Colin Jones

 5 Sterne bei 1 Bewertungen

Lebenslauf von Colin Jones

Colin Jones, geb. 1947, ist Professor für Geschichte an der University of London; zahlreiche Publikationen zur französischen Geschichte, insbesondere des 18. Jahrhunderts.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Colin Jones

Cover des Buches Die Revolution des Lächelns (ISBN: 9783150110591)

Die Revolution des Lächelns

 (0)
Erschienen am 17.03.2017
Cover des Buches Versailles (The Landmark Library, Band 11) (ISBN: 9781786693952)

Versailles (The Landmark Library, Band 11)

 (1)
Erschienen am 09.08.2018
Cover des Buches Paris (ISBN: 0670033936)

Paris

 (0)
Erschienen am 21.04.2005

Neue Rezensionen zu Colin Jones

Neu
Cover des Buches Versailles (The Landmark Library, Band 11) (ISBN: 9781786693952)A

Rezension zu "Versailles (The Landmark Library, Band 11)" von Colin Jones

Vom Jagdhaus zum Residenzschloss zum Museum. Die Geschichte von Versailles
Andreas_Oberendervor einem Monat

Wer sich auf einen Besuch des Schlosses Versailles vorbereiten möchte, dem sei das Buch des britischen Historikers Colin Jones wärmstens empfohlen. Jones ist hierzulande kaum bekannt, doch in Großbritannien zählt er zu den führenden Experten für die Geschichte Frankreichs um 17. und 18. Jahrhundert. Die Darstellung ist kompakt, kenntnisreich geschrieben und vorzüglich lesbar. Eine deutsche Ausgabe, die es bislang nicht gibt, würde sicher viele Leser finden. Das Buch ist in ästhetischer Hinsicht ein kleines Schmuckstück. Der Verlag hat es geradezu verschwenderisch mit Bildmaterial ausgestattet. Jones spannt einen Bogen vom frühen 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In den mehr als 300 Jahren seiner Existenz hat das Schloss Versailles Höhen und Tiefen erlebt. Von 1682 bis zur Revolution diente es als Königsresidenz, Regierungszentrale und Bühne für die prachtvolle Inszenierung der Monarchie. Seit dem unfreiwilligen Umzug der Königsfamilie nach Paris im Herbst 1789 wurde Versailles nie wieder bewohnt. Im 19. Jahrhundert wechselte Frankreich mehrfach die Staatsform. Es erwies sich als schwierig, das übergroße Schloss sinnvoll zu nutzen. Versailles wurde vernachlässigt und drohte zu verfallen. Erst um 1900 setzte sich die Auffassung durch, dass Versailles ein historisch bedeutsames und erhaltenswertes Baudenkmal sei. Der langjährige Schlossdirektor Pierre de Nolhac, ein energischer und weitsichtiger Wissenschaftsmanager, stellte die Weichen für die Zukunft. Nolhacs konzeptionelle Überlegungen sind bis heute maßgeblich. Seit über hundert Jahren investieren der französische Staat und private Mäzene systematisch in die Instandhaltung und Restaurierung des Schlosses. In Versailles wird wissenschaftliche Forschung betrieben, und seit den 1950er Jahren gehört der Palast zu den wichtigsten Touristenmagneten Frankreichs.

 Keimzelle des Schlosses war ein Jagdhaus, das Ludwig XIII. um 1620 in dem Dorf Versailles südwestlich von Paris erbauen ließ. Obwohl die natürlichen Gegebenheiten alles andere als optimal waren, entschied Ludwig XIV., in Versailles seine neue Hauptresidenz zu errichten. Innerhalb von 20 Jahren verwandelte er das Jagdhaus seines Vaters in die größte Palastanlage Europas. Für den Bau des Schlosses und die Gestaltung der weitläufigen Gärten und Parks waren Arbeiten nötig, wie sie die Welt seit den Tagen der Pharaonen nicht mehr gesehen hatte. Zeitweise waren bis zu 20.000 Arbeiter auf der riesigen Baustelle tätig. Mehr als 130.000 Bäume wurden gepflanzt. Im 18. Jahrhundert diente Versailles als Vorbild für zahlreiche Schlossbauten in ganz Europa. Die Baugeschichte und die künstlerische Ausgestaltung des Schlosses stehen im Mittelpunkt des ersten Kapitels. In den Kapiteln 2 bis 4 beleuchtet Jones aus verschiedenen Blickwinkeln das höfische Leben in Versailles unter dem Sonnenkönig und seinen beiden Nachfolgern, Ludwig XV. und Ludwig XVI. Er berücksichtigt auch die Menschen, die im und am Palast arbeiteten und in seinem Schatten wohnten: Dienstpersonal, Handwerker, Künstler. In unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses entwickelte sich das Dorf Versailles zu einer prosperierenden Großstadt. Das wird allzu oft übersehen. Schloss und Stadt waren einander in enger Symbiose verbunden. Nach Beginn der Revolution verlor die Stadt schlagartig mehr als die Hälfte ihrer rund 70.000 Einwohner. In den beiden letzten Kapiteln schildert Jones die Geschichte des Schlosses im 19. und 20. Jahrhundert. Versailles erlangte seine einstige Bedeutung nicht zurück. Nur zweimal noch sorgte es für Schlagzeilen: Mit der Proklamation des Deutschen Kaiserreiches im Januar 1871 und mit dem großen Friedenskongress von 1919 nach Ende des Ersten Weltkrieges.

 Mag das Buch auch kleinformatig und vergleichsweise schmal sein, so bietet es doch faszinierende Einblicke in die Geschichte des Schlosses Versailles. Das Buch gehört ins Reisegepäck eines jeden Geschichtsfreundes, der sich auf den Weg nach Versailles macht.     

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 1 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks