Colson Whitehead Der letzte Sommer auf Long Island

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Inhaltsangabe zu „Der letzte Sommer auf Long Island“ von Colson Whitehead

Jeden Sommer trifft sich auf dem Ferienparadies Long Island die New Yorker Mittelschicht. Wenn Benji und seine Freunde in der afroamerikanischen "Enklave" der Insel eintreffen, werden die neuen Klamotten, der neue Jargon, die neuen Songs diskutiert. Voll Wärme und Komik schildert Colson Whitehead einen ganzen Katalog der Kultur der achtziger Jahre, die Regeln und Riten der Gesellschaft und die Unschuld des Erwachsenwerdens. Sein stimmungsvoller Roman ist eine Liebeserklärung an einen paradiesischen Ort in Amerika - und zugleich ein präzises Porträt der schwarzen Mittelschichtjugend.

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  • Rezension zu "Der letzte Sommer auf Long Island" von Colson Whitehead

    Der letzte Sommer auf Long Island

    WinfriedStanzick

    06. August 2011 um 16:17

    Der neue Roman des New Yorker Schriftstellers Colson Whitehead ist eine berührende und poetische Geschichte eines letzten Sommers 1985 auf einer Ferieninsel, einer afroamerikanischen Enklave, an der sich in jedem Sommer viele Jugendliche aus der schwarzen New Yorker Mittelschicht treffen. Sein Held Benji, dessen literarische Charakterisierung sich durchaus mit Holden Caulfield aus „Der Fänger im Roggen“ messen kann, ist ein Junge, der eine Eliteschule besucht und dem die Zukunft offen steht. Indem Colson Whitehead stilistisch sicher, absolut geistreich und witzig Benjis Geschichte erzählt, porträtiert er sensibel die ganze Kultur der achtziger Jahre und die Riten der damaligen Gesellschaft. Es ist ein klassischer Coming-of-Age Roman, und geht doch weit darüber hinaus. Denn er markiert im afroamerikanischen Diskurs eine Zeitenwende. Denn der letzte Sommer 1985, den Colson Whitehead so ausführlich und anregend beschreibt, ist für ihn gleichzeitig das Ende eines Zeitalters und sozusagen die Geburtsstunde eines neuen Zeitalters, ein Zeitalter das irgendwann mit Barack Obama einen afroamerikanischen Präsidenten möglich macht. Wer selbst in den achtziger Jahren groß geworden ist oder von der Kultur dieses Jahrzehnts geprägt wurde, wird auch als deutscher Leser diesen Roman mit hohem Wiedererkennungswert lesen. Gleichzeitig wird er mit hineingenommen in eine ganz spezielle Interpretation und Wahrnehmung dieser Kultur durch einen fast sechzehnjährigen afroamerikanischen Jugendlichen, dem die Zukunft offen steht. Ein wunderbares Buch über die schöne und schwierige Zeit des Erwachsenwerdens, der dem älteren Leser die Zeit der eigenen Jugend wieder lebendig werden lässt.

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  • Rezension zu "Der letzte Sommer auf Long Island" von Colson Whitehead

    Der letzte Sommer auf Long Island

    bücherelfe

    30. April 2011 um 13:39

    „Wir waren eine Cosby-Familie, auf dem Papier vorbildlich. Der Vater Arzt, die Mutter Anwältin. Drei Kinder, alle auf Privatschulen, mit sauberen Fingernägeln und guten Manieren“ Es ist sein letzter Sommer auf Sag Harbor, der afroamerikanischen Enklave auf Long Island und wir sind dabei. Ich-Erzähler, Benji, nimmt uns mit an den Ort, wo die schwarze New Yorker Mittelschicht sich in Entspannung übt. Während die Eltern sich mal hier mal dort mit eigenen Freunden zum Cocktail treffen, grillieren und tun, was Erwachsene eben so tun, haben Benji und sein Bruder Reggie ganz anderes im Sinn. Erst mal muss erkundet werden, wer alles schon eingetroffen ist, welche Sneaker jetzt angesagt sind oder wie der diesjährige Gruss – so kompliziert, als hätte ein Profi-Choreograph ihn entwickelt - untereinander aussieht. Es sind die 80er-Jahre, die Anfänge von Hip Hop und Rap zeichnen sich ab. Eine eingeschworene Gemeinschaft sind die Jungs, die schon viele Jahre während ihrer Ferien auf Sag Harbor zusammen rumhängen, Streiche aushecken, sich mit Ferienjobs erstes eigenes Geld verdienen und nun auch erste Versuche unternehmen herauszufinden, wie die Mädels ticken. Herrlich liebenswert ist Benji – dieses Jahr möchte er bitteschön Ben genannt werden, schliesslich ist er schon fünfzehndreiviertel Jahre alt und hat endlich seine Zahnspange hinter sich gelassen – in der Beschreibung von sich selbst: „Ich war nicht der Typ, mit dem man herummachte, um jemanden eifersüchtig zu machen. Ich war der Typ, mit dem man herummachte, damit einen jemand bemitleidete, so in der Art von „Sieh mal, wie tief ich gesunken bin, seit du mich verlassen hast“, dazu noch ein leerer Blick und eine allgemeine Aura von Erniedrigung.“ Er lässt uns teilhaben an seinen kleinen und grösseren Siegen und ebensolchen Niederlagen. Immer mit einem scheinbaren leichten Grinsen auf den Lippen und wissend, dass bald der Ernst des Lebens droht und jetzt nochmal so richtig genossen werden muss, was ist. Voll sprudelnder Lebenslust und ausgestattet mit einem unvergleichlichen Humor ist „Der letzte Sommer auf Long Island“ eines dieser Bücher, das seine Leser in einem Zustand von leiser Fröhlichkeit zurücklässt. Fazit: Mein erstes aber bestimmt nicht letztes Buch von Colson Whitehead.

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  • Rezension zu "Der letzte Sommer auf Long Island" von Colson Whitehead

    Der letzte Sommer auf Long Island

    michael_lehmann-pape

    27. April 2011 um 15:08

    Schwarze Jugend in den 80ern Long Island ist für den New Yorker der ultimative Ort der schnellen Entspannung und Sommerfrische vor den Toren der Stadt. Damals, in den 80ern, sauber getrennt natürlich in den Bereich Long Islands für die vermögenderen weißen Besucher und in jenen Bereich der schwarzen Bevölkerung. Azurest Beach ist jener Ort, an dem der schwarze Jugendliche Benji mit seiner Familie und einer Vielzahl seiner Freunde, wie seit Jahren bereits, Ferien verbringt. Wobei Benji ebenso ein Kind der Mittelschicht ist, wie so gut wie alle anderen auch, die sich entspannende Tage auf Long Island zu leisten vermögen. Leibhaftig auferstehen lässt Whitehead die versunkenen 80er Jahre und hier genauer die Jugendkultur jener Zeit. In dahin fließenden Geschichten und Ereignissen fängt Whitehead den Geist dieser Zeit hervorragend auf. Einer Zeit, die im Äußeren durchaus eher noch sorglos vonstatten ging. Pleiten, Krisen, Untergang des Abendlandes, alles noch weit entfernt, der Glaube an das wirtschaftliche Wohlergehen noch tief verwurzelt und weit verbreitet, auch bei der gesetzten schwarzen Mittelschicht des Landes. Raum genug also, dass die wirklich wichtigen Fragen des Lebens vor Augen gerückt werden können. Welche Sneakers man als Teenager wirklich haben muss und wie diese zu pflegen sind. Wie man sich begrüßt, um zu zeigen, dass man Teil der Gruppe ist („Er streckte Bobby die Hand entgegen und ich wurde Zeuge einer nur verschwommen wahrnehmbaren Choreographie“). Wie das ist mit der ersten Ahnung von Liebe, wenn man gerade erst an der Schwelle steht, zu den coolen Jungs irgendwann dazuzugehören. Wer hat die schärfsten Klamotten? Wer die neueste, angesagte Musik? Wunderbar entspannt schreibt Whitehead und ihm gelingt, über das konkrete Flair der Zeit und über die konkrete Lebenswirklichkeit schwarzer Jugendlicher der 80er Jahre (Hip Hop und Rap kommen gerade groß in Mode) eine Ahnung von dem zu vermitteln, was zu allen Zeiten die Blütephase der Jugend in sich trug. Momente der Selbstfindung, der inneren Weichheit, die noch keine harte Schale sich angewöhnen konnte, Romantik in der Eisdiele, die fast die Welt bedeutet, Herzklopfen beim Anblick eines weiblichen Busens, Tagträume und Abhängen mit den Jungs. In malerischer, sommerlicher Kulisse. Auch das natürlich, die Abenteuerlust, die aus Kindertagen noch drinsteckt, die ersten Erprobungen, „gefährlich“ zu sein, souverän, lässig. Bobby, der eine Waffe erstanden hat. Vorbote einer gewalttätigen Zeit, denen einige der Figuren noch verfallen werden, in späteren Jahren. Auch Gangs entstanden zu Beginn der 80er Jahre , Gangs, die eher linkisch kopiert werden, ein Slang, den man sich eher noch befremdlich angewöhnt und auf der Zunge zergehen lässt. Vorgriffe auf die Zukunft, denen Benji eher interesselos gegenübersteht. Die Waffe löst nichts aus bei ihm, warum auch? Wie das Alter der Protagonisten selbst eines zwischen Unschuld und Verantwortung ist, so sind auch die „schwarzen“ 80er Jahre von Whitehead in diesem Impetus hervorragend getroffen. Am Vorabend stärker werdender, sozialer Missstände. Jahre, in denen sich entwickelte, was bis heute gerade im Amerika der Großstädte das Straßenbild ganzer Stadtviertel dominiert und als Gangwesen gefährliche Verbreitung gefunden hat. Noch aber ist es wichtiger, wer sturmfreie Bude hat, bei wem es sich gut abhängen lässt und mit wem zusammen man eine Ahnung vom wilden und erwachsenen Leben entwickeln und erfahren kann. Unbeschwerte Tage, an deren Horizont das erwachsene Leben aufscheint und weitaus gefährlichere Entwicklungen der schwarzen Jugend sich ankündigen. Tage, deren Flair von Colson Whitehead wunderbar eingefangen wurde. Eine lesenswerte Reise in die Vergangenheit.

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  • Rezension zu "Der letzte Sommer auf Long Island" von Colson Whitehead

    Der letzte Sommer auf Long Island

    lokoschade

    01. April 2011 um 11:53

    Eines der besten Bücher die ich in diesem Frühjahr gelesen habe! Bisher habe ich in meinem Lese-Leben nur ein einziges Buch mehrere Male gelesen und das ist "Ferien auf Saltkrokan" von Astrid Lindgren. Ein letzer Sommer auf Long Island wird das zweite Buch sein das ich nochmals lesen werde. Es ist die amerikanische Variante, die nicht von der Kindheit sondern von der Jugend erzählt. Das gute Gefühl ist das Gleiche. Colson Whitehead kann so detailgenau und humorvoll über Banalitäten, Afro-Looks und Ghettoblaster schreiben, dass man sich wünscht, das würde noch über Seiten so weitergehen. Seinen adoleszierenden Protagonisten liebt man. Ganz einfach. "Außerdem - die Pubertät. Dieser infame Schurke. Hormone lenkten verirrte Energie in Richtung Unterleib und darauf, wie man diesen Körperteil im Gegensatz zu den Fäusten benutzte. (Eines Tages, so Gott wollte. Der Allmächtige, Allerbarmende, der in seiner Güte ab und zu vielleicht auch mal einem Brother einen Knochen hinwarf.) Er zeigt Sag Harbor an der amerikanischen Ostküste als einen Ferienort mit einer schwarzen Mittelstands-Community bevor "die Migration der Großkotze" in den Hamptons ihren Anfang nahm. Großes Kino! Großes Buch!

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