Colin Walsh

 4,1 Sterne bei 136 Bewertungen
Autor*in von Kala, Kala: Colin Walsh und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Colin Walsh stammt aus Galway und lebt in Belgien. Für sein Schreiben wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet, seine Texte erschienen unter anderem in The Stinging Fly und The Irish Times und wurden auf RTÉ Radio 1 sowie BBC Radio 4 ausgestrahlt. Kala ist sein erster Roman und wurde zu einem großen Bestseller.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Colin Walsh

Cover des Buches Kala (ISBN: 9783989411302)
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Rezension zu "Kala" von Colin Walsh

ManfredLiest
Starke Irland‑Atmosphäre mit packendem Finale

Ich mag diese irischen Romane mit ihren eigenwilligen, kantigen Figuren, die so gut zur rauen Landschaft passen. In «Kala» verfolgt man eine Jugendclique, aus der ein Mädchen verschwindet – und deren Gebeine erst 20 Jahre später wieder auftauchen. Die erneute Zusammenkunft der Freunde und die langsam aufgedeckten Geheimnisse machen das Buch spannend und treiben einen neugierig weiter. Der Mittelteil verliert jedoch an Tempo und wirkt zu einseitig, besonders Joes Erlebnisse ziehen sich. Trotz dieser Länge bleibt die Grundstory stark, atmosphärisch und clever konstruiert. Wegen des packenden Endes würde ich es sofort wieder lesen.

Cover des Buches Kala: Colin Walsh (ISBN: 9781838958756)
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Rezension zu "Kala: Colin Walsh" von Colin Walsh

walli007
Gemeinsam

Wegen einer Hochzeit kehrt Helen zurück nach Kinlough in Irland. Fünfzehn Jahre liegt das Verschwinden ihrer Freundin Kala zurück, in dessen Nachgang Helen ihre Heimat verlassen hat. Und nun ist sie wieder da. Genauso wie der Musiker Joe und Mush, der gar nicht erst gegangen ist. So wohl fühlt sich Helen nicht. Es kommen einfach zu viele Erinnerungen hoch. Es ist nie herausgekommen, was damals mit Kala passiert sein könnte. Sie wurde noch einmal von einer Kamera aufgenommen und das war es. Ihr Freundeskreis hat das nicht überstanden. Sie war eben der Mittelpunkt. Und dann werden sterbliche Überreste gefunden.


Eine Heimkehr, die alte Wunden aufreißt, so fühlt es sich für Helen an. Lieber wäre sie in Kanada geblieben. So einfach sagt man eine Hochzeitseinladung nicht mal so ab. Sie gönnt dem Paar sein Glück. Jedoch erinnert sie sich,genauso wie Joe und Mush. Dabei sind die Bilder der Vergangenheit mitunter schwer erträglich und alles andere als angenehm. Bestimmten Wahrheiten muss man sich aber stellen. Und hinzu kommt dieser Fund. Sollte das tatsächlich Kala sein? In diesem Fall wären etliche Fragen zu beantworten. Wohl auch solche, deren Antwort man lieber nicht kennen würde.


Das Verschwinden der jugendlichen Kala ist für ihre Freunde ein traumarisierendes und auch einschneidendes Ereignis. Von ihrer engen Freundschaft, von ihrer Clique bleibt erstmal nichts. Ihre Wege haben sich zerstreut und die Zusammenkunft zu der Hochzeit ist eher dem guten Benehmen geschuldet. Und dennoch erinnern sie sich. Sollte mit dem Auftauchen der sterblichen Überreste doch noch alles geklärt werden können? Handelt es sich überhaupt um das, was von Kala übrig geblieben ist? Die Freunde von damals tauchen erneut in die Vergangenheit ein und auch in der Gegenwart haben sie etliche Fragen zu klären. Geschickt zusammengefügt aus den beiden Zeitebenen und den unterschiedlichen Sichtweisen der handelnden Personen entspinnt sich eine spannende Erzählung, während der sich für die Leser und Leserinnen ein Bild der Dorfgemeinschaft zusammenfügt. Dies erscheint zunächst nicht ungewöhnlich, wird aber immer düsterer. Wer hatte da was zu verbergen? Vielleicht sogar die Freunde selbst? Ob einem der Gang der Story in jedem einzelnen Moment gefällt, mag dahingestellt sein, aber packend zu lesen ist es, wenn man herausfinden möchte, wer hier die Grenzen überschreitet. 


3,5 Sterne

Cover des Buches Kala (ISBN: 9783989411302)
Bianka_Mertenss avatar

Rezension zu "Kala" von Colin Walsh

Bianka_Mertens
Hinter dieser Wiese ist nichts idyllisch

Hinter dieser Wiese ist nichts idyllisch.

Das Cover fand ich übrigens irgendwie trügerisch. 😂 Diese Wiese, die eher idyllische Gestaltung – und dann weiß man natürlich durch den durchgestrichenen Namen, dass jemand verschwunden ist. Aber trotzdem hatte ich zunächst nicht unbedingt erwartet, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Und dann war ich beim Lesen irgendwann so: Oh. Okay. 😅

Denn hinter dieser fast harmlos wirkenden Gestaltung verbirgt sich ein ziemlich düsterer und vielschichtiger Krimi.

Im Mittelpunkt steht eine Clique Jugendlicher aus dem irischen Küstenort Kinlough. Kala ist das Zentrum dieser Gruppe. Doch im Sommer 2003 verschwindet sie plötzlich spurlos.

Fünfzehn Jahre später treffen einige ihrer damaligen Freunde wieder aufeinander. Als menschliche Überreste gefunden werden, holt sie die Vergangenheit erneut ein. Und je mehr ans Licht kommt, desto deutlicher wird, dass damals längst nicht alles so war, wie es vielleicht ausgesehen hat.

Was mir richtig gut gefallen hat, waren die Figuren. Sie sind nicht einfach nur irgendwelche Personen, die für die Handlung gebraucht werden, sondern haben ihre eigenen Geschichten, Fehler, Verletzungen und Geheimnisse. Gerade dadurch wird der Roman für mich so vielschichtig.

Auch die Rückblicke und Zeitsprünge haben mich überhaupt nicht gestört. Ich weiß, dass sich manche Leser daran aufhängen, aber ich hatte damit wirklich kein Problem. Ich fand es eher interessant, wie sich die Geschichte nach und nach zusammensetzt und man immer besser versteht, was damals passiert ist und wie sehr diese Ereignisse die Menschen noch Jahre später beeinflussen.

Der Einstieg ist eher gemächlich, aber danach wurde es für mich immer besser. Ich habe das Buch tatsächlich ziemlich schnell weggelesen, weil mich die Geschichte zunehmend gepackt hat. Es ist keine laute, hektische Spannung, sondern eher eine leise, düstere Atmosphäre, die sich immer weiter verdichtet.

Und diese Sprache! Die hat mir wirklich richtig gut gefallen. Sie ist melancholisch, atmosphärisch und passt für mich wunderbar zu der Geschichte. Man hat beim Lesen oft das Gefühl, dass über allem etwas Unausgesprochenes liegt.

Ich fand es außerdem spannend, wie sich der Krimi mit dieser Geschichte über Freundschaft, Erwachsenwerden, Schuld und die Vergangenheit verbindet. Es geht eben nicht nur darum, herauszufinden, was mit Kala passiert ist. Es geht auch darum, was ihr Verschwinden mit den Menschen gemacht hat, die zurückgeblieben sind.

Für mich ist „Kala“ ein wirklich gelungenes Debüt. Ein Krimi, der sich Zeit nimmt, seine Figuren und seine Geschichte zu entwickeln, dabei aber immer mehr Sog entwickelt.

Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐⭐⭐

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