Colin Ellard Psychogeografie

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Inhaltsangabe zu „Psychogeografie“ von Colin Ellard

Warum sind im Café die Tische am Rand schneller besetzt als in der Mitte? Weshalb werden Krankenhauspatienten schneller gesund, wenn sie ins Grüne blicken? Wieso schüchtern uns Kirchen ein? Colin Ellard nimmt uns mit auf eine spannende Entdeckungsreise in die Welt der Psychogeografie und erläutert, wie die Umgebung unser Verhalten tagtäglich beeinflusst – egal ob Zuhause, am Arbeitsplatz, auf dem Weg durch die Stadt oder draußen im Freien. Als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Experimentalpsychologie gibt er Einblick in die Mechanismen, die dabei wirksam sind, und zeigt auf, was wir im Alltag daraus lernen können.

Gewinnbringende Unterhaltung statt traditionell-trockener Studie. Runde Hobbit-Türen und andere Clemens-Setz-Momente inklusive.

— fluffywordsblog

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    Psychogeografie

    melli_2897

    29. July 2017 um 10:15

    Das Thema Psychogeografie war mir bis dato unbekannt, der Klappentext des Buches hat aber schnell meine Neugierde geweckt. Besonders interessiert war ich an den Erklärungen zu Entscheidungen bezüglich unserer räumlichen Umgebung, die wir tagtäglich treffen, sowie an den Einflüssen, die Architektur auf unsere Wahrnehmung und Emotionen haben kann. Anfangs hat man das Gefühl, dass man selbst nur schwer in den Lesefluss findet. Mit interessanteren Themen, die gegen Mitte des Buches beginnen, macht die Sache etwas mehr Spaß, aber so richtig mag es einfach nicht klappen. Mir fehlt definitiv der allbekannte rote Faden. Die Kapitel scheinen etwas chaotisch und weichen oftmals stark vom Kernthema ab - inhaltlich wird an manchen Stellen wirklich sehr weit ausgeholt! Das fand ich persönlich recht schade, weil dadurch interessante Aspekte des Forschungsbereichs etwas in den Hintergrund der Dinge gerückt wurden. Im Nachhinein hat man ein paar erinnerungswürdige Fakten und Studien im Kopf, einen strukturierten Überblick über das Feld der Psychogeografie erhält man aber nicht. Oder ist das eine Eigenschaft dieser außergewöhnlichen Wissenschaft? Diese Frage kann ich leider nicht beantworten. Insgesamt ist das Buch gefüllt mit interessanten Ideen und faszinierenden Einblicken in die menschliche Psyche. Neben der etwas konfusen Struktur finde ich aber viele Kapitel etwas zu einseitig bzw. unkritisch an Stellen, wo definitiv Kritik angebracht ist. Dementsprechend konnte mich das Buch leider nicht so richtig überzeugen.

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  • Wie das „Außen“ auf das „Innen“ wirkt

    Psychogeografie

    michael_lehmann-pape

    04. July 2017 um 12:33

    Wie das „Außen“ auf das „Innen“ wirktIn der Regel, im Alltag, wenn man nicht sonderlich nachdenkt, glaubt der Mensch wohl weitgehend, dass er selbst Herr seiner Entscheidungen ist.Was natürlich nicht unbedingt falsch ist, aber in absolutem Maße nicht der Fakten entspricht. Letztendlich ist das „Reiz-Reaktions-System“ jene (je mit Inhalt zu füllende) Größe, die nicht nur kleinere Entscheidungen im Alltag als Zusammenspiel verschiedener Faktoren klarstellen, sondern auch größere und große Entscheidungen hängen vielfach von den Entsprechenden Reizen und den (meist automatischen) Reaktionen, Reflexen darauf ab.Das beginnt schon mit der unbewussten Nutzung des jeweiligen „Raumes“. Im Restaurant, Café lieber die Wand im Rücken und freien Blick auf das, was geschieht? Keine Frage. Aber eben nicht, weil der Stuhl so bequem erscheint oder zufällig man gerne mal in den Raum schauen möchte, sondern aus alten, evolutionären Reflexen heraus, mögliche Gefahren keinesfalls „im Rücken“ zu haben, sondern zeitig „in den Blick nehmen zu können“.Und das ist nur die Spitze eines umfassenden Eisbergs an Verhaltensweisen, die durch den umgebenden Raum und seine Gegebenheiten abgerufen werden. Miteinander sich ergänzende Systeme, die Ellard durchweg bestens sprachlich verständlich darzulegen versteht.„Ich bin Architektur- und Design Fan. Ich bin fasziniert von den vielfältigen Wirkungen, die die Bauart eines Gebäudes oder die Anlage einer Straße auf meine Gefühle und Gedanken auswirken können“.Womit von Beginn an schon klar ist, dass ein unbewusstes Wohlgefühl oder Missbehagen nicht zufällig eintreten, dass Ästhetik nicht überflüssiger „Luxus“ ist, sondern neben der reinen Funktion von Dingen ein mitentscheidendes Merkmal für das Gefühlserleben des Nutzers von Raum oder Dingen darstellt.Und noch etwas folgert daraus, vielleicht sogar das eigentlich Wichtige an dem, was Ellard so beredt mit vielfachen Beispielen vor Augen führt.„Ich bin überzeugt, wenn wir, im Großen wie im Kleinen, bessere Orte errichten wollen, müssen wir mit den Beobachtungen der komplexen Beziehungen zwischen unseren eigenen Erfahrungen und den Orten beginnen, an denen wir sie machen“.Wie im Petersdom, der selbst so manchen Atheisten durch seine räumliche Wirkung „auf die Knie zwang“ und der „ausdrücklich“ genau auf diese Wirkung hin geplant und ausgerichtet wurde. Einer der Orte, „künstlich geschaffen“, der wie andere „natürlich gewachsene“ Orte wie z.b. der Grand Canyon messbaren Einfluss darauf haben, wie Menschen sich fühlen, wie sie andere behandeln und wie man das Vergehen der Zeit im Anblick solcher Räume anders als gewohnt wahrnimmt.Ein Grundsatz, der vielfach bereits bewusst genutzt ist. Denn dass Einkaufszentren zumindest versuchen, einen „hypnotischen Sog“ zu erzeugen, der Kauflust generiert, gehört ebenso in diese bewusst gestaltete Architektur, wie auch Gerichtsgebäude, wieder auf andere Art, einen bestimmten Eindruck (eine Haltung des Respektes) durch ihre Bauweise erzeugen wollen.So entstehen Orte der Zuneigung, der Lust, der Langeweile, der Anregung, der Angst, der Ehrfurcht und, in der aktuellen Welt, auch „Welten in der Maschine“ und „Maschinen in der Welt“ (smartes Wohnen), die ebenso räumlich und dinglich bestimmte Wirkungen entfalten wollen, wie alle gestalteten „Räume“ seit jeher Emotionen hervorrufen sollten.Das alles liest sich zunächst sehr anregend und informativ und bietet vielfachen Aufschluss auch für das eigene Empfinden. Was allerdings ein stückweit fehlt ist eine kritische Betrachtung der starken Eingriffe, zumindest deren Versuch, die Emotionen des „Betrachters“, der in vielen Fällen inzwischen nurmehr „Kunde“ ist, gezielt zu wecken, zu verwirren, neu auszurichten. Eine solch „schöne neue smarte Welt“ bedarf auch grundlegenden kritischen Betrachtung (die Ellard eher in Ansätzen als „Warnungen“ bietet), und nicht nur spürbarer Begeisterung (die man im Gesamten eher aus dem Buch im Blick auf die neuen, technischen Möglichkeiten herauslesen kann) für das „immer mehr Mögliche“. Denn was „bessere Orte“, die Ellard zu Beginn thematisiert, in der Qualität genau sind, wie man sich vor „nur vermeintlich“ besseren Orten schützen kann, all das bleibt eher Stückwerk im Buch und lässt mit einigen Fragen zurück.Was nichts daran ändert, dass es interessant zu lesen ist, in welche hohem Maße doch „das Außen“ des Raums das „Innen“ der Emotionen beeinflusst.

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  • Psychogeografie zwischen Mauern, schlauen Städten und VR-Brillen

    Psychogeografie

    fluffywordsblog

    17. May 2017 um 22:50

    Aus verschiedensten Gründen kommen Menschen in diesen Tagen auf die Idee, Mauern zu bauen: Um einem Wohnraum unterschiedliche Funktionen zuzuweisen, sich vor den Blicken der Nachbarn zu schützen oder gar ganze Nationen voneinander zu separieren. So divers diese Bauprojekte auch sein mögen, Gefühle und veränderte Verhaltensweisen bringt jede neu gezogene Wand mit sich. Der kanadische Neurowissenschaftler Colin Ellard zeigt auf, dass nicht nur Mauern, sondern sämtliche architektonischen Feinheiten auf die Psyche des Einzelnen eine große Wirkung ausüben. Schon das Äußere des Buches verrät, dass es sich bei Psychogeografie – wie die Umgebung unser Verhalten und unsere Entscheidungen beeinflusst nicht um eine Studie im traditionell-trockenen Sinne handelt, denn Satz, Papierwahl und Umschlag erinnern eher an einen hochwertigen Roman als an ein wissenschaftliches Journal, das am Schreibtisch mit Post-its versehen werden soll. Auch der Stil Ellards bzw. der Übersetzerin Sigrid Ruschmeier kommt eher persönlich und niedrigschwellig daher, ohne jedoch den Leser in Anekdoten und Ich-Bezug zu ertränken. Beides ist jedoch sympathisch und sogar humorvoll eingestreut, Clemens-Setz-Momente inklusive. Zur Verdeutlichung: „Ein Opfer von Messietum erzählte zum Beispiel, wie sie einmal versuchte, ein paar leere Plastikboxen in die Wertstofftonne zu entsorgen. Nachdem sie die Behälter sorgsam gespült und weggeworfen hatte, musste sie die ganze Zeit darüber nachdenken, dass es ihnen da draußen vielleicht unangenehm feucht war, weil sie gerade erst gewaschen worden waren." Neben dem ethnologischen Blick auf alltägliche, raum- und objektbezogene Phänomene kommt jedoch auch die wissenschaftliche Sphäre keineswegs zu kurz. Ellard weiß sich im interdisziplinären Raum zwischen Größen der Philosophie, wie Gaston Bachelard oder John Locke, den Architekten Jan Gehl oder Le Corbusier sowie diversen Psychologieschulen zu bewegen. Derartige Theoriehäppchen bebildert er stets mit Auszügen aus seiner Arbeit als Experimentalpsychologe, wobei schon einmal Versuchspersonen mit Virtual-Reality-Helmen ausgestattet imaginäre Räume durchschreiten und so ihre Gefühle zu bestimmten Grundrissen, Wohnformen oder Materialien offenbaren. Die Erkenntnisse von Ellards Studien führen wiederholt zu mahnenden Worten gegenüber der Nutzung von neuer Technologie, auch wenn der Autor immer wieder betont, dieser dennoch positiv gegenüber zu stehen (und diese in seinen Experimenten auch einsetzt). In einer Smart-City, wie z.B. Songdo City in Korea, die ihren Einwohnern ungefragt sämtliche Wünsche erfüllt, und in GPS-Apps sieht Ellard jedoch die Gefahr der Fernsteuerung und des Kontrollverlusts an große Unternehmen. Sowohl in Bezug auf den virtuellen als auch den physischen Raum geht es dem Psychogeografen um die Bewusstmachung der räumlichen Strukturen und der Macht die diese ausüben können – sei es die Anregung zum Glücksspiel durch die Simulation des antiken Roms in Las Vegas oder die Lenkung zu Spontankonsum in jedwedem Kaufhaus. Statt der reizintensiven scheint jedoch auf Dauer die langweilige Umgebung größere Gefahren in sich zu bergen. Der ständige Aufenthalt in unambitionierten Reihenhausgassen und an sterilen Bankfassaden würde Menschen verkümmern lassen, denn so weit geht laut Ellard die „responsive Beziehung“, die Mensch und Raum miteinander pflegen. Da besonders runde Formen wiederum die Stimmung aufhellen, schlägt Ellard mit einem Augenzwinkern den Einbau von Türen im „Hobbit-Stil“ in besonders unangenehme Bauten vor. Damit und mit diesem Buch bin ich sehr einverstanden.

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