Colin Dexter Die Leiche am Fluß

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Inhaltsangabe zu „Die Leiche am Fluß“ von Colin Dexter

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  • Rezension zu "Die Leiche am Fluß" von Colin Dexter

    Die Leiche am Fluß

    R-E-R

    03. December 2012 um 22:10

    Eine Lehrerin mit “tizianroten“ Locken, deren Putzfrau ihr zu ihrem Geburtstag eine Cremetorte backt, die sie mit einem ihrer Schüler teilt, der am selben Tag Geburtstag hat und sie außerdem schon zu vergewaltigen versuchte. Eine Prostituierte mit orangefarbenen Strähnen, die ihren Beruf hasst (weshalb sie alles versucht um ihr Äußeres möglicht billig wirken zu lassen), einzelnen Kunden aber so etwas wie Zuneigung entgegenbringt und in einem Fall sogar Liebe. Ein alternder Inspektor mit weißem Haar , der zuviel trinkt, zuviel raucht und erstmalig das Kreuzworträtsel der Times an einem Tag nicht vollständig zu lösen vermag. Ein Vierteljahr später ist der Lieblingskunde der Prostituierten tot, der Mann der Putzfrau vermisst und der Schüler begeht für seine angebetete Lehrerin ein Verbrechen. “Die Leiche am Fluss” ist der erste Fall von Inspektor Morse den ich gelesen habe. Aber es wird sicher nicht der letzte Krimi dieser Serie von Colin Dexter gewesen sein. Ich bin über den Bildband “England und die Detektive” von Luise Berg-Ehlers auf den mir unbekannten Autor gestoßen. “Die Leiche am Fluss” war in unserer örtlichen Bibliothek vorrätig und so griff ich zu. Die nächsten Bände werde ich mir antiquarisch besorgen, denn aufgelegt werden die Romane nicht mehr. Obwohl das Buch in den 1990er Jahre erschienen ist, liest es sich wohltuend altmodisch. Das mag an der altehrwürdigen Universitätsstadt Oxford liegen. An ihrem beschaulichen Charme, der Trotz Mord und Totschlag ein behagliches Ambiente suggeriert. Der wichtigere Grund aber ist sicher der ermittelnde Inspektor und seine gelassene Art dem Verbrechen oder vielmehr der Aufklärung desselben auf die Spur zu kommen. Fast nebenbei erfährt man vom Mord an dem Oxford Professor McClure. Inspektor Morse und sein Assistent Lewis übernehmen den Fall, “dessen erste Phase bereits abgeschlossen ist” von einem Kollegen. Dennoch scheint zunächst alles andere wichtiger zu sein, als Opfer und Tat. Dem Inspektor machen sein Alter, seine Gesundheit und Gemütszustand zu schaffen. Abhilfe bringen Alkohol, Zigaretten und die spitzfindigen Belehrungen für seinen Assistenten, die dieser mit stoischer Ruhe und liebenswürdiger Geduld erträgt. Der Inspektor gebraucht seine Intelligenz und seinen sprachlichen Fähigkeiten als Waffe, Heilmittel, Tröster und zur Wissensvermittlung. Es macht Spaß sein Wesen oder mehr sein Unwesen zu entdecken, auch wenn in kriminalistischer Hinsicht nicht viel spannendes passiert. Es ist mehr das literarische Vergnügen, das einen durch die Seiten trägt. Dies und die Neugier auf das Geheimnis hinter den Figuren des Romans. Dieses Gefühl, dass hinter jedem und jeder noch etwas mehr lauert, vermittelt Dexter in nahezu jedem Satz. Das können Abgründe sein, wie im Fall des verschwundenen Ehemannes, oder auch nur der banale Umstand einer lügnerischen Nachbarin, die sich gerne wichtig macht. Bemerkenswert sind überdies die Vorsatzzitate vor jedem Kapitel. In den meisten Fällen fragt man sich (wenn diese Verwendung finden), was sie eigentlich mit dem Inhalt der folgenden Kapitel zu tun haben. Meist dienen sie wohl nur dazu die Intelligenz oder Bildung des Autors zur Schau zu stellen. Hier passen die Zitate so genau zu dem was dann folgt, das man glauben könnte Dichter wie Horaz oder Legenden wie Charles Dickens hätten ihre Klassiker eigens dazu geschrieben um hier zitiert zu werden.

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