Colm Tóibín Brooklyn

(61)

Lovelybooks Bewertung

  • 62 Bibliotheken
  • 5 Follower
  • 0 Leser
  • 15 Rezensionen
(24)
(25)
(11)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Brooklyn“ von Colm Tóibín

Über das Fremdsein – in der Fremde und in der eigenen Heimat Das Buch zum Film: Eine Liebe zwischen zwei Welten. Die junge Irin Eilis Lacey wandert um 1950 nach Amerika aus, um in Brooklyn Arbeit zu finden. Sie wird Verkäuferin in einem Warenhaus. Die Anpassung fällt schwer, das Heimweh ist groß – bis sie Tony begegnet. Mit dem jungen Italiener an ihrer Seite eröffnet sich eine rosige Zukunft. Da ruft eine tragische Nachricht sie zu ihrer Mutter nach Südirland zurück. In der vertraut-fremden Heimat trifft sie Jim wieder. Eilis muss sich entscheiden. Der wunderbare, sensible Roman wurde erstmals nach einem Drehbuch von Nick Hornby verfilmt. Die junge irischstämmige Schauspielerin Saoirse Ronan überzeugt grandios als Eilis Lacey in dieser ergreifend-realistischen Verfilmung. Ein bezaubernder Film über das Fremdsein - in der Ferne und in der Heimat. Ab 21. Januar 2016 im Kino!

Eines meiner Lieblingsbücher! Wunderbar zarter Roman über das Ankommen und Fremdsein und die Zerrissenheit zwischen zwei Welten...

— Lyke

Wunderschöne Geschichte über das Auswandern der 50er Jahre. Der Film gefällt mir besser!

— Pagina86

Schönes Buch!

— KatiesBookshelf

tolle Geschichte mit starken Protagonisten

— CorneliaP

Der Beweis: Gefühlschaos kann man unaufgeregt erzählen - und ganz nebenbei auch, wie ein Umzug in die Fremde einen Menschen verändert.

— PetrinaEngelke

Ein hin und her der Gefühle

— Mariposa93

Netter Roman, hat mich aber leider überhaupt nicht gefesselt.

— AgnesM

Ein wundervolles Buch! Finde das Ende allerdings nicht so gelungen

— books_____forever

Ein Buch über das Fremdsein und die Eigenständigkeit. Der Klappentext verrät zu viel, das Ende ist für mich nicht befriedigend.

— Miia

Ein schöner Roman übers Fremd sein, Entscheidungen und Heimat. Ganz sicher werde ich mir auch die Verfilmung anschauen.

— Fantasie_und_Träumerei

Stöbern in Romane

Lügnerin

In jeder Hinsicht überzeugend erzählt.

jamal_tuschick

Wer hier schlief

Gut geschrieben, regt zum Nachdenken an, berührt mich persönlich aber nicht genug.

MrsFraser

Der Sympathisant

Ein kommunistischer Spion unter Exil-Vietnamesen in den USA: Teilweise fesselnd und überraschend amüsant und satirisch-ironisch.

Gulan

Im siebten Sommer

Spannend und emotional. Ein echter Pageturner!

thebooklettes

Als wir unbesiegbar waren

Nicht mein Buch

brauneye29

Menschenwerk

Schwer erträglich. Als Mahnmal und Erinnerung notwendig.

wandablue

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension ,,Brooklyn"

    Brooklyn

    bucherwelt_by_tabea

    13. November 2016 um 16:06

    Inhalt: Die junge Irin Eilis wandert um 1950 aus, um in Brooklyn Arbeit zu finden. Die Anpassung fällt schwer, das Heimweh ist groß - bis sie Tony begegnet. Eine tragische Nachricht ruft si zu ihrer Mutter nach Irland zurück. In der vertraut-fremden Heimat trifft se Jim wieder. Eilis muss sich entscheiden... Meine Meinung: Am Anfang hat es sich sehr gezogen und es hat gedauert bis Eilis überhaupt Tony kennengelernt hat. Es gab Stellen, die ich als unnötig und nicht für die Handlung bereichernd empfand. Das besserte sich dann ab der Mitte... Gefehlt hat mir das Gefühl und das Nachvollziehen ihrer Entscheidungen. Als sie dann zurück muss, hätte ich echt gedacht, dass sie bleibt, deswegen kann ich ihre letztendliche Entscheidung nicht verstehen. Gut fand ich die Idee des Buches, leider war die Umsetzung nicht ganz gelungen. Gestört hat mich am Schreibstil das alles aus der dritten Person erzählt wurde und die Tatsache, dass das Buch nur in drei Teile und nicht in Kapitel unterteilt ist. Trotzdem gebe ich, da es besser geworden ist und ich die Idee gut fand 3/5 Sterne.  

    Mehr
  • Brooklyn

    Brooklyn

    Kleine8310

    22. August 2016 um 23:47

    "Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten" ist ein Roman des Autors Colm Toibin. Dieses Buch wollte ich gerne lesen, bevor ich mir die dazugehörige Verfilmung anschaue. Der Inhalt hat mich sogleich angesprochen, da ich mir darunter eine schöne Liebesgeschichte mit historisch angehauchtem Setting vorgestellt hatte, und dementsprechend neugierig habe ich mich auf das Buch gestürzt.    In diesem Buch geht es um die junge Eilis Lacey. Im Jahr 1950 wandert die Protagonistin, die in Irland aufgewachsen ist, nach Amerika aus. Der Grund ist einfach, denn Eilis hat die Hoffnung, dass sie in Brooklyn, wohin es sie verschlägt, vielleicht eine Anstellung findet. Das Glück ist Eilis hold und sie findet schon nach kurzer Zeit eine Stelle als Verkäuferin in einem Warenhaus. Doch Eilis hat stark mit ihrem Heimweh zu kämpfen und es fällt ihr nicht leicht sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten anzupassen und zurechtzufinden.  Aber eines Tages trifft Eilis auf den jungen Italiener Tony. Sie verlieben sich ineinander und Eilis fühlt sich mit ihm an ihrer Seite auch in Brooklyn endlich wohler. Doch als Eilis plötzlich eine tragische Nachricht von ihrer Mutter erhält reist sie nach Südirland zurück. Und als sie dort Jim begegnet sieht sich Eilis plötzlich zwischen zwei Männern stehen ... Der Schreibstil von Colm Tobin hat mir ziemlich gut gefallen. Der Autor schreibt flüssig und die Geschichte lässt sich sehr angenehm und problemlos lesen. Was ich zuerst gar nicht so erwartet hatte war, wie toll der Autor die Emotionen einbezieht. Er beschreibt Szenarien und Personen sehr liebevoll und eindrücklich und das hat mir gut gefallen. Vorallem schafft er den Spagat zwischen emotionaler Geschichte und zu kitschiger Erzählung. Das Einzige was mich manchmal gestört hat waren ein paar Passagen, die zu verschnörkelt und in sehr langen Sätzen beschrieben waren. Diese waren manchmal eher verwirrend als hilfreich.    Die Handlung ist nicht sehr anspruchsvoll, aber sie wirkt wie aus dem Leben gegriffen. Wer also eine facettenreiche, überraschende und raffinierte Geschichte bei diesem Buch erwartet dürfte wohl ein bisschen enttäuscht sein. Da ich versucht habe nicht allzu große Erwartungen im vorhinein zu haben, war ich nicht enttäuscht. Manches in diesem Buch ist schon lange Zeit zuvor vorherzusehen und wirkliche Überraschungen gab es nicht, aber dennoch habe ich die Liebesgeschichte als kurzweilige Unterhaltung und als solide Geschichte geniessen können.   Die Charaktere wurden schön ausgearbeitet und sie harmonieren im Zusammenspiel auch gut miteinander, was mir gefallen hat. Trotzdem muss ich sagen, dass nicht einmal die Protagonistin Besonderheiten aufweist, die sie aus der Masse hätten hervorheben können. Das fand ich schade. Ich hätte mir insgesamt ein wenig mehr Tiefgang der Charaktere gewünscht, denn die Emotionen der Handlung hätte ich auch gerne bei den handelnden Personen erlebt.   Positiv:  * weitestgehend angenehmer und flüssiger Schreibstil * interessante Handlung * Harmonie und ein stimmiges Zusammenspiel der Charaktere untereinander   Negativ:  * die Charaktere hätten mehr Tiefgang haben können * die Handlung war oftmals sehr leicht vorherzusehen   "Brooklyn" ist eine solide, interessant gestaltete Liebesgeschichte, die zwar manchmal vorhersehbar war, mir aber dennoch kurzweilige und schöne Lesestunden beschert hat!

    Mehr
  • Eine Liebe in Brooklyn

    Brooklyn

    peggy

    15. August 2016 um 15:36

    Eilis lebt mit Mutter und Schwester in einem kleinen Ort in Irland. Als sie die Möglichkeit hat nach Amerika auszuwandern und in einem großen Kaufhaus zu arbeiten nutzt sie diese Gelegenheit. In New York bekommt sie aber schnell Heimweh, bis sie auf Tony trifft der ihr Leben auf den Kopf stellt, als ein Brief ihrer Mutter mit einer Schlechten Nachricht kommt, entscheidet sie sich nach Hause zurück zukehren, wenn auch nur vorübergehend. In Irland trifft sie wieder auf Jim... Die Story an sich klang sehr vielversprechend, eine Frau zwischen zwei Welten und zwei Männern. Daraus hätte man was machen können, aber leider blieb die Geschichte ziemlich oberflächlich, ich hab zu keiner Zeit die Empfindungen der Charaktere gespürt.Selbst bei emotionalen Ereignissen bliebt alles sehr nüchtern.. Hier fehlte der Tiefgang, es plätscherte alles nur so dahin.. Große Gefühle, Empfindungen keine Spur.. Das Ende war nicht ganz so nüchtern gestaltet, ich konnte fast so etwas wie eine Emotion Spüren. Vielleicht war es aber bloss die Euphorie das das Buch zu Ende ist .Ich hatte mich so auf die Geschichte gefreut und wurde leider enttäuscht aber ich gebe noch nicht auf und werde mir die Verfilmung ansehen und ich hoffe das ich da mit Emotionen nur so überschwemmt werde.

    Mehr
  • Fern der Heimat

    Brooklyn

    Mariposa93

    17. July 2016 um 10:28

    Eilis findet in ihrem Heimatort in Irland keine Arbeit. Als sich ihr die Gelegenheit bietet, begibt sie sich auf ein Abenteuer. Sie wandert nach Amerika aus, um dort Arbeit zu finden. Mit Unterstützung eines Priesters, der ebenfalls aus ihrem Heimatort stammt, bekommt sie ein Zimmer in Amerika, bekommt eine kleine Anstellung und beginnt ihr neues Leben. Doch Eilis ist sich schon zu Beginn nicht sicher, ob es das richtige für sie ist. Ihre Schwester Rose ist viel mutiger und offener und möchte Weg, Eilis möchte eigentlich lieber in Irland bleiben und eine Familie gründen.In Amerika findet Eilis sich nur schwer in ihr neues Leben. Sie trauert Irland hinterher und fühlt sich einsam. Erst mit einer neuen Aufgabe wird es besser. Dann lernt sie auch noch einen jungen Mann kennen und möchte ihn heiraten. Dann kommt eine schreckliche Nachricht von zuhause und Eilis reist für eine kurze Weile nach Hause. Dort erscheint ihr ihr Leben in Amerika total unwirklich.Das Buch beschreibt die beeindruckende Geschichte einer jungen Frau. Es beschreibt die Ängste in der Fremde und die Sehnsucht nach zuhause. Es verdeutlicht aber auch, wie unwirklich einem das Leben vorkommen kann, wenn man sich zu weit von seinen Gewohnheiten wegbewegt. Das Geschichte der jungen Eilis nimmt einen mit und man hofft mit ihr und freut sich mit ihr. Aber man trauert auch mit ihr.

    Mehr
    • 2
  • Ein Buch über das Fremdsein und die Eigenständigkeit

    Brooklyn

    Miia

    18. April 2016 um 09:25

    Inhalt:  Die junge Irin Eilis Lacey wandert um 1950 nach Amerika aus, um in Brooklyn Arbeit zu finden. Sie wird Verkäuferin in einem Warenhaus. Die Anpassung fällt schwer, das Heimweh ist groß – bis sie Tony begegnet. Mit dem jungen Italiener an ihrer Seite eröffnet sich eine rosige Zukunft. Da ruft eine tragische Nachricht sie zu ihrer Mutter nach Südirland zurück. In der vertraut-fremden Heimat trifft sie Jim wieder. Eilis muss sich entscheiden. Meine Meinung:  Ich bin auf diese Geschichte erst durch die Oscarverleihung aufmerksam geworden. Der Film hörte sich toll an und daher wollte ich unbedingt das Buch lesen. Den Film habe ich noch nicht gesehen und ich weiß auch nicht, ob ich ihn noch sehen werde, weil mich die Geschichte einfach nicht so überzeugt. Wir wandern gemeinsam mit Eilis nach Amerika aus. Der Autor erzählt eigentlich recht kurz und knapp, wie es zu diesem Entschluss kam. Wir erleben kurz Eilis Leben in Irland und schon gehts nach Amerika. Interessante Teile, wie die Ankunft in Amerika werden einfach übersprungen. Erst befindet man sich noch auf dem Boot und im nächsten Abschnitt findet man sich schon in ihrer neuen Wohnung wieder. Das fand ich stellenweise etwas schade, weil gerade durch diese Abschnitte tolle Emotionen erzeugt werden könnten. Ich hätte da eher andere Stellen weggelassen, wie zum Beispiel das Badeanzug kaufen mit der Arbeitskollegin. Die Geschichte ließ sich eigentlich recht flott lesen, auch wenn es zwischendurch etwas emotionslos war. Oftmals werden die Geschehnisse nur schnell erläutert. Richtig große Gefühle kommen da beim Leser nicht an. Ich finde  außerdem schade, dass der Klappentext so viel verrät. Tony lernt Eilis erst ab ca. S. 190 kennen und die schlimme Nachricht aus der Heimat und das erneute Wiedersehen mit Jim finden erst auf den letzten 100 Seiten statt. Die eigentliche Geschichte befasst sich nämlich viel mehr damit, wie sich Eilis in der neuen Welt zurecht findet und zwar ohne Familie. Sie lernt neue Leute kennen und muss diese Leute durchschauen. Es gibt kleinere Intrigen und Manipulationen und es ist interessant zu erleben, wie Eilis dort langsam erwachsen und reifer wird und einfach immer mehr zu einer eigenständigen Person wird. Das ist dem Autor sehr gut gelungen. Mir gefällt leider das Ende ABSOLUT nicht, daher bleibt das Buch mit einem negativen Nachgeschmack bei mir im Gedächtnis. Das ist total schade, weil ich eigentlich Eilis Entwicklung sehr inspirierend fand. Ich kann leider allerdings ihre Gefühle zu Tony und Jim nicht wirklich nachvollziehen. Mir passiert das alles zu schnell und man hat immer nur das Gefühl, dass sie die Männer wie Brüder mag. Das Ende ist mir dann einfach zu offen und zu ungewiss. Ich glaube, dass ist auch der Grund warum ich den Film nicht sehen werde. Wenn dieser nämlich genau so endet, dann finde ich es einfach schade. Ich finde einen Epilog normalerweise nicht notwendig und oftmals wird damit zu sehr "Friede-Freude-Eierkuchen" ausgedrückt, aber in dieser Geschichte hätte ich mir wirklich einen Epilog gewünscht. Es hätte die Geschichte irgendwie runder gemacht.  Fazit: Eine Geschichte, die das Fremdsein und das Heranwachsen an eine eigenständige Person beschreibt. Die Entwicklung von Eilis in Amerika gefällt mir wirklich gut und die Geschichte lässt sich gut lesen. Leider bleiben die Emotionen etwas auf der Strecke und insbesondere die Liebesgeschichte(n) kommen bei mir nicht richtig an. Das Ende ist dann leider zu offen - ein Epilog wäre hier ausnahmsweise mal von Vorteil gewesen. Ich vergebe mittlere 3 Sterne!

    Mehr
  • Brooklyn

    Brooklyn

    Fantasie_und_Träumerei

    07. April 2016 um 10:42

    Die junge Irin Eilis möchte und ihre Familie finanziell unterstützen. Um einen besseren Job ausüben zu können, wandert sie nach Amerika aus. Dort angekommen nimmt sie eine Stelle als Verkäuferin an und besucht nebenher eine Schule, an der sie zur Buchhalterin ausgebildet wird. In einer kleinen Pension, in der mehrere alleinstehende Frauen unterschiedlichen Alters leben, findet sie eine Unterkunft. Ein richtiges Zuhause ist das für sie jedoch nicht. Ihren fehlen Trubel und familiäres Beisammensein. Heimweh plagt sie. Einziger Trost ist Tony, der freundliche junge Mann, den sie beim Tanz kennengelernt hat. Ein echter Freund, der sich von Eilis mehr wünscht als nur Freundschaft. In der Stunde der Not bindet er sie mit einem Versprechen, das sie in einen großen Gewissenskonflikt treibt und von ihr eine Entscheidung fordert, die ihr Leben auf ewig beeinflussen wird. Eilis, das gute Mädchen. Die treue Seele. Beißt in jede saure Zitrone, die das Schicksal ihr entgegen streckt. Geduldig und fast ein bisschen lethargisch. Manche Chance ergreift sie, aber manche eben auch nicht. Große Gefühle und vor allem die Äußerung derer, hat sie in Irland zurück gelassen. Wie gern hätte ich sie an den Schultern gepackt und gerüttelt. Ihr zugeflüstert, dass es ihr erlaubt ist, ihre Meinung zu sagen und den Weg einzuschlagen, den sie sich wünscht. Aber es ist nun mal nicht das Jahr 2016, sondern 1950 und da tickten die Uhren noch anders. Es ist eine Zeit des Umbruchs. Frauen erlangen mehr und mehr Autonomie, müssen aber erst lernen mit dieser neu gewonnenen Freiheit umzugehen. Vor allem dann, wenn zwei so unterschiedliche Kulturen wie die der Amerikaner und die der Iren aufeinandertreffen. Colm Tóibín, der vielfach ausgezeichnete irische Autor, zeigt offen seine Liebe zu seinem Geburtsland. Protagonistin Eilis wirkt in den Passagen in Irland viel freier, viel fröhlicher. Ihre Landsleute bestechen durch Sympathie und Offenheit. Amerika hingegen ist viel schwieriger zu verstehen und liegt mit seiner Art schwer auf Eilis Schultern. Dort muss farbigen Frauen extra erlaubt werden in öffentlichen Geschäften einzukaufen, aber keine der weißen Verkäuferinnen möchte sie freiwillig bedienen oder mit ihnen sprechen. Das Miteinander dort ist für Eilis ungewohnt. Das Land der Möglichkeiten ist für sie ein Land der Pflichten. Es tut mir ein wenig Leid, dass Eilis so schlecht aus ihrer Bahn herausgleiten kann. Ich hätte es ihr gegönnt, denn ihre ungesunde Blässe nimmt mit jedem Tag in Amerika zu. So zumindest mein Bild von ihr. Ich hab sie sehr gern gemocht, gern begleitet. Im Januar diesen Jahres ist „Brooklyn“ in deutschen Kinos angelaufen. Ich werde mir den Film ganz gewiss ansehen. Nicht nur, weil ich den Roman sehr gern gelesen habe, sondern auch weil mich interessiert, wie Eilis Gefühl des fremd Seins umgesetzt wurde.

    Mehr
  • Emotionales Emigrationsdrama vom Feinsten

    Brooklyn

    HEIDIZ

    26. February 2016 um 11:21

    Daten zum Buch: ============   ·  Taschenbuch: 304 Seiten ·  Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (22. Januar 2016) ·  Sprache: Deutsch ·  ISBN-10: 3423086491 ·  ISBN-13: 978-3423086493 ·  Originaltitel: Brooklyn ·  Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3 x 20,1 cm   PREIS: 9,90 Euro   Ellis Lacey war nie in der Welt, sie ist ständig zu Hause in ihrer Heimat nahe Wexford gewesen – im Süden Irlands. Nun steht die Auswanderung nach Amerika an – ein neues Zuhause zu finden – das wird nicht leicht für Ellis werden. Ihre Schwester Rose, zu der Ellis aufschaut und der beiden Mutter haben sich das so vorgenommen. In Brooklyn angekommen findet Ellis Arbeit in einem italienischen Modehaus. Sie verdient ihr Brot seither als Verkäuferin. Die Erinnerung an ihre Heimat Irland verblasst mit der Zeit.   Dann kommt Tonny dazu, sie verliebt sich in ihn. Er ist Italiener und die beiden heiraten. Dann muss sie aus einem Grund nach Irland zurück, warum, möchte ich jetzt nicht verraten, um nicht die Spannung vorwegzunehmen. Dort trifft sie auf Jim, der Ellis sehr mag und ihre Liebe zur Heimat wieder aufflammen lässt.   Meine Meinung: ============   Hoch emotional aber nicht kitschig ist dieser Roman etwas ganz besonderes für mich gewesen und hat mich tief beeindruckt zurück gelassen.   Der Autor ist selbst in Irland geboren, man spürt seine eigene Heimatliebe zwischen den Zeilen. Außerdem fand ich das Geschriebene glaubwürdig, nicht überzogen, sondern authentisch und lebendig bildhaft beschrieben. Die Szenen kann man sich sehr gut vor dem geistigen Auge vorstellen und auch die Charaktere sind so erläutert, dass man sie vor sich sieht, ohne einen Film zu schauen.   Hier ist nichts klischeehaftes, es ist alles einfach gut so, wie es vom Autor geschrieben ist. Es passt alles perfekt und liest sich flüssig spannend und – mit dichter Handlung versehen – kurzweilig, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.   Leseprobe: ======== Inzwischen war es Januar, und Ellis spürte morgens auf dem Weg zur Arbeit die bittere Kälte. Egal, wie schnell sie ging, und selbst nachdem sie sich dicke Strümpfe gekauft hatte, fühlten sich ihre Füße, wenn sie im Bartocci´s ankam, wie Eisklumpen an. …   Absolute Empfehlung – ich kann nichts bemängeln !!!

    Mehr
  • Brooklyn

    Brooklyn

    Jolle22

    Inhalt Die junge Eilis lebt mit Ihre Mutter und Ihre Schwester Rose in Enniscorthy im Süden Irlands, Ihre Brüder Leben und Arbeit in England und unterstützen Ihre Familie in Irland. Rose, Eilis älter Schwester hat ebenfalls eine Arbeit und unterstützt Ihre Familie. Eilis bekommt eine Job in in Miss Kellys Laden und kann ebenfalls etwas Geld zu Lebensunterhalt bei steuern. Nach einiger Zeit kommt Priester Father Flood zum Heimatbesuch nach Irland. Er lernt Eilis durch Rose kennen und bald ist es schon abgemacht, dass Eilis mit nach Amerika geht. Der Priester besorgt Ihr eine Job in einem Warehaus und eine Unterkunft bei Mrs. Kehoe. Zum Anfang hat Eilis Heimweh, doch schon bald lernt Sie Tony kennen und Lieben. Doch dann stirbt Ihre geliebt Schwester Rose und Eilis macht sich auf den Weg nach Ireland... Das Buch lässt sich gut lesen, es hat eine ruhigen und sachlichen Schreibtstil. Eine sehr authentische und einfühlsame Geschichte über das Auswandern, das Suchen und finden der eigenen Identität und die erste große Liebe. Das Buch ist reich an detaillierten Beobachtungen, die den Leser mitten in das Geschehen aufnehmen. Ehrlich gesagt habe ich auf ein anderes Ende gehofft, mir war Jim symaptischer wie Tony..

    Mehr
    • 2
  • Brooklyn

    Brooklyn

    LousBooks

    09. February 2016 um 11:49

    Eilis lebt in Irland in einem kleinen Dorf mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Rose zusammen. Sie meint alles zu haben, was sie zum leben braucht und macht sich keine Zukunftspläne. Doch eines Tages kommt Rose mit der Nachricht nach Hause, dass Eilis einen Job in Brooklyn bekommen könnte. Doch sie selbst fragte sich, wie sie so weit weg von ihrer Familie würde leben können. Schließlich machte sie sich auf den Weg nach Brooklyn. Anfangs wurde sie von schrecklichen Heimwehwellen überrollt und konnte sich nicht vorstellen sich jemals in New York Zuhause zu fühlen. Doch sie lebt sich immer mehr ein und findet sich mit dem ab, was sie hat. Zudem begegnet sie irgendwann Tony und eine wunderbare Beziehung entsteht. Eilis fühlt sich endlich wohl und keine Spur denkt sich daran, jemals nach Hause zurückkehren zu müssen. Bis eines Tages ein Anruf ihrer Mutter sie erreicht, Rose, ihre gerade mal 30 Jahre alte Schwester, sein verstorben. Eilis fällt aus allen Wolken und zum ersten Mal sehnt sie sich wieder nach Irland. Sie ist hin und hergerissen, ob sie nun bleiben oder zurückkehren soll. Eilis beschließt heimzukehren und verabschiedet sich vorerst schweren Herzens von Brooklyn. In ihrer altgewohnten Umgebung ist sie erst von Trauer und Sehnsucht umgeben, doch dann trifft sie Jim wieder… ich habe sehr viele Erwartungen an dieses Buch gesetzt. Zum einen hab ich den Filmtrailer gesehen und empfand den Inhalt der Geschichte sofort als schön. Also habe ich beschlossen mir das Buch zu holen und habe es gelesen. Ich war schon etwas überrascht, als ich das Buch in den Händen hielt und es gerade mal 300 Seiten füllte. Ich habe gehofft mich wieder einmal in die Hauptfiguren hineinversetzten zu können, doch als das Buch in der Erzähler-Perspektive anfing, wirkte es etwas unpersönlich. Allerdings machte das der Schreibstil wieder wett. Trotzdem konnte ich Eilis oft nicht nachvollziehen. Anfangs dachte ich, dass sie sich vielleicht von der Masse anhebt, aber sie machte einen zu normalen Eindruck auf mich, als dass ich ihr hätte eine emotionale und spannende Geschichte zutrauen können. Hin und wieder, gerade nach Rose' Tod oder nach Beginn der Beziehung mit Tony hätte ich mir irgendwie etwas mehr Emotionen gewünscht. Zudem hätte mir die Ich-Perspektive im Rückblick doch um einiges besser gefallen. Ich war auch etwas verwundert, dass Tony erst kurz nach der Hälfte des Buchs auftauchte. Eine detaillierte und spannendere Beziehung wäre vielleicht allein zur Unterhaltung besser gewesen, aber ich glaube, dass das eigentlich keine große Rolle gespielt hat. Als Eilis wieder zurück in Irland war, wär es schöner gewesen, wenn sie mehr zwischen den beiden hin und hergerissen gewesen wäre. Einfach mehr Gedankenspiele zwischen Brooklyn und Irland. Aber allein vom Inhalt her würde ich dem Buch 5 Sterne geben. Es war schön zu lesen und brachte trotz allem dieses schöne Retroflair mit sich. Und insgesamt empfehle ich es wirklich zu lesen, auch wenn mir persönlich die persönliche und emotionale Note der Figuren gefehlt hat. Trotzdem verdient das Buch mindestens 4 Sterne.

    Mehr
  • [Rezension] “Brooklyn” von Colm Tóibín

    Brooklyn

    buchstabentraeumerin

    27. December 2015 um 17:25

    Autor Colm Tóibín erzählt in seinem Roman von Eilis, einem irischen Mädchen, das für Arbeit und eine Ausbildung nach Amerika auswandert. Sie verlässt ihre Mutter, ihre ältere Schwester Rose sowie ihre Brüder und kämpft sich alleine durch die Herausforderungen, die ein Umzug in ein fremdes Land mit sich bringen. Nach einigen Monaten lernt sie den Italiener Tony kennen und verliebt sich in ihn. Doch als ein Schicksalsschlag sie zurück nach Irland zwingt und sie sich auch dort in einen Mann verliebt, gerät sie in einen Zwiespalt. Wo gehört sie hin, welches Land ist ihr Zuhause? ⇑ Es ist schwer zu sagen, warum ich das Buch so gut fand. Es hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Dabei ist es unaufdringlich und sehr angenehm zu lesen. Der Leser taucht tief in die Erfahrungswelt von Eilis ein, durch deren Augen wir alles betrachten. Sie ist zurückhaltend, still und eine gute Beobachterin. Dabei aber auch humorvoll und durchsetzungsfähig. Ich mochte sie auf Anhieb und habe es genossen, von ihren Erlebnissen zu lesen. Auch die anderen Charaktere sind interessant und einzigartig. Was das Buch insbesondere so gut macht, ist der ausgewählte Schreibstil. Die Sätze fließen einfach harmonisch ineinander über und bewirken, dass auch die genauesten Beobachtungen nicht langweilig werden. Wie beispielsweise die Überfahrt nach Amerika oder die ersten Eindrücke von New York City. Im Gegenteil, sie üben eine stille Faszination aus, der man sich einfach nicht entziehen kann. Tóibín beschreibt sehr detailliert und anschaulich, wie schwer es ist, sich alleine in einem fremden Land einzuleben. Mit Irland und Amerika, New York City, prallen Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Konservatismus und Liberalismus, Emanzipation und Tradition, Fortschritt – all diese Dinge  werden am Rande thematisiert und runden die Geschichte rund um Eilis zu einem Ganzen ab. Auch der Zwiespalt, in dem sich Eilis nach ihrer Rückkehr nach Irland befindet, wird vollkommen nachvollziehbar geschildert. Gefühle, die in Aufruhr geraten, Zweifel an der eigenen Identität und der richtigen Zukunft, die Angst vor einer Entscheidung – all das wird sehr lebensnah und einfühlsam geschildert. ⇓ Es gibt wirklich nicht, was an diesem Buch auszusetzen wäre. Mir hat jede Seite Freude bereitet und ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall und von Herzen gerne weiter.Fazit Eine sehr authentische und einfühlsame Geschichte über das Auswandern, das Suchen und finden der eigenen Identität und die erste große Liebe. Das Buch ist reich an detaillierten Beobachtungen, die den Leser mitten in das Geschehen aufnehmen.

    Mehr
  • Brooklyn - Colm Tóibín [Rezension]

    Brooklyn

    divergent

    23. December 2015 um 20:30

    Titel: Brooklyn Originaltitel: Brooklyn Autor: Colm Tóibín Seitenanzahl: 303 Genre: Roman Verlag: Hanser Die junge Eilis Lacey wandert Anfang der 1950er Jahre von Irland nach Amerika aus. Im Stadtteil Brooklyn von New York City findet sie ein neues Zuhause und auch eine Arbeit. Zwar wird die vom Versprechen eines besseren Lebens angelockte Eilis zu Beginn noch von Heimweh geplagt, doch es dauert nicht lange, bis ihr ein Verehrer den Hof macht und ihr über das Sehnen nach der alten Heimat hinweghilft: Der Italo-Amerikaner Tony umwirbt sie mit seinem Charme. Eine Familientragödie zwingt Eilis jedoch einige Zeit später, Brooklyn wieder zu verlassen und zumindest temporär nach Irland zurückzukehren. Von der Vergangenheit eingeholt, trifft sie dort auf den sympatischen Jim Farrell, und auf einmal muss sie sich entscheiden, in welchem der zwei Länder sie nun tatsächlich leben will – in ihrem alten Umfeld oder doch in den Verheißungen der neuen Welt. Ich wollte das Buch schon seit einer Weile lesen, und nun habe ich es doch mal geschafft. Das Buch wurde gerade erfolgreich verfilmt und der Film,der auch "Brooklyn" heißt, kommt Ende Jänner 2016 in die Kinos. Und da eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerinnen, nämlich Saoirse Ronan die Rolle der Eilis spielt, ist es natürlich sowas von klar, dass ich den Film bald sehen muss und natürlich auch im Vorhinein das Buch lesen musste! :-) Dies war nun also mein erstes Buch des irischen Autors Colm Tobin und es wird sicherlich auch nicht mein letztes gewesen sein! Den Schreibstil von Tobin fand ich zu Beginn noch etwas gewöhnungsbedürftig, da er einfach so anders ist, als der Schreibstil in den ganzen anderen Büchern, die ich normalerweise so lese. Aber ich habe mich an den Schreibstil und an die Sprache von Tobin recht schnell gewöhnt. Die Geschichte wird in einem sehr angenehmen, langsamen Tempo erzählt, sodass man der Geschichte super folgen kann, ohne irgendwie Angst zu haben, dass man etwas versäumt! Eilis ist eine sympathische junge Protagonistin. Als Leser bekommt man direkt mit, wie Eilis in Amerika erwachsener und selbstbewusster wird. Sie mochte ich richtig gerne. Toni ist einfach nur ein Schatz. Alleine schon die Art, wie er sich immer um Eilis bemüht ist einfach nur süß und zum dahinschmelzen. Einen solchen Jungen, würde sich ja wirklich jedes junge Mädchen nur wünschen. Jim Farell hingegen, konnte ich bis zum Schluss nicht wirklich leiden. Ich bin mit ihm auch leider nicht so warm geworden und fand ihn einfach nur unsympathisch. Es bleibt aber bis zum Ende wirklich spannend, wie sich Eilis entscheiden wird, denn sie verliert ihr Herz ja sowohl an Toni als auch an Jim! Und ich muss sagen, ich bin mit dem Ende ja mehr als zufrieden :-) Das einzig negative war meiner Meinung nach, dass sich die Geschichte gegen Ende hin etwas hingezogen habt, aber ansonsten ein schönes Buch! Ein tolles Buch mit einer schönen Geschichte um eine junge Frau, die sich entscheiden muss, was für ein Leben sie selber leben will! Entweder das "normale" Leben in Irland oder das aufregende Leben in Amerika?! :-) Vier von fünf Sternchen!

    Mehr
  • Unspektakulär und doch hochdramatisch

    Brooklyn

    JulesBarrois

    05. December 2014 um 08:49

    Eilis findet keine Arbeit in Irland. Sie wohnt im Hause der Mutter zusammen mit der geachteten und erfolgreichen Schwester Rose. Ihr Vater ist bereits verstorben und ihre Brüder in arbeiten England. Rose arrangiert ein Treffen mit einem irischen Geistlichen aus der Brooklyner Gemeinde, der zu Besuch ist. Er verspricht Rose, für Eilis sowohl Arbeit als auch ein berufliches Weiterkommen in der Neuen Welt arrangieren zu können. Dem stimmen Mutter und Schwester zu, ohne dass Eilis besonders gefragt würde. In Brooklyn wird Eilis aktiver Teil einer Integrationsgeschichte: Sie bekommt Kost und Logis in einem Haus mit anderen Immigrantinnen, sie bekommt eine Anstellung in einem italienischen Modehaus, sie geht in einen Abendkurs mit anderen Immigranten aus unterschiedlichen Nationen. Sie behält ihren irischen Bezugspunkt in der Gemeinde, lernt jedoch auf einem Tanzabend ein italienischer Einwanderer der zweiten Generation kennen. Eilis gewöhnt sich zunehmend an den Lebensrhythmus und die Gepflogenheiten der neuen Heimat. Und vieles läuft trotz Anfangsschwierigkeiten in eine gute Richtung. Bei einem Besuch bei der Mutter in Irland, versucht diese, die Tochter zurück in die alte Welt zu ziehen. Aber Eilis wird schmerzhaft klar, dass sie nicht mehr zurück kann. Ihre innere Entscheidung für das neue Leben ist gefallen und sie macht sich auf den Weg zurück nach Brooklyn, auch wenn es der Mutter das Herz bricht. Tóibín erzählt die Geschichte von Abhängigkeit, Furcht und Liebe der Hauptperson, die nicht eine Selbstverwirklichung erlebt, sondern sich, unempfänglich für Kategorien wie Freiheit, Schönheit oder Romantik, von einer Abhängigkeit in die nächste begibt. So schafft er durch die zartfühlenden Schilderung ihrer Seelenqualen und -freuden ein Porträt, in dem sich manch andere Frau auch heute noch wieder erkennen kann - eine Existenz, hin- und hergerissen zwischen ihrer großen Liebe, dem Traum eines eigenen Lebens und der Verantwortung für die eigenen Herkunftsfamilie. Tóibín schreibt glaubwürdig und unkonstruiert, sehr genau und geradlinig, aber immer diskret. Er kommt gänzlich aus ohne Klischees, ohne Zeigefinger und Rührseligkeit und ohne das Drama, obwohl die Handlung dramatischer nicht sein könnte. Für mich ein raffinierter und subtiler Roman, in dem Tóibín mit großer Kunst eine so einfache Geschichte derart bescheiden erzählt und uns dabei doch sämtliche Gefühlslagen der Hauptfigur in der Fremde vermittelt.

    Mehr
  • Einfach geschrieben - aber gehaltvoll

    Brooklyn

    Corsicana

    Irgendwie weiß ich gar nicht, warum mir das Buch so gefällt. Es passiert zwar etwas - aber alles wird sehr ruhig, klar und einfach erzählt. Das Innenleben der Personen muss man sich eher aus der Handlung zusammenreimen. Die Beschreibungen der Erlebnisse sind schön - es entsteht so etwas wie ein Gemälde. Schwer zu beschreiben - aber es hat mich sehr beeindruckt. Dieser Stil ist recht selten. Und dabei gut lesbar. Ohne direkt dramatisch zu sein. Empfehlenswert - wenn es kein "Action" Roman sein muss - es passiert zwar vieles - aber es ist kein im klassischen Sinne spannendes Buch.

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Brooklyn" von Colm Tóibín

    Brooklyn

    Clari

    10. January 2013 um 13:48

    In Irland herrschte in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Armut und Not. Viele Iren zog es daher nach Amerika, um dort ihr Glück zu versuchen. Rose Lacey wünscht ihrer Schwester ein besseres Leben und sorgt dafür, dass diese mit etwa zwanzig Jahren aus Irland nach Amerika auswandert. Nach einer abenteuerlichen Überfahrt landet Eilis in New York, wo ihr der irische Priester Father Flood bei der Suche nach Arbeit und Unterkunft behilflich ist. Sie findet eine Anstellung als Verkäuferin in einem Kaufhaus und landet in der Pension von Mrs. Kehoe. Dort leben schon einige Mädchen unter deren strengem Reglement. Das Leben für Eilis ist einfach, kärglich und bedürfnislos. Sie muss sich schwer anstrengen, um immer pünktlich, fleißig und gewissenhaft allen an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. In der ersten Zeit plagt sie das Heimweh, und die Sehnsucht nach ihrer Familie ist groß. Doch Eilis ist ehrgeizig und strebsam, und so gelingt ihr eines Tages der Zugang zu einem Fortbildungslehrgang für Buchführung und Handelsrecht. Ihre Prüfungen besteht sie glänzend. Sehr allmählich fasst sie Fuß in der für sie so fremden Welt und lernt einen rührend anhänglichen und liebevollen Freund kennen. Colm Tóibín findet den richtigen Ton und trifft den Stil, um zu vermitteln, wie es mit dem Leben in der Fremde denn so aussieht. Nicht besonders fröhlich scheint es da zuzugehen. Doch fleißig und anständig gelingt Eilis die Eingewöhnung in die für sie so fremde Welt. die Epoche der Einwanderungen in Amerika birgt Gefahren und Hürden, die es zu nehmen gilt. Man spürt die Sehnsucht nach Heimat und die Anstrengung, sich neuen Lebensregeln zu stellen und sich einen Platz in der Gesellschaft zu erarbeiten. in Gestalt von Eilis wird die Diskrepanz zwischen alter und neuer Welt durchaus verstehbar. Liebevoll ausgestaltete Szenen belegen die tastenden Versuche, ein eigenes Leben zu beginnen und die Fäden zur alten Welt nicht ganz zu verlieren. Fremdheit, Distanz und Nähe, Anstand und Fleiß bieten die Grundlage, auf der sich der Wechsel von der alten zur neuen Welt gestaltet. Das bleibt nicht ohne Schmerzen, Verluste und Enttäuschungen. Eilis zeigt uns den inneren Kampf, mit dem sie sich aus der fernen Provinz in den Schmelztiegel unterschiedlicher Nationalitäten in Brooklyn begibt. Sie meistert ihr Geschick, indem sie trotz diverser Anfechtungen ihren Weg geht. Einfühlsam und tiefenscharf bietet uns Colm Tóibín in seiner Erzählung einen Eindruck von den Gefahren für Leib und Seele und von den Anstrengungen beim Wechsel zwischen verschiedenen Identitäten. Brooklyn ist ein Hexenkessel mit unterschiedlichsten Bevölkerungsanteilen und den entsprechenden Landessprachen. Hier trifft sich Freund und Feind und es gilt, die richtigen Partner fürs Leben zu finden. Diese Atmosphäre fängt Colm Tóinbín hervorragend ein. Der Leser folgt gebannt der Erzählung, die zu Herzen geht. Mut, Zuversicht und ein starker Charakter sind die Voraussetzungen, unter denen sich das Schicksal von Eilis entwickelt. An ihrem Schicksal nimmt man bis zum guten Schluss lebhaft Anteil. Giovanni und Ditte Bandini krönen die Erzählung mit ihrer gelungenen Übersetzung.

    Mehr
  • Rezension zu "Brooklyn" von Colm Tóibín

    Brooklyn

    WinfriedStanzick

    17. March 2012 um 13:50

    In einer dichten und dennoch leichten, immer unprätentiösen Sprache beschreibt der preisgekrönte irische Schriftsteller Colm Toibin das junge Leben der irischen Frau Eilis Lacey. Toibin hat sie in seinem eigenen Heimatort Enniscorthy im Süden Irlands zur Welt kommen und aufwachsen lassen. Die Geschichte beginnt in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Eilis ist Anfang zwanzig und lebt mit ihrer Mutter und ihrer von ihr bewunderten großen Schwester Rose zusammen und hat gerade in Miss Kellys Laden eine Arbeit gefunden, mit der sie etwas Geld verdienen und zum Lebensunterhalt der Familie beitragen kann. Mit Freunden geht sie an Freitag- oder Samstagabenden aus und weiß noch nicht so recht, wie sie sich ihr Leben vorstellt. Sie ist klug, wissbegierig und von schneller Auffassungsgabe. Der sonntägliche Besuch der Messe und die Moralvorstellungen der irischen katholischen Kirche sind nach wie vor Bestandteil eines jungen Frauenlebens, das aber schon ganz zu Beginn des Buches nach mehr sich sehnt. Als der aus Enniscorthy stammende und in New York arbeitende Priester Father Flood auf einem Heimatbesuch die mittlerweile erwachsene Eilis trifft, die er als Mädchen kennen gelernt hat, vermittelt er mit kräftiger Unterstützung von Rose der jüngeren Schwester eine Arbeit in Brooklyn. Eilis kann gar nicht anders als zuzusagen, obwohl sie weiß, dass diese Entscheidung bedeutet, dass Rose für immer sich um die verwitwete Mutter wird kümmern müssen und keine eigene Familie wird gründen können. Bei Mrs. Kehoe, von der sich später herausstellt, dass sie sich in der Gegend um Enniscorthy sehr gut auskennt und dorthin nach wie vor Verbindungen hat, bekommt Eilis ein Zimmer, und im Kaufhaus von Mr. Bartocci, einem Freund von Father Flood, eine Stelle als Verkäuferin. Der Roman beschreibt nun mit einer für Colm Toibin typischen Sprache, sehr genau, aber immer diskret das Leben von Eilis in Brooklyn. Die anderen jungen Frauen, die ebenfalls in Mrs. Kehoes Haus wohnen, ihre Arbeit, ihre erfolgreichen Bemühungen in einer von Father Flood angeregten Weiterbildung in Buchhaltung. Und zart und liebevoll fast schildert er Eilis’ erste richtige Liebe, als sie Tony kennen lernt. Alles deutet darauf hin, dass sie irgendwann ein Ehepaar werden, als Eilis eine für sie furchtbare Nachricht erhält aus der irischen Heimat, die sie zurücktreibt. Sie spürt, dass alles auf dem Spiel steht und auch Tony stirbt bald vor Angst, sie könne nie mehr zu ihm zurückkehren … „Brooklyn“ ist ein beeindruckender Roman voller Poesie, der nicht nur ein klassisches Emigrantenschicksal beschreibt, sondern in der Figur der Eilis und der zartfühlenden Schilderung ihrer Seelenqualen und – freuden ein Porträt geschaffen hat, in dem sich manch andere Frau auch heute noch wieder erkennen kann – eine Existenz, hin- und hergerissen zwischen ihrer großen Liebe, dem Traum eines eigenen Lebens und der Verantwortung für die eigenen Herkunftsfamilie.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks