Connie Palmen

 4.1 Sterne bei 338 Bewertungen
Autorin von Die Freundschaft, Du sagst es und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Connie Palmen

Connie Palmen, geboren 1955, wuchs im Süden Hollands auf und kam 1978 nach Amsterdam, wo sie Philosophie und Niederländische Literatur studierte. Ihr erster Roman, ›Die Gesetze‹, erschien 1991 und wurde gleich ein internationaler Bestseller. Sie erhielt für ihre Werke zahlreiche Auszeichnungen, so wurde sie für den Roman ›Die Freundschaft‹ 1995 mit dem renommierten AKO-Literaturpreis ausgezeichnet. Connie Palmen lebt in Amsterdam.

Alle Bücher von Connie Palmen

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Die Freundschaft

Die Freundschaft

 (61)
Erschienen am 26.06.1998
I.M.

I.M.

 (42)
Erschienen am 20.06.2001
Die Gesetze

Die Gesetze

 (43)
Erschienen am 28.06.1995
Du sagst es

Du sagst es

 (43)
Erschienen am 24.08.2016
Ganz der Ihre

Ganz der Ihre

 (28)
Erschienen am 26.07.2005
Die Erbschaft

Die Erbschaft

 (28)
Erschienen am 31.01.2003
Luzifer

Luzifer

 (23)
Erschienen am 23.02.2010
Die Sünde der Frau

Die Sünde der Frau

 (12)
Erschienen am 28.03.2018

Neue Rezensionen zu Connie Palmen

Neu

Rezension zu "Du sagst es" von Connie Palmen

Eine Gegendarstellung, die lange nötig war
NeriFeevor 2 Monaten

Du sagst es ist eine fiktive Autobiografie von Connie Palmen, veröffentlicht 2015 im Diogenes-Verlag. Darin schildert die Niederländerin das Eheleben der 1963 verstorbenen Schriftstellerin Sylvia Plath und ihrem Ehemann Ted Hughes, ebenfalls Dichter und Autor. Plath nahm sich Anfang der Sechziger Jahre das Leben und galt als schwierige Persönlichkeit, die unter schweren Depressionen litt. In diesem fiktiven Roman kommt Hughes zu Wort, der Zeit seines Lebens kein Wort über seine Ehe verlor.

Darum gehts

Sylvia Plath und Ted Hughes lernen sich 1956 an der Cambridge University in England kennen. Wenig später heiraten beide. In den Jahre 1957 bis 1959 lebt das Ehepaar in Amerika. Währenddessen begibt sich Plath das zweite Mal in psychologische Behandlung (zuvor 1953 nach ihrem ersten Suizidversuch). Plath und Hughes kehren 1959 zurück nach England, wo 1960 ihre gemeinsame Tochter Frieda zur Welt kommt. Beide arbeiten an ihren Gedichten und Romanen, Hughes aber hat zunächst mehr Erfolg als seine Frau, weswegen diese immer mehr an sich zweifelt. 1962 wird ihr Sohn, Nicholas, geboren. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres einzigen Romans, im Januar 1963, nimmt sich Silvia Plath das Leben.

Sie gelten noch immer als berühmtestes, aber auch tragischstes Ehepaar der modernen Literatur: Sylvia Plath und Ted Hughes. Während sie nach ihrem Tod auf den Tron gehoben wurde, hat man Hughes verurteilt, ihn als Verräter hingestellt. Bis zum seinem Tod im Jahr 1998 hat er sich nie zu all dem geäußert. Palmen möchte, so scheint es, mit dieser fiktiven Biografie Hughes´ein wenig für Gerechtigkeit sorgen, den Mann zu Wort kommen lassen, der es besser wusste, der Plaths schwierige Phasen bis zu ihrem Selbstmord ertrug und bedingungslos an ihrer Seite stand.

Palmen gelingt ein spannender, bewegender Roman, indem sie darauf verzichtet ihre Protagonisten zu verurteilen. Sie schildert das Leben realistisch und einfühlsam, beschreibt das Kennenlernen von Plath und Hughes im Jahr 1957, erzählt vom beruflichem Erfolg von Ted Hughes, den Rückschlägen von Silvia Plath als Dichterin, der Geburt ihrer Kinder, dem Leben in den USA und England, sowie dem entsetzlichen Suizid von Plath im Februar 1963. Palmens Sprache ist klar und frei von Schuldzuweisungen, geizt mit Emotionen und bewegt doch sehr.

Die turbulente Ehe beider wird insbesondere durch die Stimmungsschwankungen Plaths, als Folge ihrer psychischen Erkrankung, deutlich. Sie gilt als kompliziert, unzufrieden und leicht zu verunsichern. Hughes unterstützt seine Ehefrau in jeder Lebenslage, steht ihre beruflichen Rückschläge mit ihr gemeinsam durch, hört nie auf an sie zu glauben und verliert vor allem nie ein schlechtes Wort über sie. Seine tiefe und aufrichtige Liebe gegenüber Sylvia Plath ist einmalig.

Plaths immenser Schaffensdrang und ihre fortwährenden Selbstzweifel machen es ihrem Ehemann nicht leicht. Hinzu kommen ihre herausfordernde Persönlichkeit und ihre Eifersucht. Im Jahr 1962 kommt es schließlich zur Trennung. Plath wird nach ihrem Tod zur Ikone der Frauenbewegung, während Hughes als Schuldiger abgestempelt wird. Er habe mit seinen Affären und der Trennung von Plath zu ihrem Tod beigetragen, heißt es. Er wird öffentlich denunziert und dennoch bleibt er stumm.

Die Autorin erzählt die Geschichte des Dichter-Paares in chronologischer Reihenfolge, schweift aber hin und wieder in die Vergangenheit oder Zukunft ab. So ist schon schnell klar, dass Plath sich umbringen wird und weshalb sie dies tut. Da es sich allerdings um eine Art der Biografie handelt und das Leben beider bekannt sein dürfte, stört das überhaupt nicht. Ich verfolge beide Leben und ihre Werke schon ziemlich lang, weswegen ich die Idee, Ted Hughes, acht Jahre nach seinem Ableben, sprechen zu lassen, aufregend finde.

Bewegend, erschütternd, aufwühlend. Grausam, liebevoll, bedingungslos. Lebendig, dramatisch, tödlich. Diese Gegendarstellung war lange überfällig.

Ich danke dem Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar. 

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Rezension zu "Die Sünde der Frau" von Connie Palmen

DIE SÜNDE DER FRAU. CONNIE PALMEN.
buecherkompassvor 7 Monaten

INHALT

In ihrer Essay-Sammlung vereint Connie Palmen vier Frauen deren Schicksale einander ungemein ähneln. So widmet die Autorin ihr aktuelles Werk den Leben von Marilyn Monroe, Marguerite Duras, Patricia Highsmith und Jane Bowles – allesamt Frauen, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit gesellschaftlichen Konventionen brechen.

Sie kommen aus schwierigen Verhältnissen und versuchen ihrer persönlichen Realität zu entfliehen. Mit einem neuen Namen, einer selbst geschaffenen Identität und nicht zuletzt auch mit Hilfe von Rauschmitteln.

Letztlich scheinen jedoch all diese Versuche zwecklos, denn vor der (gesellschaftlichen) Realität gibt es kein Entkommen.

MEINUNG

Wer mich kennt weiß, wie gerne ich mich in Biografien stürze. Und so kam ich um die Lektüre von Connie Palmens jüngstem Werk Die Sünde der Frau nicht herum. Vier Biographien vereint in einem Buch von knapp hundert Seiten. Scheint unmöglich, ist es offensichtlich jedoch nicht.

Die Autorin widmet Jeder unter den Frauen in etwa zwanzig Seiten, in denen sie auf Ähnlichkeiten in ihren Lebensläufen, aber auch auf die Besonderheiten der Schicksale eingeht. Auf eine traurige Kindheit folgt der Versuch zu Vergessen, etwas zu Verändern – eine neue Person zu werden. Unter einem Pseudonym soll ein neues Ich entstehen. Das mit der neuen Identität ist allerdings so eine Sache. Schließlich sind da ja noch die anderen. Und sich selbst macht man auch nicht so leicht etwas vor. Auch die Rauschmittel tragen wenig zur (Selbst-)Täuschung bei. Und so rückt der persönliche Abgrund unaufhaltsam näher.

Connie Palmens leicht zu lesender Schreibstil macht die Schwere, die sich beim Verfolgen der tragischen Schicksale über einen legt erträglicher. Nichtsdestotrotz berührt das Buch – vielleicht auch gerade deshalb weil es für den Leser so zugänglich ist. Nach der Lektüre scheinen Monroe, Duras, Highsmith und Bowles weniger unnahbar. Zugleich machen die Essays Lust auf mehr.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Rezension zu "Die Sünde der Frau" von Connie Palmen

Grenzüberschreitung und Strafe
Brivor 7 Monaten

Der Legende zufolge war es Eva, die Adam dazu verführte, vom Baum der Erkenntnis zu naschen, womit gleichzeitig der Verlust des Paradieses für die Menschheit besiegelt war. Auch heute noch gibt es genügend Ansatzpunkte, an denen vor allem Männer festmachen, dass Frauen an und für sich für vieles die Schuld tragen. Deshalb versuchen solche Männer nach wie vor, die Eigenständigkeit und Freiheit des weiblichen Geschlechts einzuschränken. Auch wenn wir in der westlichen Welt schon ein paar Schritte vorangekommen sind, was die Gleichberechtigung der Geschlechter angeht, so gelten für Frauen doch meist noch andere Regeln als für Männer, die sich im Allgemeinen immer ein bisschen mehr zuschlagen oder raus nehmen dürfen, als meine Geschlechtsgenossinnen.

Natürlich gibt es auch genügend Beispiele dafür, dass Frauen sich nehmen, was ihnen zusteht und ihr Leben so führen, wie sie es für richtig halten. Was dieser Haltung zugrunde liegt und welchen Preis Frau dafür zahlen muss, das beleuchten vier kurze, aber nichts desto trotz weniger eindrückliche Essays, die Connie Palmen über vier Persönlichkeiten verfasst hat, die eines gemeinsam hatten: ihre eigentliche Identität zwang sie dazu, nach außen jemand anderes zu sein, um Anerkennung für die Person zu erhalten, die sie waren. Ihre seelischen Leiden und der Wunsch, sich davon zu befreien, leuchtet Connie Palmen einfühlsam und dennoch klar und objektiv fest. Die vier Frauen, um die es hier geht sind Marilyn Monroe, Marguerite Duras, Jane Bowles und Patricia Highsmith.

Connie Palmen hat sich den vier Persönlichkeiten - und das waren sie trotz oder gerade wegen ihrer Zweifel ihrer eigenen Identität gegenüber auf jeden Fall - eingehend, wenn auch kurz, gewidmet. Dabei geht sie wunderbar ehrlich, objektiv, nicht wertend, aber empathisch vor, ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Sie hat sich fundiert über die Biographien und die damit verbundenen Prägungen der vier beschäftigt und vermag es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die geneigte Leserschaft objektiv und unverstellt einen Blick auf die seelischen Untiefen dieser einzigartigen Frauen bekommt, ohne sich voyeuristisch zu fühlen. Die Härten, denen sich die vier bereits in früher Kindheit ausgesetzt sahen, sei es durch die allen gemeinsame problematische Beziehung zur Mutter oder durch die bei allen meist abwesenden Väter, brachten sie dazu, sich mit ihrer Identität mehr zu beschäftigen als andere Frauen der Zeit. Weil sie keine verwurzelte Identität entwickeln konnten, schufen sie sich diese durch ihre Kunst.

Daran kann man zerbrechen - und so ist es den vieren ja letztendlich auch ergangen. Connie Palmen analysiert klug, ohne zu sezieren. Das ist wohltuend. Sie zeigt auf, wie sehr Frauen, die ein quasi grenzüberschreitendes Leben führen - soll heißen, sich den Vorstellungen anderer von ihrem Leben nicht anpassen - geradezu damit rechnen, für diese "Dreistigkeit" bestraft zu werden. Verrückt ist, dass das wohl jede Frau in irgendeiner Weise kennt, zumindest habe ich in meinem Umkreis das Gefühl, dass das so ist. Es hält uns heute nicht mehr so stark davon ab, ein selbst bestimmtes Leben zu führen, wie vor nicht allzu lange Zeit, aber gegen althergebrachte Vorstellungen müssen auch wir heute noch ankämpfen.

Connie Palmen ist mit ihren vier kurzen aber gehaltvollen Essays über Marilyn Monroe, Patricia Highsmith, Jane Bowles und Marguerite Duras trotz der Tragik, die diese vier Leben beinhalteten, ein wunderbares Kleinod gelungen, das nicht nur optisch sondern auch inhaltlich mindestens einen zweiten Blick wert ist.

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Zusätzliche Informationen

Connie Palmen wurde am 24. November 1955 in Sint Odiliënberg, Limburg (Niederlande) geboren.

Community-Statistik

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auf 59 Wunschlisten

von 12 Lesern aktuell gelesen

von 18 Lesern gefolgt

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