Colum McCann Der Himmel unter der Stadt

(45)

Lovelybooks Bewertung

  • 60 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 7 Rezensionen
(23)
(15)
(6)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Der Himmel unter der Stadt“ von Colum McCann

Als Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem East River der erste Tunnel entsteht, der Brooklyn mit Manhattan verbindet, ahnt niemand, dass viele Jahrzehnte später Menschen in dem unterirdischen Labyrinth leben werden.

Was passiert mit denen, die es in New York nicht schaffen? Keine Verlierergeschichte, aber ein Abstieg in selten beleuchtete Abgründe von NY

— derlorenz
derlorenz

athmosphärisch unglaublich dicht. ein gestandenes "jungenbuch" über freundschaft, erwachsen werden.....

— Pashtun Valley Leader Commander
Pashtun Valley Leader Commander

Stöbern in Romane

Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt

Literaturbetrieb in der Karibik

Aliknecht

Vintage

Etwas Gitarrengeschichte mit einem Krimi gemischt

leniks

Und es schmilzt

Wirklich bewegend und erschütternd

Lilith79

Drei Tage und ein Leben

Ein beklemmendes Buch, stellenweise schwer zu verdauen. Negativ: unerträglicher Protagonist.

Lovely_Lila

Zeit der Schwalben

Eine spannende und berührende Familiengeschichte

SarahV

Die Schlange von Essex

Von der Handlung her hätte ich mir gern mehr Tiefe gewünscht, aber von der Versinnbildlichung bin ich mehr als begeistert.

herrzett

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ehrlich, abenteuerlich und wahr!

    Der Himmel unter der Stadt
    kassandra1010

    kassandra1010

    04. August 2016 um 22:17

    Ein Roman über das Überleben in einer riesigen Stadt. In den Tunneln unter dem East River fahren nicht nur U-Bahnen, sondern hier leben auch Menschen, die es an der Oberfläche nicht geschafft haben.

    Das Erbe der Menschheit hat nicht für alle Reichtum mit sich gebracht und so erzählt und McCann die Geschichte dieser Gruppe im Untergrund lebender Menschen....

    Ehrlich, abenteuerlich und wahr!

  • Von Himmeln und Höllen

    Der Himmel unter der Stadt
    Babscha

    Babscha

    Alles beginnt und endet in Dunkelheit. In der Dunkelheit der U-Bahntunnel unter New York. Dort, wo sich Menschen aufhalten, immer schon aufgehalten haben, vom Tage an, seit die Röhren zu Beginn des letzten Jahrhunderts unter unsäglichen Mühen und Gefahren durch den Fels getrieben wurden. Von Mineuren, hartgesottenen Burschen, die das Tageslicht gegen ein paar Dollar zum Überleben eintauschen, um sich und ihre Familien über dem Wasser zu halten, unter dem sie sich täglich ein Stück hindurcharbeiten. Einer von ihnen ist Nathan Walker, ein Schwarzer, Hauptfigur des Buches. Siebzig Jahre später sind es andere Typen, die die endlosen dunklen Schächte unter der Stadt bevölkern. Gescheiterte, Geschlagene, Junkies. Menschen jeder Couleur, die sich, jeder aus seinen ureigensten Gründen, aus der Zivilisation in die untere Etage verabschiedet, sich unsichtbar gemacht haben. Abgetaucht in eine brutale, gesetzlose Welt, wo jeder auf sich selbst gestellt ist, wo man ohne ausgeprägte Überlebensinstinkte nicht lange durchhält. Und einer von ihnen ist Treefrog, ein Einzelgänger, der nur mit seiner Katze in den Tiefen dieser Welt lebt. Er ist der andere wichtige Protagonist. McCann spannt in der für ihn typischen abgeklärten Erzählweise in seinem Roman einen Bogen über fast das gesamte 20.Jahrhundert, er berichtet vom Werden und Wachsen dieser außergewöhnlichen Stadt, von der Unbeugsamkeit und Härte ihrer Bewohner genau so wie von kleinen zutiefst menschlichen Episoden, in denen das wahre Glück nur im Kleinen, in der Familie oder in der fest verschweißten Gemeinschaft der Kumpel unter Tage zu suchen und zu finden ist. Mit seinem untrüglichen Gespür für die ganze Wucht der sich aus fast schon beiläufig erzählten Geschehnissen im Leben von Menschen selbst entwickelnden Tragik lässt der Autor die verschachtelten, oft dramatischen und überwiegend traurigen Begebenheiten des Romans über mehrere Generationen der Familie Walker hinweg in ständig wechselnden Zeitebenen langsam aber stetig aufeinander zulaufen, so lange, bis sie sich zuletzt dann tatsächlich treffen und der ganze Roman seine wahre Bedeutung erlangt. Ein Buch, das in seiner Vielschichtigkeit einfach nicht in wenigen Worten wiederzugeben ist  und das sich in ruhigen, intensiven Lesestunden am besten offenbart. Und es ist nicht zuletzt wieder eine gleichermaßen großartige wie offenkundige Liebeserklärung McCanns an sein New York, der man sich unwidersprochen einfach anschließen möchte.

    Mehr
    • 3
    Girl56

    Girl56

    11. August 2015 um 11:04
  • In den Eingeweiden New Yorks

    Der Himmel unter der Stadt
    derlorenz

    derlorenz

    07. December 2014 um 19:16

    Wenn man es in New York schafft, dann schafft man es bekanntlich überall. Aber was passiert einem dort, wenn man es nicht schafft? Treefrog ist einer, der von der glitzernden, vielversprechenden Bildfläche jener Stadt verschwunden ist. Der schwindelfreie "Baumfrosch", einstmals gutverdienender Arbeiter auf den höchsten Gerüsten New Yorks, kroch in ihre dunklen Eingeweide. Er baute sich eine Höhle in einem der unzähligen Tunnel, wo Verlorene vegetieren, die selten mehr voneinander wissen als den Spitznamen. Das hätte sich Walker, der überaus kräftige und willenstarke Schwarze sicher nicht träumen lassen, daß solche Mieter einmal in "sein" Bauwerk einziehen. 1916 arbeitet er sich ganz vorne, im Tunnelschild, mit Spitzhacke und Schaufel in den New Yorker Untergrund vor. Er buddelt zusammen mit kameradschaftlichen Iren und Italienern, die kaum Englisch sprechen. Harte, gefährliche Arbeit, aber für all die Eingewanderten und Benachteiligten eine Chance. Sie sind stolz darauf, den ersten Tunnel unter dem Hudson hindurch zu treiben und sich damit ein neues Leben aufbauen zu können. Haben Treefrog und Walker mehr gemeinsam, als jenen Tunnel, der in ihrem Leben eine Hauptrolle spielt? Colum McCann läßt es vermuten und den Abstand von 75 Jahren langsam schwinden. Walker schreitet mit schwerem, sicherem Schritt durch die Zeit, die ihm allerdings keine geringen Hindernisse in den Weg legt. Eine Irin will er heiraten, ausgerechnet eine weiße Frau, und das ist nur der Anfang der Schwierigkeiten. Aber Walker ist beharrlich, und seine Familie - oder das, was nach viel Unglück davon übrig bleibt - kann von seiner Kraft zehren. Während Walker uns in der Zeit rasch entgegen kommt, eröffnet die Geschichte von Treefrog sich nur allmählich in Details und Bildern. Irgendwann beginnt er zu erzählen, weil eine Frau in den Tunnel kommt, grell und kaputt. Sie weckt ein leises Interesse, erwidert es aber nicht. Treefrog will sich wärmen und Wärme geben, dabei offenbart er seine Beziehung zu dem alten Tunnelarbeiter. McCann hat für seinen Roman lange recherchiert und ihn - dankenswerter Weise - trotzdem nicht mit Kleinigkeiten vollgestopft. Er konzentriert sich auf wenige stimmige Details, auf harte Bilder, die keine Sozialromantik aufkommen lassen. Die Handlung bewegt sich geradlinig und kraftvoll wie ihr Held, der Tunnelbauer, ständig unterbrochen von Ausflügen in den schaurig kalten Untergrund. Zwar wirken diese ständigen Schnitte bisweilen gekünstelt, doch zum Glück bleibt der (schon öfter preisgekrönte) Autor Colum McCann so nahe an seinen Figuren, daß man nicht in Gefahr ist, Walker oder Treefrog aus den Augen zu verlieren.

    Mehr
  • Scheinbar ein Kriminalroman.... oder "pervers ist nicht der Perverse...." (Rosa von Praunheim)

    Der Teufel von New York
    Pashtun Valley Leader Commander

    Pashtun Valley Leader Commander

    Mithin ein Pageturner über in kalter ungeweihter Erde entsorgter Körper junger Menschen die sich in einem Umfeld sexueller Dienstleistungen Ihren Lebenunterhalt verdienen. "Die Macht des Feuers"...oft als reinigend beschrieben ist die Konstante und der Klebstoff zwischen den einzelnen Aufzügen dieses Nachtstückes über eine unbekannte Epoche New Yorker Geschichte. Die Ausbrechen einer Pflanzenkrankheit in Irland hat Folgen bis auf die andere Seite des Atlantiks. Zu hundertausenden begeben sich Iren auf der Flucht vor Hunger,Elend und Unterdrückung auf die gefährliche Reise über den grossen Teich in das neue gelobte Land, nur um anzukommen und festzustellen dass die besten Plätze an den Fleischtrögen bereits besetzt sind und sie sich in Konkurrenz zu früher eingetroffenenen Ethnien befinden. Eine Stadt im Umbruch, ein New York lange vor 9 11, lange vor dem Paten Mario Puzos.... Ein dunkler Moloch, der organisiernder Strukturen bedarf, ein einziges grosses brodelndes Chaos   dessen  Machtvakuum gefüllt werden muss irgendwie, egal um welchen Preis..... Protagonist der Handlung ist jüngere Bruder eines politischen Führers der keine zu konsumierende psychoaktive Substanz auslässt und nach heutigen Maßstäben allen Spielarten bei "Greys Anatomy" Rechnung trägt. Feuerwehrhauptmann, führender Demokrat und Captain der neugegründeten Polizei. Unser "kleiner" Bruder verliert seine Eltern in einem Feuer, an dessen Genese irgendwie sein grosser Bruder beteiligt war, verliert seine Arbeit und seinen Bezugsrahmen durch eine Feursbrunst die einen Großteil des New Yorker Südens vernichtet, wird Polzeianwärter, stolpert über eine junge angehende Prostituierte und deren aufgeschnappter Ortsangabe... Irische Jugendliche bevölkern dieses Buch... In der Regel ist deren Brustbein durchtrennt und der Brustraum kreuzförmig aufgeschnitten. Fast zwanzig junge Körper sind so im Wald entsorgt worden. Unser Held soll diesen Fall aufklären und reitet gegen die Windmühlen seiner Behörde, des Establishments und seiner umtriebigen Jugendliebe die oberflächlich betrachtet allen Ansprüchen an eine ordentliche Pastorentochter gerecht wird.....  Am Ende mutiert Bekanntes zu Unbekanntem....scheinbar Sicheres zu Bedrohlichem.....       

    Mehr
    • 3
  • Rezension zu "Der Himmel unter der Stadt" von Colum McCann

    Der Himmel unter der Stadt
    vogela

    vogela

    31. May 2010 um 08:08

    Familienroman, Rassismus, Tunnelbau, New York

  • Rezension zu "Der Himmel unter der Stadt" von Colum McCann

    Der Himmel unter der Stadt
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    09. May 2010 um 14:11

    KURZ GESAGT: This Side of Brightness heißt das Buch im Original, offenbar um von Anfang an klar zu machen, dass wir es hier ein keinster Weise mit Helligkeit zu tun haben, sondern mit nachtschwarzer Finsternis, mit der Hölle statt mit dem Himmel. Es beginnt 1916 mit einem Gang in einen Tunnel, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Und im Tunnel bleiben wir irgendwie auch die ganze Zeit, während die Generationen – von Walker, dem Tunnelbauer, bis zu Treefrog, dem Tunnelbewohner – an uns vorüberziehen. Die eine oder andere Figur weckt dabei Sympathien, etliche andere allerdings eher das Gegenteil. Wie die obdachlose Angela beispielsweise, die vergewaltigt wurde und von mir einen großen Mitgefühlsbonus bekam, sich dann jedoch so extrem krätzig verhält, dass ich sie kaum noch ertragen habe. Treefrog, dessen Erinnerungen wir immer wieder teilen, führt kein glückliches Leben, doch das tut in diesem Buch praktisch niemand. Und sie leben nicht nur ohne Glück, sie sterben auch so. McCann hatte sich mit „Die große Welt“ sofort in mein Herz geschrieben, weil mir seine Sprache und seine ruhige Art, komplexe Fährten zu legen, so gut gefiel; für den „Himmel unter der Stadt“ kann ich mich leider nicht derart begeistern. Daher empfiehlt die Buchprüferin, dieses Buch nur dann zu lesen, wenn man gerade oder grundsätzlich ein unerschütterliches Temperament besitzt.

    Mehr
  • Rezension zu "Der Himmel unter der Stadt" von Colum McCann

    Der Himmel unter der Stadt
    Melli2505

    Melli2505

    10. March 2008 um 23:54

    Ein Buch, dessen Geschichte ganz leise wie ein Tropfen ins Wasser fällt, und dann weite Kreise zieht! Einfach nur großartig! Die Geschichte, besteht aus zwei Hnadlungssträngen, die sich im Laufe des Buches immer weiter annähern, und im letzten Drittel verschmelzen. Es geht um Rassismus, Armut, Obdachlosigkeit, aber auch um Liebe und Hoffnung. Trotz schwerer Zeiten und großer Schicksalsschläge gibt es immer schöne Momente. Der Erzähler geht nie besonders in die Tiefe bei den genannten Themen, aber trotzdem (oder gerade deshalb?!) war das Buch total intensiv, und hat mich sehr zum Nachdenken gebracht! Fazit: Wirklich lesenswert!!!

    Mehr
  • Rezension zu "Der Himmel unter der Stadt" von Colum McCann

    Der Himmel unter der Stadt
    Nici

    Nici

    13. April 2007 um 12:54

    Dieses Buch erzählt abwechselnd, in Kapitel unterteilt, von dem Tunnelbauer Nathan Walker ab 1916 und Treefrog, einem Obdachlosen der heutigen Zeit. Bei dem Graben eines Tunnels in New York passiert ein Unglück, das Walkers Leben für immer beeinflusst. Treefrog, ein ehemaliger Stahlarbeiter der Wolkenkratzer, lebt einige Meter über dem Erdboden in einem Tunnelschacht. Er teilt dort sein "Nest" mit der Katze Castor. Die vielen Details machen den Roman lebendig. Unten im Tunnel leben noch z.B. Faraday, ein ehemaliger Polizist und Papa Love, der ehemalige Kunstlehrer der High School, sowie andere, die dieses Leben dem anderen Leben vorziehen. Eines Tages taucht die verängstigte Angela auf, die Treefrog gerne kennen lernen würde. Irgendwann schließt sich der Kreis zwischen Walker und Treefrog. Dies ist eine unglückliche Geschichte, so realistisch geschrieben. Das Buch bietet fast alles, von Liebe, Leid, Tod, Rassenproblemen, Krankheiten, Exzessen... Die historischen Ereignisse sind authentisch. Ein Buch über einen gesellschaftlichen Abstieg. Untertöne von leichter Melancholie und Märchenhaftigkeit.

    Mehr