Colin Bateman Ein Mordsgeschäft

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Inhaltsangabe zu „Ein Mordsgeschäft“ von Colin Bateman

Schräger Krimihumor für alle Fans von Carl Hiaasen und Christopher Moore Machen wir uns nichts vor: Die Buchbranche ist ein höllisches Geschäft. Vor allem für hypochondrische Krimibuchhändler, die ihre Läden neben Detektivbüros haben und auch gerne mal einen Fall für den verschwundenen Besitzer übernehmen. Damit kann man zwar bei der hübschen Frau vom Laden gegenüber Eindruck schinden, gerät aber auch schnell an ein paar handfeste Mordfälle. Colin Bateman, in Großbritannien schon lange eine Institution in Sachen humorvolle Spannung, legt hier eine pechschwarze, beißend ironische Komödie vor. Und spätestens beim Gastauftritt von John Grisham bleibt kein Auge trocken.

Schon ganz lustig geschrieben, leider war mir Hauptcharakter unsympathisch. Aber der Fall war spannend!

— Book_Bug
Book_Bug

Als echten Krimi würd ich es wohl nicht bezeichnen, als schräge Unterhaltung mit seltsamen Kriminalfällen definitiv. Musste sehr lachen.

— Nirtak_Ehcstuk
Nirtak_Ehcstuk

Unterhaltsamer Krimi mit skurrilem Protagonisten. Habe mich beim lesen sehr amüsiert.

— moffeli
moffeli

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  • Kein Alibi

    Ein Mordsgeschäft
    walli007

    walli007

    20. August 2016 um 20:06

    Er ist Besitzer des besten Krimibuchladens in Belfast, welchen er sinnigerweise „Kein Alibi“ getauft hat. Im Nebenladen residiert eine Privatdetektei, deren Besitzer allerdings seit einiger Zeit verschwunden ist. Und so kommt es, dass immer mehr Kunden des Nachbarn im Buchladen auftauchen und darum bitten, ihre Probleme gelöst zu bekommen. Das gelingt besser als man meinen könnte, obwohl der Inhaber wegen diverser echter und eingebildeter Krankheiten weder die Stadt noch Land kaum je verlässt. Doch als ein Buchverleger in seinem Laden erscheint, der darum bittet, das Verschwinden seiner Frau aufzuklären, scheinen die Grenzen der Kunst erreicht. Und dann ist da noch Allison aus dem Juweliergeschäft gegenüber, die der Inhaber des Buchladens doch allzu gerne näher kennenlernen möchte. Amüsiert folgt man dem Buchhändler auf seinen ersten Schritten zum Privatdetektiv. Als begeisterter Krimileser und natürlich auch Verkäufer, müsste er für seinen Nebenjob eigentlich bestens geeignet sein. Doch sein etwas undurchsichtiges Vorleben könnte sich als nicht zu unterschätzendes Hindernis erweisen. Und die hübsche Allison, die am liebsten das Abenteuer, Assistentin eines Privatdetektivs erleben möchte, bietet auch eine willkommene Gelegenheit zur Ablenkung. Dennoch wird so mancher Gedanke gewälzt und viele Seiten im Internet, denn trotz seiner Verschrobenheit, dumm ist der namenlose Buchhändler nicht.  Dieser Buchhändler ohne Namen ist schon etwas verschroben, seine Angst vor einem Virus oder sonst einer Krankheit ist beinahe größer als bei einer echten Gefahr. An seinen Schwarm traut er sich nicht richtig heran. Und seine Gedankenergüsse sind nicht von schlechten Eltern. Dennoch macht er Spaß. Skurril und ironisch, mit witzigen Anspielungen auf die großen Detektive, unterhält er sehr gut.  Schließlich hat er einen Fall am Wickel, der sich packender entwickelt als man zunächst ahnen kann. Und wie es sich für den Beginn einer Reihe gehört, bleiben am Schluss auch genug Fragen zur Person des guten Buchhändlers offen, um ihm noch die Lösung weiterer Fälle zu wünschen.

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  • Leserunde zu "Janusmond" von Mia Winter

    Janusmond
    Cara_Elea

    Cara_Elea

    „Es wird Sie verändern! Wenn ich zu Ende erzählt habe, wird in Ihrer Welt nichts mehr so sein, wie es war….“ Louisson in Südfrankreich. Es herrscht eine heiße, beklemmende Atmosphäre…Der Deutsche Leon Bernberg ist hierher gereist, um seine vermisste Zwillingsschwester Lune für tot erklären zu lassen,  doch stattdessen gerät er immer tiefer in den Bann der Verschwundenen…mit "Janusmond" hat Mia Winter einen spannungsgeladenen und geheimnisvollen Roman geschrieben, den du so schnell nicht aus der Hand legen kannst! Mehr zum Inhalt: Die französische Stadt Louisson leidet unter der Hexenhitze, als der Deutsche Leon Bernberg dort auftaucht, um nach seiner Zwillingsschwester Lune zu suchen. Diese hat vor zehn Jahren hier gelebt – und verschwand damals spurlos. Leon will sie nun offiziell für tot erklären lassen und bittet den Polizisten Christian Mirambeau um Hilfe. Doch durch Leons Erzählungen gerät auch Christian in den Bann der verschwundenen Fremden. Er beginnt Nachforschungen in dem Fall anzustellen – nicht ahnend, dass er damit sein eigenes Glück bereits verspielt hat … Hier geht's zur Leseprobe! Packende Geschichten mit geheimnisvoller Atmosphäre sind genau nach deinem Geschmack? Dann bewirb dich jetzt als Testleser! Gemeinsam mit Egmont Lyx verlosen wir 25 Exemplare für die Leserunde. Außerdem werdet ihr die Möglichkeit haben, Autorin Mia Winter mit euren Fragen zu löchern! Beantwortet uns einfach die folgende Frage: Mit Christian Mirambeau spielt in "Janusmond" ein französischer Ermittler eine wichtige Rolle. Welchen Typ von Ermittler mögt ihr am liebsten und warum? Ich drücke euch die Daumen & wünsche euch viel Glück! *Bitte beachtet: Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur aktiven und zeitnahen Teilnahme am Austausch in allen (!) Leseabschnitten dieser Leserunde sowie zum Verfassen einer ausführlichen Rezension zum Buch auf LovelyBooks. Wenn ihr euch als Testleser bewerbt, solltet ihr bestenfalls schon mindestens eine Rezension veröffentlicht haben.

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    • 458
  • Die Leiden eines irischen Buchhändlers

    Ein Mordsgeschäft
    Stefan83

    Stefan83

    Sollte nicht doch noch ein Wunder geschehen und im Feuilleton der deutschen Presse jemand über Colin Bateman stolpern, wird dessen neuestes Werk „Ein Mordsgeschäft: Mord, Anarchie und verdammt heiße Hosen“ wohl auch in den nächsten Monaten ein Schattendasein auf dem heimischen Buchmarkt fristen bzw. wieder gänzlich von diesem verschwinden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Colin Bateman hat, trotz seines 1998 erfolgreich verfilmten Romans „Divorcing Jack“, noch keinen Namen in Deutschland. Zudem wird die äußerliche Aufmachung des Covers, so amüsant es auch gestaltet sein mag, den eingefleischten Krimi-Kenner wahrscheinlich nicht zum Kauf verleiten können. Und gerade diese Klientel ist es aber, welche in erster Linie Gefallen an dem Buch finden dürfte, denn mit „Ein Mordsgeschäft“ ist dem nordirischen Autoren eine äußerst unterhaltsame Geschichte gelungen, die Krimigenre und Buchhandelswesen auf sehr eigenwillige Art und Weise persifliert und aufgrund einer Vielzahl zielgerichteter Anspielungen beim Leser eine gewisse Kenntnis dieser Literaturgattung voraussetzt. Eine Kenntnis, die wohlgemerkt weit über die Lektüre von Slaughter, McFadyen, Beckett und Co. hinausgehen sollte, damit man sich nicht im nach hinein über den faden Plot oder die unverständlichen Witze echauffieren muss. Die Belfaster Krimibuchhandlung „Kein Alibi“ teilt das Schicksal vieler kleiner Sortimenter aus deutschen Landen: Eine gemütliche, private Atmosphäre. Ein vielfältiges, gut sortiertes Angebot. Eine kompetente, ausführliche Beratung. Und natürlich wenig bis kein Profit. Nur selten verirrt sich ein potenzieller Käufer in diesen Laden, dessen Preise mit den Schnäppchen-Angeboten der umliegenden Supermärkte und Tankstellen nicht konkurrieren können, dies allerdings auch gar nicht sollen, denn der Eigentümer von „Kein Alibi“ ist schon sehr speziell. Manisch depressiv, zur Paranoia neigend und mit einer hypochondrischen Veranlagung, die selbst den guten Fernsehermittler „Monk“ noch übertrifft, wird für diesen jeglicher Kundenkontakt zur Tour der Force. Seine Aversion gegen so ziemlich alles, was nicht zum eigenen Körper gehört, haben, wie der Unwille ein gutes Buch einfach so in falsche Hände zu geben, schon den ein oder anderen Verkauf eines Buches verhindert und dazu geführt, dass nur eine ganz spezielle Stammkundschaft sein Geschäft frequentiert. Doch damit scheint es plötzlich vorbei zu sein. Immer mehr Menschen strömen in den Laden. Allerdings nicht um einzukaufen, sondern weil der Schnüffler aus der Detektei „Private Ermittlungen“ von nebenan seit einiger Zeit verschwunden ist und ein jeder vermutet, dass es doch einen Zusammenhang mit der Krimibuchhandlung „Kein Alibi“ geben muss. Nun werden zur Überraschung des genervten Buchhändlers unter fadenscheinigen Gründen Bücher erworben („Schon seit Jahren hat kein Mensch mehr was von Agatha Christie gekauft“), um ihre kleinen Probleme beim Experten für Kriminalliteratur lösen zu lassen. Der ist davon alles andere als begeistert, bis er den Profit in dieser relativ einfachen Arbeit erkennt. Er übernimmt ein paar der Aufträge, jagt (natürlich von zu hause aus) verlorenen Designer-Lederhosen nach und stellt einen renitenten Graffiti-Sprayer, der mit seiner „Kunst“ das fragwürdige Ansehen Belfaster Bürger beschmutzt. Ganz nach dem Vorbild der alten Whodunits gibt er den geistigen Herausforderungen schlagkräftige Titel, bis der „Fall des jüdischen Musikanten“ auch die Schattenseiten des Detektivberufs aufzeigt und Leichen auf der Bildfläche erscheinen … „Jedwede Form von Sekundärliteratur, also auch die Rezension, ist anfechtbar, da zur möglichst objektiv wiederzugebenden Beschreibung eines Gegenstandes immer auch die kommentierend subjektive Sicht des Rezensenten gehört.“ Dieses Zitat aus Wikipedia sei an dieser Stelle vorangestellt, um der gegebenenfalls aufkommenden Kritik, hier hätte man zu sehr aus eigener Sicht beurteilt, ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Tatsache ist: In diesem Fall war es gänzlich unmöglich vollkommen objektiv zu bleiben, hat doch der zuständige Rezensent denselben Beruf wie der Protagonist des Buches inne und damit nochmal eine völlig andere Sichtweise als der normale Leser. Die Lektüre war somit über weite Strecken ein Potpourri aus Déjà-vus und „Das-kenne-ich-gut“-Momenten, welche Batemans Werk eine Tiefe verleihen, die Nicht-Buchhändlern mit Sicherheit verborgen bleiben und von diesen nicht als eine solche erkannt werden dürften. Gleiches gilt für die versteckten Seitenhiebe auf die Kriminalliteratur. Wenn sich der Hauptprotagonist, der wie es sich für einen paranoiden Mitbürger gehört im Buch ohne Namen bleibt, sich in seiner Detektivrolle als Lawrence Block oder Walter Mosley ausgibt, wird ein Großteil der Leserschaft wahrscheinlich irritiert blinzeln, während sich dem viellesenden Krimi-Kenner ein Grinsen ins Gesicht schleicht. Colin Bateman hat mit „Ein Mordsgeschäft“ eine bitterböse Krimi-Satire geschrieben, in der die eigentlichen Ermittlungen relativ lang im Hintergrund bleiben. Stattdessen steht der Ich-Erzähler im Mittelpunkt, dessen leidgeprüftes Wesen mit seinen vielen Ängsten, nervösen Ticks und Anwandlungen für unzählige heitere Momente und einige herrliche Gags sorgt. Anstatt uns einen gediegenen Möchtegern-Poirot vorzusetzen oder die Wandlung eines ruhigen Bücherwurms zum hart zupackenden Detektiv zu beschreiben, blicken wir einer Person über die Schulter, die aus Angst vor einer Kugel ohne zu zögern die Liebe ihres Lebens (die bildhübsche Alison aus dem Juwelierladen gegenüber) in die Schusslinie schiebt und für die Kunden eher störend als König sind. Das spiegelt sich dann auch im Service wider. (…) „Der einfachste und direkteste Weg, sie zu erreichen, war der Kein- Alibi-Rundbrief, in dem ich sie gewöhnlich mit einmaligen Sonderangeboten für Bücher bombardierte; Bücher, die ihnen Amazon viel billiger bietet und schon am nächsten Tag zuverlässig liefert, ganz im Gegensatz zu meinem altertümlichen Service, bei dem eine Bestellung manchmal mehrere Wochen oder gar Monate dauert, in einem Fall sogar anderthalb Jahre. Aber ich denke, meine Kunden wissen den menschlichen Touch zu schätzen. Anstatt ein anonymes, von einer Maschine abgestempeltes Paket zugestellt zu bekommen, das ein Bücherroboter von einem meterhohen Stapel gepflückt hat, erhalten sie das Werk in einem zerknitterten, zerrissenen und recycelten Umschlag, persönlich angeleckt von einem frustrierten amnesty-international-Mitglied.“ (…) Ganz klar, der Roman steht und fällt mit der erzählenden Hauptfigur. Wer mit ihr nicht kann, ihren Humor nicht teilt, wird über kurz oder lang „Ein Mordsgeschäft“ an die Seite legen. Alle anderen jedoch erhalten Einblick in die Gedankenwelt eines höchst neurotischen Buchhändlers, der, trotz seiner umfangreichen Kenntnisse, mit den Helden und Meisterdetektiven des Krimi-Genres so gar nichts gemein hat, und der in seinen Handlungen für den Leser bis zum Schluss völlig unberechenbar bleibt. Das wiederum sorgt für die ein oder andere Überraschung, und im Verbund mit dem streckenweise tiefschwarzen Humor, immer wieder für Lacher. Selbiges gilt auch für die anderen Charaktere, die, wie es sich für eine irische Satire gehört, arg überzeichnet daherkommen. Von der Noir-typischen Femme Fatale über den bösen Nazi bis hin zum soziopathischen Taxifahrer wird hier alles abgedeckt, was Nordirland an verrückten Gestalten hergibt, wobei sich Bateman den gelegentlichen Hieb auf die Geschichte seines Landes nicht verkneifen kann. In Punkto Spannung reißt das Buch insgesamt keine Bäume aus. Besonders in der Mitte drohen die vielen Anekdoten zu den durch den Buchhändler gelösten „Fällen“ ein wenig zu ermüden. Bateman bekommt allerdings noch zur rechten Zeit die Kurve, platziert punktgenau eine Leiche und gibt der Handlung damit den vorher vermissten Schwung zurück. Der ebbt bis zum Schluss dann auch nicht mehr ab, da der Autor mit knapper, knackiger Sprache das Tempo hoch hält. Highlights sind hier besonders die rasante Fahrt mit einem Taxi sowie die unausweichliche Auflösung im Kreise aller Verdächtigen, modern in Szene gesetzt mit einer Power Point-Präsentation. Bis hierhin wird alles über den Löffel barbiert, was im Krimigeschäft Rang und Namen hat. Da kriegt John Grisham ebenso sein Fett weg, wie Henning Mankell oder Vielschreiber James Patterson („Das hier ist eine pattersonfreie Zone. Wenn wir nämlich damit anfingen, Pattersons vorrätig zu haben, wäre kein Platz mehr für irgendetwas anderes. Dann könnten wir den Laden gleich in Patterson-Bücher umtaufen.“). Colin Batemans „Ein Mordsgeschäft“ ist eine pechschwarze, sarkastische Krimisatire an der, auch wegen des sehr speziellen und manchmal flachen Humors, sicher nicht jedermann seine Freude haben wird. Für den Gelegenheitsleser eine kurzweilige Abwechslung. Für den Krimi-Kenner eine echte Empfehlung. Für den Buchhändler nicht zuletzt wegen solcher Passagen ein absolutes Muss: (…) „Bücher verkaufen ist wie Prostitution, du bietest deine Ware an, schließt die Augen und verliebst dich niemals in den Kunden. Und du betest, dass keiner was Perverses von dir verlangt.“ (…)

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    • 2
    Arun

    Arun

    30. November 2014 um 17:34
  • Detektiv wider Willen

    Ein Mordsgeschäft
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    06. February 2014 um 21:49

    Bücher sind kostbare Gegenstände, und man kann sie nicht einfach aus dem Regal pflücken wie Dosenerbsen im Supermarkt. Im Belfaster Krimibuchladen "Kein Alibi" häufen sich allerdings seltsamerweise just jene Kunden, die irgendwas aus dem Regal ziehen, keine Klappentexte lesen und auch sonst merkwürdig desinteressiert an Krimis scheinen. Der Buchhändler weiß auch warum: Seit der benachbarte Privatdetektiv Malcolm Carlyle verschwunden ist, suchen die Menschen bei ihm Hilfe. Wenn der Detektiv nicht mehr da ist, dann kann in ihren Augen sicher der Mann aushelfen, der beruflich auch eine Menge mit Detektiven zu tun hat. Eines Tages traut sich der erste Hilfesuchende, den Buchhändler anzusprechen: Die Lederhose seiner Frau ist aus der Reinigung verschwunden. Mit vergleichsweise wenig Aufwand kann er die Hose tatsächlich auftreiben, das Honorar einstreichen und lässt sich auf weitere Ermittlungen ein. Ein paar Steine liegen dem Neudetektiv allerdings im Weg: Aus dem Haus gehen mag er nicht, Leute mag er eigentlich auch nicht und sich selbst hält er zudem für den Klügsten ohnehin. Er hat viel vom hochneurotischen TV-Ermittler Monk, der schon mit zahlreichen Phobien auffiel. Die einzige Frau, für die er sich interessiert, arbeitet im Laden gegenüber und wird von ihm richtiggehend verfolgt. Per Kamera und Verfolgung weiß er eine ganze Menge über die angebetete Alison, die er eines Tages auf einer Literaturveranstaltung bei ihm endlich persönlich kennen lernen darf. Sie ist ein wenig zu tatkräftig für seinen Geschmack, denn sie mischt sich in "seine" Fälle ein und erteilt Ratschläge ... ausgerechnet ihm, der selbstredend keine Hilfe benötigt und schlau genug für jeden Gegener ist. Die Hilfe wird allerdings wertvoll, als die ersten Toten auftauchen und das Ermittlergespann schließlich selbst vor einer Leiche steht. Einer der Fälle, die von Carlyle übernommen wurden, ist offenbar brenzliger als gedacht. Das Buch lebt maßgeblich von zwei Dingen: Zum Einen von dem gegensätzlichen Duo aus Buchhändler und Alison. Zum Anderen von der absolut buchverrückten Atmosphäre. Der Erzähler teilt seine Klientel hübsch in Kategorien ein und würde glatt dem einen oder anderen den Verkauf eines Krimis von Robert B. Parker verweigern. Ein Agatha Christie-Roman zeugt klar von persönlichen Problemen des Käufers, denn davon sei schon seit Jahren nichts mehr über den Ladentisch gegangen, Grisham-Romane werden nur empfohlen, wenn man geistig zurückgeblieben ist und Patterson führt der Laden gleich gar nicht. Dafür darf Erskine Childers herhalten, wenn während eines Telefonats dringend ein unauffälliges Pseudonym her muss. Der Vertreter der Behörden, Detective Robinson, schätzt Krimis sehr und entpuppt sich als Sammler. Und nicht zuletzt ist einer der Fälle mit einem Verleger und seinem Verlagsprogramm verknüpft. Gespickt mit schrägem bis schwarzen Humor mischt Bateman das Genre kräftig auf und lässt mich am Ende überrascht erkennen: Die Mischung funktionierte tatsächlich unterhaltsame 430 Seiten lang.

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  • Rezension zu "Ein Mordsgeschäft" von Colin Bateman

    Ein Mordsgeschäft
    kowa

    kowa

    23. January 2012 um 21:39

    Wer Krimis, trockenen englischen Humor und Buchhändler mag, sollte das Buch unbedingt lesen. Lustig, überraschend, hinterlistig und gemein, denn Bateman weiß nur zu gut, dass der letzte Satz das nächste Buch verkauft :-).