Connie Palmen Die Gesetze

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Inhaltsangabe zu „Die Gesetze“ von Connie Palmen

In sieben Jahren begegnet eine junge Studentin sieben Männern: dem Astrologen, dem Epileptiker, dem Philosophen, dem Priester, dem Physiker, dem Künstler und dem Psychiater. Sie begehrt an diesen Männern vor allem das Wissen, das sie befähigt, die Welt zu beurteilen. Sie versucht die Gesetze, die sie sich für ihr Leben gewählt haben, zu ergründen, sucht nach dem, was Halt in einer unsicheren Welt geben kann.

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  • Rezension zu "Die Gesetze" von Connie Palmen

    Die Gesetze

    HeikeG

    18. August 2008 um 13:30

    Die platonische Hure Ein Roman mit wunderbaren Reflektionen über Freundschaft, Liebe, Beziehungen an sich und dem eigenen Standpunkt in diese Welt. Anhand von sieben Männern, die der Protagonistin Marie Deniet alles andere als planmäßig während sieben Jahren ihres Philosophiestudiums über den Weg laufen, versucht sie den Gesetzen, nach denen das Leben zu funktionieren scheint, näher zu kommen und dabei ihre Rolle, die ihr in dieser Welt zugedacht ist, zu finden. Sieben Männer, sieben Herangehensweisen an das Leben. Jeder einzelne steht für eine bestimmte Lebensanschauung bzw. Geisteswissenschaft. Wissens- und lebenshungrig, aber auch klug lässt sie diese Männer an sich heran, setzt sich mit ihrem Weltkonstrukt auseinander, beschaut sich ihr Innenleben und ihre Äußerlichkeiten. Die Erzählung beginnt mit dem Astrologen, und dessem Schicksalslauf um die Zahl 33. Es folgen der Epileptiker, der Krankheit als Weg sieht, der Philosoph, der Priester und der Physiker. Jeder ihrer Mitspieler erfindet für die Erzählerin einen anderen Namen; nur beim Künstler dem vorletzten, den sie bedingungslos, aber selbstzerstörend liebt, heißt Marie "Marie". Am Ende scheitert die Beziehung und so bleibt der Psychiater. Bei ihm verschwindet der Name schließlich ganz. Das Ich zählt nicht mehr. Marie erteilt den Wahrheitsangeboten, die die Welt (der Männer) bietet, eine Absage. Denn "eigentlich ist mein Geist vergewaltigt worden", stellt sie im Schlussmonolog fest. "Und ich habe es einfach geschehen lassen, es provoziert, habe geflirtet, auf Teufel komm raus. Er hat mir das prophezeit, der Astrologe. Wie nannte er mich doch gleich? Eine platonische Hure, glaube ich, irgendetwas in dieser Richtung." Alle Geschichten sind miteinander verwoben, viele Figuren tauchen mehrmals auf. Aber um die Figuren an sich geht es gar nicht. Sie dienen der Autorin und ihrem Alter Ego Marie Deniet nur als Reflektionspunkt. Denn Marie ist auf der Suche. Faszinierend, wie sie aus alltäglichen, belanglosen Sachen tiefe Gedanken entwickelt. Und genau darin liegt die Kraft des Romans, dem man die Hand der studierten Philosophin anmerkt. Die spritzige Prosa mit ihrem kühlen Charme und der eigenen tiefgründigen Leichtigkeit hat leider in der Vortragenden Christiane Paul kein Pendant gefunden. Die Stimme der 28jährigen preisgekrönten Schauspielerin (u. a. 1996 Bayerischer Filmpreis) erweist sich als schlechte Wahl. Ihre flapsig und "görenhaft" wirkende Intonation lässt emotionale Tiefe vermissen und wird dem Text an keiner Stelle gerecht. Hinzu kommt, dass sie an manchen Stellen geradezu über den Text hinweg fliegt, an anderen unsinnige und viel zu lang gesetzte Pausen einfügt, von teilweise falsch betonten oder gar fehlerhaft ausgesprochenen Wörtern gar nicht zu sprechen. So verliert dieses großartige Buch aufgrund seiner seichten und disharmonischen Vortragsweise den vieldeutig philosophischen Tiefgang. Fazit: "Die Gesetze" ist ein selbstironischer und distanzierter, dabei ein schweres Thema leicht behandelnder Roman, auf der Suche nach "Schönheit und Sinn", ein Buch voller Querverwebungen, Vieldeutigkeiten, dabei Bildungsroman und Liebesgeschichte in einem. Leider ist die audioakustische Umsetzung nicht gelungen. Das Buch bekommt ganz klar die Bestnote von 5 Sternen, die Sprecherleistung kann dagegen nur mit 2 Sternen zu Buche stehen. Da es bei Amazon keine 3,5 Sterne gibt, habe ich mich auf 3 Sterne festgelegt, leider, denn das Buch ist wirklich großartig. Unbedingt empfehlenswert!

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