Colin Crouch Postdemokratie

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Inhaltsangabe zu „Postdemokratie“ von Colin Crouch

"Postdemokratie": Dieser Begriff des Politikwissenschaftlers Colin Crouch wurde nach dem Erscheinen der Originalausgabe seines Buches zum Kristallisationspunkt der Debatte um Politikverdrossenheit, Sozialabbau und Privatisierung. Crouch hat dabei ein politisches System im Auge, dessen demokratische Institutionen zwar weiterhin formal existieren, das von Bürgern und Politikern aber nicht länger mit Leben gefüllt wird. Der polemische Essay, der in Italien und Großbritannien bereits als Klassiker der Gegenwartsdiagnose gilt, liegt nun endlich auch in deutscher Übersetzung vor.

Eine treffende - &aus heutiger Sicht alarmierend vorausschauende - Analyse aktueller Entwicklungen durch die Ausbreitung neoliberaler Logik.

— franzzi
franzzi

Erklärt viele Phänomene unserer Politik und Gesellschaft, aber dann doch etwas geschludert, dafür sehr lesbar

— sKnaerzle
sKnaerzle

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  • Ein hervorragendes Pamphlet

    Postdemokratie
    sKnaerzle

    sKnaerzle

    31. January 2014 um 21:11

    Crouch stellt die These auf, dass ungefähr in den siebziger/achtziger Jahren dank des Erfolgs von sozialdemokratischen Parteien die Demokratie auf dem Höhepunkt war, seither befindet sie sich auf dem Rückmarsch, bzw. es funktionieren lediglich die Institutionen, wirklichen Einfluss kann die Bevölkerung nicht mehr nehmen. Für Crouch gehört zur Demokratie ein gewisses Maß an Gleichheit der Bürger, (sonst kann der Stärkste oder Reichste zu viel Macht in den politischen Prozess einbringen). Deshalb muss der Staat Geld umverteilen. Die liberale Demokratie, bei der der Staat nur für die rechtliche Gleichheit der Bürger sorgt, genügt ihm nicht. Seit den achtziger Jahren haben die Bürger immer mehr Einfluss verloren und die Unternehmer haben immer mehr an Einfluss gewonnen und bis zum Ende gedacht führt das zur Postdemokratie. Crouch führt eine Fülle von Phänomenen an, die seine These untermauern. Etwa dass sich Parteien immer mehr dem Lobbyeinfluss öffnen, weil Wahlkämpfe immer teurer werden, wenn sie nicht mehr ein Wettbewerb der Ideen sind, sondern Werbefeldzüge, die sich im Prinzip nicht von Kampagnen für Waschmittel unterscheiden. Parteimitglieder und Wähler verlieren dagegen ihren Einfluss und werden frustriert. Solche Beispiele gibt es viele, vom Problem der Medien bis zu den erstaunlichen Nachteilen von Public-Privat-Partnership. Das Buch ist populär geschrieben, Crouch will, dass die Menschen sich engagieren und ihre eigene Sache in die eigenen Hände nehmen und dazu müssen sie ja erst einmal verstehen. Aber populär ist ja nicht schludrig und genau das ist Crouch passiert. Dauernd verweist er darauf, dass er ein Thema an anderer Stelle behandelt hat oder es an einer anderen Stelle behandeln wird, statt dass er sich überlegt, an welcher Stelle er ein Problem vollständig abhandeln könnte. Außerdem reißt er die Themen nur an, er liefert starke Thesen aber man kommt immer wieder ins Grübeln, ob das wirklich so stimmt. Was beunruhigt: Das Buch ist jetzt, nach der Finanzkrise noch entsetzlich aktuell. Und die Programmierer von Ebooks sollten sich mal eine leserfreundliche Methode für Fußnoten ausdenken!!!

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  • Rezension zu "Postdemokratie" von Colin Crouch

    Postdemokratie
    Marco

    Marco

    19. February 2010 um 15:30

    Seit einigen Jahren gibt es eine internationale Debatte über die "Postdemokratie". Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen vor allem die Thesen des britischen Politikwissenschaftlers Colin Crouch, der seine Auffassungen in seinem 2004 erschienene Buch "Postdemokratie" zusammengefasst hat. Crouch setzt sich dabei mit dem Zustand unserer westlichen demokratischen Systeme auseinander. In Großbritannien und in Italien wurde die Diskussion über die Postdemokratie besonders intensiv, in Deutschland dagegen bisher nur in kleinen Fachkreisen geführt. Insgesamt hatte die Debatte bisher keine besonderen Konsequenzen, vor allem die Politiker haben sich ihr weitestgehend entzogen. Dabei sind Crouchs Thesen nicht nur sehr explosiv und alarmierend, sondern spiegeln in vielen Punkten meine Erfahrung und Einschätzungen unseres demokratischen Systems auch in Deutschland wieder. Eines der besten politischen Sachbüchern überhaupt!

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