Colin Cotterill Mit Axt, Charme und Melone

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Inhaltsangabe zu „Mit Axt, Charme und Melone“ von Colin Cotterill

Seit Jimm Juree mit ihrer schrägen Sippe in das Küstendorf Maprao im Süden Thailands übergesiedelt ist, vermisst sie die Lichter der Stadt. Am meisten aber vermisst sie ihre Karriere als Reporterin. Schweren Herzens muss sie nun mit Aufträgen für das kleine Lokalblatt vorliebnehmen. Ihr aktueller Job: den Engländer Conrad Coralbank interviewen, seines Zeichens Autor erfolgreicher Kriminalromane. Kurz darauf verschwinden plötzlich mehrere Frauen, unter ihnen auch Coralbanks Gattin. Und plötzlich hat Jimm es nicht nur mit Vermisstenfällen und einem potenziellen Serienkiller zu tun, sondern auch mit einem kapitalen Sturm, der direkt auf Maprao zusteuert ...

Eher leichte Unterhaltung, die in Thailand spielt, als Krimi. Teilweise skurille, aber nicht unbedingt authentische Personen.

— vanessabln

Ganz nett, aber der Krimi-Anteil hätte höher sein können

— Pelippa

Die ersten beiden Teile waren schon super, aber mit Band 3 hat sich der Autor selbst übertroffen! Witzig, spannend, überraschend!

— angi_stumpf

Ein perfekter Urlaubskrimi mit Humor!

— Bambisusuu

Herrlich schräg und exotisch

— suckelmama

Ich liebe diese Bücher einfach :)

— Felan

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  • Leichte Unterhaltung mit spannendem Schluss

    Mit Axt, Charme und Melone

    vanessabln

    15. May 2017 um 16:14

    Dies war mein erstes Buch des Briten Colin Cotterill, der in Thailand lebt (wodurch man so einiges über Land und Leute erfährt) und es fing gleich ungewöhnlich und spannend an. Anfangs war ich also erstmal positiv überrascht, zumal der Schauplatz doch eher ungewöhnlich ist. Die Ich-Protagonistin Jimm Juree wohnt mit ihrer Familie am thailändischen Strand, hat einen ungewöhnlichen, witzigen Job (der auch für lustige Kapitelüberschriften sorgt) und ist als Person ein buntes Mischmasch. Bis zum Schluss hatte ich kein wirkliches Bild von ihr und konnte mich auch nicht hineindenken (vielleicht weil der Autor männlich ist?). Ihre Familienmitglieder wie auch der befreundete Polizist sind ziemlich skurill, was sicher im Gedächtnis bleibt, trotzdem bleiben sie irgendwie oberflächlich, zwar aus spritzigen Ideen zusammengesetzt, aber wenig wirklich vorstellbar. Auch die Geschichte rutscht bald ab und plätschert so dahin. Lediglich die untypischen Personen und der Witz hier und da (z. B. "Heavy-Metal-Sänger = Seetang mit Stöcken") ließen mich durchhalten. Auf den letzten 50 Seiten wurde es dann doch noch unerwartet spannend, was mich etwas versöhnt hat. Alles in einem ist "Thailand-Krimi" für das Buch etwas übertrieben gesagt. Es handelt sich um originelle Personen in einer leichten (Strand-)Lektüre, mit der man sich die Zeit vertreiben und etwas über Thailand erfahren kann. Denn die Krimihandlung, die in der Inhaltsangabe versprochen wurde, kommt im großen Mittelteil deutlich zu kurz und auch sonst gibt es einige Längen.

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  • Hätte gerne mehr als 5 Sterne vergeben ...

    Mit Axt, Charme und Melone

    angi_stumpf

    20. January 2016 um 18:50

    Die Geschichte: Der Mann, der im dritten Teil der Krimireihe mit Axt, Charme und Melone in Jimm Jurees Leben tritt, ist der englische Krimiautor Conrad Coralbank, der nach Thailand ausgewandert ist. Er hat für seine Bücher schon zahlreiche Auszeichnungen bekommen und sieht auch noch blendend aus. Wer die Vita von Colin Cotterill kennt, der dürfte jetzt bereits ein Grinsen im Gesicht haben … und der wird sich nicht wundern, dass Conrad Coralbank natürlich auch eine Granate im Bett ist! Aber wie immer gilt natürlich: Romanfiguren sind nur Fiktion und jegliche Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist reiner Zufall. So kommt es also, dass Jimm den Auftrag erhält, ein Interview mit dem berühmten Krimiautor zu führen. Zunächst erfüllt sie die Aussicht auf diesen Job mit wenig Begeisterung, doch dann beginnt sie sich schnell für den geheimnisvollen Mann zu interessieren, der in seiner Freizeit mit Äxten auf Melonen wirft – selbstverständlich nur zu Recherchezwecken. Er lebt seit Kurzem getrennt von seiner Frau, die ihn angeblich für einen Anderen verlassen hat. Seinen Haushalt führt eine Birmanin, die sehr seltsam auf Jimm wirkt und die ihr sogar unterschwellig droht. Ob sie wohl eifersüchtig ist, weil sie es selbst auf den Krimiautor abgesehen hat? Als Jimm ihrer tierlieben Mutter bei einer Katzenrettungsaktion beisteht, erntet sie als Dank einige böse Kratzer, wegen der sie sich in der örtlichen Krankenstation behandeln lässt. Dabei erfährt sie von der Krankenschwester, dass die zuständige Ärztin Dr. Somluk seit einigen Tagen spurlos verschwunden ist. Das weckt natürlich sofort Jimms Spürsinn und mit der Unterstützung ihrer lustigen Familie macht sie sich auf die Suche nach der Vermissten. Meine Meinung: Schon die ersten beiden Teile der Reihe habe ich total geliebt, aber Colin Cotterill hat es tatsächlich geschafft, sich beim dritten Band selbst zu übertreffen! Die Idee, den berühmten Krimiautor Conrad Coralbank in den Mittelpunkt zu stellen, fand ich absolut genial. Aber natürlich hat diese Figur rein gar nichts mit Colin Cotterill zu tun, schließlich mag dieser Hunde sehr gern, Conrad allerdings überhaupt nicht. Was die übrigen Eigenschaften betrifft: darüber kann man wohl nur spekulieren … Der Autor hat sich jedenfalls wieder eine Wahnsinnsgeschichte ausgedacht, die nicht nur spannend, sondern vor allem auch wieder unglaublich witzig ist. Jimms Familie bietet eben einfach beste Voraussetzungen für humorvolle Szenen, so wie beispielsweise Mairs Salzkartoffelanbau am Strand: Kartoffeln brauchen Wasser zum Wachsen und ohne Salz schmecken sie nicht, also pflanzt man sie direkt im Sand am Meer. Ist doch ganz logisch, zumindest in der Welt von Jimms Mutter, die leider unter Alzheimer leidet. Auch Opa Jah, Bruder Arny und Schwester Sissi (früher Bruder Somkiet) sind wieder mit von der Partie – und auch vom lange verschollenen Vater gibt es Neues. Die Figuren habe ich schon so fest in mein Leserherz geschlossen, dass ich hoffe, dass die Reihe noch ganz lange weitergehen wird. Mit all ihren Schrullen und Macken muss man Jimm & Co. einfach liebgewinnen. Sehr eindrucksvoll bringt uns der Autor wieder ganz nebenbei viele Besonderheiten der Umgebung, der Mentalität der Bevölkerung und Informationen über Politik und andere Dinge näher, die ihm wohl am Herzen liegen. In seinen Büchern verarbeitet er auch immer viele kritische Themen, die mir echt authentisch und gut recherchiert erscheinen. Hier geht es beispielsweise um die Werbefeldzüge großer Konzerne und wie sie die Menschen davon überzeugen wollen, dass ihre Produkte besser sind als das, was uns Mutter Natur zu bieten hat. Die Ereignisse schließen ja lückenlos an “Ein Kopf macht noch keine Leiche” an, deshalb präsentiert sich auch das Wetter mit starkem Monsunregen und Stürmen immer noch sehr ungemütlich. Im “Gulf Bay Lovely Resort” sind keine Gäste mehr zu betreuen, so dass sich die Familie um andere Dinge kümmern kann. Für Jimm ist das ein echter Segen, denn sie hat wieder einmal jegliche Hilfe nötig: sie hat einfach ein Talent dafür, sich mit den falschen Typen anzulegen und am Ende in Lebensgefahr zu geraten. Unterbrochen wird die spannende Geschichte mit lustigen Neuigkeiten über den E-Mail-Verkehr zwischen Jimm, Sissi und Clint Eastwood. Ja, DER Clint Eastwood … Jimm ist ein großer Fan von ihm und schickt ihm regelmäßig bahnbrechende Ideen für künftige Hollywoodblockbuster. Dieses Buch hat mich allerbestens unterhalten, die vielen Überraschungen und humorvollen Szenen machen die Story wirklich besonders und platzieren sie weit oberhalb normaler 08/15-Krimis. Sehr unerwartet traf mich das Ende, das mich schon wieder total neugierig auf die Fortsetzung macht. Hoffentlich gibt es sehr bald Neues von Jimm und ihrer liebenswerten Familie. Fazit: Alles andere als ein 08/15-Krimi: spannend, fesselnd, witzig, ungewöhnlich, mit liebenswürdigen Charakteren und einer super durchdachten Story! Unbedingt lesen – aber bitte unbedingt der Reihe nach!

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  • Ein Serienkiller in Thailand

    Mit Axt, Charme und Melone

    Bambisusuu

    Das Buch "Mit Axt, Charme und Melone" hat mich neugierig gemacht. Der Titel klingt außergewöhnlich und auch das Buch wirkt auf den ersten Blick nicht gleich wie ein Krimiroman. Außerdem passend zum Sommer handelt die Geschichte in Thailand, wo Jimm Juree ihren Urlaub verbringt. Sie selber ist Reporterin und hat momentan nicht wirklich interessante Aufträge. Doch dann muss sie den Engländer Conrad Coralbank interviewen, er selbst ist Autor für Krimiromane, was die Geschichte noch spannender gestaltet. Gleich nach dem ersten Augenblick wird Jimm klar, dass zwischen ihr und ihm mehr läuft und verliebt sich in ihm. Überraschend schnell kommen die Beiden auch zusammen und verbringen viel Zeit miteinander. Aber dann verschwinden auf mysteriöse Weise mehrere Frauen in Jimms Umfeld, unter anderen auch die ehemalige Gattin von Conrad. Jimm Juree ist felsenfest überzeugt, dass es sich um einen Serienkiller handelt und geht der Sache neugierig nach. Dabei stößt sie auf unterschiedliche Person und hat schon eine feste Vermutung ohne Beweise aufgestellt. Eine Krimi, der sehr lustig geschrieben worden ist. Jimm Juree wird als neugierig und als typische Reporterin beschrieben. Durch den Tod mehrerer Frauen in ihrem Umfeld wirkt es fast wie ein Thriller. Der Schreibstil ist sehr locker und nach fast jedem Kapitel erscheint ein kurzer Brief von Conrad Coralbank, in dem er so etwas wie ein Tagebuch aus seiner Sicht schildert. Man ist selbst mit gespannt, wer der Täter ist und denkt dadurch man wüsste fest, wer es denn sein könnte. Das Ende ist auf jeden Fall von meiner Vermutung weit entfernt gewesen und ist ziemlich lustig. Für jeden empfehlenswert, der gerne Krimi mit Humor mag. Die Themenkombination aus Urlaub und ein Serienkiller ist einfach sehr spannend und lässt einen das Buch schnell lesen! :-)

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    • 3

    Bambisusuu

    13. September 2015 um 12:58
  • Exotisch, spannend und witzig

    Mit Axt, Charme und Melone

    suckelmama

    Die einzige Ärztin im Gesundheitszentrum wird vermisst und Jimm Juree die Reporterin nimmt den Auftrag nur der Krankenschwester des Zentrums zu Liebe an. Schließlich hat sie mit der Versorgung der leider nicht besonders gut frequentierten Ferienanlage, ihrer schrägen Familie und neuerdings mit dem amourösen Abenteuer mit dem bekannten englischen Schriftsteller genug zu tun. Letzteres droht ihr auch den klaren Blick auf die Verhältnisse zu nehmen und dadurch gerät sie in äußerste Gefahr. Wieder einmal entführt uns Colin Cotterill in den Süden Thailands und schafft es, uns mit den schrägen Figuren und Wortwitz zum Lachen zu bringen. Ganz nebenbei lernen wir aber auch etwas über die politischen Verhältnisse in Thailand, über die Folgen der Globalisierung und welchen Einfluss westliche Lebensmittelkonzerne auf die Landbevölkerung in Thailand haben.

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    • 2
  • Grüße aus Thailand

    Mit Axt, Charme und Melone

    Felan

    19. May 2015 um 13:06

    Meine Rezension: Auch der dritte Teil der Thailand-Krimi Reihe um Jimm Juree und ihre verrückte Familie hat mich wieder in ihren Bann gezogen. Wie die vorangegangenen Bücher lässt sicher dieser meiner Meinung nach auch unabhängig von den beiden ersten Teilen lesen. Der Schreibstil ist unverändert gut. Auch die Charaktere sind immer noch genauso liebenswert, verrückt und unterhaltsam. Jedes Mal schließe ich sie ein bisschen mehr ins Herz. Wer gedacht hat Jimm Juree würde sich langsam mit ihrem Schicksal irgendwo im Nirgendwo abfinden hat sich geschnitten, denn eine wahre Reporterin findet auch im tiefen Nirgendwo eine interessante Story. Die Geschichte ist wieder locker lustig erzählt und als Leser lässt man sich treiben. Hinter der witzigen Fassade versteckt sich aber ein sehr ernstes Thema, auf welches Collin Cotteril versucht seine Leser aufmerksam zu machen. Wie schon in den vorangegangenen Büchern steckt auch dieses Mal mehr in der Geschichte als „nur“ ein Krimi, wobei es sich auch schon allein wegen dem Krimi lohnen würde. Drehte sich der letzte Band vor allem um das Leben der Birmanen und war damit eindeutig Gesellschaftskritisch angehaucht rückt dieses Mal die Kritik an den Lebensmittelkonzernen, vor allem in ärmeren Ländern, in den Vordergrund. Natürlich bleibt auch wie in den vorangegangenen Romanen die Thailandische Polizei nicht verschont. Gut gefallen hat mir auch, dass der Autor sich auf seine eigenen Kosten amüsiert, denn der im Klappentext bereits erwähnte Autor ist ein in Thailand lebender Krimiautor. Aha Aha. Na, wer sieht da die Parallelen?! Fazit: Bei mir haben die Jimm Juree Bücher einen Premium Platz im Regal. Ich liebe die Bücher. Für mich haben sie einfach die perfekte Mischung und machen stets Lust auf mehr. Außerdem erfreue ich mich immer wieder daran einen Blick auf eine fremde Kultur zu werfen…

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  • Eine schräge Sippe bläst zum Angriff

    Mit Axt, Charme und Melone

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. April 2015 um 10:35

    Jimm Juree bekommt in ihrem verschlafenen Nest endlich wieder eine Herausforderung, die ihr schmeckt: Für die Dorfgazette Chumphon News darf sei einen Starautoren interviewen: Coral Coralbank, Preisträger, Millionenseller - und er wohnt noch dazu gleich um die Ecke. Der Job läuft nicht ganz so glatt, wie erhofft. Der Hausherr macht Avancen, die Haushälterin warnt vor ihm und der Chefredakteur wollte kein tolles Interview, sondern eine schlagzeilenträchtige, dreckige Boulevardstory. Vielleicht ist die verschwundene Ehefrau ein Anknüpfungspunkt? Jureee muss nochmal ran, zu einem Autoren, der die Avancen verschärft. Außerdem wird Juree von Schwester Da im Krankenhaus gebeten, sich nach der Ärztin Dr. Somluk umzusehen. Diese kehrte von einer Konferenz nicht zurück. Ist es Senilität, erfindet sie Verschwörungstheorien? Juree jedenfalls macht sich auf den Weg zum Konferenzzentrum und merkt, dass die Ärztin keine besonders angenehme Tagung hatte. Schwester Da hatte mit ihren Sorgen nicht ganz Unrecht. Bei den Recherchen zu diesem Fall hilft Jimms Schwester Sissi, ein Hackergenie, das regelmäßig Mails an Clint Eastwood schreibt, Kontenstände magisch füttert und selbst das Computerherz Schweizer Banken kennen gelernt hat. Wie Sissi ihre illegalen Unternehmungen absolviert, will in der Familie keiner allzu genau wissen. Für die ersten Schmunzler sorgt der Krimi schon auf den ersten Seiten. Juree verdient ihre Brötchen als "Sprachdoktor" und merzt schlimme Tipp- und Übersetzungsfehler ins Englische aus. Abgesehen von den Beispielen, die Juree selber gibt, ist jedes Kapitel mit einem Übersetzungsböller überschrieben, wie zum Beispiel der Werbung für eine Seife, die "10 Jahre älter macht, als Sie aussehen" (in einem anderen Buch publizierte Cotterill Verhörer, die beim Karaoke für schräge Texte sorgen). Seinen britischen Humor hat er ohnehin behalten, denn dieses Mal nimmt er sich selber aufs Korn. Der Starautor Conrad Coralbank teilt sich mit Cotterill nicht nur die Initialen. Coralbank schreibt Kriminalromane, die in Laos spielen und macht sich bei der Chumphon News damit keine Freunde: "Laos -und ich möchte hier keineswegs rassistisch klingen- ist garantiert das langweiligste Land der Welt. Ich war mehrmals auf Recherche da, und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Uhren dort langsamer gehen. [...] Jeder Schritt fühlt sich an, als wate man durch hüfthohes Reisporridge." Abseits des Englischen lautern ernstere Probleme, wenn man genauer hinschaut. Das Hauptaugenmerk der Polizei liege darauf, Reichtum anzuhäufen, statt Unheil abzuwenden und die Polizisten hätten den "IQ eines Schwamms". Im Revier von Pak Nam wurden aus Sicherheitsgründen seit 9/11 keine Pakete mehr geöffnet. Alle stauben im Lager ein, egal, was drin sein könnte. Aber Juree weiß inzwischen, mit überbordender Bequemlichkeit umzugehen und der Beamte ist reichlich dankbar, dass er Arbeit abgenommen bekommt. Cotterill schreibt nur auf den ersten Blick einen witzigen Krimi. In jedem Band rückt er konsequent ein kritisches Thema ins Rampenlicht. Waren es in den ersten beiden Bänden die Situation der Birmanen im Land und feudalistische Gesellschaftsstrukturen mit Selbstbedienungscharakter, so ist es in diesem Band der Umgang internationaler Lebensmittelkonzerne in den ärmeren Ländern dieser Welt. Der Plot hängt konkret an einem Schweizer Konzern, der mit aggressiver Werbung und viel Geld den Absatz von Babymilchpulver vorantreiben will und in Dr. Somluk einen engagierten Gegner gefunden hat. Einen echten Skandal dazu gab es in den 1970ern tatsächlich, nachdem durch irreführendes Marketing, falsche Rahmenbedingungen vor Ort und zu wenig Aufklärung zahlreiche Säuglinge starben. Beruhigt hat sich der Markt um Babymilchpulver sicher nicht; 2013 strafte China mehrere Konzerne wegen Preisabsprachen ab, darunter auch den, auf den Cotterill anspielt (und der inzwischen versucht, Babymilchpulver hochpreisig wie Kaffeekapseln zu vermarkten). Die Juree-Serie liefert griffigeren Krimistoff für Cotterill-Fans, denen Dr. Sir zu geisterlastig ist, die aber auf Humor und Landeskunde nicht verzichten mögen. Dass auch ernste Themen mit Witzen garniert werden, ist eine ganz typischen Sache, wie Cotterill einmal in einem Interview schilderte: "Die Menschen dort überspielen ihre Unannehmlichkeiten durch Humor," um besser damit umgehen zu können. Insofern vielleicht auch etwas, das man sich abgucken kann. Vielleicht ahnt der eine oder andere Leser, wie die Fälle ausgehen werden. Vielleicht ist es dem einen oder anderen nicht spannend oder rasant genug. Aber ich glaube, Cotterill geht es auch nicht um einen Wettbewerb mit den großen Namen und Pageturnern. Cotterill will in das Land einladen, Augen öffnen für Schönheit und Missstände gleichermaßen und so passen die Fälle für Jimm Juree auch einfach in den Rahmen und wollen gar nicht mehr sein als das: Kriminalfälle an einem verschlafenen Strand in Thailand.

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