise habe ich mich darin wieder erkannt. Ihre Sprache ist sehr poetisch, und dabei bedarf sie nicht vieler Worte, um das auszudrücken, was sie ausdrücken will. Das hat mich sehr fasziniert und ist definitiv eine große Stärke des Buchs.

Ich hatte "Die Kunst, Chanel zu sein" schnell gelesen und mochte die Kapitel sehr, in denen sie nicht ausschließlich über ihre Freunde herzieht. Abgesehen von der Sprache hat mich das Buch ansonsten leider nicht übermäßig fesseln können und ich vergebe 3 von 5 Wolken. Mit einer reinen Chanel-Biographie wäre ich wohl besser beraten als mit diesem Werk, und ich hoffe, dass ich bald eine geeignete finden werde.

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Leserrezension_2009s avatar

Rezension zu "Die Kunst, Chanel zu sein" von Coco Chanel

Rezension zu "Die Kunst, Chanel zu sein" von Coco Chanel
Leserrezension_2009vor 9 Jahren

Eingereicht von Heike H.:
Kein Werkstattbericht, keine Stilberatung und wer wissen möchte, wie es gehen kann, dass aus dem Mädchen vom Lande, Gabrielle Chanel, eine der bedeutendsten Modeschöpferinnen des 20. Jahrhunderts wurde, sollte eine der zahlreichen Biographien über Coco Chanel lesen.

Chanel erzählt in diesem Buch nicht ihr Leben, insofern ist der Titel schon einmal trügerisch. (Diese Irreführung liegt wieder einmal in der Übersetzung. Im französischen Original heißt das Buch L’allure de Chanel und der Untertitel fehlt völlig. Paul Morand hat 1946 Gespräche mit Coco Chanel aufgezeichnet und später herausgegeben.) Madame erzählt also nicht etwa ihr Leben, sie erzählt aus ihrem Leben und betrachtet anscheinend eine Autobiographie als eine Gelegenheit hübsche Märchen zu erzählen: Ihre Kindheit hat sie nicht, wie geschildert, bei zwei lieblosen Tanten verbracht, denen sie es zu verdanken habe, dass etwas aus ihr geworden sei. „Böse Tanten wecken Eroberungsinstinkte“.

Erobert hat Chanel dann auch so einiges, Männer und die Karriereleiter, die sie nach eigenen Angaben ganz allein erklommen hat. Wie sie das getan hat, bleibt leider vage. Eines scheint ihr wichtig zu sein: Dass sie jede Gelegenheit beim Schopfe gepackt hat, von anderen wird ihr das durchaus als Berechnung ausgelegt. Liebkind will sich Chanel mit ihren Erzählungen sicher nicht machen. Warmherzige Erinnerungen an Freunde und Liebhaber sehen anders aus, Chanel beschreibt Menschen gnadenlos, bisweilen kalt und man bekommt das Gefühl, dass sie Menschen manchmal nur sehr schwer ertragen hat. Paul Morand nennt sie in seinem Nachwort Belle dame sans mercy, wohl eine treffende Bezeichnung. Gleichzeitig ist das gerade die Faszination, die dieses Buch hat. Weichgespültes liegt Chanel nicht, sie ist da eher für Leidenschaft, bezeichnet sich als den einzigen „noch nicht erloschenen Vulkankrater der Auvergne“.

Zwischen den erfundenen oder verdrehten Tatsachen fallen besonders die Lücken in Chanels Erzählungen auf. Kein Wort davon, dass sie 1944 in Paris verhaftet wurde, weil man sie für eine Kollaborateurin hielt, kein Wort von Jahren der Erfolglosigkeit. Dafür erhält man Einblicke in den Charakter einer großen Frau, die das Buch mit einer Art Bestandsaufnahme beschließt. Hier wird dann teilweise bitter und mit Bedauern auf das Leben zurückgeblickt, aber auch mit Stolz und einem Lebenshunger, der wohl viel eher als die „bösen Tanten“ für die Lebensgeschichte der Chanel verantwortlich ist.

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Rezension zu "Die Kunst, Chanel zu sein" von Coco Chanel

Rezension zu "Die Kunst, Chanel zu sein" von Coco Chanel
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

"Die Kunst, Chanel zu sein" ist ein Buch, welches man, meiner Meinung nach, schwer in einem Rutsch durchlesen kann. Coco erzählt aus ihrem Leben, ihrem Weg, von ihren Anfängen als Hutmacherin bis hin zu der letztendlichen Modeikone, wie wir sie kennen. Sie berichtet von außergewöhnlichen Freundschaften, interessanten Personen und nicht zuletzt von sehr viel Geld, welches im Leben von Mademoiselle nicht bedeutend, sondern viel eher nötig war, um frei zu sein. Der Untertitel "Coco Chanel erzählt ihr Leben" trifft voll und ganz zu, fühlt man sich doch während des Lesens dieses schmalen Bandes wirklich wie in ein persönliches Gespräch mit Coco vertieft. Der Anhang bietet Erläuterungen und Erklärungen, vereinzelt auch Richtigstellungen z. B. betrefflich der Altersangabe von Mademoiselle. Sehr unterhaltend, sehr informativ - sehr empfehlenswert!

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