Colum McCann

 4.2 Sterne bei 386 Bewertungen
Autor von Die große Welt, Der Tänzer und weiteren Büchern.
Autorenbild von Colum McCann (©(c) Brendan Bourke)

Lebenslauf von Colum McCann

Der Autor Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren. Bevor er zu schreiben begann hat er lange als Journalist, Farmarbeiter und auch Lehrer gearbeitet. Colum McCann ist viel durch Asien, Europa und Amerika gereist. Colum McCann ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in New York. Der internationale Durchbruch als Autor gelang ihm durch seine Bücher „Der Tänzer“, einer Biographie über Rudolf Nurejew, und dem Roman „Zoli“. Colum McCann ist auch vielfach für seine Romane und Erzählungen ausgezeichnet worden. So erhielt McCann unter anderem den Hennessy Award for Irish Literature und den Rooney Prize. Im Mai 2017 sind seine aktuellsten Werke "Briefe an junge Autoren" und "Wie spät ist es jetzt dort, wo du bist?" erschienen.

Neue Bücher

Apeirogon

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Neu erschienen am 21.07.2020 als Hardcover bei Rowohlt.

Apeirogon

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Cover des Buches Die große Welt (ISBN: 9783499248474)

Die große Welt

 (95)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Der Tänzer (ISBN: 9783644045019)

Der Tänzer

 (85)
Erschienen am 01.08.2014
Cover des Buches Zoli (ISBN: 9783499239434)

Zoli

 (55)
Erschienen am 01.08.2008
Cover des Buches Der Himmel unter der Stadt (ISBN: 9783499226960)

Der Himmel unter der Stadt

 (50)
Erschienen am 01.02.2000
Cover des Buches Transatlantik (ISBN: 9783498045227)

Transatlantik

 (31)
Erschienen am 07.03.2014
Cover des Buches Gesang der Kojoten (ISBN: 9783499222887)

Gesang der Kojoten

 (11)
Erschienen am 02.03.1998
Cover des Buches Verschwunden (ISBN: 9783038200307)

Verschwunden

 (5)
Erschienen am 25.01.2016

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Neue Rezensionen zu Colum McCann

Neu

Rezension zu "Apeirogon" von Colum McCann

Colum McCann: Apeirogon
RenaMvor 10 Tagen

Apeirogon = eine zweidimensionale geometrische Form mit einer gegen unendlich gehenden Zahl von Seiten.

Colum McCann legt hier wirklich ein Meisterwerk vor. Und wie das bei Meisterwerken oft der Fall ist, so liest sich auch dieses Buch nicht einfach. Man muss sich darauf einlassen, sich einlesen und dem Roman Gelegenheit geben, sich zu entfalten. Allein die kaleidoskopische Darbietung der Handlung oder vielmehr der Handlungen ist für sich genommen schon ein Statement.

Der Autor erzählt die wahren Geschichten von zwei Männern, von Rami Elhanan und von Bassam Aramin. Jude der eine, Palästinenser der andere. Beide sind Väter von Töchtern, von verstorbenen Töchtern. Ramis Tochter Smadar starb mit 13 Jahren bei einem Selbstmordanschlag dreier Palästinenser. Bassams Tochter Abir wurde im Alter von 10 Jahren von einem israelischen Grenzpolizisten erschossen. Zwischen den beiden Todesfällen liegen 10 Jahre.

Er verpackt diese Geschichten, die gleichzeitig die Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts ist, in 1001 Kapitel. Die ersten 499 vorwärts erzählt bis zur Mitte. Diese Mitte wird von zweimal einem Kapitel 500 gebildet, in welchen jeweils einer der Männer seine Geschichte mit eigenen Worten erzählt. Dazwischen wiederum gibt es das Kapitel 1001, welches auf eineinhalb Seiten die komplette Rahmenhandlung zusammenfasst. Die davon berichtet, wie Rami und Bassam sich treffen, um über ihre Töchter zu sprechen, immer wieder und immer wieder. Wie sie sich mit anderen treffen, darunter auch Colum McCann  „… um Bassams und Ramis Geschichten zu lauschen und darin eine andere Geschichte, ein Lied der Lieder zu finden, in dem sie sich selbst entdecken – du und ich, in der steingefliesten Kapelle, in der wir stundenlang gespannt, hoffnungslos, zuversichtlich, verstört, zynisch, betroffen, schweigend zuhören, während die Erinnerungen über uns hereinstürzen, unsere Synapsen tanzen und wir uns in der vordringenden Dunkelheit all die Geschichten ins Gedächtnis rufen, die noch erzählt werden müssen.“ (S.300). Danach folgen die nächsten 499 Kapitel, die rückwärts herunter zählen bis zur 1.

Diese zweimal 500 Kapitel, die mal zwei oder drei Seiten, manchmal aber auch nur eine Zeile lang sind oder mal nur aus einem Bild bestehen, wirken auf den ersten Blick wie wahllos aneinandergereiht, wie Schnipsel, herausgeschnitten aus den Lebensläufen der beiden Männer und ihrer Familien, ihrer Region, ihrer Religion. Manche Abschnitte erinnern an historische Ereignisse oder Personen, die mal mehr, mal weniger Einfluss auf den Lauf der Geschichte nahmen. Andere Schnipsel erzählen Begebenheiten aus dem Leben von Ramis oder Bassams Vorfahren, aus ihrer Kindheit. Und dazwischen erscheinen immer wieder Zugvögel, die im Nahen Osten landen. Die dort gefangen, getötet werden. Auch andere Vögel spielen eine Rolle, wie die Taube als Symbol des Friedens, der Falke, abgerichtet zum Töten.

Es ist schwer, dieses Buch in einer Rezension zusammenzufassen, denn es ist nicht zu fassen. Man muss sich mit diesem Buch auseinandersetzen, mit dieser Komposition aus vielen, teils kontrastierenden Einzelstücken, die doch am Ende ein stimmiges Ganzes ergeben. Das Buch von Colum McCann ist ein Lehrbuch über den Palästinakonflikt, ein Lehrbuch über Freundschaft, die Grenzen überschreitet, ein Lehrbuch über die Unsinnigkeit von Krieg und ein Lehrbuch über die nie enden dürfenden Anstrengungen, Kriege zu beenden und zu verhindern.

Die Lektüre von Apeirogon ist eine Herausforderung, der es lohnt, sich zu stellen.

Colum McCann: Apeirogon
Rowohlt, Juli 2020
 Gebundene Ausgabe, 600 Seiten, 25,00 €

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Rezension zu "Apeirogon" von Colum McCann

Nahostkonflikt: Und doch, die Hoffnung stirbt zuletzt
Constanze_Pachnervor 20 Tagen

Da ich mich seitdem ich 14 Jahre alt bin für den Konflikt im Nahen Osten interessiere, hat mich diese Geschichte verständlicherweise sofort angesprochen. Zwei Männer, zwei Töchter, zwei zutiefst verschiedene Leben und doch unüberwindbar miteinander verbunden.


 Beide Männer verlieren ihre Töchter, der eine 1997, der andere 10 Jahre später. Die eine Tochter wird im Alter von dreizehn Jahren durch einen palästinensischen Selbstmordbomber vor einem Jerusalemer Buchladen getötet. Die andere wird 2007 im Alter von zehn Jahren mit einer Zuckerkette in der Tasche vor ihrer Schule durch die Kugel eines israelischen Grenzpolizisten getötet. 


Beide Väter  begreifen auf Ihre Weise, dass Rache nichts dazu beitragen kann, um zu verstehen, wie man nach einem solchen Verlust weiterleben kann, wie man sich und die Welt wieder lieben kann. Sie gehen einen anderen Weg. Sie treffen im 'Parents Circle' auf die verschiedensten Menschen - Palästinenser wie Israelis-,  die einen Angehörigen durch den Konflikt verloren haben und trotzdem Frieden wollen. Sie schließen sich Ihnen an und machen ihr Leben zur ihrer Botschaft. Es gelingt ihnen ihre Töchter in den Erinnerungen anderer weiterleben zu lassen. Die Botschaft des Friedens wird hier durch die Kraft der Trauer gespeist und schenkt dadurch jedem Außenstehenden das einzigartige Gefühl, dass stets die Hoffnung zuletzt stirbt.


Der Autor führt die Geschichten der beiden Männer verdichtend von beiden Seiten in der Mitte des Buches zusammen. Er begeistert mit einer Sprachkunst, die seines Gleichen sucht. Ein beeindruckendes Werk!


Ich empfehle dieses Buch jedem, denn die Botschaft des Buches betrifft nicht nur den Nahostkonflikt, sondern die ganze Welt.

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Rezension zu "This Side of Brightness" von Colum McCann

Von Chancenlosigkeit und Rassismus.
wandabluevor einem Monat

Mit meinem ersten Roman von Colum McCann bin ich nicht gleich warm geworden. Vielleicht war es einfach zu kalt in New York. Oder ich habe doch zu wenig verstanden, weil das Hörbuch im Original viel Slang drauf hatte. Aber allmählich nahmen mich Atmosphäre und Geschichte gefangen. 

 

Zwei Erzählstränge. Walker, ein sogenannter Sanddog, gräbt Anfang des 20. Jahrhunderts mit anderen armen Schluckern, die nirgendwo anders Arbeit finden, die Tunnel für die Untergrundbahn in New York City. Das ist harte Arbeit, kein Tageslicht, schlechte Luft und gefährlich noch dazu. Tatsächlich gibt es bald ein Unglück. 

 

Das Gute an dieser Arbeit ist, dass unten, im Schwarz des Untergrunds alle Katzen grau sind, das heißt, die Hautfarbe spielt keine Rolle. Es spielt aber eine Rolle, ob man sich aufeinander verlassen kann. Wenn Walker, unser Held, ans Tageslicht kommt und nach Hause geht, sieht das Leben allerdings frustrierend anders aus. Dann wird er mit dem in den USA überall auch heute, aber damals völlig ungefilterten Rassismus konfrontiert. Das kann einem Mann schon an die Nerven gehen. Und er kann sie auch einmal verlieren. 

 

Trotzdem verliebt Walker sich in die Tochter eines weißen Kumpels, der beim Tunnelunglück ums Leben kam und hat den Mumm, sie zu heiraten. Es ist dem Paar Glück vergönnt, trotz der Missgunst vieler. Aber dann kommt der Krieg und nimmt ihnen ein Kind. 

 Dieser Strang hat mir sehr gut gefallen. Walker ist zärtlich, lebensklug und wird ein Leben lang loyal zu seiner Familie halten, sie beraten, sich beherrschen, dennoch kann er nicht verhindern, dass sie an den harten Verhältnissen zerbricht und vor die Hunde geht. Und das ist schwer ertragbar.

Es gibt eine Schlüsselszene als Eleanor, Walkers Frau, den ältesten Sohn, Clarence an ihrer Arbeitsstelle, verleugnet. Sie hat dort nie zugegeben, dass sie mit einem Farbigen verheiratet ist und nicht damit gerechnet, dass ihr Söhnchen dort jemals aufkreuzt. Da möchte einem zusammen mit der Mutter das Herz brechen. 

 

Ein anderer Strang spielt später, nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Aufbaujahren. Treefrog (Laubfrosch) war ein Skyworker, er arbeitete mit daran, die atemberaubenden Hochhäuser zu bauen. Dort auf der Arbeit, war er wer. Seine Schwindelfreiheit brachte ihm Anerkennung ein. Aber immer noch werden Schwarze diskriminiert. Und Treefrog, traumatisiert, hält nicht stand. 

 

Treefrog erzählt seine Story vom Ende her, er ist gescheitert und lebt unter den Tunneln, wo die Obdachlosen und Gesetzlosen leben. Allmählich erfährt man, wie er dorthin gelangt ist. Und dann erkennt die geneigte Leserschaft, wer Treefrog in Wirklichkeit ist. Wie traurig, wie absolut traurig. Zum Glück hat Treefrog wenigstens eine Katze bei sich „im Nest.“ Castor hat uns dort getröstet. Aber Treefrog ist einsam und denkt an alles, was er verloren hat. 

 

Manches Mal bei der Lektüre bekommt man Gänsehaut. Das darf doch nicht wahr sein. So viel Talent, Mut und Charakter – und nur, weil man schwarz ist, erlebt man Misserfolg über Misserfolg. Insofern geht einem der Roman ans Herz. Andererseits ist es ein dusterer Roman. Drückt aufs Gemüt. Dann wieder so gut geschrieben. 

 

Fazit: This Side of Brightness ist kein Märchenbuch, die schwarzen Menschen sind keine Helden, sie haben Schwächen und tun böse Dinge. Aber wo liegen die Gründe dafür?

 

Kategorie: Anspruchsvolle Literatur
Verlag: Audible, 2011

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Neu

LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

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Caro_Lesemaus

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Colum McCann wurde am 27. Februar 1965 in Dublin (Irland) geboren.

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