Colum McCann

 4,3 Sterne bei 417 Bewertungen
Autor von Die große Welt, Der Tänzer und weiteren Büchern.
Autorenbild von Colum McCann (©(c) Brendan Bourke)

Lebenslauf von Colum McCann

Der Autor Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren. Bevor er zu schreiben begann hat er lange als Journalist, Farmarbeiter und auch Lehrer gearbeitet. Colum McCann ist viel durch Asien, Europa und Amerika gereist. Colum McCann ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in New York. Der internationale Durchbruch als Autor gelang ihm durch seine Bücher „Der Tänzer“, einer Biographie über Rudolf Nurejew, und dem Roman „Zoli“. Colum McCann ist auch vielfach für seine Romane und Erzählungen ausgezeichnet worden. So erhielt McCann unter anderem den Hennessy Award for Irish Literature und den Rooney Prize. Im Mai 2017 sind seine aktuellsten Werke "Briefe an junge Autoren" und "Wie spät ist es jetzt dort, wo du bist?" erschienen.

Alle Bücher von Colum McCann

Cover des Buches Die große Welt (ISBN: 9783499248474)

Die große Welt

 (94)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Der Tänzer (ISBN: 9783644045019)

Der Tänzer

 (87)
Erschienen am 01.08.2014
Cover des Buches Zoli (ISBN: 9783499239434)

Zoli

 (55)
Erschienen am 01.08.2008
Cover des Buches Der Himmel unter der Stadt (ISBN: 9783499226960)

Der Himmel unter der Stadt

 (51)
Erschienen am 01.02.2000
Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783498045227)

Transatlantik

 (32)
Erschienen am 07.03.2014
Cover des Buches Apeirogon (ISBN: 9783499271878)

Apeirogon

 (28)
Erscheint am 25.01.2022
Cover des Buches Gesang der Kojoten (ISBN: 9783499222887)

Gesang der Kojoten

 (11)
Erschienen am 02.03.1998

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Colum McCann

Cover des Buches Apeirogon (ISBN: 9783499271878)B

Rezension zu "Apeirogon" von Colum McCann

Ein Plädoyer für die Menschlichkeit
buchlesenliebevor 2 Monaten

Bassam Aramin und Rami Alhanan.
Palästinenser und Israeli. Liebende Väter, Ehemänner, Kriegs-und Konfliktgebeutelte, Aufklärer, Trauernde, Freunde, Versöhnende, Vereinende, unermüdliche Dialogführende, nicht Aufgebende, reale Personen. Sie eint der Tod ihrer Töchter und ihre Mission für den Frieden.
Bassam ist der Vater von Abir. Sie starb durch ein Gummigeschoss eines israelischen Grenzpolizisten.
Rami ist der Vater von Smadar. Sie starb bei einem Selbstmordattentat palästinensischer Terroristen.

In 1001 Kapiteln erzählt der irische Autor Colum McCann die bewegenden Geschichten dieser beiden Männer und ihrer verstorbenen Töchter, ihrer Mütter, ihrer Geschwister, der vorherigen Generationen. Apeirogon gewährt tiefe Einblicke in die Auswirkungen des komplexen Nahostkonflikts, der oft so schwer zu erfassen ist. Dabei ist das Buch äußerst komplex, aber immer klug, menschlich, verständlich, lehrreich und anschaulich konstruiert. Manche Kapitel sind kurz, bestehen nur aus einem Satz, einem Foto, kleinen Textabschnitten, manche sind länger. Durchdringt von einem stets wiederkehrenden Plädoyer: „Beendet die Besatzung“ und der geforderten zweidimensionalen Sensibilisierung für einen Perspektivenwechsel auf den israelisch-palästinensischen Konflikt.

Vor vielen, vielen Jahren habe ich an einer „Begegnungs- und Bildungsreise“ teilgenommen, war in Israel und palästinensischen Gebieten, habe ziemlich kluge Menschen und ihre Friedensprojekte kennengelernt. Diese Reise hat mich geprägt, nie losgelassen, Israel ist eines der schönsten Länder, die ich je bereist habe, in Palästina habe ich teils das gesehen, was in diesem Buch beschrieben wird. Und mitunter mag diese Reise der Grund sein, weshalb Apeirogon ein absolutes Herzensbuch für mich ist. Nicht nur mein #monatshighlight im Juni, sondern sicherlich ein Lese-Lebens-Highlight! Mehr Worte habe ich eigentlich nicht als eine unbedingte Leseempfehlung für dieses Plädoyer an die Menschlichkeit

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Cover des Buches Der Tänzer (ISBN: 9783644045019)beccariss avatar

Rezension zu "Der Tänzer" von Colum McCann

Eine exzentrische Persönlichkeit und ein herausragendes Talent
beccarisvor 3 Monaten

Der Roman wird aus der Erzählperspektive verschiedener Weggefährten Rudolf Nurejews (1938-1993) erzählt. Das Leben Nurejews beginnt in der Sowjetunion kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges. Bereits als Schuljunge tanzt er für verwundete Soldaten, es zeichnet sich bald ab, dass das Kind besondere musikalische Talente besitzt. Privater Ballettunterricht bei professionellen Primaballerinen und eine staatliche Ausbildung führen ihn ins Leningrader Kirow-Ballett.

Im Jahre 1961 emigriert Nurejew in den Westen. Seine erstklassige Karriere führt in weltberühmte Theater in Paris und New York, wo er mit zahlreichen bekannten Künstlern arbeitet und lebt. Er führt ein ausschweifendes Leben, sein ungehobelter Charakter und seine exaltierten Charakterzüge werden ebenso eindrücklich beschrieben wie seine tiefe Melancholie und Sehnsucht nach seiner Mutter und der Heimat. Ein kurze Rückkehr gelingt schliesslich.

Colum McCann hat einen hervorragend recherchierten Roman über einen weltberühmten Tänzer und ausserordentlich spannenden Menschen geschrieben. Jede Handlung und jeder Ort ist atmosphärisch dicht nachempfunden. Ausserdem ist das Buch ein beeindruckendes Zeitzeugnis.

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Cover des Buches Apeirogon (ISBN: 9783499271878)E

Rezension zu "Apeirogon" von Colum McCann

Ein Kaleidoskop von Schmerz und Suche nach Versöhnung
evaczykvor 3 Monaten

Der Autor selbst spricht von einem Hybrid-Roman. Mehr als 1000 Kapitel, die manchmal nur ein Gedankensprengsel, ein Satz sind. "Apeirogon" vom Colum McCann ist ein Kaleidoskop des Nahostkonflikts, der verschiedenen Lebenswelten in Israel, ganz abhängig davon, in welche Religion, ethnische Gruppe, Region jemand hineingeboren wurde. Und dennoch gibt es diese enorme, lebenserschütternder Gemeinsamkeit, die der Palästinenser Bassam, geboren in einer Höhle bei Hebron, und Rami - väterlicherseits Sohn eines ungarischen Holocaust-Überlebenden, müttericherseits Jerusalemer in der siebten Generation, miteinander teilen: Sie sind verwaiste Eltern, jeder von ihnen hat eine Tochter gewaltsam verloren. Ramis Tochter Smadar starb im Alter von 13 Jahren in einer Jerusalemer Einkaufsstraße, als sich drei Selbstmordattentäter in die Luft sprengten. Abir, die zehnjährige Tochter Bassams, wurde von dem Gummigeschoss eines israelischen Soldaten in den Schädel getroffen, als sie sich in der Schulpause im Laden gegenüber Süßigkeiten kaufte.

So sehr McCann verändert, hinzugefügt, fiktive Szenen geschaffen und eigene Gedanken hinzugefügt hat: Die Geschichten von Abir und Smadar sind wahr, die Freundschaft ihrer Väter, buchstäblich in Schmerz und Trauer geboren, ebenso. Bassam hatte sieben Jahre in einem israelischen Gefängnis gesessen, weil er alte Handgranaten auf israelische Militärfahrzeuge geworfen hatte. Da war er 17. Die Erfahrung von Misshandlungen und Gewalt verstärkte nur den noch vorhandenen Hass. Als er eine Dokumentation über den Holocaust sah, konnte er erstmals das Leid erkennen, dass vor der Staatsgründung Israels gelegen hatte. Rami war nach Smadars Tod nur widerwillig einer Einladung zum Parents Circle gefolgt. Als er eines Palästinenserin mit dem Bild ihrer toten Tochter sah, erkannte er, dass der eigene Schmerz auch auf der "anderen Seite" bekannt ist.

In "Apeirogon" gibt es vielfältige Betrachtungen, zu Vögeln und zu Musik, zu ausgedörrten Landschaften und längst nicht alles davon spielt für die Handlung eine Rolle. Am eindruckvollsten sind die Szenen, die sich um das Leben von Bassam und Rami und ihren Familien drehen, das durch den Tod von Smada und Abir aus der Bahn geworfen wird, in denen es um den Schmerz geht, der nicht vergeht. und den Weg zu der Entscheidung, nicht zu hassen, sich für ein friedliches Miteinander und eine Aussöhnung einzusetzen. Zu reden, egal wie oft sie niedergeschrien werden, "Es ist erst vorbei, wenn wir miteinander reden" steht auf einem Aufkleber an Ramis Motorrad.

Eine Analyse des Nahostkonflikts, das kann und will der Autor nicht bieten.  Statt dessen stellt er Fragen. Wie kann man weiterleben nach dem Verlust eines Kindes? Wie kann man wieder Frieden finden - mit sich, aber auch mit anderen? Und klar: Rami und Bassam stehen in ihren jeweiligen Gemeinschaften für eine Minderheit. In einer Gesellschaft, in der Gewalt oder zumindest die Gefahr von Gewalt allgegenwärtig ist, ist es nun mal leichter, an den Mauern, Vorurteilen und Verurteilungen der anderen Seite festzuhalten. Aber gerade deshalb ist die Stärke des Ramis und Bassams dieser Welt, die sich mit Hass nicht abfinden wollen, um so beeindruckender.


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Zusätzliche Informationen

Colum McCann wurde am 27. Februar 1965 in Dublin (Irland) geboren.

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