Colum McCann

 4,2 Sterne bei 537 Bewertungen
Autor von Die große Welt, Der Tänzer und weiteren Büchern.
Autorenbild von Colum McCann (©(c) Brendan Bourke)

Lebenslauf

Der Autor Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren. Bevor er zu schreiben begann hat er lange als Journalist, Farmarbeiter und auch Lehrer gearbeitet. Colum McCann ist viel durch Asien, Europa und Amerika gereist. Colum McCann ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in New York. Der internationale Durchbruch als Autor gelang ihm durch seine Bücher „Der Tänzer“, einer Biographie über Rudolf Nurejew, und dem Roman „Zoli“. Colum McCann ist auch vielfach für seine Romane und Erzählungen ausgezeichnet worden. So erhielt McCann unter anderem den Hennessy Award for Irish Literature und den Rooney Prize. Im Mai 2017 sind seine aktuellsten Werke "Briefe an junge Autoren" und "Wie spät ist es jetzt dort, wo du bist?" erschienen.

Alle Bücher von Colum McCann

Cover des Buches Die große Welt (ISBN: 9783499248474)

Die große Welt

(106)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Der Tänzer (ISBN: 9783644045019)

Der Tänzer

(92)
Erschienen am 01.08.2014
Cover des Buches Apeirogon (ISBN: 9783499271878)

Apeirogon

(63)
Erschienen am 25.01.2022
Cover des Buches Der Himmel unter der Stadt (ISBN: 9783499226960)

Der Himmel unter der Stadt

(62)
Erschienen am 01.02.2000
Cover des Buches Zoli (ISBN: 9783499239434)

Zoli

(58)
Erschienen am 01.08.2008
Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783499257483)

Transatlantik

(39)
Erschienen am 28.08.2015
Cover des Buches Twist (ISBN: 9783498003852)

Twist

(21)
Erschienen am 11.03.2025
Cover des Buches American Mother (ISBN: 9783498003869)

American Mother

(18)
Erschienen am 10.12.2024

Neue Rezensionen zu Colum McCann

Cover des Buches American Mother (ISBN: 9783498003869)
renees avatar

Rezension zu "American Mother" von Colum McCann

renee
Mutterliebe und Verlust, mit viel Pathos

Eine Mutter verliert ihren Sohn und sitzt vor Gericht dem Mörder gegenüber. Schon das allein ist sicherlich nicht alltäglich. Hier kommt allerdings dazu, dass der Sohn Journalist war, entführt wurde und der Mörder dem IS angehörte. Der Mörder ist ein Brite, der aus Großbritannien in das Herrschaftsgebiet des IS reiste, um dort seinem Irrglauben zu folgen, und um Unaussprechliches zu tun. Völlig unverständlich in meinen Augen. Man kommt aus einem sicheren Landstrich, geht in unsicheres Terrain und kämpft dort gegen den Westen, dem man ja entstammt und wo man die Sicherheiten und Annehmlichkeiten bisher genießen konnte. Wie verblendet muss man sein?  Doch dies nur am Rande.

Zurück zum Thema. Der IS ermordete viele Menschen. Unter vielen anderen traf es auch den US-amerikanischen Journalisten James Foley. Ein Journalist! Ich bekomme da Wut! Aber des Menschen Tun, ein unerschöpfliches Thema! Auch jetzt wieder zu beobachten. Wahrscheinlich immer. Im Jetzt, im Gestern und auch im Morgen. James Foley wurde geköpft. Der Tod und das Grauen wurde inszeniert. Der Horror schlechthin!

Doch dieser Horror ist nicht das Hauptthema des Buches von Colum McCann. Ich kenne von Colum McCann bisher „Apeirogon“ und mit diesem Buch hat mich Colum McCann sehr beeindruckt. Denn der Horror und der Hass darf uns nicht besitzen/nicht einnehmen. Und das verdeutlicht Colum McCann in „Apeirogon“, aber auch hier in „American Mother“. Denn diese titelgebende Mutter ist Diane Foley. Und ihr Umgang mit dem sie selbst betreffenden Horror beeindruckt ungemein! Woher nimmt sie wohl ihre Stärke? 

Diane Foley möchte dem Mörder ihres Sohnes begegnen, möchte ihn mit den Folgen seines Tuns mittels ihrer Person konfrontieren, möchte ihm als Mensch begegnen und erreicht damit wahrscheinlich einiges. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen und irgendwie erstarren vor dieser Stärke. Hätte ich die Kraft vor den Mörder einer von mir innigst geliebten Person zu treten und ihm nicht nur mit einem von mir selbst gefällten Urteil zu begegnen? Ich denke nicht. Auch wenn ich immer für Menschlichkeit eintrete, es gibt Grenzen. Auch für mich. Jemand, der für mich erhebliche Grenzüberschreitungen begeht, verliert in meinen Augen gewisse menschliche Komponenten. Dass Diane Foley damit anders umgehen kann, verwundert mich sehr, lässt mich darüber sinnieren, darüber nachdenken. Und damit ist der Sinn des Buches ja schon deutlich. Ob das Buch in mir etwas verändert hat. Ich weiß nicht. 

Weiterhin ist dieses Buch auch ein Denkmal für James Foley. Ein Mahnmal. Stellvertretend sicher für so viele völlig sinnlos getötete Menschen. Das Buch ermöglicht einen Blick auf James Foley, auf sein Tun, auf seine Denke. Ein Blick auf einen menschlich, empathisch und sozial denkenden Menschen. Der für seine Ideale Risiken eingegangen ist. Risiken, die ihn nicht abgeschreckt haben, die ihn haben weitermachen lassen. Bis ….

Und damit kann man vor der Mutter und dem Sohn den Hut ziehen! Was für Menschen! ❤

Außergewöhnliche Menschen und sicher ein außergewöhnliches Buch.

„Apeirogon“ war für mich ein 5 Sterne Buch. „American Mother“ bekommt von mir 4 Sterne. Thematisch müsste es für mich ein 5 Sterne Buch sein. Aber irgendetwas in Diane Foleys Denken und Tun ließ mich auch in einem Abstand verbleiben. Ich möchte hier mit Sicherheit nichts von ihrem Tun bewerten, das steht mir definitiv nicht zu. Aber völlig entbrannt zum Geschriebenen bin ich leider nicht und deswegen gibt es von mir 4 Sterne für „American Mother“.

Cover des Buches Twist (ISBN: 9783498003852)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Twist" von Colum McCann

Hubertus_Feldmann
Wenn Brüche nicht heilen wollen

Egal was man auch versucht. Weil das Leben eine eigene Sprache spricht, das Innen oft mit dem Außen nicht kompatibel ist und weil nicht zuletzt, vieles einfach von Zufällen abhängt. Oft sind es sogar nur Mikrowendungen, die eine scheinbare Wahrheit auf den Kopf zu stellen vermag. Diese Widersprüchlichkeit, dieses schwankende Suchen nach seinem eigenen Weg wird in diesem Roman des Iren Colum McCann meisterhaft dargestellt. Und zwar in Form einer „Geschichte in der Geschichte“, in der der Ich-Erzähler zum Ende des Buches auch den (angenommenen) Part des Protagonisten seiner Geschichte übernimmt. Diese starke und eindrucksvoll in Szene gesetzte Verknüpfung, man könnte auch von Verbindung sprechen, die sich im Laufe Zusammenseins ergeben hat, wird am Beispiel eines zu reparierenden Untersee-Datenkabels erzählt. Tatsächlich sind es gleich drei durchtrennte Kabel, die es zu reparieren gilt und die in ihrer Anzahl symptomatisch für die Vielseitigkeit von (Lebens-)Brüchen und möglichen Reparaturen/Heilungen stehen können.

Der Auftrag ist klar. Der irische Journalist Anthony Fennell soll eine möglichst authentische Geschichte über die Reparatur eines Unterseekabel verfassen. Die Durchführung ist allerdings alles andere als einfach, wenn man es nicht nur mit einem schwankenden Schiff, sondern auch mit Menschen zu tun hat, in der die Vielseitigkeit des Lebens aufscheint und die insofern schwer zu lesen sind, wie es für den Missionschef der Georges Lecointe, John A. Conway, ebenfalls Ire, der Fall ist. Zunächst scheint es um klare Verhältnisse zu gehen: eine intakte Familie mit zwei Kindern, die sich für eine bestimmte Zeit in zwei unterschiedlichen Welten aufhalten werden. Er, wie gesagt, als Missionschef mit klarem Auftrag, sie (zusammen mit ihren Kindern) auf einer Karriereleiter als Schauspielerin in London. Doch bereits zu Beginn der Geschichte beginnen die Gewissheiten zu bröckeln, die Startschwierigkeit bereits elementar – zumal für den berichtenden Reporter. Auch wenn eine derartige Mission akribisch vorbereitet wurde, denn schließlich geht es darum, die Welt wieder miteinander zu verbinden, zeigt die Realität doch, dass hier Menschen am Werk sind und auch die beste Planung an der Vielseitigkeit und den Wechselwirkungen des Lebens ihren Meister findet. Gerade auf einem Schiff ist man aufeinander angewiesen, kann nicht als Solitär seine Arbeit machen. Aber wer könnte das schon dauerhaft ohne ein einigermaßen passendes soziales Umfeld. Hier noch erschwert durch nachschwingende Ereignisse aus dem Apartheitsregime Südafrikas (allgemein des Kolonialismus), denn die Mission startet in Kapstadt und auf dem Schiff treffen sich die Nationen …

Die Geschichte ist insofern äußerst vielseitig, ohne allerdings das Spannungselement zu vernachlässigen. Man fiebert mit der Crew, hofft auf einen guten Ausgang im Beziehungsdickicht und begibt sich so ganz nebenbei auf philosophische Tauchfahrt. Allein die Betrachtungen über „das Kabel“, in denen die Lebensinformationen unbeeindruckt fließen, ob sie nun negative oder positive Elemente enthalten, dem Kabel ist es egal, es sind die Lebensadern der heutigen Welt: „Noch immer staune ich darüber, dass nahezu unsere gesamten Informationen durch winzige Kabel auf dem Meeresboden liefen. Milliarden Impulse, die Wörter, Bilder, Stimmen, Texte, Diagramme und Formeln transportieren, schossen in einem Lichtstrahl über den Grund. In Kabeln aus Glas. In aus Sand hergestelltem Glas. In durch die Zeit gerieseltem Sand.“

So gelingend die Missionen verlaufen, umso zerstörerischer verläuft (zunächst nicht im Außen abgebildet) offensichtlich das Leben der Hauptfigur dieser Geschichte. Zum Schluss des Buches, als die Geschichten ineinanderzulaufen beginnen, spätestens da, ergreift den Leser das unbedingte Bedürfnis, auch hinter sein eigenes Leben zu schauen. 

Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783499257483)
Nicola89s avatar

Rezension zu "Transatlantik" von Colum McCann

Nicola89
Vier Generationen

Dublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland.
Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Alcock und Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den Atlantik nach Irland.
New York, 1998: US-Senator Mitchell verlässt seine junge Frau und sein neugeborenes Kind, um die Friedensgespräche in Belfast zu einem unsicheren Abschluss zu führen.
 «Transatlantik» verwebt drei historische Momente mit dem Schicksal dreier Frauen: Angefangen bei der irischen Hausmagd Lily Duggan, die auf Douglass trifft, folgt der Roman Tochter Emily und Enkelin Lottie in die USA und, später, zurück auf die Insel. 

Obwohl ich mir sehr viele Notizen zu diesem Buch gemacht habe, weiß ich gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension beginnen soll. Ich starte mal mit dem Aufbau. Der Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei der erste Teil die Jahre 1919, 1845-1846 und 1998 abdeckt und das in genau dieser Reihenfolge. Der zweite Teil befasst sich mit den Jahren 1863-1889, 1929 und 1978 und der dritte Teil umfasst in einem einzigen, langen Kapitel das Jahr 2011.

Der erste Teil und der Einstieg in das Buch war für mich die größte Herausforderung. Durch die Zeisprünge, die zudem nicht in chronologischer Reihenfolge waren, und die vielen Personen war ich ziemlich verwirrt und bis auf eine Ausnahme zu Beginn, ist es mir dementsprechend schwer gefallen, in die Handlung zu finden.

Der zweite Teil wurde da schon um einiges besser und ich konnte mehr in die Handlung eintauchen, wobei ich mich immer konzentrieren musste, um nicht den Faden zu verlieren. Die ersten beiden Teile werden komplett in der dritten Person erzählt.

Der dritte Teil umfasst auf knapp 80 Seiten nur noch das Jahr 2011. Hier wird plötzlich aus der Ich-Perspektive erzählt, was mich zunächst wieder verwirrt hat, da ich nicht sofort erkennen konnte, dass hier aus Sicht von Hannah erzählt wird.

Da so viele Personen eine Rolle spielen, fällt es mir teilweise schwer zu sagen, wie mir die Charaktere gefallen haben. Außer beim letzten Teil, wo man wirklich das Gefühl hat, Hannah näher zu kommen, ist mir das bei den anderen Charakteren aufgrund der Masse nicht ganz so leicht gefallen.

Trotz dieser Schwierigkeiten muss ich sagen, dass mir das Buch gefallen und es sich gelohnt hat, bis zum Ende durchzuhalten. Daher vergebe ich gerne vier Sterne.

Da die Geschichte über mehr als 150 Jahre gespannt wird und entsprechend viele Personen und Generationen umfasst, muss man sich schon sehr auf die Handlung konzentrieren und sollte das Buch in Ruhe lesen und sich Zeit dafür nehmen.

Gespräche aus der Community

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965 Beiträge
Dajobamas avatar
Letzter Beitrag von  Dajobama

Ertauscht.... Aber mach dir keinen Kopf, ist nicht so schlimm! Kann ich sicher tauschen!

Zusätzliche Informationen

Colum McCann wurde am 27. Februar 1965 in Dublin (Irland) geboren.

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