Colum McCann Verschwunden

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Inhaltsangabe zu „Verschwunden“ von Colum McCann

S’khol – so nennt man im Hebräischen Eltern, die ihr Kind verloren haben. Im Deutschen gibt es dafür kein Wort. Rebecca ist Übersetzerin aus dem Hebräischen. Ihr Mann hat sie verlassen, und sie lebt mit dem gemeinsam adoptierten Sohn Tomas im irischen Galway an der Atlantikküste.

Der dreizehnjährige Tomas schwimmt für sein Leben gern im offenen Meer. Rebecca erfüllt seinen großen Traum und schenkt ihm einen Neoprenanzug – am nächsten Morgen, als sie aufwacht, sind er und der Anzug verschwunden. Es beginnen Tage des Suchens, des Wartens, des Hoffens, der Schuldgefühle, der Verzweiflung ...

Wunderbare Geschichte!

— Himmelfarb

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    Verschwunden

    Himmelfarb

    Jetzt weiß ich wieder, warum Colum McCann einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist! Keiner schreibt, wie er! Auf gerade mal 66 Seiten entwickelt er einen Mikrokosmos, und erzählt eine Geschichte, die für einen ganzen Roman reichen würde. Das ist meisterhaft und herzzerreißend, ein Können, das ich bei manch deutschem Autor schmerzlich vermisse. Es geht um eine Mutter und ihren behinderten Sohn, der es liebt in der irischen See zu schwimmen. Eines Tages ist der Sohn mit seinem Neoprenanzug verschwunden... Auf diesen wenigen Seiten gelingt McCann das Psychogramm einer Familie, einer Frau, eines verlorenen Kindes. Was das kurze Buch zudem lesenswert macht, ist das Nachwort von Herausgeber Nikolaus Hansen, der von seiner Freundschaft zu McCann berichtet.

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  • Geschichten vom Meer

    Verschwunden

    Bri

    18. February 2016 um 12:18

    Spätestens seit dem großen Erfolg der Romanbiographie über den großen Rudolf Nurejew ist der Autor Colum McCann nicht mehr aus meinem Bücherregal wegzudenken. Der Grund dafür ist ein ganz einfacher: McCann schafft es, wie kaum ein anderer Autor, Menschen zu zeichnen, sie in ihrer Gänze und ihren unterschiedlichsten Facetten zu erfassen und uns Lesern nahezubringen. Manchmal sind seine Geschichten, oder sollte es besser heißen, die Lebensgeschichten seiner Protagonisten, die im übrigen meist aus realen Hintergründen entstehen, so direkt, so nah, dass manche Leser das nicht aushalten und das Buch beiseite legen müssen. McCann ist ein Mensch, der nicht weg sieht, wenn es unangenehm wird, dennoch so etwas wie Trost oder Hoffnung aufkeimen und den Lesern Raum für das eigene Kopfkino lässt. Diese Mischung macht aus seinen Romanen für mich Meisterwerke. Geschichten ohne scheinbaren Bezug zueinander verwebt er mit leichter Hand und rotem Faden in seinen Romanen. Seine Erzählungen sind kleine Meisterstücke, die nicht nur vom Mensch sein erzählen. Soeben ist im Dörlemann Verlag in der Edition Kattegat eine knappe und trotzdem ausgefüllte Erzählung über (drohenden) Verlust, zu viel Fürsorge und den Drang nach Perfektion erschienen. Die Übersetzerin Rebecca lebt seit kurzem mit ihrem Adoptivsohn Tomas in Galway. Tomas ist taub und leidet an FAS (fetales Alkoholsyndrom). Rebeccas Mann hat die beiden verlassen. Wie Rebecca schwimmt Tomas leidenschaftlich gern und so kauft sie ihm zum Weihnachten einen sogenannten Nassanzug - zwei Nummern ist er zu groß, denn Rebecca muss ein wenig sparen und Tomas wird sicher hineinwachsen. Ein solcher Neoprenanzug wärmt aber am besten, wenn er wie angegossen sitzt. Rebecca weiß, dass Tomas gerade aufgrund des FAS Grenzen braucht. Grenzen, die sie ihm mit Konsequenz aufzeigen muss. Prinzipiell ist das wohl bei Kindern immer so, doch bei Kindern, die dieses Syndrom durch Alkoholmissbrauch während wichtiger Entwicklungsphasen in der Schwangerschaft von ihren leiblichen Müttern aufgezwungen bekommen, ist das besonders wichtig. Und es ist anstrengend. So fühlt sich Rebecca am Weihnachtsabend, trotz des Glücks über Tomas Freude über das Geschenk körperlich erschöpft und gönnt sich, entgegen ihrer Überzeugung und ihres Gewissens etwas zu viel Wein. Am nächsten Morgen ist Tomas verschwunden. Rebecca stehen bange Tage voller Selbstvorwürfe bevor, in denen sie sich schon als das sieht, wofür es nur im Hebräischen ein Wort - nämlich S'kohl - gibt: Ein Elternteil, der sein Kind verloren hat. Colum McCann zeigt so eindringlich, empathisch und nie wertend, wie sehr Eltern unter der Last leiden, einen vermeintlichen Fehler begangen und damit das Leben ihres Kindes gefährdet zu haben, dass es kaum zu glauben ist, dass solch eine Intensität in dieser Kürze zu erreichen ist. Hier zeigt sich wieder einmal die Meisterschaft McCanns. Das liebevoll gestaltete und edel herausgegebene Bändchen enthält noch etwas, was dem Leser einen Blick auf den Menschen McCann verschafft: Nikolaus Hansen, der Herausgeber der Edition Nautilus, spricht ganz direkt und menschlich über seine Freundschaft zu McCann. Das beinhaltet auch die Geschichte, wie es dazu kam, dass der Dörlemann Verlag diesem Kleinod in seine Edition, die vor allem Geschichten vom Meer versammeln wollen, aufnehmen musste und rundet die schöne Ausgabe eindrucksvoll ab.

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