Colum McCann Die große Welt

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Inhaltsangabe zu „Die große Welt“ von Colum McCann

'Keiner, der über New York schrieb, ist jemals tiefer eingetaucht und höher aufgestiegen.' Frank McCourt Im Jahr 1974 sind die Menschen in New York müde von Richard Nixon und dem Vietnamkrieg. Sie haben auch so schon Probleme genug in einer Stadt des ewigen Überlebenskampfes. Am Morgen eines schönen Augustsommertags starren die Passanten in Lower Manhattan daher ungläubig zu den Twin Towers hinauf. Fast einen halben Kilometer über ihnen läuft, springt und tanzt ein Hochseilartist - ein schwebender Moment von absoluter Freiheit und künstlerischem Triumph. Doch unten in den Straßen geht das Leben weiter, für die Armen und die Reichen, die Sorglosen und die Unglücklichen Ausgezeichnet mit dem National Book Award

Anfangs war ich etwas skeptisch. Aber letztendlich hat sich herausgestellt, dass es ein großartiges Buch ist! Man muss sich nur die Zeit nehmen, um in die Geschichte einzutauchen.

— Micha_75
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  • Der große Colum McCann

    Die große Welt
    sumsidie

    sumsidie

    02. January 2015 um 20:05

    Colum McCann, du bist einfach toll! New York im Jahr 1974, ein Mann wandert auf einem Hochseil zwischen den Twin Towers hin und her. Das ist der Dreh- und Angelpunkt um den Colum McCann uns die Stadt, die Zeit und seine Bewohner vorstellt. Jedes Kapitel ist jeweils aus der Sicht einer anderen Person erzählt, was ein mehr als nur facettenreiches und faszinierendes Bild ergibt. Sprachlich und inhaltlich wahrlich meisterhaft!

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  • Wir tanzen am Abgrund

    Die große Welt
    rallus

    rallus

    01. October 2013 um 11:49

    Philippe Petit überquerte am 7.August 1974, die 60 Meter, zwischen den beiden gerade fertig gestellten Türmen des World Trade Center, in einer Höhe von 417 Metern, ohne Netz und doppelten Boden. Seine Performance dauerte ca 45 Minuten und er lief diese Strecke nicht - er tanzte, federte, lag auf dem Seil - immer an der Kante, am Abgrund. Colum McCann verwendet diese geschichtliche Tatsache und benutzt sie als Rahmenhandlung für seinen sonst fiktiven Roman 'Die große Welt'. Das Bild des Seiltänzers über New York, symbolisiert hier auch die Menschen die täglich einen Drahtseilakt von besonderer Schwierigkeit zu leisten haben - ihr Leben. Eingebettet in ungleich lange Kapitel, werden Menschen von verschiedener Herkunft, Hautfarbe, Alter oder Status beschrieben. Alle sind aus ihrer Sicht geschildert und haben einen Bezug miteinander, der schnell klar wird. Dabei versucht McCann in verschiedenen Stilen die verschiedenen Personen zu charakterisieren. Das direkte, etwas straßenhafte aber verzweifelte in 'Auf H gebaut' welches eine Hure gut beschreibt; ausgehöhlt und von Zweifeln zerfressen eine Tochter aus guten Haus, nach einem Unfall der ihr Leben veränderte. Mc Cann lebt sich in seinen Figuren aus, beschreibt ihre Gefühle, Gedanken, dabei übertreibt er vereinzelt meiner Meinung nach in seinen stilistisch Mitteln. Oft gelingen die Ansätze sehr gut, doch dann, wie in dem ausufernden 1,5 Seiten langen 'Tot durch...' wird die Verzweiflung, die Sinnlosigkeit übertrieben, der gute Ansatz durch eine Art Holzhammermethode in den Leser gestampft. Auch Absätze, in denen McCann die Stille, die Atmosphäre durch 2 Wort Sätze einfangen will,  werden durch die zu oft geschriebenen Wiederholungen, gestört. Doch ist dies zum Glück nicht allzu oft, die Beschreibungen erreichen immer wieder erregende Intensität, wie beim Seiltänzer und dessen Vorbereitungen die zum - leider viel zu kurzem – Höhepunkt geraten. Leicht irritiert haben mich auch die Vergleiche, die knapp am vollständigen bejahen vorbeigingen, Vergleiche die im ersten Kapitel für mich 'falsch' waren, als hätte er, das nicht ganz richtige Adjektiv eingesetzt, um bewusst zu irritieren. Gerade das erste Kapitel hat mich deswegen zum Verzweifeln gebracht, vielleicht auch dem Einlesen geschuldet. Miro, Miro, das zweite Kapitel war wie ein belebendes Bad in Worten, Stimmung und (Mit)gefühl. Dass dem Seiltänzer nicht mehr Raum gewidmet wurde, halte ich für eine große verpasste Chance. Gerade er wäre als Klammer, als Metapher des Romans sehr wichtig geworden, doch verschwindet er viel zu schnell. Auch ist das Ende nicht gelungen, die Klammer der beiden Kriege von Amerika, damals wie heute, wird zu luftig gewoben und die Bedrückung der 70er Jahre nicht in die Gegenwart gerettet. Insgesamt aber ein Roman bei dem die Lichtseiten deutlich überwiegen und er es deswegen auch knapp in die 4 Sterne schafft.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    PaulTemple

    PaulTemple

    20. March 2012 um 18:08

    Am 7. August 1974 balanciert ein junger Mann zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers. Ausgehend von diesem realen Ereignis komponiert McCann in diesem Roman anhand von mehreren, zusammenhängenden Episoden ein beeindruckendes Gesellschaftsbild der USA der 70er Jahre. Das arme, drogenverseuchte Leben der Straßenprostituierten in der Bronx, der Schmerz reicher Mütter über den Verlust der Söhne im Vietnamkrieg, das gemeinsame Hoffen auf eine bessere Zukunft - all dies beinhaltet dieses tiefgründige und definitiv lesenswerte Zeitportrait!

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    mehrsonntag

    mehrsonntag

    20. June 2011 um 20:46

    Eine Geschichte dieser Welt, dieser grossen Welt, eine Geschichte, ein Leben. Jeder hat seine eigene Geschichte, alles dreht sich und das Leben geht weiter, egal, was du erlebst, ob du arm bist oder reich, egal, ob schwarz oder weiß. Niemand kennt den Anderen doch alles ist miteinander verwoben, leise lüftet sich das Geheimnis deiner Geschichte, deiner Welt, sie gibt sich zu erkennen, bleibt im Nebel hängen, wie Dunst an der Scheibe der U-Bahn, wenn es regnet und die Tropfen von den Kleidern und Schirmen perlen, Kinder malen an den Scheiben, schreiben Worte auf die ungewaschenen Fenster, hart und weich, Gegensätze. Klein für die Welt und die Welt für dich selbst. Ein Morgen in New York. Die Zeit und die Menschen bleiben stehen, verharren. Ein kleiner dunkler Fleck, dort, dort oben. Es ist eine Puppe, ein Schatten im Licht, ein schwarz gekleideter Mann, er hält eine Stange in den Händen, er geht durch die Luft. Ob er fällt? Der Krieg hat ihnen die Kinder genommen, ihr Leben. Die Nutten der Bronx stehen in Badeanzügen und mit Schirmen an der Straße, dort, wo sie für ihre Zuhälter anschaffen gehen. Das ist ihr Leben, Tillie und Jazzlyn und wie sie alle heißen, sie kommen zu ihm, sie brauchen einen Raum. Corrigan, der Ire, seine Wohnung: ein Loch, Spritzen und kaputte Typen, die Tür nie verschlossen. Er ist auf einer Mission, er hat einen Bund geschlossen mit seinem Gott, er kämpft, tut Gutes und bekommt auf die Fresse dafür, brutal. Er gibt ihnen einen Raum und in diesem Raum können sie in Ruhe pinkeln. Alle werden sterben, jeder von uns. Corrigan wird sterben. Salomon ist Richter und entscheidet - über Recht und Gewalt, ohne zu berühren und ohne das es ihn berührt, da drinnen, tief. Urteil ohne Veränderung, es ist ein Teufelskreis, auf Bewährung frei, zur Ableistung von Sozialstunden verdonnert, 8 Monate in den Knast. Sie wollte das nicht, es ist einfach geschehen. Wer passt nun auf die Babys auf? Die Mütter der toten Soldaten, fast noch Kinder, Soldatenkinder. Die Mütter, die sich treffen, ihrer Trauer Luft geben; kennengelernt haben sie sich durch eine Zeitungsannonce. Und im fernen Kalifornien sitzen die Computerfreaks, die Hacker und sie finden einen Weg, direkt dabei zu sein, als der Mann durch die Luft geht. Sie rufen an, irgendwo dort in der Nähe, wo er gerade jetzt auf dem Seil balanciert und es gelingt: eine Stimme, eine Frau, sie steht ganz nah dran, kann ihn sehen. Ist sie verheiratet? Geben sie mir ihre Nummer? Alle Worte sind zu wenig, deine Geschichte zu schreiben. Nur selten wissen wir, was wir hören, wenn wir es zum ersten Mal hören, aber eines ist sicher: wir hören es, wie wir es nie wieder hören werden. Worte sind gut, um auszudrücken, was ist, aber manchmal können sie nicht ausdrücken, was nicht ist.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    Gruenente

    Gruenente

    27. February 2010 um 11:33

    Im Sommer 1974 spaziert ein Mann auf einem Hochseil über New York. Er hat ein Drahtseil zwischen den (noch nicht ganz fertigen) Twin Towers gespannt. Der Roman erzählt aber nur am Rande von ihm. Er legt den Fokus auf Menschen, die dabei waren und deren Schicksale fast alle irgendwie miteinander verknüpft sind. Da sind die Prostituierten Tillie und Jazzlin, Jazzlins Töchter und die Frau die diese später aufnimmt, der Ordensbruder Corrie, sein Bruder, der Richter, dessen Frau und noch einige andere die in verschiedenen Abschnitten zu Wort kommen und dabei zum Teil ihr ganzes Leben erzählen, oder nur kleine Ausschnitte daraus. Das Buch erzählt von Schicksalen und dem Verbindungsgeflecht in der Großstadt. Meisterhaft geschrieben schlägt es auch einen Bogen in die Gegenwart, in der es das World Trade Center nicht mehr gibt, die Geschichte aber irgendwie noch weiterläuft und einige lose Enden aufdeckt.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    18. February 2010 um 13:42

    Nach langer Zeit kann ich jetzt endlich wieder eine Rezension schreiben, nein, falsch, ich muss. Ich muss, weil ich dieses Buch nicht unbesprochen lassen kann. Dieses Buch hat mich mitgenommen, auf eine Reise durch ein Meer an feinen Beobachtungen, in dem mir einzelne Charaktere wie Treibgut näherkamen, bevor sie wieder davondrifteten. Die zwei großen Anker auf diesen über 500 Seiten waren die Geschichte des tiefgläubigen Iren Corrigan, der nach New York kommt, um außerhalb seines Ordens zwischen Huren und Junkies zu leben, und die (auf Tatsachen beruhende) Geschichte des Seiltänzers, der im August 1974 den Abgrund zwischen den Türmen des WTC überquert. Corrigans Bruder, Corrigans Geliebte, eine Prostituierte aus seiner Umgebung, eine Upper-Class-Frau, die ihren Sohn in Vietnam verlor, und viele andere Menschen, die alle mit diesen zwei Ankern verbunden sind, kommen zu Wort und bilden mit ihren Stimmen ein einmaliges Mosaik. Als geborener Ire hat McCann einen wundervoll amerikanischen Roman geschrieben – episch in der Anlage, ohne jede Eile, vieldeutig, gelassen. Ein sanfter Golfstrom, der einen ganz beiläufig in unbekannte Gebiete trägt. Ja, dieses Buch hat mich mitgenommen, auch emotional. Denn die Menschen, die einem da näher kommen, vom Leben getrieben, herumgewirbelt, geschubst, gestoßen, fast ertränkt, ertrunken – sie sind alle so echt. So lebendig. So einzigartig in ihrer Identität. Ich habe ein großes Faible für Menschen, die echt sind. Denen man ihre Macken, ihre Narben ansieht. Und McCanns Figuren sieht man sie an. Darum lege ich Euch dieses Buch – in seiner schönen Übersetzung von Dirk van Gunsteren – ans Herz. Vielleicht lest Ihr es so langsam wie ich und lasst Euch ganz allmählich hineinziehen in dieses Meer. Hinausziehen in diese große Welt.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    Babscha

    Babscha

    25. January 2010 um 18:57

    New York City in den 70er Jahren. Eine harte, unerbittliche Stadt, regiert von Drogen, Geld, Dreck und Rassenhass. Mitten hinein in diese Welt schreibt der Autor seine Protagonisten: Corrigan, ein junger irischer Einwanderer, zerrissen zwischen seiner Liebe zu einer Latina und dem Zölibat seines Ordens, gleichzeitig selbst ernannter Hüter der Huren der South Bronx, die letztlich zu seinem Schicksal werden sollen. Solomon und Claire, wohlsituiertes Ehepaar aus der Park Avenue, innerlich zerbrochen am Tod des Sohnes in Vietnam, weitgehend sprachlos und jeder für sich auf der Suche nach einem Rest Lebenssinn und einem Ausweg aus dem innerlichen Gefängnis. Tillie und Jazzlyn, Mutter und Tochter, beide Prostituierte, kriminell, drogenabhängig und ohne jede Perspektive. Und viele mehr. Und dann, eines Morgens, scheint die Zeit einen Moment still zu stehen. Hoch über den Köpfen der rastlosen Stadt steht ein Mann auf einem Seil zwischen den Türmen der Twin Towers, leicht wie eine Feder und in völligem Einklang mit der Welt. Unerhört! Welche Störung der unermüdlichen Hektik und Hast der Stadt! Stürzt er, stürzt er nicht? Für tausende Menschen eine kurze Sequenz lang die alles entscheidende, alle verbindende Frage, bevor das Schauspiel endet und sich die Stadt wieder in ihren unablässigen Fluss auflöst…. In geschickt verschachteltem Aufbau mit vielen, sehr zum tiefen Verständnis beitragenden Rückblenden erzählt der Autor die einzelnen Lebensgeschichten seiner Personen und verknüpft diese nach und nach und mit einigen überraschenden Wendungen zu einem schicksalhaften Ganzen mit Tod und Gewalt als den ewigen Begleitern. Und über allem, quasi als Gegenpol zu den Geschlagenen, erhebt sich der einsame Seiltänzer, als einziger kein Suchender, sondern im Reinen mit sich und seiner kleinen Welt auf dem Drahtseil, eine Traum- und Lichtgestalt, ein Hoffnungsschimmer, und gerade deshalb suspekt. Ein melancholisches, streckenweise trauriges Buch, und dennoch voller Zuversicht in die Menschlichkeit. Und nicht minder eine große Liebeserklärung an New York. Ein Genuss für stille, intensive Lesestunden.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    Miss Lizzy

    Miss Lizzy

    26. December 2009 um 00:46

    Wunderbar, wie der Autor es schafft, das Gefühl einer Zeit (Ende 70er/Anfang 80er Jahre in New York) einzufangen und mittels der Beschreibung eines einzigen Ereignisses aus der Sich verschiedener Personen, diese Personen zu einem großen stimmigen Ganzen zusammenzuführen! Völlig fremde, die auf den ersten Blick überhaupt nichts gemein haben, werden durch die Art, wie sie eine Begebenheit erleben, letztendlich zusammengeführt und ihre Schicksale sind am Ende des Buchens sehr viel enger miteinander verwoben, als man es am Anfang gedacht hätte! Habe ich sehr gern gelesen!

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    *Arienette*

    *Arienette*

    14. December 2009 um 11:02

    Kurzbeschreibung: 1974: Am Morgen eines schönen Augustsommertags starren die Passanten in Lower Manhattan ungläubig zu den Twin Towers hinauf. Fast einen halben Kilometer über ihnen läuft, springt und tanzt ein Hochseilartist - ein schwebender Moment von absoluter Freiheit und künstlerischem Triumph in einer Stadt des ewigen Überlebenskampfes. Seine Magie lässt unten auf den Straßen in den gewöhnlichen Existenzen das Besondere hervortreten. Etwa in Corrigan, dem verrückten, aufopferungsvollen Iren, der sein Leben den Straßenhuren in der Bronx widmet. Er hat in seinem Kleinbus vor dem Zentralgericht am WTC übernachtet, um zweien seiner Schutzbefohlenen bei einem Ankalageerhebungstermin beizustehen: Tillie, die schon mit 38 Großmutter ist, und ihrer schönen Tochter Jazzlyn. Doch Corrigan weiß nicht, dass dieser Tag, der so großzügig Freiheit schenkt, auch den Tod bringen und damit das Leben zahlreicher Menschen verändern wird, die ihm und den beiden Frauen in seiner Obhut nahestehen... Colum McCann fängt die Atmosphäre und die Stimmen dieser Stadt zu einem mitreißenden Epos ein. Es sprüht vom wilden Geist seiner Zeit wie von der elektrisierenden Sprache und Bildwelt eines Autors, der zu den sinnlichsten und mutigsten Erzählern englischer Zunge zu rechnen ist. (Quelle: amazon) Der Autor: Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren. Er arbeitete als Journalist, Farmarbeiter und Lehrer und unternahm lange Reisen durch Asien, Europa und Amerika. für seine Erzählungen erhielt McCann, der heute in New York lebt, zahlreiche Literaturpreise, unter anderem den Hennessy Award for Irish Literature sowie den Rooney Prize.(Quelle: amazon) Meine Meinung: Wunderbar und einfühlsam beschreibt Colum McCann das Leben in New York im Jahre 1974. Rahmenhandlung ist ein Seilakt: Ein Seiltänzer hat ein Drahtseil zwischen den Twin Towers gespannt und balanciert nun zwischen den Türmen hin und her. McCann erzählt die Schicksale verschiedener Personen: da ist Corrigan, der aus Dublin nach New York kommt. Er ist einem Orden beigetreten, der Keuschheit und Armut predigt. Corrigan hilft in New York den Prostituierten und anderen Hilfsbedürftigen. Claire Soderberg ist ein weiteres Schicksal. Sie hat ihren Sohn Joshua im Vietnamkrieg verloren. Des weiteren gibt es da Lara und Blaine, einen 18-jährigen Computerhacker, die Prostituierte Tillie mit ihrer Tochter Jazzlyn, Richter Soderberg, Adelita, Gloria und Jazzlyns Tochter Jaslyn. Die Geschichten sind teilweise aus der Ich-Perspektive erzählt: so erzählt Corrigans Bruder anfangs aus seiner Perspektive, weitere Ich-Erzähler sind Lara, Tillie , Adelita und Gloria. Alle Schicksale sind miteinander verwoben und werden von McCann wunderbar verknüpft. So entsteht ein recht lebendiges Kaleidoskop vom Leben in Manhattan der 70-er Jahre. Während der Seiltänzer sicher über das Seil gelangt, straucheln einige der Menschen, deren Schicksal hier beschrieben wird. Für diesen Roman hat Colum McCann den National Book Award erhalten.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    stadtmenschkoeln

    stadtmenschkoeln

    10. November 2009 um 08:27

    Der spektakuläre Hochseilakt des Künstlers Philippe Petit zwischen den beiden Twin Tower Türmen im Jahre 1974 inspirierte Colum McCann für seine Sammlung von „Stadtgeschichten“, er zieht das Ereignis als den roten Faden entlang des Lebens mehr oder weniger normaler Menschen einer Zeit, die vor allem von dem Vietnamkrieg geprägt ist. Sie erzählt von den irischen Brüdern Corrigan und Ciaran, die hierher kommen und Ciaran begleitet seinen Bruder bei dessen Mission, den Huren von Deegan einen Ort der Zuflucht zu geben, wenn auch nur für kurze Momente. Ein tragischer Unfall verbindet plötzlich unterschiedlichste Schicksale miteinander und lässt sie nach und nach aufeinander zulaufen: Mütter, die den Verlust ihrer gefallenen Söhne verarbeiten müssen; Afroamerikanern, denen die Diskriminierung auch in dieser „offenen“ Stadt entgegen schlägt und kleinen Familien am Rande der sich rasant entwickelnden Welt, die beginnt, neue Wege der Kommunikation und Vernetzung zu finden. Die Gedanken der drei Ich-Erzähler stehen im Vordergrund und McCann nimmt sich genug Zeit und den Leser mit auf einen Spaziergang durch die verschiedenen Stadtteile.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    Himmelfarb

    Himmelfarb

    11. October 2009 um 11:46

    Ein schöneres, berührenderes, und lebensweiseres Buch, wird man wohl in diesem Herbst nicht finden, wird man überhaupt kaum je finden! Wieder einmal bin ich von Colum McCanns Stil , und seiner unglaublichen Phantasie bezaubert. Jedes seiner Bücher hat mich bisher mit feuchten Augen, aber immens erfüllt zurückgelassen. McCanns Romane sind der Grund, warum Lesen zu den schönsten Dingen auf Erden zählt: Man nimmt etwas für's ganze Leben mit. Seine Geschichten sind nicht nur herzzerreißend ehrlich und poetisch, er schafft es, etwas in Worte und Geschichten zu kleiden, was jeder, wenn auch in anderer Weise, so schon einmal gefühlt und erlebt hat. Die tiefe Menschlichkeit seiner Prosa ist überwältigend. Wenn man mich fragte, würde ich McCann sofort jeden Literaturpreis geben, den es gibt!

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    28. September 2009 um 14:33

    Eingereicht von Yoko: Die große Welt – Colum McCann Was am Ende bleibt, ist das Leben selbst, in dem jeder gefangen ist und man nur sich selbst befreien kann. Es steht in keinem Lehrbuch dieser Welt geschrieben, wie man das am besten macht. So balancieren wir alle auf unsere eigene Weise auf einem Seil, ständig bemüht, nicht herunterzufallen oder uns gar zu verletzen. Dieses Streben nach dem Gleichgewicht ist das dominierende Thema des neuen Romans von Colum McCann „Die große Welt“. Inspiriert von einem Seilakrobaten in New York, der zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers getänzelt ist, hat der irische Autor ein opulentes Werk über diejenigen geschrieben, die in dieser pulsierenden Stadt leben. Man könnte aber auch meinen, er hat über dich oder über mich geschrieben, so nah ist er an die Menschen herangegangen. Er erzählt die Geschichte von Corrigan, einen aufopferungswürdigen Iren, der seinen Sinn bei den Huren der Bronx findet. In seiner Wohnung dürfen sie sein Bad benutzen, um sich den nächsten Schuss zu setzen, um auf Toilette zu gehen oder um einfach kurz Ruhe zu haben, für wenige Minuten nur, bevor sie wieder ihren Körper verkaufen müssen. Der Ire ist für Tillie, die jahrelang schon anschaffen geht und deren Tochter Jazzlyn es ihr gleichtut, so etwas wie ein Heimathafen. Sie haben sich alle arrangiert, gehen Hand in Hand, doch das Schicksal schlägt genau dann zu, wenn man es am wenigsten erwartet. Während in der Bronx Polizisten Corrigans Wohnung stürmen, sitzt Claire in ihrem Appartment in der Park Avenue. Sie ist eine weitere Hauptperson in dem Roman und hat ihren einzigen Sohn dem Vietnamkrieg opfern müssen. Einige Straßenzüge weiter tanzt der Akrobat in schwindelerregender Höhe, die Sonne scheint an einem Wochentag im Jahr 1974, und Claire wartet nervös auf ihre Weggenossinnen, die durch eine Anzeige zueinander gefunden haben, weil sie alle Mütter von verstorbenen Soldaten sind. Einzig eine Zigarette kann ihr für den Bruchteil weniger Minuten die tiefe Trauer, die sich schmerzend zwischen ihre Brust gesetzt hat, betäuben. „Sie nimmt einen weiteren tiefen Zug und behält den Rauch lange in der Lunge – sie hat irgendwo gehört, dass Zigaretten gut sind, wenn man traurig ist. Ein tiefer Zug und man vergisst zu weinen. Der Körper ist zu sehr mit dem Gift beschäftigt.“ Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren und lebt heute in New York. Schon in seinen Romanen „Der Tänzer“ und „Zoli“ bewies er seine Vielschichtigkeit und sein starkes Einfühlunsgvermögen. Er hat in seinem neuen Werk erneut wie eine fleißige und äußerst intelligente Spinne die einzelnen Schicksale, zwölf sind es an der Zahl, miteinander zu einem großen Netz an Geschichten gewoben, so dass man von einem Leben in das andere fällt. Dem Autor gelingt es dabei meisterhaft jedem einzelnen Protagonisten eine eigene Stimme zu geben. Er ist wahrlich ein Zauberer, der in die Seelen der verschiedensten Menschen schlüpft. Wenn man nicht schon als erfahrener McCann-Leser sein Talent kennen würde, käme man leicht auf die Idee, er hätte in den Köpfen und Herzen gesessen und hungrig alles aufgesogen als gäbe es keinen Morgen. Dieser Roman, so lasst euch sagen, liebe Leser, berauscht einen mit seiner gewaltigen Intensität, vom ersten Buchstaben bis zum letzten Punkt. Ehe man sich versieht, wirbelt einen die Geschichte durch die Luft, durch die Zeit oder anders gesagt: Es ist ein fesselndes Vergnügen! Der Autor hält uns vor Augen, wieviel Macht Sprache haben kann. So ist es nicht verwunderlich, dass man zahlreiche Sätze am liebsten wie ein sauberes Wäschestück auf eine Leine hängen und sie nie abnehmen möchte, weil sich die Worte so wunderbar im Geist anfühlen. „Wir stolpern durch die Gegenwart dahin, und wir entziehen der Dunkelheit das Licht, damit es länger anhält.“ / „Familie ist wie Wasser, das sich an das erinnert, was es früher war, und an seinen Ursprung zurückkehren will.“ / „ Die große Welt dreht sich. Wir stolpern dahin. Das ist genug.“ Wie gut, dass in der großen Welt dort draußen vor unseren Fenstern ein Autor wie Colum McCann existiert und verhindert, dass uns schwindelig wird und wir das Gleichgewicht zu schnell verlieren.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    yoko

    yoko

    27. September 2009 um 17:21

    Was am Ende bleibt, ist das Leben selbst, in dem jeder gefangen ist und man nur sich selbst befreien kann. Es steht in keinem Lehrbuch dieser Welt geschrieben, wie man das am besten macht. So balancieren wir alle auf unsere eigene Weise auf einem Seil, ständig bemüht, nicht herunterzufallen oder uns gar zu verletzen. Dieses Streben nach dem Gleichgewicht ist das dominierende Thema des neuen Romans von Colum McCann „Die große Welt“. Inspiriert von einem Seilakrobaten in New York, der zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers getänzelt ist, hat der irische Autor ein opulentes Werk über diejenigen geschrieben, die in dieser pulsierenden Stadt leben. Man könnte aber auch meinen, er hat über dich oder über mich geschrieben, so nah ist er an die Menschen herangegangen. Er erzählt die Geschichte von Corrigan, einen aufopferungswürdigen Iren, der seinen Sinn bei den Huren der Bronx findet. In seiner Wohnung dürfen sie sein Bad benutzen, um sich den nächsten Schuss zu setzen, um auf Toilette zu gehen oder um einfach kurz Ruhe zu haben, für wenige Minuten nur, bevor sie wieder ihren Körper verkaufen müssen. Der Ire ist für Tillie, die jahrelang schon anschaffen geht und deren Tochter Jazzlyn es ihr gleichtut, so etwas wie ein Heimathafen. Sie haben sich alle arrangiert, gehen Hand in Hand, doch das Schicksal schlägt genau dann zu, wenn man es am wenigsten erwartet. Während in der Bronx Polizisten Corrigans Wohnung stürmen, sitzt Claire in ihrem Appartment in der Park Avenue. Sie ist eine weitere Hauptperson in dem Roman und hat ihren einzigen Sohn dem Vietnamkrieg opfern müssen. Einige Straßenzüge weiter tanzt der Akrobat in schwindelerregender Höhe, es ist ein sonnendurchflutender Wochentag im Jahr 1974 und Claire wartet nervös auf ihre Weggenossinnen, die durch eine Anzeige zueinander gefunden haben, weil sie alle Mütter von verstorbenen Soldaten sind. Einzig eine Zigarette kann ihr für den Bruchteil weniger Minuten die tiefe Trauer, die sich schmerzend zwischen ihre Brust gesetzt hat, betäuben. „Sie nimmt einen weiteren tiefen Zug und behält den Rauch lange in der Lunge – sie hat irgendwo gehört, dass Zigaretten gut sind, wenn man traurig ist. Ein tiefer Zug und man vergisst zu weinen. Der Körper ist zu sehr mit dem Gift beschäftigt.“ Colum McCann wurde 1965 in Dublin geboren und lebt heute in New York. Schon in seinen Romanen „Der Tänzer“ und „Zoli“ bewies er seine Vielschichtigkeit und sein starkes Einfühlunsgvermögen. Er hat in seinem neuen Werk erneut wie eine fleißige und äußerst intelligente Spinne die einzelnen Schicksale, zwölf sind es an der Zahl, miteinander zu einem großen Netz an Geschichten gewoben, so dass man von einem Leben in das andere fällt. Dem Autor gelingt es dabei meisterhaft jedem einzelnen Protagonisten eine eigene Stimme zu geben. Er ist wahrlich ein Zauberer, der in die Seelen der verschiedensten Menschen schlüpft. Wenn man nicht schon als erfahrener McCann-Leser sein Talent kennen würde, käme man leicht auf die Idee er hätte in den Köpfen und Herzen gesessen und hungrig alles aufgesogen als gäbe es keinen Morgen. Dieser Roman, so lasst euch sagen, liebe Leser, berauscht einen mit seiner gewaltigen Intensität, vom ersten Buchstaben bis zum letzten Punkt. Ehe man sich versieht, wirbelt einen die Geschichte durch die Luft, durch die Zeit oder anders gesagt: Es ist ein fesselndes Vergnügen! Der Autor hält uns vor Augen, wieviel Macht Sprache haben kann. So ist es nicht verwunderlich, dass man zahlreiche Sätze am liebsten wie ein sauberes Wäschestück auf eine Leine hängen und sie nie abnehmen möchte, weil sich die Worte so wunderbar im Geist anfühlen. „Wir stolpern durch die Gegenwart dahin, und wir entziehen der Dunkelheit das Licht, damit es länger anhält.“ / „Familie ist wie Wasser, das sich an das erinnert, was es früher war, und an seinen Ursprung zurückkehren will.“ / „ Die große Welt dreht sich. Wir stolpern dahin. Das ist genug.“ Wie gut, dass in der großen Welt dort draußen vor unseren Fenstern ein Autor wie Colum McCann existiert und verhindert, dass uns schwindelig wird und wir das Gleichgewicht zu schnell verlieren.

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  • Rezension zu "Die große Welt" von Colum McCann

    Die große Welt
    LeGrandGris

    LeGrandGris

    21. September 2009 um 17:56

    Nach "Der Himmel unter der Stadt" legt der in NY lebende Ire Colum McCann wiederum einen großartigen wuchtigen New York Roman vor. Er verknüpft meisterhaft 12 Schicksale rund um den 1974er Drahtseilakt zwischen den noch in Bau befindlichen Twin Towers und komponiert damit eine wunderbare, gefühlvolle und mit großen Können erzählte Allegorie auf 9/11. Berührende, spannende Lektüre!!!