Underground Railroad

von Colson Whitehead 
4,3 Sterne bei220 Bewertungen
Underground Railroad
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (184):
sarah_elises avatar

Ein Meisterwerk über Demokratie, Menschenrechte! Sprachlich wie inhaltlich meisterlich, bedrückend, authentisch und genial.

Kritisch (5):
Jewegos avatar

Leider sehr langweilig und zäh ...

Alle 220 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Underground Railroad"

Der erste große Roman über das schwarze Amerika – ausgezeichnet mit dem National Book Award und Pulitzer Prize und ein Jahr ununterbrochen auf der New York Times-Bestsellerliste

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben und Kopfgeldjägern, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit?

'Underground Railroad' ist ein Manifest über die Menschlichkeit und zugleich eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, in Amerika schwarz zu sein.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596702534
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:27.02.2019
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.09.2017 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Minchens_buecherwelts avatar
    Minchens_buecherweltvor einem Monat
    Das Leid näher gebracht

    Das Cover verrät nicht viel, dafür lässt der Klappentext einen guten Eindruck gewinnen, um was es geht.
    Ich habe das Hörbuch gehört und die Lesestimme ist wirklich sehr angenehm zu hören.

    Es geht um ein sehr ernstes Thema, welches nicht totgeschwiegen werden sollte, sondern bei dem den Menschen die grausame Wahrheit einmal vorgeführt werden sollte. Dies wurde in dieser Geschichte super umgesetzt. Sie ist in meinen Augen nicht ohne, aber die Augen verschließen geht nun mal nicht.

    Für jemanden, der sich für das Thema wirklich interessiert ist es eine tolle Geschichte, aber auch um das Leid einmal darzustellen ist es eine tollte Geschichte.

    Ich würde diese Geschichte auf jeden Fall weiterempfehlen.

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein aufwühlendes Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Gut geschrieben und sehr bewegend.
    Ein sehr bewegendes und wichtiges Buch

    Die Flucht über die Underground Railroad…

    Die junge Frau Cora ist eine der unzähligen Sklaven, die auf einer großen Baumwollplantage in Georgia unter schrecklichen Bedingungen schuften. Ihr Leben ist geprägt von Entbehrungen und Gewalt. Alle träumen von der Flucht und der Freiheit – doch dieses scheint aussichtslos, so auch für Cora. Bis eines Tages Caesar, ebenfalls Sklave auf der Plantage, auf sie zukommt. Er erzählt ihr von der „Underground Railroad“, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Schließlich wagen sie die gefährliche Flucht, die sie zunächst durch eine Falltür in den Untergrund führt. Für Cora beginnt eine abenteuerliche und gefährliche Reise, die sie an viele Orte führt und manchmal auch an ihre Grenzen bringt. Wartet am Ende wirklich die Freiheit auf sie?

    „Die Underground Railroad – Caesar war nicht untätig geblieben. Operierte sie wirklich so tief im Innern von Georgia? Der Gedanke an Flucht überwältigte Cora.“ – Seite 64

    Dieses Buch wollte ich schon lange lesen. Es ist eine sehr bewegende Geschichte, in dem der Autor die damalige Sklaverei schonungslos mit all seinen Schrecken schildert. Ohne etwas zu beschönigen wird hier der Alltag der Sklaven geschildert, der furchtbarer nicht sein kann. Im Mittelpunkt steht die junge Frau Cora, die in ihrem Leben schon viel Schlimmes erlebt hat. Dann kommt ihr Leidensgenosse Caesar auf sie zu und sie planen ihren Weg in die Freiheit.
    Für ihre Flucht nutzen Cora und Caesar die „Underground Railroad“ – ein Fluchthilfenetzwerk, das den Sklaven auf der Flucht aus den Südstaaten Unterstützung gewährte. Es war ein informelles Netzwerk mit geheimen Routen, Helfern und geheimen Unterkünften. Das besondere hier in dem Roman: Colson Whitehead macht aus der „Underground Railroad“ tatsächlich eine unterirdisches Eisenbahnnetz, das sich weit erstreckt. Doch auch wie es Cora nach der Flucht ergeht, ist spannend zu verfolgen – man hofft als Leser, dass sie endlich ein glückliches und freies Leben führen kann. Doch wird ihr Traum von Freiheit in Erfüllung gehen?
    Der Schreibstil ist direkt und klar. Jedoch habe ich mich an manchen Stellen im Buch etwas schwer getan – das lag daran, dass es manchmal etwas zäh, aber auch manche Tatsachen unheimlich schockierend waren. Aber auch wenn die Geschichte dem Leser einiges abverlangt, ist sie fesselnd – denn das Schicksal lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. Hier wurden die historischen Ereignisse sehr gut in den Roman eingefügt, der ungefähr am Anfang des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist.

    Er spähte zwischen den Lücken im Holz hindurch. „Wenn man sehen will, was es mit diesem Land auf sich hat, sage ich immer, dann muss man auf die Schiene. Schaut hinaus, während ihr hindurchrast, und ihr werdet das wahre Gesicht Amerikas sehen.“ Als Signal schlug er mit der flachen Hand gegen die Wand des Güterwagens. Der Zug ruckte vorwärts.
    – Seite 85/86

    Mein Fazit: Ein aufwühlendes Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt. Klar und direkt erzählt der Autor das Schicksal einer jungen Frau, die sich den Weg aus der Sklaverei in die Freiheit erkämpft. Zwar ist es zum Teil schwere Kost, besonders am Anfang – jedoch auch sehr lesenswert. Eine wichtige, ernste Geschichte, in der historische Fakten gut in den Roman eingewoben wurden und noch lange nachhallt.

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    Jewegos avatar
    Jewegovor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Leider sehr langweilig und zäh ...
    Leider sehr langweilig und zäh ...

    Ich für meinen Teil kann die vielen positiven Rezensionen leider nicht verstehen und kann auch nicht mehr als 2 Sterne vergeben. Ich fand die Geschichte schlichtweg zu langweilig. Es gab gute Ansätze, doch dabei blieb es dann auch. Mir hat gänzlich die Spannung gefehlt, es plätscherte so vor sich hin und ich musste mich wirklich dazu zwingen, weiterzulesen. Als es dann geschafft war, war ich erleichtert. Schade, dass dieser Roman leider nicht meinen Geschmack treffen konnte. Zum schriftstellerischen Handwerk möchte und kann ich mich leider nicht ausreichend äußern. Ich würde aber jedem interessierten Leser empfehlen, die Leseprobe wirklich auch zu nutzen. Allein schon, dass es darüber hinaus nichts mehr zu sagen gibt, sollte deutlich machen, wie unspektakulär ich dieses Buch fand ...

    Kommentare: 2
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    AnjaLG87s avatar
    AnjaLG87vor 5 Monaten
    Eindringlich erzähltes und toll recherchiertes Buch zu einer historisch wichtigen Zeit

    Colson Whiteheads Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Sprache ist abwechslungsreich und schildert die teilweise wirklich grauenhaften Ereignisse, ohne "Effekthascherei" zu betreiben. Der Autor bedient sich zur Schilderung der - auf wahren Begebenheiten beruhenden - "Underground Railroad" einer atmosphärisch spannenden Metapher: Das Untergrund-Netzwerk zur Rettung von Sklaven beschreibt er als tatsächliches, unter der Erde liegendes Bahn-Netz. Dies funktioniert, trotz der Fiktion, erstaunlich gut und hilft, die Spannung zu steigern und die beklemmende Situation, in der sich die Protagonisten befinden, nachzuempfinden. Eine klare Lese-Empfehlung für dieses toll geschriebene und historisch wichtige Buch!

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    Azalees avatar
    Azaleevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr interessantes Buch, das zu Recht so gelobt wird. Die historischen Tatsachen sind gut eingebunden
    Ein wichtiges und spannendes Buch

    In Underground Railroad widmet sich Colson Whitehead der Sklaverei in den USA. Schon dadurch ist klar, dass Underground Railroad kein Buch ist, das kurz nach dem Lesen wieder vergessen wird. Es behandelt ein schwieriges Thema, das einen auch nach dem Lesen nicht loslässt. Das Thema finde ich persönlich sehr spannend, auch wenn ich mich vor dem Buch nicht wirklich damit auseinandergesetzt habe. Dank des Buches habe ich aber nun den Anreiz, es doch zu tun. Im Mittelpunkt des historischen Romans steht Cora, eine junge Sklavin, die sich angesichts der Quälereien auf der Farm zur Flucht entschließt.
    Zur Flucht nutzt sie das Netzwerk der "Underground Railroad". Im Buch macht Whitehead aus dem real existierenden Netzwerk ein unter der Erde verlaufendes Eisenbahnnetz. Im Mittelpunkt steht aber weniger die Reise mit dem Zug als vielmehr Coras Erlebnisse während ihrer Flucht. Diese waren sehr eindrücklich dargestellt.
    Das Buch ist unterteilt in mehrere Abschnitte, die jeweils aus einzelnen Kapiteln bestehen. Jeder Abschnitt dreht sich um einen anderen Bundesstaat, den Cora während ihrer Flucht durchquert. Zusätzlich gibt es Kapitel, die einige Personen, denen Cora begegnet, näher beleuchten.
    In den Kapitel gibt es immer wieder einige Zeitsprünge. So beginnen die Abschnitte beispielsweise mit dem Leben, das Cora nun in einem Bundesstaat führt. Erst dann wird erklärt, wie es dazu kam. Das hat mich am Anfang etwas verwirrt.
    Der Schreibstil ist sehr nüchtern gehalten, was gut zum Buch passt. Dadurch bleibt jedoch immer eine gewisse Distanz zu den Figuren, was aber nicht weiter störend war. Cora war trotzdem sehr gut ausgearbeitet, zudem entwickelt sie sich während ihrer Flucht nachvollziehbar weiter. Die Figuren, denen sie begegnet, bleiben dagegen eher blass. Da sie aber den Großteil ihrer Flucht allein bestreiteten und die meisten nur kurzzeitige Helfer sind, ist das nicht allzu störend. Gerade angesichts des Schicksals einiger der Figuren war diese Distanz vielleicht sogar nötig, um das Buch besser erträglich zu machen. 

    Underground Railroad hat mir sehr gut gefallen. Es ist durch das Thema ein sehr bedrückendes Buch, das die historische Realität gut mit dem (erfundenen) Untergrundeisenbahnen verbindet. Allerdings hätte ich ein Nachwort noch sehr schön gefunden, in dem noch einmal auf das reale Netzwerk Underground Railroad eingegangen wird. Das ist aber eher eine persönlich Vorliebe, da ich sehr gerne Nachwörter lese, gerade bei Büchern mit realem historischen Hintergrund.

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    thiefladyXmysteriousKathas avatar
    thiefladyXmysteriousKathavor 6 Monaten
    eins der besten Bücher 2017 für mich!

    Underground Railroad

    Sklaverei und Surrealismus. Beides vereint das Buch „Underground Railroad“ des Pulitzer-Preistägers Colson Whitehead in einem spannenden und ergreifenden Roman. Nach einer Lesung in der LMU München musste ich unbedingt zu diesem Buch greifen und habe es nicht bereut. Das Buch ist eine literarische Bereicherung!

     

    Inhalt

    Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

     

    Meinung

    Dieses Buch ist wirklich etwas ganz Besonderes. Nicht nur sprachlich überzeugt Colson Whitehead mit einem faszinierenden Stil, sondern auch inhaltlich. Hinter dieser Geschichte steckt sehr sehr viel Recherchearbeit und das Aufarbeiten der Vergangenheit von Whiteheads Vorfahren. Selten habe ich ein so gutes Buch gelesen! Man reist mit Cora quer durch die USA und leidet auf allen Hindernissen ihrer Reise mit ihr. Aus der Untergrundbewegung Underground Railroad eine wirkliche U-Bahn zu machen finde ich sehr kreativ und faszinierend. Das Ganze wird so realistisch in die Handlung eingewoben, dass man Whitehead abkauft, dass es genau so war. Sklaverei ist ein wichtiges Thema und jeder sollte sich damit auseinandersetzen, daher empfehle ich dieses Buch jedem. 5 Sterne für dieses grandiose literarische Werk – ich hoffe wir werden noch viel von Whitehead zu lesen bekommen.

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    renees avatar
    reneevor 6 Monaten
    Coras Weg

    Dieses Buch ist ein dunkler und düsterer Roman über die Sklavin Cora aus den Südstaaten der USA. Es wird über ihre Flucht aus dem grausamen Schicksal der Sklaverei berichtet, dass aber in einer dunklen, fast hoffnungslosen Art, was ich dem Thema gegenüber schon sehr entsprechend fand. Aber der Autor hält sich bei seinem Roman nicht immer an den historischen Tatbestand, er flicht in seine Geschichte noch einige phantastische Elemente ein, was den Reiz der Geschichte aber noch deutlich erhöht. So ist zum Beispiel die Underground railroad bei ihm eine wirkliche Eisenbahn, was ich vom Erzählerischen echt gelungen empfand. Das ermöglicht wiederum die Reise der Cora wie in Stationen zu beschreiben, sozusagen von Bahnhof zu Bahnhof. Am Anfang des Buches wird erstmal die Ankunft der Großmutter der Cora in Amerika erzählt, in einem Kapitel mit ihrem Namen als Überschrift. Danach folgt die Schilderung der Umstände der Sklaverei, der Leser erfährt in kleinen Auszügen, was es denn heißen könnte unfrei zu sein, jemandem vollkommen zu willen sein zu müssen, ohne irgendetwas dagegen tun zu können und auch niemanden zu haben, der einem helfen könnte. Das wird erzählt über die folgende Generation, das heißt über die Mutter von Cora, Mabel und dann später über Cora selbst. Was mir an diesem Teil besonders gefallen hat, das der Autor nicht bei dem allseits beliebten Schwarz=Gut und Weiß=Böse bleibt, es werden auch die Konflikte innerhalb der Sklaven gezeigt. Und das ganze Kapitel wird mit der Überschrift des Bundesstaates versehen, in dem es spielt. Ein Vorgehen das sich wiederholt, erst ein Kapitel mit einem Namen als Überschrift, dahinter die Geschichte der betreffenden Person, welche zeitlich nicht unbedingt an den Erzählstrang anknüpft, dann wieder ein Bundesstaat als Titel und die Geschichte wird da fortgeführt. Cora entschließt sich schließlich durch gewisse Veränderungen in der Plantagenstruktur zur Flucht, und die Stationen kommen zum Tragen. Die erste Station ist ein Städtchen in South Carolina, erstmal eine Idylle, Weiße und Schwarze leben ohne Probleme zusammen, später kommen dann medizinische Experimente ans Tageslicht. Die nächste Station ist ein Städtchen in North Carolina, hier lebt sie in einem Dachboden eingesperrt, versteckt, weil hier eine ausufernde Entwicklung zwischen Schwarz und Weiß passierte, in Massaker an der schwarzen Bevölkerung mündend, die weiße Bevölkerung sich gegenseitig bespitzelt, wegen eventuellem Verstecken von Schwarzen, jeden Freitag gibt es Volksfeste mit anschließendem Töten von Schwarzen. Die ehemalige Rolle der Schwarzen wird von ärmeren weißen Bevölkerungsschichten (Iren) übernommen. Beide Situationen in den Stationen empfand ich als Allegorien, beides kann man auch in späteren (oder wahlweise auch in früheren) Zeiten in der Geschichte der Menschheit wiederfinden. Und es geht auch so weiter. Auch in den weiteren Orten kann man andere Dinge erkennen. Die Gedanken schweifen immer wieder ab, man kann nur sagen toll gemacht Herr Whitehead !! Sehr beeindruckt hat mich auch, wie es im Buche heißt, das die weiße Rasse sich zum Herren erklärt über Schwarze und Indianer, und ausrotten muss, was sich nicht anpasst. Auch das empfinde ich als sehr allegorisch, man sollte sich nur mal überlegen, was auf dieser Welt passiert wäre, wenn Europa nicht angefangen hätte, die Welt zu entdecken und zu kolonisieren. Oder noch besser, die kulturelle Entwicklung in Griechenland/Rom wäre so nicht passiert, und Europa wäre über Kreta beeinflusst worden. Fragen über Fragen ... Etwas schade fand ich das Coras Reise in diesem Buch zu keinem Ende kommt, aber etwas positiveres passt wahrscheinlich auch nicht so recht zum Thema.


    Was für ein wundervolles Buch !! Unbedingt Lesen !

    Kommentare: 1
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    dominonas avatar
    dominonavor 7 Monaten
    Schwach begonnen, aber er hat mich noch gekriegt

    Ich habe über eine weite Strecke des Romans die fehlende Nähe zu den Protagonisten bemängelt, aber angesichts der Grausamkeiten, die da in Schriftform zutage treten und wenn man bedenkt, dass fast alles wahre Hintergründe hat, ist man erstmal fassungslos. Zum Ende hin will man nur noch wissen, was weiter geschieht und manchmal wünscht man sich auch einfach, dass es Menschen mit bestimmten Sichtweisen nie gegeben hätte.
    Wer mal wieder Lust hat, Menschen hassen zu lernen, kann zugreifen. Sicherlich ist das Buch auch ein interessantes historisches Zeugnis.

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    dicketillas avatar
    dicketillavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnlich, sprachlich perfekt, sehr nachwirkend.
    Der Traum von Freiheit


    "Seit der Nacht, in der man sie entführt hatte, war sie immer wieder taxiert und neu taxiert worden und jeden Tag auf der Schale einer neuen Waage erwacht." (S.15)
    So erging es Ajarry, nachdem  sie ihrer Familie in Afrika entführt worden war, Coras Großmutter. Und somit wurde über das Leben bestimmt, das man ihrer Mutter Mabel und ihr vorgab, einem Leben in Sklaverei. Doch Mabel brach aus diesem heraus, überließ ihrer Tochter deren Schicksal, floh, galt seitdem als erste Sklavin die es geschafft hatte den Weg in die Freiheit zu finden. Cora konnte es ihrer Mutter nicht verzeihen, sie allein gelassen zu haben. So wuchs in ihr ein unbändiger Widerstand, bis er ihr gebrochen wurde. So findet sie in Caesar einen Menschen, der sie ermutigt auszubrechen. Sie wollen die Underground Railroad, ein geheimes Fluchtnetzwerk für Sklaven, finden. Und so begeben sie sich auf eine gefährliche Missionen, die sie stets vor neuen Herausforderungen stellt. Nicht einmal vor den eigenen Leuten waren sie sicher, selbst Freigelassene denunzierten ihre afrikanischen Brüder und Schwester.Und der Sklavenfänger Ridgeway war ihnen stets auf den Versen.
    "Ridgeway bearbeitete nicht den Geist. Er war nicht der Schmied, der Ordnung herstellte. Nicht der Hammer, nicht der Ambos. Er war die Hitze."(S.97)
    Großmütter und Mütter warnten ihre Kinder vor ihm, Sklavenhalter riefen ihn zu sich.

    Cora und Caesar gelangen über eine Falltür zur Bahnlinie der Underground Railroad. Schon diese Passage zeigt welcher ungewissen Zukunft sie entgegen fahren. Auf ihrem Weg treffen sie aber auch auf Menschen, die die Sklaverei verabscheuen, diese Fluchtmöglichkeit erschaffen haben, wissend ihren Einsatz mit dem Leben zu bezahlen. Jeder Staat, Ort an dem sie gelangen hat unterschiedliche Auffassungen, was das Leben, den Nutzen der Nigger betrifft, wie sie sie nennen. Sie dürfen zwar frei sein, jedoch sind die Kleider teurer in den Läden, als in denen der weißen Leute. Grabräuber haben durch ihre Ermordung reichlich Auswahl, skrupellose Ärzte ersinnen unmenschliche Praktiken. Sie werden dort zwar nicht mehr so offensichtlich gequält, misshandelt, wie auf den Plantagen, dennoch gedemütigt. Selbst, als sie sich ihre eigene Gemeinschaft erschaffen, ernten sie nur Hass. Es kann nicht sein, dass ein Nigger mehr erreicht, als ein Weisser.

    Colson Whiehead erzählt in einzelnen Kapiteln, die jeweils eine andere Person prägt, aber mit Cora in Zusammenhang steht, über die Sehnsucht nach Freiheit, die vielen gewaltsam genommen wurde. Durch seine Fiktion der Bahnstrecke, zeigt er das breite Netz, welches sich durch das Land zieht. Der Wunsch auf einen fahrenden Zug zu steigen, nicht wissend wohin er fährt, aber stets mit dem Wunsch, am Ziel die Freiheit, ein besseres Leben wartet.
    Es werden brutale, unmenschliche Bestrafungen der Sklaven beschrieben, die der Autor zum Glück nicht groß ausweitet, dem Leser Zeit zur Verarbeitung läßt, dennoch tagelang noch im Gedächtnis verweilen läßt. Die Sichtweise verschiedener Personen gibt den Blick eines Amerikas wieder, das von Einwanderung, Unterdrückung geprägt ist. Erschaffen durch Gewalt, Mord, Vertreibung.
    Aber auch eine Geschichte, über die vielen Menschen, die sich diesem Systhem widersetzen, ungeachtet der Gefahren, die damit verbunden sind.
    Beim Lesen empfindet man das Geschriebene oft wie eine Geschichtsschreibung, in der Coras Schicksal eingebunden ist. Mag vielleicht etwas ungewöhnlich erscheinen, aber diese Vernüpfung empfand ich in diesem Fall als sehr treffend. Gerade die Hintergründe klären auf, geben ein glaubwürdiges Bild wieder.
    Für mich ein außergewöhnliches Buch, mit einer deutlichen Lesempfehlung.

    Kommentare: 4
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    papaverorossos avatar
    papaverorossovor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Schönes und starkes Bild, harte prototypische Geschichte einer entlaufenen Sklavin
    Die Flucht

    Seitdem dieses Buch auf dem Markt ist, will ich es lesen. Das Cover, mit dem blauen Sternhimmel und der Holzhütte, und der mysteriöse Titel haben sofort meine Aufmerksamkeit erweckt. Das Thema: Die Geschichte einer entlaufenen Sklavin aus den Südstaaten. Nichts bahnbrechend Neues, hat jedoch Potential.


    Ich tauche schnell in die Geschichte ein und kann kaum aufhören zu lesen. Cora, eine ausgestoßene Sklavin, erzählt uns von ihrem hartem Leben auf der Plantage. Dann eines Tages die Flucht. Das Herz dieses ansonsten schonungslos realitätsnahen Buchs ist die Underground Railroad, eine Hilforganisation, die ein unterirdisches Zugnetz gebaut hat, um entlaufene Sklaven in den Norden zu befördern. Dies ist ein starkes Bild für die ansonsten unsichtbare Arbeit von Organisationen, die es vermutlich zu jener Zeit tatsächlich gab. Dieses Stilmittel erinnert mich an das Buch „Exit West“ von Mohsin Hamid, in dem die Flucht von Menschen aus Kriegsgebieten durch magisch erschienene schwarze Türen erfolgt. Bloß dass Whiteheads Railroad kein unpersönliches Objekt, kein schwarzes Loch ist, sondern das Ergebnis harter und gefährlicher Arbeit heldenhafter Menschen ist, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um anderen zu helfen.


    Während Coras Reise muss der Leser viel Grausamkeit und Hoffnungslosigkeit ertragen. Nur das Wissen um den Mut und Großzügigkeit mancher weniger gibt der Geschichte eine positive Kraft inmitten dieser Verzweiflung. Der Schreibstil ist eher schlicht, fast distanziert. Kein Melodrama hier. Dies passt meiner Meinung nach gut zur Protagonistin – wie könnte denn eine Sklavin überleben, wenn sie ausufernde Emotionen und Hoffnung zulässt? Wir Leser sehen die Welt durch Coras Augen, erleben die Geschichte durch ihre Beobachtungen, hören sie in ihren einfachen Worten.


    Die Spannung lässt gegen Ende meiner Meinung nach etwas nach. Nachdem Cora mehrmals fast entkommen und dann wieder gefangen wurde, wiederholt sich die Geschichte ein wenig. Trotzdem war das Lesen dieses Buches für mich ein Vergnügen.

    Kommentare: 4
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insider2199s avatar

    Wir haben beschlossen in der Insider Top-3-Voting-Challenge zusammen "Underground Railroad" von Colson Whitehead zu lesen. 

    Wir beginnen jetzt und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man 1 Los dafür. 

    Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


    Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

    Viel Spaß uns allen :)
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    abas avatar

    "Der Grenze der Plantage zu entkommen hieß, den Grundprinzipien der eigenen Existenz zu entkommen: unmöglich."

    Mit seinem Roman "Underground Railraod" erklomm der US-amerikanische Schriftsteller Colson Whitehead die Bestsellerlisten weltweit. Sein Buch, mittlerweile in 40 Sprachen übersetzt, hat unzählige Preise gewonnen - unter anderem den heiß begehrten Pulitzer-Preis -, war über ein halbes Jahr New York Times Bestseller und steht auch auf der Longlist des Man Booker Prize. Unter den Lesern befinden sich prominente Figuren: Oprah Winfrey hat "Underground Railraod" in ihren exklusiven Buchclub aufgenommen und Barack Obama hat es als Sommerlektüre ausgewählt.
    Dieses Buch muss man also definitiv lesen!
    Die erstaunliche, spannende und höchst emotionale Geschichte einer subversiven Organisation, deren Ziel es war, Sklaven zu befreien und ihnen einen Fluchtweg zu ermöglichen, ist heute aktueller denn je. Mit diesem Werk erinnert Colson Whitehead daran, dass Freiheit eine wichtige Errungenschaft ist und keine Selbstverständlichkeit.

    Wir freuen uns sehr, euch "Underground Railraod" im Rahmen unseres LovelyBooks Literatursalons vorstellen zu dürfen.

    Seid ihr Liebhaber anspruchsvoller Literatur? Dann dürft ihr diese Leserunde zu "Underground Railraod" nicht verpassen, einem weiteren Titel in unserem LovelyBooks Literatursalon, in dem euch literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben erwarten.

    Zum Inhalt
    Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

    Lasst euch von der Leseprobe überzeugen!

    Zum Autor
    Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion’s Fiction Award (2002) und war Stipendiat der MacArthur "Genius" Fellowship. Für seinen Roman Underground Railroad wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen bisher "John Henry Days" (Roman, 2004), "Der Koloß von New York" (2005), "Apex" (Roman, 2007), "Der letzte Sommer auf Long Island" (Roman, 2011), "Zone One" (Roman, 2014) und "Underground Railroad" (Roman, 2017). Der Autor lebt in Brooklyn.

    Wenn ihr die geheimen Wege des Underground Railroad erkunden möchtet, müsst ihr euch für diese Leserunde bewerben.
    Zusammen mit Hanser verlosen wir 30 Exemplare von "Underground Railroad" unter allen, die sich über diesen erfolgreichen Roman austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten.

    Wenn ihr denkt, dass dieses Buch das richtige für euch ist, bewerbt euch* über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 03.09., und antwortet auf folgende Frage:

    Colson Whitehead hat mit seinem Buch eine Ode an die Freiheit geschrieben.
    Das Wort Freiheit hat für jeden Menschen eine andere Bedeutung, vor allem für viele von uns ist Freiheit etwas Selbstverständliches.
    Woran macht ihr fest, dass ihr in einer freien Gesellschaft lebt?


    Wir freuen uns auf eure Antworten und wünschen euch viel Glück!

    Im Rahmen des LovelyBooks Literatursalons könnt ihr in dieser Leserunde ein weiteres Literatursalon-Lesezeichen erlesen! Ihr seid noch kein Literatursalon-Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier.

    * Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.
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