Connie Palmen

 4 Sterne bei 369 Bewertungen
Autorin von Die Freundschaft, Du sagst es und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Connie Palmen

Connie Palmen, geboren 1955, wuchs im Süden Hollands auf und kam 1978 nach Amsterdam, wo sie Philosophie und Niederländische Literatur studierte. Ihr erster Roman, ›Die Gesetze‹, erschien 1991 und wurde gleich ein internationaler Bestseller. Sie erhielt für ihre Werke zahlreiche Auszeichnungen, so wurde sie für den Roman ›Die Freundschaft‹ 1995 mit dem renommierten AKO-Literaturpreis ausgezeichnet. Connie Palmen lebt in Amsterdam.

Alle Bücher von Connie Palmen

Cover des Buches Du sagst es (ISBN: 9783257244175)

Du sagst es

 (53)
Erschienen am 28.02.2018
Cover des Buches I.M. (ISBN: 9783257232875)

I.M.

 (46)
Erschienen am 20.06.2001
Cover des Buches Ganz der Ihre (ISBN: 9783257234763)

Ganz der Ihre

 (28)
Erschienen am 26.07.2005
Cover des Buches Die Erbschaft (ISBN: 9783257233421)

Die Erbschaft

 (30)
Erschienen am 31.01.2003
Cover des Buches Luzifer (ISBN: 9783257240153)

Luzifer

 (23)
Erschienen am 23.02.2010
Cover des Buches Die Sünde der Frau (ISBN: 9783257070224)

Die Sünde der Frau

 (20)
Erschienen am 28.03.2018
Cover des Buches Logbuch eines unbarmherzigen Jahres (ISBN: 9783257241754)

Logbuch eines unbarmherzigen Jahres

 (9)
Erschienen am 30.04.2014
Cover des Buches Idole und ihre Mörder (ISBN: 9783257064728)

Idole und ihre Mörder

 (10)
Erschienen am 22.02.2005

Neue Rezensionen zu Connie Palmen

Cover des Buches Die Freundschaft (ISBN: 9783257261677)
Zeilentaenzers avatar

Rezension zu "Die Freundschaft" von Connie Palmen

Connie Palmen beweist großes schriftstellerisches Geschick
Zeilentaenzervor einem Monat

Darum gehts

Kit und Ara verbindet eine langjährige und ungewöhnliche Freundschaft. Die beiden Frauen sind grundverschieden und doch lieben sie einander. Ihre Gegensätze scheinen sich im wahrsten Sinne des Wortes anzuziehen. Kit und Ara brauchen, verletzen und vermissen sich.

Meine Meinung

Eine Frauenfreundschaft mit allen Höhen und Tiefen wird auf sehr subtile und intelligente Weise erzählt. Connie Palmen überzeugt in ihrem 1995 erschienenen Roman vor allem mit Feingefühl und psychologischen Wissen. Ich hätte so viele Aussagen des Buches markieren können, dass ich mir überlegt habe, künftig eine Rubrik einzuführen, in deren Beiträgen ich mich ausschließlich auf die Zitate bestimmter Titel beziehe und dazu Stellung nehme. »Freundschaft« ist reich an tiefgründigen, klugen und menschennahen Aussagen, weshalb es für mich sofort zu einem Lieblingsbuch avancierte. Ich konnte sehr viele Erkenntnisse für mich persönlich daraus ziehen. Diese Lobeshymnen schon einmal vorweg.

Aber nun noch zum Inhalt und seinen Protagonistinnen: Mich haben die Figuren sehr überzeugen können. Nichts wirkt konstruiert oder überzeichnet, im Gegenteil, ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, verstanden zu werden und Teil des Ganzen zu sein. Mit ihrem äußerst feinen Sinn für menschlichen Bedürfnisse gelingt es Connie Palmen auf beeindruckende Weise, Ara und Kit Leben einzuhauchen. Die Autorin überzeugt durch ihre gute Beobachtungsgabe und eine ausgezeichnete Wahrnehmungsfähigkeit für zwischenmenschliche Beziehungen und ihre großen Herausforderungen. Sehr spannend finde ich die vielen Gegensätze, die hier deutlich werden: Liebe, Hass, Schuld, Vergebung, Obsession, Abneigung, Vertrauen, Misstrauen, Unlust, Leidenschaft, usw. Ein zutiefst menschliches Werk, das zu jeder Zeit nah geht.

Wow. Welch faszinierendes Buch von einer Schriftstellerin, die ich jedem wärmstens ans Herz legen kann. »Freundschaft« zeigt auf eindrucksvolle Weise die Vielschichtigkeit des Menschen, seine Motive, Kränkungen und Hoffnungen.

Ich danke dem Diogenes-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Cover des Buches Du sagst es (ISBN: 9783257069747)
Bris avatar

Rezension zu "Du sagst es" von Connie Palmen

Das Schweigen gebrochen
Brivor 4 Monaten

Als sich Sylvia Plath 1963 mit nur 30 Jahren das Leben nimmt, ist das, was sie sich so sehnlichst erhofft hatte, für sie noch nicht erkennbar. Posthum wird sie als eine der größten amerikanischen Schriftstellerinnen gefeiert werden. Über die Umstände oder die Beweggründe, die sie diesen finalen Schritt gehen ließen, wurde und wird viel spekuliert. Plaths Ehemann Ted Hughes steht dabei meist im Mittelpunkt. Sein Werk wurde bereits zu Lebzeiten hoch geachtet und Plath hatte daran einen großen Anteil. Hughes selbst hat sich lange Zeit überhaupt nicht zu den Vorwürfen geäußert, er habe Plath in den Selbstmord getrieben, geäußert. Unterstützt wurden diese Behauptungen durch vielfache Aussagen von Menschen, die Plath und Hughes als Paar kannten, aber auch durch Plath großen Roman „Die Glasglocke“, der zum Klassiker der feministischen Literatur wurde. 1998 allerdings veröffentlichte Hughes eine Sammlung von Gedichten mit dem Titel „Birthday Letters“. Ein Zyklus von 88 an Sylvia Plath gerichteten Gedichten, die sein Schweigen zu der sicher nicht einfachen Beziehung der beiden brachen und den Connie Palmen zum Anlass nahm, diese Beziehung in einem Roman aus Ted Hughes Sicht zu beleuchten.

Palmen gibt Hughes eine Stimme, die sehr ausgewogen scheint. In einem langen (inneren) Monolog erzählt er, wie er Plath kennenlernt, sich ihrer beider Liebe stürmisch entwickelt und er hofft, ihr helfen zu können. Beider schriftstellerische Ambitionen sollen voneinander profitieren. Doch zunächst ist es Plath, die Hughes zu mehr Aufmerksamkeit verschafft. Sie selbst wird immer wieder von Zweifeln gequält, die durch eine allgemeine Ablehnung ihrer Arbeiten verstärkt werden. Hughes versucht ihre emotionalen Schwankungen, ihre psychische Disposition zu „heilen“, indem er sich einiger esoterischer Hilfsmittel bedient. Palmen zeigt seine Überzeugung, damit Gutes zu tun eindrücklich und versteckt dabei nicht seine zwar gut gemeinte aber fatale Fehleinschätzung bezüglich der seelischen Gesundheit seiner Frau und vor allem seiner Möglichkeiten, ihr zu helfen, damit umzugehen.

So begleiten wir das Paar durch die wenigen Jahre, die es gemeinsam erlebt hat. Intensiv, von großem Glück und schweren Depressionen geprägt. Palmens unaufgeregter Stil gewinnt durch die einfache Tatsache, dass sie hier den Mann sprechen lässt, der sich in den Jahren nach Plaths Selbstmord kaum bis gar nicht zu seiner Rolle darin geäußert hat. Dabei wird klar, er hat sie geliebt, er hat versucht, ihr zu helfen, aber es nicht vermocht. Dass seine Sicht der Dinge auch eine männliche ist, die manchmal etwas großmütig erscheint und aus heutiger Sicht antiquiert vorkommen mag, ist dem Umstand geschuldet, dass er eben auch Kind seiner Zeit war.

Hätte Hughes jedoch in den Jahren nach Plaths Tod nicht all ihre Texte gesichtet und herausgegeben, dann wäre wohl auch aus dem posthumen Ruhm nichts geworden. Dabei unterschlägt Palmen nicht, dass Hughes erst während der Lektüre der Tagebücher erschüttert feststellen musste, welche Seiten seiner Frau er nicht gesehen hatte. Auch wenn er bei der Herausgabe ihrer Werke kuratierte - oder vielleicht zensierte, wie es manche nennen mögen - so war diese Tat wohl die selbstloseste und liebevollste, die er ihr angedeihen lassen konnte.


Vom Moment ihres selbstgewählten Todes an erbte ich ihre Sprache, wurde zum Ausführenden ihres posthumen Ruhms und vollstreckte damit wie ein Henker das Urteil an mir selbst. Mit der Herausgabe von Ariel reichte ich der Welt den Strang, an dem sie mich - und alle, die sie geliebt hat - aufknüpfen konnte. 


Connie Palmen ist mit Du sagst es ein intensiver, manchmal auch schmerzhafter Roman gelungen, der vielleicht etwas Frieden schließen kann, mit gängigen Urteilen und Bewertungen. Eine Beziehung von außen zu bewerten wird nie gelingen, da das System, das zwei Menschen miteinander bilden können, nicht durchdringbar ist. Ich werde lange weiter über diesen Roman nachdenken, werde Werke von Plath und Hughes lesen und warte gespannt darauf, dass das Siegel der Kiste, die Hughes persönlich in das Ted-Hughes-Archiv nach Georgia brachte, 2023, also knapp 25 Jahre nach seinem Tod, aufgebrochen werden darf. Was mag die Kiste wohl so lange gehütet haben - ich werde dieser Spur auf jeden Fall folgen.

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Cover des Buches Du sagst es (ISBN: 9783257069747)
Tausendléxis avatar

Rezension zu "Du sagst es" von Connie Palmen

Connie Palmen gibt in ihrem Roman Ted Hughes eine Stimme, aus seiner Sicht erzählt er über diese unheilvolle Liebe.
Tausendléxivor einem Jahr

Am 27. Oktober 2021 wäre Sylvia Plath 89 Jahre alt geworden, doch sie hat es vorgezogen, im Jahre 1963 ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Im Roman > Du sagst es < geht es um eines der berühmtesten Liebespaare der modernen Literatur, nämlich um Sylvia Plath und Ted Hughes.

Connie Palmen erzählt diese fiktionale Geschichte aus der Sicht von Ted Hughes. Als Sylvia Plath nach vier Wochen ihres Romans > Die Glasglocke < den Kopf in den Gasofen steckte und verstarb, wurde sie zu einer Märtyrerin und Ted Hughes hingegen zum Verräter.

>Ich war nie zuvor jemanden begegnet, bei dem Lieben und Hassen so nah beieinanderlagen, dass es fast keinen Unterschied gab, Sie wollte nichts lieber, als jemanden lieben, aber sie hasst es, wenn sie es tatsächlich tat. Sie wollte nichts lieber, als geliebt zu werden, aber sie hat jeden, der sie je geliebt hat, gnadenlos für diese Liebe bestraft.< – Seite 9

Sylvia Plath hat schon ihren ersten Selbstmordversuch hinter sich, als sie Ted Hughes kennen und lieben lernt. Die junge Frau leidet an Depressionen und starken Stimmungsschwankungen. Zu Beginn ihrer Beziehung, ihrer Ehe, ist der Dreh und Angelpunkt das Schreiben, was beide leidenschaftlich bedienen. Die ersten kleineren Erfolge stellen sich ein. Gedichte werden veröffentlicht und entlohnt. Es entsteht ein Wetteifern und Sylvia baut immer mehr Druck auf. Sei es an Selbstzweifeln, Kinderwunsch oder Eifersucht. Ted ist vor seiner über die Maßen leidenschaftlichen Frau nicht gefeit. Selbst als sie gemeinsam zwei Kinder haben, kommt Sylvia nicht zur Ruhe. Denn ihre Ausbrüche werden immer verheerender. Ted flüchtet sich in eine Affäre. Das Paar trennt sich, doch selbst in dieser Phase gelingt es Sylvia allem noch etwas draufzusetzen. 

Connie Palmen gibt in ihrem Roman Ted Hughes eine Stimme, aus seiner Sicht erzählt er über diese unheilvolle Liebe, die zahllosen Demütigungen, die er erlebte. Und bereitet so den Weg zu den Fragen:  Wieviel Verantwortung reicht für eine Beziehung? Wann darf es genug sein? Und wie viel muß eine Mensch aushalten, um dann sich selbst schützen zu dürfen. Diese tragische Verbindung wird durch den fesselnden und lyrischen Sprachstil zu einem sehr besonderen Roman mit dem Prädikat – wertvoll!

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Zusätzliche Informationen

Connie Palmen wurde am 24. November 1955 in Sint Odiliënberg, Limburg (Niederlande) geboren.

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