Colson Whitehead

 4.2 Sterne bei 506 Bewertungen
Autor von Underground Railroad, Die Nickel Boys und weiteren Büchern.
Autorenbild von Colson Whitehead (©Erin Patrice o'Brien / Quelle: Hanser Verlag)

Lebenslauf von Colson Whitehead

Colson Whitehead ist in New York City geboren und aufgewachsen. Er studierte von 1987 bis 91 in Harvard, nach seinem Abschluss arbeitete er einige Jahre als freier Journalist und als Fernsehkritiker für The Village Voice, The New York Times, Harper's und Granta. 2000 erhielt er den Whiting Writers Award und 2002 den Young Lion’s Fiction Award für seine literarischen Leistungen. Im Jahr 1999 erschien in den USA sein erster Roman "The Intuitionist". Für sein 2017 im Deutschen erschienenes Werk "Underground Railroad" erhielt er den national Book Award for Fiction (2016) und den 2017 Pulitzer Prize for Fiction.

Alle Bücher von Colson Whitehead

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Buchformat:
Cover des Buches Underground Railroad (ISBN: 9783446256552)

Underground Railroad

 (274)
Erschienen am 21.08.2017
Cover des Buches Die Nickel Boys (ISBN: 9783446262768)

Die Nickel Boys

 (140)
Erschienen am 03.06.2019
Cover des Buches Der letzte Sommer auf Long Island (ISBN: 9783596034499)

Der letzte Sommer auf Long Island

 (9)
Erschienen am 22.08.2018
Cover des Buches John Henry Days (ISBN: 9783446262348)

John Henry Days

 (6)
Erschienen am 10.08.2018
Cover des Buches Zone One (ISBN: 9783596034505)

Zone One

 (8)
Erschienen am 26.06.2019
Cover des Buches Apex (ISBN: 9783596183173)

Apex

 (2)
Erschienen am 18.01.2011
Cover des Buches Der Koloß von New York (ISBN: 9783446205925)

Der Koloß von New York

 (1)
Erschienen am 31.01.2005
Cover des Buches Die Fahrstuhlinspektorin (ISBN: 9783442445035)

Die Fahrstuhlinspektorin

 (2)
Erschienen am 01.01.2004

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Colson Whitehead

Neu

Rezension zu "Underground Railroad" von Colson Whitehead

Underground Railroad von Colson Whitehead
JayLaFleurvor 6 Tagen

Meinung

Was ich anfänglich als ein großartiges Stück Literatur gehalten habe, hat sich am Ende leider als zäher Roman mit großer Emotionslosigkeit entpuppt…


Der Einstieg in die Geschichte um unsere Protagonistin Cora war alles andere als leicht. Es war brutal, beängstigend, dem Leser wird knallhart die Wahrheit der Sklavenarbeit vor Augen geführt. Der Autor Colson Whitehead beschönigt nichts über den Alltag eines Sklaven und der Arbeit auf einer Baumwollplantage. 

Und doch ist dort ein Hoffnungsschimmer, der ganz hell in Cora scheint und aufkeimt, als Caesar  (ein weiterer Sklave auf der Plantage) ihr von der Organisation Underground Railroad erzählt. Als Leserin konnte ich die Hoffnung von Cora spüren. Aber ab hier beginnt leider die Talfahrt der Geschichte für mich… 


So unglaublich fesselnd der Anfang auch war, leider wurde die Geschichte mit der Zeit immer langatmiger, langweiliger und ein Stück weit auch unglaubwürdiger. Wie viel Glück kann Cora denn haben auf ihrer Flucht durch die Staaten? Und wieso wiegt sie sich so lange an ein und demselben Ort in Sicherheit? Wieso ist sie nicht weitsichtiger und flieht weiter, als sie mehrmals die Chance dazu hatte? 


Die Thematik in „Underground Railroad“ ist super interessant. Viele Leute wissen nicht, dass die Organisation in Amerika von 1780 bis 1862 tatsächlich bestand. Es war ein Schleuser- und Fluchthilfenetzwerk für Sklaven. Damals haben sich viele US-Bürger für schwarze Menschen und ihre Rechte eingesetzt - damals ein extrem gefährliches, aber sehr mutiges Unterfangen!

Was ich an dem Roman interessant finde: Colson Whitehead hat die Underground Railroad als  tatsächliche Untergrundbahn für Geflüchtete beschrieben. Sprichwörtlich also ist es ein Netzwerk im Untergrund. 


Den Erzählstil von Colson Whitehead mag ich dagegen sehr gerne. Ich mochte es, dass er Cora’s Geschichte recht nüchtern und mit großer Distanziertheit beschrieben hat. Das gab mir als Leserin oftmals die Chance, zwischen den Gräueltaten, den Morden und der Diskriminierung aufzuatmen. Allerdings hätte ich mir definitiv mehr Emotionen gewünscht. Wie kann eine Frau so gefühllos von ihrer eigenen Vergewaltigung berichten und daraus ohne Schaden herausgehen? Zumindest habe ich nichts hiervon lesen können, auch nicht zwischen den Zeilen… 



Fazit

Alleine die Thematik der Sklaverei, des Abolitionismus und der realen Organisation Underground Railroad macht den Roman lesenswert. Auch, wenn die Geschichte an Fahrt verliert - es ist ein wichtiges Stück Geschichte, über die Colson Whitehead geschrieben hat. Bei aller Kritik dürfen wir, die Leser, nicht vergessen, dass es dieses dunkle Zeitalter wirklich gab. Ich vergebe schweren Herzens nur drei Sterne an „Underground Railroad“. 


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Rezension zu "Die Nickel Boys" von Colson Whitehead

Die Nickel Boys
Elenchen_hvor einem Monat

2014 werden im Rahmen eines Archäologie-Projekts die Gebeine mehrerer schwer misshandelter junger Männer auf dem Gelände einer ehemaligen Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche gefunden. Hier setzt die Handlung von Colson Whiteheads "Die Nickel Boys" ein und es gibt einen Sprung in das Florida der 60er Jahre: Der Schwarze Jugendliche Elwood lebt mit seiner Großmutter in einer ärmlichen Gegend von Tallahassee. Er ist fleißig, gut in der Schule und verehrt Martin Luther King. Entgegen aller Widrigkeitenergattert er einen Platz am College - und wird gleich an seinem ersten Tag verhaftet, weil er sich beim Trampen unwissentlich in ein gestohlenes Auto gesetzt hat. Das Urteil: Er muss in die Besserungsanstalt Nickel Academy. Dort angekommen beginnt für Elwood ein Martyrium.


"Die Nickel Boys" von Colson Whitehead beruht auf wahren Begebenheiten. Als 2014 bei Bauarbeiten auf dem Gelände der erst vor Kurzem geschlossenen "Dozier School" in Florida 43 Leichen gefunden wurden, darunter viele, die Spuren von Misshandlungen oder gar Erschießungen aufwiesen, begannen sich die Überlebenden der Einrichtung zusammen zu tun, um über das Grauen, das sie dort erlebt haben, zu berichten. Whitehead hat sich intensiv mit diesem Ereignis auseinander gesetzt und daraus eine fiktive Geschichte geschaffen, die sich immer wieder auf die realen Ereignisse stützt und sich sehr nah an den Berichten der Überlebenden entlang bewegt.


In der "Nickel Academy" herrscht (wie "draußen") auch eine strikte Rassentrennung. Es gibt verschiedene Gebäude zur Unterbringung, die Schwarzen Jugendlichen bekommen schlechteres Essen, eine schlechtere Schulbildung und werden härter bestraft. Sie werden als Menschen zweiter Klasse angesehen. Vor allem die Gewalt, die in der Besserungsanstalt Gang und Gebe ist, war besonders erschreckend. Colson Whitehead bringt das alles auf eine so nüchterne und doch brutal poetische Weise rüber, dass ich beim Lesen sehr oft Pausen einlegen musste, um die Worte zu verarbeiten. Das Unrecht ist schwer zu ertragen, trotzdem sollte man davon lesen. Die Sprache Whiteheads ist sehr präzise, dabei aber nicht anklagend und trotzdem muss man als Leser*in für sich selbst Stellung beziehen, eine Haltung einnehmen.


Ich habe einige Rezensionen gelesen, die dieses Buch als "langweilig" beschreiben. Das kann ich nicht so recht nachvollziehen. Ich stand beim Lesen eigentlich permanent unter Hochspannung und auch die Wendung am Ende habe ich überhaupt nicht kommen sehen. Vielleicht hätte die Geschichte an der ein oder anderen Stelle etwas ausführlicher sein können. Vielleicht hätte man auch die Nebencharaktere etwas mehr beleben können. Gerade diese Konzentration auf Elwoods Gedankenwelt und auch der nachträgliche Umgang mit dem erlebten waren für mich aber ein Highlight.


Ich halte "Die Nickel Boys" für ein Must Read, da sich der Autor wie kein Zweiter dem Thema Rassismus annimmt, es aufbereitet und auf seine Weise dem/der Leser*in näher bringt. Eine große Leseempfehlung meinerseits.

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Rezension zu "Underground Railroad" von Colson Whitehead

Eindrucksvolles und sehr berührendes Hörbuch
Yoginevor 3 Monaten

Zu den Themen Rassismus und Sklaverei wurde schon viel publiziert und wohl jeder hat schon etwas zu diesen Themen gehört oder gelesen. Trotzdem ging mir die von Helene Grass hervorragend und eindringlich gelesene Geschichte der Sklavin Cora, der mit der Unterstützung eines Helfer-Netzwerkes die Flucht gelingt, sehr nahe.

Mit eindrücklichen Bildern erzählt der Autor Colson Whitehead über das Leid, das die Sklaven in der damaligen Zeit zu erleiden hatten und die Ausweglosigkeit der Situation, in der sie sich befanden.

Die Geschichte ist gut und temporeich geschrieben und ich war schnell auf Coras Seite und habe auf ihrer unmenschlichen Flucht mitgefiebert.

Für mich durchaus nachvollziehbar, dass Colson Whitehead für dieses Buch den Pulitzer-Preis erhalten hat. Einen Stern habe ich allerdings bei meiner Bewertung abgezogen:
Zum Ende des Buches ist die Geschichte extrem abgeflacht und es kam mir vor, als ob viel zuviel Information in das Ende hineingequetscht wurde. Hier wäre etwas weniger sicher mehr gewesen.

Nachträglich erfuhr ich dann, dass das im Buch beschriebene Railroad-Netzwerk in dieser Form nie existiert hat. Hier wäre eindeutig ein Hinweis angebracht gewesen.

Trotz dieser beiden Kritikpunkte finde ich dieses (Hör-)Buch sehr empfehlenswert.
 

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Underground Railroad

Wir haben beschlossen in der Insider Top-3-Voting-Challenge zusammen "Underground Railroad" von Colson Whitehead zu lesen. 

Wir beginnen jetzt und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man 1 Los dafür. 

Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

Viel Spaß uns allen :)
11 Beiträge
Cover des Buches The Underground Railroad: Winner of the Pulitzer Prize for Fiction 2017

A Railroad to Freedom?

This year's Pulitzer Prize winner takes us on a journey through the antebellum South and on the desperate quest for freedom. Together with Cora, we encounter that some places can be miles apart although they seem to be so close and that sometimes freedom does not keep the promises it makes ...  

Colson Whitehead's novel Underground Railroad is a beautiful and terrifying tale of America past, present and future that amazes because of its brutal truths but ever underlying hope for something better.

Join our  Let's Read in English book club and discuss great novels each month. Usually, there won't be any free books but you are welcome to discuss every book at your own convenience. If you participate actively (around 5 substantial posts), you can also earn a lottery ticket for the raffle at the end of the year! 

More about the book 
Cora is a slave on a cotton plantation in Georgia. All the slaves lead a hellish existence, but Cora has it worse than most; she is an outcast even among her fellow Africans and she is approaching womanhood, where it is clear even greater pain awaits. When Caesar, a slave recently arrived from Virginia, tells her about the Underground Railroad, they take the perilous decision to escape to the North.

More about the author
Colson Whitehead was born and raised in New York City. A Harvard graduate, he worked as a journalist and TV critic for a while. His first novel The Intuitionist was published in 1999. His most recent novel The Underground Railroad was awarded numerous prizes among which are the Pulitzer Prize and the Arthur C. Clarke Award.

That sounds like a novel you'd enjoy? Great, come and join our book discussion. I'm looking forward to a great book club in November with you! 

You are welcome to discuss the book in English. If you feel more comfortable doing it in German - no problem! Please feel free to use whatever language you are most comfortable with. 

You love to read in English? Perfect! You can now join the Let's Read in English Challenge 2017 to read and discuss books with other readers.
43 Beiträge
S
Letzter Beitrag von  StefanieFreigerichtvor 2 Jahren
Cover des Buches Underground Railroad

"Der Grenze der Plantage zu entkommen hieß, den Grundprinzipien der eigenen Existenz zu entkommen: unmöglich."

Mit seinem Roman "Underground Railraod" erklomm der US-amerikanische Schriftsteller Colson Whitehead die Bestsellerlisten weltweit. Sein Buch, mittlerweile in 40 Sprachen übersetzt, hat unzählige Preise gewonnen - unter anderem den heiß begehrten Pulitzer-Preis -, war über ein halbes Jahr New York Times Bestseller und steht auch auf der Longlist des Man Booker Prize. Unter den Lesern befinden sich prominente Figuren: Oprah Winfrey hat "Underground Railraod" in ihren exklusiven Buchclub aufgenommen und Barack Obama hat es als Sommerlektüre ausgewählt.
Dieses Buch muss man also definitiv lesen!
Die erstaunliche, spannende und höchst emotionale Geschichte einer subversiven Organisation, deren Ziel es war, Sklaven zu befreien und ihnen einen Fluchtweg zu ermöglichen, ist heute aktueller denn je. Mit diesem Werk erinnert Colson Whitehead daran, dass Freiheit eine wichtige Errungenschaft ist und keine Selbstverständlichkeit.

Wir freuen uns sehr, euch "Underground Railraod" im Rahmen unseres LovelyBooks Literatursalons vorstellen zu dürfen.

Seid ihr Liebhaber anspruchsvoller Literatur? Dann dürft ihr diese Leserunde zu "Underground Railraod" nicht verpassen, einem weiteren Titel in unserem LovelyBooks Literatursalon, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten.

Zum Inhalt
Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

Lasst euch von der Leseprobe überzeugen!

Zum Autor
Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat der MacArthur "Genius" Fellowship. Für seinen Roman Underground Railroad wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen bisher "John Henry Days" (Roman, 2004), "Der Koloß von New York" (2005), "Apex" (Roman, 2007), "Der letzte Sommer auf Long Island" (Roman, 2011), "Zone One" (Roman, 2014) und "Underground Railroad" (Roman, 2017). Der Autor lebt in Brooklyn.

Wenn ihr die geheimen Wege des Underground Railroad erkunden möchtet, müsst ihr euch für diese Leserunde bewerben.
Zusammen mit Hanser verlosen wir 30 Exemplare von "Underground Railroad" unter allen, die sich über diesen erfolgreichen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten.

Wenn ihr denkt, dass dieses Buch das richtige für euch ist, bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 03.09., und antwortet auf folgende Frage:

Colson Whitehead hat mit seinem Buch eine Ode an die Freiheit geschrieben.
Das Wort Freiheit hat für jeden Menschen eine andere Bedeutung, vor allem für viele von uns ist Freiheit etwas Selbstverständliches.
Woran macht ihr fest, dass ihr in einer freien Gesellschaft lebt?


Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

* Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
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