Grabgesang für Dr. Siri

von Colin Cotterill 
4,5 Sterne bei16 Bewertungen
Grabgesang für Dr. Siri
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Diesmal: hart. Kambodscha

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Diesem siebten Roman der Reihe kann man nur 5 Sterne geben. Je älter der Laote, desto besser.

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Inhaltsangabe zu "Grabgesang für Dr. Siri"

Der siebte Laos-Krimi mit dem einzigartigen Ermittler Dr. Siri Paiboun

Fechten ist im Laos der Siebzigerjahre nicht gerade ein Breitensport, trotzdem landen in der Pathologie von Vientiane innerhalb kurzer Zeit drei mit dem Degen getötete Frauen auf dem Seziertisch. Die Opfer wurden mit einem gezielten Stich ins Herz ermordet. Ein rätselhafter Fall: genau das Richtige für Dr. Siri und sein Team. Der Täter scheint schnell gefunden – nur unser scharfsinniger Pathologe glaubt nicht recht an die Schuld des Mannes. Doch bald steht Siri vor ganz anderen Problemen. Als er seinen Freund Civilai nach Kambodscha begleitet, schwebt der ergraute Pathologe plötzlich selbst in höchster Gefahr. Kurz vor seinem 74. Geburtstag sieht es fast so aus, als könnte dies auch Siris letzter sein – und wieder einmal ist nur seine verflixte Neugier schuld an allem!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442483556
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:19.10.2015
Teil 7 der Reihe "Dr. Siri"
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.11.2014 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Bücherwurms avatar
    Bücherwurmvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Diesem siebten Roman der Reihe kann man nur 5 Sterne geben. Je älter der Laote, desto besser.
    siebter Teil

    "Es gibt immer einen, der noch schlimmer dran ist als man selbst, es sei denn man ist Kambodschaner." (Zitat Dr. Siri Paiboun, 1975)
    "Grabgesang für Dr. Siri" ist vielleicht der dritte Roman für mich aus der Reihe um den alten Pathologen Dr. Siri Paiboun und für mich eine herausragende Leistung an Spannung, Intelligenz, geschichtlichem Hintergrund und faszinierender Boshaftigkeit seitens des Autors Colin Cotterill.
    Wie viel kann ein Mensch ertragen und trotzdem nicht sterben?
    Fast nebensächlich dreht sich der Plot um einen Serienmord in Vientiane. Ganz exotisch, denn wer ist schon Fechter in Laos, werden die Frauen mit einem Degen ermordet. Relativ einfach erscheinen sich Verdachtsmomente gegen einen Mann zu ergeben und recht schnell steht ein Urteil fest.
    Ebenso nebensächlich scheinen Civilai und Siri als Abgeordnete nach Kambodscha geladen zu sein und fast zu spät dämmert den Reisenden, dass da mehr als nur ein netter Empfang dahinter steckt.
    Will man sie loswerden? Waren sie doch zu unbequem?
    Doch der absolute Knall kommt dann auf letzter Seite. Der Autor Colin Cotterill beweist, wie kaltherzig  Autoren ihren langjährigen Protagonisten gegenüber sein können.
    Für mich ein absolut bewegender, erschreckender, spannender und knallender Roman.

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    Haverss avatar
    Haversvor 4 Jahren
    Dunkle Zeiten

    Mit „Grabgesang für Dr. Siri“ ist die  Reihe um den sympathischen Leichenbeschauer  aus Laos mittlerweile auf sieben Bände angewachsen. Der Autor Colin Cotterill, Weltreisender und inzwischen in Thailand heimisch gewordener Engländer, hat mit ihm einen Ermittler erschaffen, der von dem üblichen Mainstream des Genres abweicht.
     
    Dr. Siri geht seiner Arbeit in Vientiane in Laos nach, der Handlungszeitraum liegt in den siebziger Jahren und er ist der einzige Pathologe des Landes. Unterstützung erhält er durch sein Team, eigentlich eine etwas hochgegriffene Bezeichnung, denn es besteht lediglich aus zwei Personen, der Krankenschwester Dtui und dem Leichenwäscher Geung.
     
    Von den offiziellen Stellen werden ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt, aber Siri ist mit der Erfahrung seiner mittlerweile dreiundsiebzig Lebensjahre und einer gehörigen Portion Schläue durchaus in der Lage, die Schwierigkeiten beiseite zu schaffen und sich dennoch die Informationen zu besorgen, die er benötigt.
     
    Der aktuelle Fall ist knifflig, vor allem weil es gleich drei weibliche Opfer gibt, die mit einem Degen erstochen wurden, einer eher untypischen Waffe in Laos. Zwar wird der Täter schnell dingfest gemacht, aber unser Leichenbeschauer hat so seine Zweifel und stellt eigene Nachforschungen an…
     
    In einem zweiten Handlungsstrang konfrontiert der Autor seine Leser direkt mit einem politischen Thema: Civilai, ehemaliges Mitglied des Politbüros und inzwischen im Ruhestand, bittet seinen Freund Dr. Siri, ihn nach Kambodscha zu begleiten. Eine Reise, die nicht ohne Risiko ist, treiben doch die Roten Khmer folternd und mordend seit 1975 ihr Unwesen in diesem Land, wie Dr. Siri leidvoll am eigenen Leib erfahren muss…
     
    Im Vergleich zu den Vorgängerbüchern ist der Tonfall in „Grabgesang für Dr. Siri“ wesentlich ernster, was natürlich auch an dieser zusätzlichen Handlungsebene liegt. Der übliche Sarkasmus tritt angesichts dieses ernsten Themas komplett in den Hintergrund und macht aus diesem Kriminalroman ein beeindruckendes Leseerlebnis. Kompliment an Colin Cotterill, dass er den Mut hat, eingeschlagene Pfade zu verlassen und der Reihe so eine ganz neue Richtung zu geben – dafür gibt es von mir die volle Punktzahl!

    Kommentare: 1
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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Flotter und humorvoller Krimi, vermischt mit politisch Wissenswertem aus dem Asien der 70er Jahre. Super Mischung.
    Touché, Dr. Siri!

    Wie eigentlich alle Bände um Dr. Siri, beginnt auch dieser ausgesprochen schräg und humorvoll. Dr. Siri ist mit einem Kollegen ins Politbüro zitiert worden, um seinen Lebenslauf zu diskutieren. Denn es steht ein Eintrag als "Volksheld" zur Diskussion. Das Gespräch mit der Sachbearbeiterin ist ein wahres Glanzstück der Politsatire! Und kaum sind Siri und sein Freund dem Büro entronnen, kippen sie sich lustig einen hinter die Binde. Reiswhisky am Straßenrand, beim Wirt "Doppeldaumen".

    In dieser Stimmung geht das Buch auch weiter. Ich finde es ein ausgesprochenes Kunststück des Autors, sich in die politischen Verhältnisse im Asien der 70er Jahre zurück zu versetzen, insbesondere in den "real existierenden Sozialismus" chaotischer, äh, laotischer Prägung. Das macht Dr. Siri aus: spannende Fälle, gemischt mit Wissenswertem, mit Politik, Landeskunde und Mentalität. Und natürlich mit einem gehörigen Schuss Skurrilität.

    Der Fall selbst ist diesmal ebenfalls besonders geglückt. Innerhalb von drei Tagen werden drei junge Frauen aufgefunden, alle erdolcht mit einem Stich ins Herz - durch einen Fecht-Degen, ein "Epée". Und angesichts inkompetenter Polizeibeamter und noch haarsträubend unfähigerer Justizbeamter, steckt Dr. Siri wieder mal seine Nase in die Angelegenheit.

    Dies gibt dem Autor Gelegenheit, politische Hintergründe einzubauen. Denn alle Opfer haben das Fechten im Ausland erlernt, während eines Aufenthaltes oder Stipendiums in einem "sozialistischen Bruderland". Siri und der Leser lernen so einiges über Stipendien, Auslandsreisen, Medien und Bespitzelung. Glücklicherweise lässt sich aber der Autor ein erfreulich anderes, unvorhersehbares Mordmotiv einfallen...!

    Im letzten Drittel legt das Buch noch einen Zahn zu. Siri wird, mit seinem Kollegen vom Anfang, auf eine Propaganda-Reise ins Ausland, nach Kambodscha, geschickt. Ein guter Freund ermittelt für ihn währenddessen in der Heimat weiter. Und Siri entdeckt, wie es hinter glattgebügelten politischen Fassaden wirklich zugeht...

    Ich gebe zu, dass man sich gegen Ende beim Lesen schon eher konzentrieren musste. Auch hilft es, wenn man etwas politische Vorkenntnisse hat. Sonst könnte man leicht verwirrt werden, angesichts all der Vorurteile zwischen Laoten, Vietnamesen, Thailändern, Kambodschanern und den "Roten Khmer". Innerhalb des Krimis fand ich aber alles schlüssig erklärt, und nicht zuletzt ausgesprochen spannend!

    Der Schluss ist für mich unübertroffen. Alles wird, auf die bekannte Siri-Art, eher ironisch untergraben. Siri gilt als tot, und auch sein Status als Volksheld gerät in Frage. Und am Ende trinken doch wieder alle zusammen Reiswhisky bei "Doppeldaumen"... Ein wahrhaft chaotischer Haufen um diesen Dr. Siri. Aber doch sehr liebenswert. Und überaus unterhaltsam!

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    meisamvor einem Monat
    Kurzmeinung: Diesmal: hart. Kambodscha
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    guybrushs avatar
    guybrushvor 5 Monaten
    CharlySchwartzs avatar
    CharlySchwartzvor einem Jahr
    realmrsdarcys avatar
    realmrsdarcyvor 2 Jahren
    AnjaFriedas avatar
    AnjaFriedavor 2 Jahren
    G
    Grebnellevor 3 Jahren
    SnoopyinJulys avatar
    SnoopyinJulyvor 3 Jahren

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