Connie Palmen Logbuch eines unbarmherzigen Jahres

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Inhaltsangabe zu „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“ von Connie Palmen

Die Schriftstellerin Connie Palmen und den Staatsmann Hans van Mierlo verband eine späte symbiotische Liebe. In diesem Buch beschreibt sie, mit vielen Rückblenden in die Zeit ihres Zusammenseins, seine Erkrankung, seinen Tod und ihren Umgang mit Trauer und Verzweiflung. Bewegende Notizen gegen das Vergessen.

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    Logbuch eines unbarmherzigen Jahres
    Duffy

    Duffy

    27. February 2015 um 17:11

    Connie Palmen hat nach "IM" zumzweiten Mal ein Buch über den Tod eines geliebten Menschen geschrieben, ihrem Ehemann Hans von Mierlo. Es ist kein Roman und weil sie dem Tagebuchgenre skeptisch gegenübersteht, hat sie es Logbuch genannt. Aufzeichnungen aus dem ersten Jahr nach dem Tod ihres Mannes. Persönlicher kann es kaum sein, sodass ich das Buch auch nicht rezensieren will, sondern mir erlaube, kommentierend zu schreiben, also noch subjektiver, was durch meine Wahl der Ich-Form verdeutlicht werden soll. Ich bin ein großer Bewunderer von Palmens Art zu schreiben. Sie ist eine hochsensible und wortgewandte Autorin, der man es anmerkt, dass sie in wichtigen Dingen keine Kompromisse eingeht. "IM" war ein Buch, das mich zutiefst berührt hat und ich war am Anfang der Lektüre dieses Werkes ziemlich skeptisch. Würde mir als Leser, der Palmens beschreibende Qualitäten kennt, dieses Buch nahe kommen können, so, wie es "IM" geschafft hat? Doch zumindest hier konnte ich beruhigt sein, denn der Logbuch-Ansatz ist ein anderer, es ist eine chronologische Abfolge der Geschehnisse nach dem Tod des van Mierlo und die daraus entstandenen Eindrücke, Notizen, Gefühle und Überlegungen. Etwas schwieriger wird es, dass Palmen auch alle anderen Ereignisse des Jahres nach dem Tod ihres Mannes mit aufnimmt und da wird es für den Leser fast ausufernd, denn zu viel Tod und Krankheit häuft sich, es wird zwar alles (und kann auch gar nicht anders) verknüpft, trotzdem scheint das Leid kein Ende zu nehmen. In der Tat ein unbarmherziges Jahr. Trauer, Kummer und deren Bewältigung ist eine individuelle Angelegenheit, die jeder für sich leisten muss. Schreiben ist eine großartige Möglichkeit, ich weiß das aus bitterer Erfahrung. Insofern ist es auch immer eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Autoren auszutauschen, wie sie darüber denken. In ganz seltenen Fällen werden auch Bücher veröffentlicht, die Hilfestellungen geben können. Nach "IM" hatte ich vielleicht so etwas vom "Logbuch" erwartet, doch nach etwa der Hälfte ergab sich für mich ein Widerspruch in diesem Buch. Palmens mehrfach getroffene Aussage, keinen Roman im Kopf zu haben, sondern nur diese Aufzeichnungen veröffentlichen zu wollen. Diese Aufzeichnungen sind allerdings doch so privat geblieben, dass ich mich fragen musste, warum sie überhaupt veröffentlicht werden mussten. Gibt es nicht irgendeine Grenze der Privatheit? Ab und zu wurde ich sogar wütend, denn Palmens Schmerz und Kummer sind täglich Millionen Menschen ausgesetzt, die nicht das Privileg haben, ihre Zeit im Bett oder im Ferienhaus in Frankreich verbringen zu können. Das klingt pauschal und hört sich nach Neidattacke an, ist es nicht, sondern soll einfach nur zum Ausdruck bringen, dass es etwas umsichtiger wäre, diese Art von Schmerz, vor dem niemand geschützt ist, für sich zu behalten. Oder lediglich die Essenz herauszufiltern und die Person herauszulassen. Das geht, das macht sie stellenweise auch in diesem Buch. Wenn dann die Essenz für ein ganzes Buch nicht ausreicht, könnte man vielleicht ganz darauf verzichten. Das Schmerzpotential beim Verlust eines geliebten Menschen ist überall dasselbe, nur die unterschiedlichen Lebensumstände bestimmen die Form. Da wir nicht alle etablierte Autoren sind, können wir auch nicht alle unsere Schmerzbewältigung durch Bücherschreiben betreiben. Wobei es natürlich auch immer erlaubt sein muss zu fragen, ob denn jemand diese Bücher braucht. Man kann das trefflich lange diskutieren. Ich habe den Schmerz von Connie Palmen wiedererkannt. Die Entwicklungen dorthin sind unterschiedlich, Schmerz und Kummer sind ähnlich. Ich habe seinerzeit ebenfalls viel geschrieben, wäre aber nie auf die Idee gekommen, es zu veröffentlichen oder zu verwerten (ja, das ist böse, aber Bücher von Bestsellerautoren verkaufen sich nun mal). Zu privat. Es ist mein Schmerz gewesen, niemand konnte ihn mir abnehmen. Ich hätte auch niemanden mit meinen Aufzeichnungen helfen können. Palmens Buch war ihr persönlicher Kampf. Mit dem oder gegen den Tod eines geliebten Menschen. Sie hat Schreckliches durchgemacht. Wie so viele und wie sie selbst bemerkt: So ist das Leben. Ich gebe ihr in allem recht und kann alles nachempfinden. Gerade deswegen scheiden sich bei diesem Buch unsere Geister. Ich kann und will es nicht bewerten, doch da der Computer unbedingt seine Sternchen braucht, habe ich auf die 3 gedrückt. Wertfrei.

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  • Rezension zu "Logbuch eines unbarmherzigen Jahres" von Connie Palmen

    Logbuch eines unbarmherzigen Jahres
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    14. March 2013 um 13:04

    Schon einmal hat die niederländische Schriftstellerin Connie Palmen von einem geliebten Mann Abschied genommen und darüber ein bewegendes Buch geschrieben. In den Jahren von 1991 an bis zu dessen plötzlichem Tod 1995 war Connie Palmen mit dem niederländischen Journalisten, Schriftsteller und Talkmaster Ischa Meijer liiert. Über diese Beziehung schrieb sie 1998 das Buch I.M. Ischa Meijer – In Margine, In Memoriam. Kurze Zeit später lernte die den Journalisten und D66-Politiker Hans van Mierlo kennen, mit dem sie eine fast symbiotische Beziehung verband und den sie vier Monate vor seinem Tod am 11. März 2010 heiratete. Dieser zweite Tod, wie sie ihn nennt, bringt Connie Palmen an den Rand des eigenen Todes, vor dem sie sich nur schreibend zu schützen glaubt. Achtundvierzig Tage nach dem Tod des Politikers und Staatsministers, der fast ein Vierteljahrhundert älter war als die 1955 geborene Connie Palmen, beginnt sie mit ihren Aufzeichnungen, die genau ein Jahr andauern werden und die sie bald schon ihr “Logbuch eines umbarmherzigen Jahres“ nennen wird. „Die Scham, als ich nach Wochen zum ersten Mal auf die Straße hinausgehe, ächzend, keuchend, schnaufend. Ohne ihn kann ich kaum laufen. Wenn ich Blicke auf mir spüre, bin ich mir bewusst, dass andere vor allem jemanden n i c h t wahrnehmen. Ich bin jemand nicht. Ich bin aberwitzig allein. Manche schlagen die Hand vor den Mund, als sie mich sehen.“ Als der Rezensent, noch immer das Bild einer attraktiven Connie Palmen auf den Umschlägen ihrer letzten Bücher vor Augen, im Internet ein aktuelles Bild aus dem Jahr 2011 sieht, geht es ihm ähnlich. Es ist nicht nur das zunehmende Alter und die tiefe Trauer, die sich in dieses Gesicht eingegraben haben, sondern auch ein von ihr selbst beschriebener teilweise exzessiver Umgang mit Alkohol. Zunächst noch stockend, stellenweise das eigene Vorhaben anzweifelnd, wird ihr Schreiben in ihrem Logbuch zunehmend flüssiger, gewinnt Struktur und Form. Mit vielen Rückblenden auf die gemeinsame, immer wieder durch Krankheit und Tod bedrohte Lebenszeit, beschreibt sie voller Schmerz und Aufbegehren die Zeit von Mierlos Erkrankung, die vergeblichen Hoffnungen und das schließliche Loslassen, das sie selbst wie in eine Hölle schickt. Ein Jahr lang dokumentiert sie ihre Trauer, ihren Schmerz und ihre Verzweiflung, immer in einem ständigen Kampf gegen das Vergessen. Dabei ist es nicht nur der Tod des geliebten Partners und Ehemanns, den sie zu bewältigen hat. Der Rezensent hat bei der Lektüre des Buches mindestens ein Dutzend Connie Palmen naher Menschen gezählt, die in dem Zeitraum, den das Buch abdeckt, starben und Lücken in ihr Leben rissen. Das „Logbuch eines umbarmherzigen Jahres“ ist ein bewegender Bericht über die Sehnsucht nach einem Menschen, der nicht mehr da ist, über den eigenen Selbstverlust und den verzweifelten Versuch, sich selbst in einem Leben und einer Wirklichkeit wieder zu verorten, die die Trauer und der Tod zu einem unwirklichen Platz gemacht haben.

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