Der Roman zeichnet sich durch authentisch gezeichnete Charaktere aus, besonders durch die Schwestern, deren Beziehung ohne jede Beschönigung dargestellt wird. Die Geschichte wird mit Humor aber auch Ernsthaftigkeit, begründet in den unbequemen Lebensumständen des 19. Jahrhunderts verbunden, beschrieben, und dabei auch die kalte, schroffe Atmosphäre der Zeit eingefangen.
Im zweiten Teil des Romans verschiebt sich der Ton deutlich in eine ernstere Richtung und die Atmosphäre lässt den Leser etwas unangenehm zurück. Die Protagonistin reagiert häufig mit Selbstmitleid oder Wut – eine Entwicklung, die mich aufgrund ihrer vorherigen Charakterdarstellung zuerst irritiert haben, aber auch ihre Menschlichkeit unterstreichen. Zumal konnte ich weder Beginn noch Entwicklung bzw. Dynamik von Karitas Liebesbeziehung nachvollziehen. Schlussendlich hat mir der erste Teil ein wenig mehr gefallen.
Interessant ist allgemein der - wenn auch oberflächliche - Einblick in isländische Feensagen.
Insgesamt empfand ich es als lesenswertes Buch.





