Coletta Bürling Bevor der Morgen graut

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Inhaltsangabe zu „Bevor der Morgen graut“ von Coletta Bürling

Gute Geschichte, sehr spannend, wenn es auch einige Schwachstellen gibt...

— Mizuiro

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    Bevor der Morgen graut

    Mizuiro

    09. August 2014 um 10:56

    Bevor der Morgen graut ist in Kapitel aufgeteilt, die den einzelnen Tagen der Ermittlungen in den betreffenden Mordfällen entsprechen. Unterkapitel gliedern sich wiederum nach der Uhrzeit und beschreiben meist die Handlungen verschiedener Personen aus dem Ermittlungsteam. Ich muss sagen, dass es schon ein bisschen gedauert hat, bis ich mich so richtig mit dem Buch anfreunden konnte. Gleich auf den ersten Seiten ist die Rede von der Hitze, die für Mensch und Tier unerträglich sei. Nun, angesichts der Tatsache, dass der Roman in Island spielt, fand ich das ein wenig übertrieben. Mir ist weder ein Tier, noch ein Mensch bekannt, der im Sommer unter der isländischen Hitze leiden würde. Auch nicht bei 25 Grad. Und das ist schon viel. Aber ich bin ja keine Isländerin (und auch kein Rentier), also wollte ich darüber dann auch nicht weiter nachdenken und habe mir von so etwas nicht den Lesespaß verderben lassen. Das war auch gut so, denn Bevor der Morgen graut hat es später doch noch noch geschafft mich zu fesseln. Obwohl vorher noch einige Gänse erschossen werden und der Autor ein wenig über die Gänsejagd schwadroniert (was ich gelinde gesagt furchtbar fand).  Nach und nach erfährt man mehr über die Hauptfiguren, die Polizisten Birkir und Gunnar, sowie über andere Personen aus ihrem Team. So soll wohl bei den Lesern eine Sympathie für die Protagonisten geweckt werden. Das hat leider für mich nicht besonders gut geklappt. Die Figuren boten (für mich) relativ wenig Identifikationspotential, waren nicht hinreißend sympathisch und ihre Handlungen und Gefühle oft nur schwer nachzuvollziehen. Naja, es handelt sich eben um einen Kriminalroman, der von Spannung lebt und nicht von Sympathie. Ein weiterer Kritikpunkt war für mich die relativ hohe Anzahl an Figuren, die man leicht durcheinander bringt, sodass es schwer wurde selbst eine Theorie zu den Morden zu entwickeln.  Auch das Ende fand ich ein bisschen enttäuschend, allerdings nur die letzten zwei, drei Seiten. Die Gefühle der handelnden Figuren werden kaum mehr beschrieben und obwohl die gefährliche Situation noch nicht durchgestanden ist, erscheinen die Figuren ruhig und gleichgültig, das Ende kommt ganz plöztlich, da hätte man mehr draus machen können. Wie bereits angedeutet hat mich das Buch trotzdem gefesselt. Die Geschichte war spannend und außergewöhnlich und an manchen Stellen verwirrend, sodass man als Leser teilweise selbst genauso ratlos aus der Wäsche schaute, wie die Polizisten aus dem Roman.  Besonders gelungen fand ich die Figur Emil Edilons, eines Schriftstellers der sich oft mit einem der Polizisten über Literatur unterhält. Ich kann mir vorstellen, dass diese Figur dem Autor selbst entspricht, der in seinem Buch auf einer Metaebene ironisch über sein Buch spricht und das fand ich ganz ganz großartig! Dieses Phänomen und die Geschichte selbst haben mich doch noch einigermaßen überzeugt, auch wenn ich sonst sehr viel an Bevor der Morgen graut zu kritisieren hatte...

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