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sunny2014

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich, mit euch die Leserunde zu starten und euch meinen Hauptkommissar Breschnow vorzustellen, der in Berlin in seinem ersten Fall ermittelt.

Die erfolglose Journalistin Cosma Anderson stolpert in der Hasenheide über die Leiche eines Soldaten und Afghanistankämpfers. Als die Polizei in ihrer Wohnung die Tatwaffe findet, wird aus der Zeugin eine Verdächtige. Nur Breschnow glaubt nicht an ihre Schuld. Seine Ermittlungen führen ihn und sein Team immer tiefer in den Sumpf der Bundeswehr, zu falsch verstandener Loyalität unter Soldaten und zu schwer traumatisierten ehemaligen Afghanistankämpfern.
Als er dem Täter näher kommt, entwickeln sich die Ermittlungen zu einem Kopf an Kopf Rennen, in dem es nicht nur um ein Leben geht.

Weitere Infos unter. www.emons-verlag.de

Ihr könnt euch bis zum 13. April für die Leserunde bewerben. Der Verlag stellt 15 Exemplare. Ich werde mich regelmäßig an der Leserunde beteiligen und bin gespannt auf eure Beiträge.

Wer Lust hat teilzunehmen und eins der 15 Leseexemplare zu gewinnen, beantwortet mir die folgenden zwei Fragen: 
1. Wo findet Cosma die Leiche?
2. Wieso ist Breschnow so schlecht in Form?

Autor: Connie Roters
Buch: Tod in der Hasenheide

sunny2014

vor 4 Jahren

1. Leseprobe

Leseprobe „Tod in der Hasenheide“ von Connie Roters

Ich habe drei Textstellen vom Anfang des Buches ausgesucht, um euch meine zwei wichtigsten Personen vorzustellen: Cosma Anderson und Hauptkommissar Breschnow.

Viel Spaß beim Lesen.


SONNTAG

Der schrille Alarm riss Cosma Anderson aus dem Traum. Sie atmete schwer und schlug wütend auf den Wecker ein. Der Pyjama klebte an ihrem Körper. Sie hatte wieder die beiden Männer gesehen. Nacht für Nacht derselbe Traum, dieselbe Angst, derselbe Ekel. Und Wut. Sie streckte sich, bis ihre Gelenke knackten, und starrte an die Zimmerdecke. Aufstehen, laufen, nur nicht nachdenken, befahl sie sich, schaltete das kleine Transistorradio auf dem Nachttisch ein und setzte sich auf. Eine fröhliche Stimme verkündete die neusten Informationen aus der Stadt. Mürrisch würgte sie die Nachrichtensprecherin ab und suchte nach Musik. The Cure, das passte. Ihr Blick glitt langsam zum Fenster. Heftiger Wind rüttelte an den Bäumen im Hinterhof und schob schwere, dunkle Regenwolken vor sich her.
Wieder so ein Sommertag, der denkt, dass er ein Herbsttag ist, dachte sie verstimmt.
Unwillig verließ sie das Bett und schlurfte in die Küche. Der steinerne Terrazzoboden war kalt, und sie wechselte fröstelnd von einem Fuß auf den anderen. Während sie das Kaffeepulver in die Espressokanne füllte, sah sie in den Hinterhof hinunter. Eine der Nachbarskatzen tat sich an dem Müll gütlich, den die Krähen aus den Tonnen gezogen und rundherum verteilt hatten. Die Vögel schimpften aus sicherer Entfernung.
Sie stellte den Espressokocher auf den Herd, und kurz danach erfüllte die Küche ein herber Kaffeeduft. Cosma sog ihn gierig ein, ging mit der Tasse in beiden Händen ins Wohnzimmer und schaltete die Stereoanlage an. Sie suchte den gleichen Sender wie im Schlafzimmer, dann stellte sie sich hier ans Fenster. Die schweren Regenwolken schienen fast das Haus zu berühren. Der Wind peitschte den Regen gegen die Scheibe und wühlte das Wasser im Kanal auf. Eine Plastiktüte trieb eilig vorbei. Auf der Straße versuchte ein alter Mann seinen Regenschirm aufzuspannen, aber die heftigen Böen vereitelten seine Bemühungen. Als zwei Rennradler direkt an ihm vorbeisausten, wich der Mann erschrocken aus. Offenbar gab es noch mehr ¬¬ Verrückte, die sich bei diesem Wetter auf die Straße prügelten, und sie fragte sich, warum auch sie dazugehören musste.
[…]
Cosma joggt trotz des Unwetters los und läuft am Kanal entlang hoch in die Hasenheide.
[…]
Der Weg machte eine Rechtskurve, danach verdichtete sich der kleine Parkwald. Die Bäume verdeckten fast den alten Tunnel, der die Ostseite mit der Westseite verband. Da er mit dichtem, dornigem Gestrüpp umwachsen war, konnte man ihn nicht umlaufen. Sie hasste den Tunnel, er war dunkel und stank, und sie hatte immer ein bisschen Angst. Angst vor dem schummerigen Licht, Angst vor Ratten und Angst vor den Männern. Langsam lief sie weiter. Unter ihren Füßen knirschten Glassplitter. Die Penner hatten mal wieder im Suff ihre Schnapsflaschen zerschlagen. Sie selber lagen wahrscheinlich irgendwo herum und schliefen ihren Rausch aus, hoffentlich noch zu besoffen, um sie zu bemerken.
Das Tageslicht verdunkelte sich. Sie fröstelte.
Vor ihr lag etwas auf dem Boden. Der Anblick brachte sie aus dem Tritt. Fast wäre ich darüber gestolpert, dachte sie. Die Form unterschied sich von den mumienhaften Schatten, die sonst den Tunnelgrund bedeckten. Cosma hielt mit dem Joggen inne und näherte sich vorsichtig der schemenhaften Gestalt. Es war ein Mann. Er lag zusammengekrümmt auf der Seite. Kein Kissen. Kein Schlafsack. Und der übliche Gestank fehlte.
Sie lauschte. Der Wind pfiff durch den Tunnel. Das Rauschen der Bäume verband sich mit dem Regen.
»Hallo?«, sprach sie ihn leise an. »Kann ich Ihnen irgendwie helfen?«
Der Mann antwortete nicht. Sie ging noch einen Schritt näher. Unter ihren Füßen schmatzte es leise, und sie sprang erschrocken zurück, sah das dunkle Blut und spürte, wie ihr übel wurde. Nur schnell weg, dachte sie, konnte sich aber nicht regen. Ein leises Rascheln ließ sie zusammenfahren, sie dachte an die Ratten, und ihre Starre löste sich. Vorsichtig trat sie einen Schritt nach links, umrundete den Mann und lief los. Wieder in Bewegung zu sein, tat gut, gleich würde sie den Tunnel verlassen. Sie steigerte ihr Tempo. Um sie herum wurde es langsam wieder heller. Dann spürte sie den Regen auf ihrem Gesicht und atmete erleichtert auf.
Plötzlich hörte sie Schritte hinter sich und jemanden rufen: »He, bleiben Sie stehen! Sofort stehen bleiben!«
Die Schärfe der Stimme durchschnitt die Musik. Sie beschleunigte. Nur weg! Nach Hause! Noch ein Spurt und immer schneller, mehr Distanz zwischen sich und ihrem Verfolger schaffen.
Die Schritte und die Stimme entfernten sich langsam.
Sie hörte den Mann noch einmal schwach rufen, dann kam die Stimme plötzlich von der Seite wieder näher.
»He, bleiben Sie stehen. Polizei.«
[…]
Cosma bleibt natürlich nicht stehen, wird aber von zwei Uniformierten festgenommen, die eine Drogenrazzia in den Park geführt hat. Hauptkommissar Breschnow erreicht die kleine Gruppe völlig außer Atem und leitet die Ermittlungen ein.
[…]
Breschnow war zurück zum Tunnel gegangen. Er war heute sehr schlecht in Form. Zu viel Alkohol und zu viele Zigaretten gestern Nacht in seiner Stammkneipe. Um kurz nach fünf dann der Anruf von der Zentrale. Eine Leiche in der Hasenheide. Sie hatten ihn nach knapp zwei Stunden Schlaf aus seinem Sessel geklingelt, und er hatte eine eiskalte Dusche gebraucht, um überhaupt zu sich zu kommen. Auf dem Weg zum Tatort hatte er die Kollegen von der Spurensicherung und der Gerichtsmedizin informiert.
Sein Schädel hämmerte, und sein Magen rebellierte nach den Schmerztabletten auf nüchternen Magen. Missmutig dachte er an die junge Frau. Sie war in seinem Tatort herumgetrampelt – oder war sie dahin zurückgekommen?
Und er war sauer, heute Morgen im strömenden Regen hier in der Hasenheide sein zu müssen. Wieder einmal kam ihm der Gedanke, den Dienst zu quittieren. Aber wofür? Um sich dann vor lauter Langeweile totzusaufen?
Vielleicht keine schlechte Alternative, dachte er bitter und konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit.
Offensichtlich hatten die Uniformierten die Kollegen unterstützt, denn das Gelände war bereits weiträumig abgesperrt. Zwei Scheinwerfer tauchten den Tunnel in gleißend helles Licht, der kleine Generator stand am Eingang und brummte geschäftig vor sich hin.
Breschnows Handy klingelte. Kurz darauf hörte er von einer trockenen Stimme aus der Zentrale, dass heute keine weiteren Kollegen zur Unterstützung bereitgestellt werden konnten.
Ohne etwas zu erwidern, drückte er die Stimme weg und fluchte. Jetzt würden sie den ganzen verdammten Tag in diesem Park verbringen.
»He, du siehst heute echt Scheiße aus!«, grinste Manfred. »Kommst du direkt aus der Kneipe?«
»Mehr oder weniger«, knurrte Breschnow.
Die beiden tranken öfter mal ein Bier zusammen. Der Spurensicherer ein bis zwei, Breschnow in derselben Zeit acht.
Manfred klopfte ihm kameradschaftlich auf den Rücken und drückte ihm einen weißen Overall in die Hand.

Smberge

vor 4 Jahren

Bewerbung/Ich möchte mitlesen
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1. Im Tunnel, der die Ost- mit der Westseite des Parkwaldes verbindet
2. Zuviel Alkohol und Zigaretten in der Stammkneipe
Hoffentlich darf ich bei der Leserunde dabei sein, ich liebe solche Krimis.

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Wildpony

vor 3 Jahren

5. Samstag - Montag (S.301 - 351)
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Eine kleine Anmerkung habe ich noch:
Die Soldaten, die in Afghanistan Dienst tun und dabei verletzt oder traumatisiert werden, werden nicht von der Bundeswehr im Stich gelassen. Sie bekommen alle nur möglichen Hilfen.
Natürlich ist eine kaputte Seele nicht so leicht zu heilen wie ein körperlicher Schaden.

Wenn unsere Soldaten vom Einsatz - ob nun Afghanistan, Kosovo oder Kongo - zurück kommen, dann bekommen sie immer ein Einsatznachbereitungs-Seminar mit psychologischer Begleitung, um gemeinsam über den Einsatz zu sprechen und schon entsprechende Hilfestellung zu bekommen.
Die Einsatznachbereitungsseminare sind sogar Pflicht für den Soldaten.

Traumatisierte Soldaten steht sofort der psychologische Dienst der Bundeswehr zu Verfügung.

Und wegen dem Gips von Gölzow:
Eigentlich hätte er gar nicht den Gips von Nicks Vater bekommen können.
Denn die Soldaten haben freie Heilfürsorge und werden vom Bundeswehrarzt sowie in Bundeswehrkrankenhäusern versorgt bei Problemen.
(Bundeswehrkrankenhaus Ulm wurde ja im Buch erwähnt).
Und so einfach krank melden geht in der Kaserne auch nicht.
Da muß jeder Soldat erst in die Sanitätsstation zum Truppenarzt.

sunny2014

vor 3 Jahren

4. Donnerstag + Freitag (S.203 - 300)
@Wildpony

...das ist ja ein netter Zufall :)

sunny2014

vor 3 Jahren

5. Samstag - Montag (S.301 - 351)
@Wildpony

Cosma Anderson. Nicht, dass sie Breschnow jetzt besser leiden kann, aber immerhin hat er ihr das Leben gerettet.

sunny2014

vor 3 Jahren

6. Feedback / Rezensionen
@Wildpony

Ich hätte den sehr gerne.

sunny2014

vor 3 Jahren

5. Samstag - Montag (S.301 - 351)
@Wildpony

Ich weiß, dass die Soldaten nach den Auslandseinsätzen jegliche Unterstützung bekommen, aber sie müssen sie auch annehmen können und ich denke, darin liegt immer noch ein ungelöstes Problem. Ich habe einige Jahre mit traumatisierten Jugendlichen gearbeitet, denen auch sehr viele Hilfeleistungen zur Verfügung standen, aber die wenigsten konnten sie nutzen.
Und ich denke, dass sich sowohl einige der Jugendlichen, genauso wie einige Soldaten nicht unterstützt FÜHLEN, eben weil die psychischen Verletzungen so gravierend sind.
Aber zum Glück hat sich in der Nachsorge und in der Vorbereitung viel geändert und zum Glück darf auch ein Soldat sich Hilfe suchen, ohne dafür ausgelacht zu werden. Da hat sich viel geändert, auch gesellschaftlich.
Ich danke dir für deine Rezension und habe mich gefreut, mich mit einem weiteren Bundeswehrkenner austauschen zu können.

rekcadnuh

vor 3 Jahren

6. Feedback / Rezensionen
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http://www.lovelybooks.de/autor/Connie-Roters/Tod-in-der-Hasenheide-1088684997-w/rezension/1097483098/

amazon und einige weitere Foren folgen :)

Liebe Grüße

sunny2014

vor 3 Jahren

6. Feedback / Rezensionen
@rekcadnuh

Vielen Dank auch dir für deine tolle Rückmeldung :)

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