Connie Willis Dunkelheit

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Inhaltsangabe zu „Dunkelheit“ von Connie Willis

Oxford in England im Jahr 2060 – Ein Trio von Zeitreisenden bricht auf in den Zweiten Weltkrieg, um ihn aus sicherer Distanz zu studieren. Doch als sie ihr Sicherheitsnetz verlieren und von der Geschichte überrannt werden, stecken sie plötzlich selbst mitten in den chaotischen Ereignissen der schrecklichen Ära ...

Ein sensationeller Auftakt zu einer zweiteiligen Reihe. Tiefgründig - fesselnd - recherchiert - einfach ergreifend!

— Treat2402

Über große Strecken großartig

— Charlea

Ich hatte mir etwas vollkommen anderes vorgestellt

— Frau-Aragorn

Historischer Roman Willis-typisch als Sci-Fi getarnt. Sehr weitschweifig. Abbruch übelst mittendrin - man kommt nicht um Teil 2 herum.

— alasca

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    Dunkelheit

    Treat2402

    20. October 2017 um 12:56

    Obwohl Connie Willis in den USA eine vielfach ausgezeichnete Autorin ist war sie mir bis zu diesem Buch nicht bekannt. Rein zufällig stieß ich beim Schlendern auf "Dunkelheit" und war sofort vom düsteren Cover eingenommen.Klappentext:Oxford im England des Jahres 2060. Ein Trio von Zeitreisenden bricht auf in den zweiten Weltkrieg. Die drei möchten die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts aus sicherer Distanz studieren. Doch als sie ihr Sicherheitsnetz verlieren und von der Geschichte überrannt werden, stecken sie plötzlich selbst mitten in den chaotischen Ereignissen dieser schrecklichen Ära. Wer sich ein bisschen für Zeitreisen interessiert, etwas mit dem zweiten Weltkrieg anfangen kann und sich beim Lesen gern einige Stunden Zeit nimmt (Band 1 und 2 kommen zusammen auf über 1500 Seiten) der kommt hier voll auf seine Kosten.Über die Geschichte an sich möchte ich gar nicht viel sagen, der Klappentext verrät eigentlich genug. Eine ganz große Stärke der Autorin ist es die einzelnen Protagonisten so detailverliebt und authentisch darzustellen, dass man irgendwann das Gefühl bekommt: "Die kenne ich. Das sind Freunde von mir". Selten konnte ich mich in letzter Zeit so in ein Buch einfühlen. Ich habe mitgefiebert, Luftangriffe in London erlebt. Bin mit den Protagonisten durch Hochs und Tiefs gegangen. Ein weiteres Highlight der Bücher sind die Dialoge die keineswegs konstruiert oder geplant erscheinen. Zusammen mit dem zweiten Band "Licht" eine gelungene, fesselnde und teilweise aufwühlende Geschichte. Definitiv etwas für Geschichtsfans und für lange triste Herbsttage.Leseempfehlung!!

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  • Willis Dunkelheit - eine Reise in das London des 2. Weltkriegs

    Dunkelheit

    Schizothekare

    08. October 2017 um 13:52

    Das wir zweigeteilt sind, dürfte mittlerweile bekannt sein. Und so darf es nicht überraschen, dass uns eine zweiteilige Romanserie von Natur aus reizt. Der Reiz schlug beim Lesen in Interesse um und entwickelte sich in, von uns beiden geteilte, Euphorie. Troph übernehme bitte du, ich mag nicht gleich ins Schwärmen kommen. [Aber gern. Ein ganz schöner Brecher, den wir da in den Händen hielten. Aber zwei spannende Themen kombiniert: Zeitreisen und ein Teil der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in London. Wir springen in diesem Roman also immer zwischen dem Jahr 2060 und den Jahren 1940/1941 hin und her. 2060 gibt es in Oxford eine Art Zeitreise-Maschine,von welcher man sich, insofern man geschult ist, auf verschiedene Missionen gegeben kann. Ziel ist es immer, sich mit der jeweiligen Gegenwartsgeschichte auseinander zu setzen. Die Besonderheit an diesen Zeitreisen ist, dass die Protagonisten perfekt auf die Situation eingestellt werden. Implantierte Sprachchips sorgen für die nötige Authenzität des Dialekts. Die entsprechende Kleidung und ausgeklügelte Pläne sollen gewährleisten, dass die Reisenden nicht in Gefahr geraten. Sollte dies doch einmal der Fall sein, so besteht immer die Möglichkeit, dass ein Rettungsteam sie zurückholt. Ja, wie bereits schon oben angesprochen, geht die Reise unserer Protagonisten nach England zur Zeit des Zweiten Weltkrieg. Wir haben drei Charaktere mit denen wir hier reisen: Polly, Michael und Merope. Diese drei könnten natürlich unterschiedlicher nicht sein. Polly, die abenteuerlustige Person in diesem Kreise. Sie hat schon mehrere Zeitreisen hinter sich und schmuggelt sich geradezu in den Zweiten Weltkrieg, da sie noch unbedingt ein geschichtliches Highlight erleben möchte, um ihre Forschungen zu komplettieren.] Meines Erachtens ab und an ein wenig zu distanziert. Allerdings umgibt sie dadurch die Aura des Geheimnisvollen. [Michael, der einen genauen Plan des Reisens hatte, bestens vorbereitet war und dennoch umgeplant und aus der Bahn geworfen wurde]. Aus der Bahn geworfen ist wohl nicht der richtige Ausdruck. Vom unbeteiligten Beobachter einer Seeschlacht zu einem Lebensretter und vermeintlichen Helden zu avancieren, scheint mir mehr als nur ein wenig ab vom Weg gekommen zu sein. [Und natürlich, die liebe Merope. Meiner Meinung nach, der interessanteste Charakter in der ganzen Geschichte. Merope hat ihre erste Mission in den Zweiten Weltkrieg und will die Evakuierung der Kinder Londons erforschen. Dazu ist sie auf einen Landsitz geschickt worden, auf welchem diese evakuierten Kinder unterkommen. Dabei lebt sie nun mit zwei ganz besonderen Kindern: Alfie und Binnie. Diese beiden lassen die ganze Geschichte humorvoll erscheinen.] Die zwei größten Rotzgören, die wohl zu dieser Zeit auf der Insel lebten. Unglaublich anstrengend, unglaublich frech, unglaublich gewieft und genau deshalb so unglaublich sympathisch. Auch wenn diese Zwei ein ganzes Kinderheim während einer Quarantäne auf den Kopf stellen und so ziemlich alle Beteiligte in den Wahnsinn treiben. [Die Geschichte plätschert natürlich nicht zwischen diesen Situationen hin und her. Nein, ganz im Gegenteil. Nichts auf den Missionen läuft so, wie es laufen soll. Es schwebt die ganze Zeit die Frage über den Personen: "Kann ich den Plan einhalten? Ist es hier so wie es sein sollte? Stimmt es mit den geschichtlichen Daten überein, die ich mir so sorgsam eingeprägt habe?" Connie Willis hat dies in einen genialen Stil gebracht.] Wohl wahr, wohl wahr. Ihre Art der Dialoge von mehreren Personen mit- und nebeneinander in Szene zu setzen, ist, so weit ich das beurteilen kann, einzigartig und so noch nicht gelesen worden. [Der Aufbau des Plots führt dazu, das man das gesamte Buch über keine Ahnung hat, wo genau es hinführt. Man lernt wirklich jede Facette der Personen kennen und kann jede Handlung nachvollziehen. Man fiebert wirklich bei jeder vermeintlich rettenden Aktion mit und wünscht sich, dass doch endlich etwas positiv verläuft. Aber scheinbar gibt es wirklich keinen Ausweg mehr . Zusammenfassend gibt es wirklich nur zu sagen: her mit dem zweiten Teil !!! Diese Mischung aus Zeitreisen und Geschichte ist toll. Ich habe gerade das Gefühl, ich kenne mich in den U-Bahn Stationen Londons in Zeiten des Zweiten Weltkriegs bestens aus und möchte unbedingt dieses verdammt schöne Kaufhaus besuchen, in dem Polly arbeitet. Man gebe mir den zweiten Band!] Mir bitte auch!

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  • Über große Strecken großartig

    Dunkelheit

    Charlea

    01. October 2017 um 18:03

    Cover / Artwork / Aufbau des Romans Ich liebe schwarz-weiß Fotografien und Gemälde, daher mochte ich das Cover von „Dunkelheit“ auf den ersten Blick. Als ich dann noch las, dass es sich um Historiker handelt, die in die Vergangenheit zurückreisen, hatte mich das Buch dann, bevor ich es auch nur aufgeschlagen hatte! Der Roman selbst wird aus der Sichtweise von verschiedenen Historikern geschrieben und liest sich daher in Rahmengeschichten, allerdings möchte ich an dieser Stelle betonen, dass jede Rahmengeschichte für sich mich gleichermaßen in den Bann ziehen konnte und mich das immerhin 700 Seiten umfassende Buch förmlich weg atmen lassen hat. Inhalt Der plot spielt aus heutiger Sicht in der Zukunft, in der es Historikern gelungen ist, mit Zeitmaschinen in die Vergangenheit zu reisen, um Geschehnisse zu beobachten, die ansonsten nur in Büchern beschrieben sind. Ein Eingreifen ist ihnen untersagt, denn es gilt nicht, die Vergangenheit zu ändern, sondern sie zu beobachten. Was an dieser Stelle recht langweilige klingt, ist es zu keinem Moment im Buch – im Gegenteil. Fazit Hätte ich nicht noch diverse Leserunden gehabt, an denen ich teilgenommen habe, hätte ich das Buch schon vor einer Ewigkeit rezensiert, da ich es wirklich gut fand. Die Protagonistin lassen die Geschichte förmlich vor meinen Augen aufleben und damit meine ich nicht die bloßen historischen Fakten, sondern Menschen, die wirklich damals gelebt haben, denn sie und ihre Schicksale sind es, die mir in Erinnerung bleiben und damit die Geschichte plastisch und transparent werden lassen. Warum ich nun nur 4 und nicht 5 Sterne gegeben habe liegt einfach daran, dass es mich wirklich gestört hat, dass das Buch einfach nur endet ohne wirklich zu Ende zu sein. Ich wusste, dass es mit „Licht“ einen Nachfolgeroman zu „Dunkelheit“ gibt, doch den ersten Teil dann einfach mehr oder weniger nur enden zu lassen, hat mich wirklich gestört. Dennoch ist es ein wirklich sehr gutes Buch und natürlich werde ich jetzt auch schnellst möglichst den zweiten Teil lesen.

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  • Interessant gemacht, aber deutlich zu voll

    Dunkelheit

    Frau-Aragorn

    09. September 2017 um 22:18

    Bei "Dunkelheit " handelt es sich um den ersten Teil des zweigeteilten Romans über die drei Zeitreisenden Merope, Michael und Polly.  Zunächst muss ich sagen, dass der Klappentext einigermaßen irreführend ist. Er gaukelt Sciencefiction vor, wo eigentlich gar keine zu finden ist. Klar kommen die drei ursprünglich aus dem Jahr 2060, aber 98% des Romans spielen im Jahr 1940. Somit gleicht er eher einem historischen Roman, als allem anderen. Als solcher ist er aber wirklich gut gemacht und interessant geschrieben. Allerdings ist das Buch einfach zu voll gepackt.  Handlungsstränge, die in der Mitte des Buches starteten wurden einfach nicht mehr weitergeführt,  die ständig wechselnde Zeitangabe verwirrt den Leser zusätzlich. Außerdem wird man von der Autorin einfach mitten in die Geschichte geworfen. Man versteht als Leser nicht, wie diese Zeitsprünge funktionieren,  das schmälert den Genuss sichtlich. Fazit: interessanter Roman, unter dem ich mir etwas ganz anderes vorgestellt hatte. Gespannt auf die zweite Hälfte 

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  • Studien über die Zivilbevölkerung Englands im 2. Weltkrieg

    Dunkelheit

    Thaliomee

    27. June 2017 um 17:53

    Cover, Titel und Beschreibung haben mich sofort angesprochen, um diesen Wälzer zu lesen brauchte ich dann aber doch eine Menge Durchhaltevermögen. Die Geschichte lebt von Details und den alltäglichen Erlebnissen der drei Hauptfiguren. Das Buch beginnt im Jahre 2060, in dem Zeitreisen möglich sind. Es gibt dabei bestimmt Begrenzungen, die im Buch allerdings nicht näher erläutert werden. So sollten Historiker, die in die Vergangenheit reisen (Reisen in die Zukunft sind anscheinend nicht möglich), die Geschichte nicht verändern. Deshalb werden geschichtlich wichtige Punkte gemieden. Auch begegnen sollten sie sich nicht, deshalb werden die Reisen von einigen Mitarbeitern eines Instituts genau geplant. Die drei Historiker Polly, Mike und Eileen möchten alle das Verhalten der Zivilbevölkerung in England während des zweiten Weltkriegs beobachten. Polly reist nach London und plant, die Nächte in den Schutzräumen, insbesondere U-Bahnhöfen zu verbringen. Dort möchte sie erleben, wie die Menschen mit den täglichen Gefahren der Bombenabwürfe umgehen und wie sie sich mit der Situation arrangieren. Mike reist in die Nähe von Dünkirchen um das Verhalten von Zivilisten im Blitzkrieg mitzuerleben, die den Soldaten geholfen haben. Eileens Ziel ist ein Anwesen auf dem Land, wohin Kinder aus London evakuiert werden. Dort hat sie zur Tarnung eine Stelle als Hausmädchen und versorgt die Evakuierten. Diese drei Geschichten wechseln sich ab und besonders Eileen und die Kinder haben es mir sehr angetan. Aber auch die anderen waren mir sympathisch und man kann ihre Erlebnisse gut mitverfolgen. Neben diesen drei Strängen werden aber auch andere Ereignisse eingeschoben und man wartet auf die große Zusammenführung und eine Entwirrung am Ende. Dieses Ende gibt es aber gar nicht, denn „Dunkelheit“ ist nur der erste von zwei Bänden. Auch der zweite Band „Licht“ ist noch einmal so lang und wird die Geschichte weiter erzählen. Dabei ist der Schreibstil zwar angenehm, aber durch die vielen Details, Personen und Sprünge nicht einfach zu lesen. Man braucht Geduld und muss hinnehmen, dass die Autorin manches schlicht nicht erklärt. Dafür wird man mit historischen Einblicken ins England während des Weltkriegs belohnt.

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  • Der Leser im Dunkeln...

    Dunkelheit

    Webbee

    05. May 2017 um 11:33

    Im Jahre 2060 sind Zeitreisen nichts Ungewöhnliches. Britische Historiker nutzen die Chance, Geschichte hautnah vor Ort zu studieren. Sie lassen sich zu historisch relevanten Ereignissen schicken, um zu beobachten und am damaligen Leben teilzunehmen.Drei Historiker bereisen die Zeitspanne zwischen Mai und Oktober 1940, um den Blitzkrieg gegen England, die Evakuierung der Bevölkerung sowie die Rettung von Soldaten aus Dünkirchen zu beobachten. Trotz akribischer Planung geht etwas schief: Als eigentlich Unbeteiligte werden sie in Ereignisse verwickelt, die nicht hätten passieren dürfen. Als Folge finden sie die „Ausgänge“ in ihre Zeit nicht mehr und entgehen nur knapp dem Tod. Neben der Angst, nie mehr nach Hause zu gelangen, fürchten sie nun, die geschichtlichen Abläufe durch ihre Handlungen beeinflusst zu haben.„Dunkelheit“ ist ein Science Fiction-Roman vor historischer Kulisse. Willis beschreibt das Leben im England des Jahres 1940 nahezu erschöpfend detailliert und liefert so interessante Einblicke in den damaligen Alltag und der Bevölkerung. Dies ist jedoch leider das einzig Positive, was man dem Roman attestieren kann.Angefangen bei den Hauptpersonen, die – obwohl Wissenschaftler – durchweg auf absurde Weise unbedarft und naiv agieren, über die drei Handlungsstränge, die gänzlich ohne Spannung und Höhepunkte auskommen, bis hin zu einer Zeitreisetechnologie, über deren technische Aspekte kein Wort verloren wird und die lediglich mit Platzhaltern wie „Vorhang“ und „Bühne“ illustriert wird. Die Krönung markiert das Ende des Buches, das gar keines ist, sondern lediglich der Verweis auf einen auf zwei Teile angelegten Roman. Die Lektüre endet ohne den Ansatz eines sinnvollen Abschlusses oder auch nur einen halbwegs spannenden Cliffhanger. Eine herbe Enttäuschung!

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  • Zeitreise ins England des Zweiten Weltkrieges

    Dunkelheit

    sechmet

    29. April 2017 um 09:04

    Zeitreisen sind möglich – zumindest im Jahre 2060. In Oxford haben Historiker die Möglichkeit in die Vergangenheit zu reisen, um die Geschehnisse selbst mitzuerleben. Drei Historiker entscheiden sich für den Zweiten Weltkrieg. Alle drei gehen an verschiedene Orte in England um das Jahr 1940 dort zu erleben bzw. genauer gesagt, um die Menschen dieser Zeit zu beobachten, wie diese mit den Geschehnissen um sie herum umgehen. Doch dann verlieren die drei Historiker ihr Sicherheitsnetzt…An den Schreistil von Connie Willis musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, aber dann ließ sich das Buch hervorragend lesen. In diesem Buch sind nicht nur die Hauptcharaktere hervorragend ausgearbeitet, sondern auch die Nebenfiguren. So leidet man stellenweise schon mit den Nebenfiguren mehr mit, als mit den drei Hauptfiguren. Aber gerade das macht dieses Buch so lesenswert. Denn hier ist alles so fantastisch ausgearbeitet, dass es alles andere als oberflächlich ist. Bei diesem Buch hat man das Gefühl tatsächlich im Jahre 1940 zu sein.Obwohl es in dem Buch einige Längen gibt, kommt aber immer wieder genau im richtigen Moment der Spannungsbogen, der nötig ist, dass man das Buch doch nicht aus der Hand legt. Leider kommt bei Story der SF-Anteil deutlich zu kurz. Aber wenn man sich trotzdem auf dieses Buch einlässt, ist es absolut fantastisch. Selten bewegt mich ein Buch so sehr wie dieses. Und komischerweise sind es ausgerechnet einige der Nebenfiguren an die ich immer denken muss. Glücklicherweise gibt es ja noch die Fortsetzung „Licht“. Auch wenn es nicht gerade wirklich ein SF-Buch ist, mal abgesehen von dem Zeitreisenaspekt, ist es alles in allem ein sehr gutes Buch. Und gerade weil wir hier hauptsächlich den historischen Bereich haben, kann ich dieses Buch jedem empfehlen. Dieses Buch wird sicherlich auch alle begeistern, die für SF nichts übrig haben, dafür aber gerne etwas eher Zeitgenössisches / historisches lesen. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen.

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  • Zeitreise in den zweiten Weltkrieg

    Dunkelheit

    Ceciliasophie

    12. April 2017 um 19:33

    Drei zeitreisende Historiker brechen im Jahre 2060 auf, um die Geschehnisse und Personen im zweiten Weltkrieg zu beobachten und zu dokumentieren. Eileen möchte das Verhalten der Evakuierten auf dem Land in England studieren, Polly das Verhalten der Londoner in Schutzräumen und Mike möchte den Blitzkrieg in Dünkirchen beobachten. Was als wissenschaftlicher Ausflug gedacht war, entwickelt sich jedoch schnell zu einem echten Abenteuer, denn sie stecken mitten in England 1940 fest. Die Charaktere waren mir alle sehr sympathisch und ich begleitete sie gerne. Ich fieberte mit ihnen mit, litt und lachte. Doch auch etliche der Nebenfiguren haben es mir angetan, wie zum Beispiel ein evakuiertes Geschwisterpaar, das Eileen versorgt oder Colin, ein junger Mann aus dem Jahr 2060, der sehr ehrgeizig, jedoch noch zu jung ist, um ein Zeitreisender zu sein. Die Geschichte hat gewisse Längen und das nicht nur ab und an, sondern immer wieder. Doch genau das gefiel mir sehr gut, denn dies waren Passagen, in denen mir vor Augen geführt wurde, in welcher Situation sich die Charaktere und der Leser als Begleiter befinden. In denen man sich das Übel versuchte vorzustellen, die Reaktion der Menschen nur bewundern konnte oder einfach nur glücklich war, in der heutigen Zeit leben zu können. Diese Szenen wurden in meinen Augen zwar einfühlsam geschrieben, doch niemals beschönigt. Ich bin kein Kind des Krieges, noch nicht mal eines des Mauerfalls. Doch gerade in Berlin - meiner Heimatstadt - und den Köpfen der mir vorangegangenen Generationen lebt er weiter und wird durch Erzählungen und Berichte weitergetragen. So weiß man natürlich, was im Groben passiert ist. Doch so geschildert bekommt das Erzählte eine ganz andere Präsenz. Dies ist natürlich in jedem geschichtlichen Roman, der in dieser Zeit spielt ebenso. Doch gerade dadurch, dass es sich um Menschen handelt, die in die Vergangenheit reisen, bekommt das ganze ein ganz anderes Gefühl. Was mich jedoch störte war, dass es keinen klaren roten Faden gab. Bis zum letzten Viertel des Buches waren es einfach nur Kurzgeschichten aus dem Leben in der Vergangenheit der einzelnen Charaktere, die zwar immer wieder an die einzelnen Handlungsstränge anschlossen, doch kein klares Ziel erkennen ließen. Nach und nach konnte ich mir natürlich denken, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln würde, doch 500 Seiten für eine solche Entwicklung sind in meinen Augen etwas zu viel. Der Schreibstil gefiel mir sehr gut und transportierte Emotionen sehr gut. Auf wenn das Buch seine eben beschriebenen Längen hatte, las ich zackig die Kapitel. Man darf nicht den Fehler machen und das Buch für zu lange Zeit liegen lassen. Diesen Fehler beging ich nach den ersten Kapiteln und ich musste mich fast zwingen, das Buch weiterzulesen, da meine Motivation deutlich abgenommen hatte. Nachdem ich die erste Phase jedoch überstanden hatte, las ich die restlichen 600 Seiten fast an einem Stück durch.Ich werde definitiv den zweiten Band lesen, doch brauche ich fürs Erste eine kleine Pause von dieser Geschichte. Da der zweite Teil über 800 Seiten lang ist und das Thema nicht gerade leicht verdaulich ist, braucht man wirklich viel Zeit für diese Reihe.Von daher vergebe ich 4 Sterne für diesen Band und spreche eine klare Leseempfehlung an alle Zeitreisen-Fans aus, aber auch eine für alle geschichtsliebenden Leser. Ein interessanter Blickwinkel auf ein wichtiges Thema und eine ebenso wichtige Zeitepoche.

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  • Leserunde zu "Dunkelheit" von Connie Willis

    Dunkelheit

    Cross-Cult_Verlag

    DUNKELHEIT - Ein Must-Read für Sci-Fi- & Zeitreise-Fans!      Oxford 2060. Drei Zeitreisende machen sich auf den Weg in den Zweiten Weltkrieg. Sie wollen als Beobachter die Ereignisse dieser finsteren Zeit dokumentieren und analysieren.        Seit Anfang des 21. Jahrhunderts sind in Connie Willis Sci-Fi-Roman „Dunkelheit“ Zeitreisen entdeckt. Mit Hilfe eines Portals gelangen die Wissenschaftler in die Vergangenheit, die Maschine schickt die Historiker nicht nur zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort, sondern verhindert auch Zeitparadoxen, indem sie die Zeit automatisch anpasst. Ein Wissenschaftlicher kann also zum genau berechneten Zeitpunkt in der Vergangenheit landen oder Minuten, Monate oder sogar Jahre später.      I m ständigen Wechsel zwischen dem 2. Weltkrieg und der gar nicht so entfernten Zukunft 2060 spielt „Dunkelheit“ und entführt seine Leser in eine spannende Geschichte aus Vergangenheit und Zukunft. Seid ihr bereit für eine außergewöhnliche Zeitreise?     Zur Autorin: Connie Willis ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Autorin. Sie gewann bereits zahlreiche Preise führ ihre Werke, darunter acht Nebula Awards und elf Hugo Awards. Willis schreibt neben Science-Fiction-Roman auch Jugendbücher und Kurzgeschichten.    Und darum geht’s genau in „Dunkelheit“: Oxford im England des Jahres 2060 – Ein Trio von Zeitreisenden bricht auf in den Zweiten Weltkrieg.Die drei möchten die Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts aus sicherer Distanz studieren. Doch als sie ihr Sicherheitsnetz verlieren und von der Geschichte überrannt werden, stecken sie plötzlich selbst mitten in den chaotischen Ereignissen dieser schrecklichen Ära.Der erste Teil der auf zwei Bücher angelegten Geschichte um die Zeitreisenden wird in diesem Jahr mit „Licht“ fortgesetzt. Und so könnt ihr teilnehmen: Beantwortet uns bis einschließlich 19. Februar 2017 die folgende Frage und gewinnt eines von 10 Exemplaren*: An welchen Ort und in welche Zeit in der Vergangenheit würdet ihr als Wissenschaftler gerne reisen? Welches Ereignis würdet ihr gerne mit eigenen Augen beobachten und dokumentieren - vielleicht auch verändern? * Bitte denkt dran, die Teilnahme an der Leserunde beinhaltet selbstverständlich einen Austausch innerhalb der Leseabschnitte sowie eine Rezension zum Buch. Wir freuen uns auf eine tolle Diskussion!

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    • 134
  • Gefangen in der Vergangenheit...

    Dunkelheit

    chipie2909

    25. March 2017 um 17:40

    Ich liebe Romane, die von Zeitreisen handeln und so kam ich natürlich auch nicht an diesem Werk vorbei, das gut 700 Seiten umfasst. Meine Vorfreude war riesig und wir begeben uns auf den ersten Seiten ins Jahr 2060, wo Reisen in die Vergangenheit unter den Historikern üblich waren. Die Charaktere finde ich richtig gut gezeichnet und Eileen (bzw. Merope), Polly, Mike, aber auch Colin und Charles waren mir sofort sympathisch. Und ich habe richtig mitgelitten, als es gleich zu Anfang große Probleme gab, denn einige Einsätze, die vorallem den Zweiten Weltkrieg betrafen, wurden ohne Begründung verschoben, was unsere Historiker zum Teil in große Bedrängnis brachte. Doch dann war’s geschafft, Eileen war bei ihrem Einsatzort um evakuierte Kinder zu beobachte, Polly sollte sich als Verkäuferin unter die Gegenwärtler mischen und auch Mike kam in Kriegszeiten an. Doch nichts verlief so, wie geplant und plötzlich war keine Rückkehr mehr ins Jahr 2060 möglich… Mehr zur Handlung möchte ich hier jetzt nicht verraten. Vom Start ins Buch war ich begeistert, es versprach Spannung, auch wenn ich mich erstmal von den vielen Charakteren und Begebenheiten etwas erschlagen fühlte. Doch ich dachte, das legt sich mit der Zeit und mit dem Lesefortschritt. Und als ich dann endlich alles in meinem Kopf koordiniert hatte, kamen neue Protagonisten hinzu, was mich ehrlich gesagt wieder komplett zurück geworfen hat. Mir wäre es lieber gewesen, wenn es weniger Charaktere gäbe und damit die Möglichkeit, sich viel besser in die einzelnen Personen reinzuversetzen. Zudem waren mir bei ein paar Protagonisten auch deren Sinn in der Geschichte nicht ganz klar. Im Klappentext hieß es, es gäbe drei Historiker in der Vergangenheit, doch plötzlich tauchten da noch ganz andere Zeitreisende auf, was mich teilweise sehr irritierte und deren Sinn mir vollkommen unklar war. Aber vielleicht klärt sich da mehr im Nachfolgeband. Die erste Hälfte des Buches war somit gespickt mit Verwirrungen und Irritationen. Auch die Spannung, die ich anfangs spürte, wich immer mehr und teilweise plätscherte das Buch so dahin ohne nennenswerte Ereignisse. Deshalb hoffte ich sehr, dass die zweite Hälfte dieses Werks mich mehr mitreißen würde. Und das traf zum Glück erstmal ein! Das Buch schaffte meine gewünschte Wendung und ich fing wieder an, mit Mike, Eileen und Polly mitzufiebern. Nach der Durststrecke baute sich eine Spannung auf und ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie es mit den dreien weitergeht. Die Autorin hat den Protagonisten so gekonnt Leben eingehaucht, so dass ich die Panik und Verzweiflung richtig spüren konnte. Dennoch wurde ich erneut enttäuscht, denn die Spannungskurve sackte leider auch wieder ab und die Geschichte fing wie schon gehabt an, sich in die Länge zu ziehen. Meiner Meinung nach hätte es diesem Buch gut getan, etwas kürzer auszufallen. Ich bin hin- und hergerissen, einige Kapitel sind so spannend erzählt, dass ich es kaum erwarten konnte, weiterzulesen und dann gibt es wieder Abschnitte, die einfach vor sich hinplätschern und ich mich richtiggehend aufraffen musste, weiterzulesen. Sehr schade, denn im Grunde finde ich den Schreibstil der Autorin klasse! Auch das Ende ließ mich enttäuscht zurück. Es war von Anfang an klar, dass es eine Fortsetzung geben wird, aber der hier hinterlassene "Cliffhanger" wirkt auf mich eher so, als wär einfach mitten im Kapitel der Rest abgeschnitten worden. Zumindest ein paar Klärungen hätte ich mir in diesem Band noch gewünscht, dafür weniger Nebensächlichkeiten. Fazit: Die Grundidee finde ich super, nur mit der Umsetzung hat es meiner Meinung nach nicht richtig geklappt. Dabei beweist die Autorin in einigen Kapiteln, dass sie es eigentlich drauf hat, Spannung zu erzeugen. Aber mir war dieses Werk einfach zu langatmig, mit zu wenigen Ereignissen, die wirklich fesseln. Ich glaube leider nicht, dass ich die Fortsetzung lesen werde. Die ganze Geschichte und auch das Ende haben mich nicht so wie erhofft mitgerissen, deshalb muss ich nicht unbedingt erfahren, wie es mit den Zeitreisenden weitergeht...

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  • „Licht“, man gebe mir Licht!

    Dunkelheit

    sursulapitschi

    20 Jahre nach „Die Farben der Zeit“ schickt Connie Willis ihre Oxford Time Travel-Gesellschaft noch einmal ins Rennen, erhält dafür den Hugo-, den Nebula- und den Locus-Award und ist in Deutschland weitgehend unbekannt. Wie kann das sein? Ich bin schon lange bekennender Connie Willis Fan und auch dieses Mal wieder restlos begeistert. Es ist 2060. In Oxford erforscht man am historischen Institut schon seit Jahren die Vergangenheit durch Zeitreisen. Historiker können ihr spezielles Forschungsgebiet persönlich besuchen, allerdings unterliegt so eine Forschungsreise strengen Regeln und aufwendiger Vorbereitung. Professor Dunworthy leitet die Einsätze mit Umsicht und fester Hand, auch wenn er immer gerade nicht da ist. Im Augenblick ist allerdings irgendetwas aus dem Ruder geraten. Verschiedenste Reisetermine müssen kurzfristig verlegt werden. Historiker müssen kurz vor ihrem geplanten Einsatz umdisponieren. Auch wenn man es hier mit Science-Fiction zu tun hat, merkt man schnell: Dieses Buch ist anders als alles, was man sonst so zu lesen bekommt. Die physikalischen Voraussetzungen für Zeitreisen sind hier eher uninteressant. Die historische Gesellschaft verströmt auch im Jahr 2060 altehrwürdigen Forschergeist, englische Noblesse mit einer Spur Snobismus und britischem Humor. Um zeitzureisen muss man ein Netz umgelegt bekommen, geht durch den Vorhang und landet auf seiner Bühne. Das ist einfach, skurril und sehr charmant. Probleme gibt es trotzdem. Drei Historiker scheinen 1940 zu stranden. Polly will den Blitzkrieg in London erleben, Eileen interessiert sich für evakuierte Kinder auf dem Land und Mike möchte die Helden der Evakuierung von Dünkirchen kennen lernen. Sie sind gut vorbereitet, für ihre Sicherheit in den Krisengebieten des zweiten Weltkriegs ist gesorgt, aber plötzlich funktioniert die Verbindung zur Basis nicht mehr. Auf sich allein gestellt, müssen sie unerwartet echten Gefahren trotzen. Der Leser macht hier tatsächlich eine Zeitreise. Mit den Protagonisten wird man mitten ins Kriegsgeschehen geworfen und erlebt den Alltag der kleinen Leute plastisch, mitreißend und nachvollziehbar. Polly, Eileen und Mike müssen für ihr Überleben sorgen. Dazu muss man im Londoner Bombenhagel auf Jobsuche gehen, eine Unterkunft und sichere Schutzkeller finden. Polly lernt die „Gegenwärtler“ besser kennen, als sie je wollte und man begleitet sie, ist mittendrin in den Kriegswirren.Connie Willis lässt einen ein Stückchen Historie miterleben auf eine ganz ungewohnte Art, dafür aber umso eindrucksvoller. Mit sehr britischem Humor, Liebe zum Detail und echter Erzählkunst reißt sie den Leser mit. Wie auch bei ihren vorangegangenen Büchern war ich nach kurzer Zeit maximal gefesselt. Man braucht ein bisschen Eingewöhnungszeit, wird man doch einfach mitten ins Chaos geworfen. Aber schon nach ein paar Seiten lässt einen dieses Buch nicht mehr los.„Dunkelheit“ ist ein großartiges Buch, fesselnd, originell und auch witzig, aber leider nur der halbe Spaß. Das Buch wurde in zwei Teilen herausgegeben, um den Lesern keinen 1500 Seiten Schinken zuzumuten. Deshalb hört es auch einfach mittendrin auf, was schlecht ist, weil man noch immer nicht weiß, was denn wohl die Zeitreisen behindert. Andererseits hat man auch noch 850 Seiten dieser aufregenden Geschichte vor sich. Ich bin wieder begeistert und freue mich auf mehr. „Licht“, man gebe mir Licht!  

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    • 4
  • Alltag und Heldentum, Ängste und Hoffnungen mutiger Menschen im Großbritannien des Jahres 1940

    Dunkelheit

    faanie

    19. March 2017 um 18:44

    Zeitreisen unterliegen besonderen Gesetzen, die verhindern, dass die Zukunft verändert wird. Doch was passiert, wenn diese Gesetze nicht mehr gelten würden? Wir befinden uns zu Beginn von Dunkelheit im Jahr 2060, eine Gruppe Historiker reist durch die Zeit um als stille Beobachter Zeitgeschichte zu dokumentieren. Was dann aber folgt ist weniger Science Fiction als ein fundierter und brillant recherchierter Einblick in das Jahr 1940 zu Kriegsbeginn in Großbritannien.Drei Zeitreisende begeben sich an drei verschiedene Orte Großbritanniens, um Heldentum zu studieren. Diese Helden werden aber nicht in den Reihen der Royal Air Force oder ähnlichem gesucht, sondern in der normalen Bevölkerung, die in der schweren Zeit des Krieges über sich hinauswächst. Die Geschichte startet schleppend, man lernt viele Zeitreisende kennen und wenn man – wie ich – nicht Willis‘ Die Jahre des schwarzen Todes gelesen hat, ist das ganze Zeitreisen zu Beginn höchst kompliziert: Damit die Historiker zwischen all den sogenannten Gegenwärtlern nicht herausstechen, bereiten sie sich intensiv auf ihre Einsätze vor, bekommen z.B. passende Kleidung. Sie haben aber auch die Möglichkeit, sich mit Infos gefütterte Implantate einsetzen zu lassen. Diese beinhalten dann etwa einen amerikanischen Akzent oder auch geschichtliche Daten – wer könnte sich schon alle Bombeneinschläge Londons merken? Schwierig ist es, eine passende Bühne zur Landung in der entsprechenden Zeit zu finden. Der Vorhang in die Vergangenheit öffnet sich nur, wenn kein Gegenwärtler mitbekommen kann, dass sich dieser öffnet und einen Zeitreisenden ausspuckt. In äußerst turbulenten Zeiten – wie es der Zweite Weltkrieg zweifellos war – ist auch noch das Problem der Gleitung zu beachten, quasi eine Abweichung in Zeit oder Ort vom eigentlichen Ziel. Mit diesem Wissen ausgestattet folgen wir hauptsächlich drei Zeitreisenden in die Vergangenheit:Merope, welche sich 1939 Eileen nennt, befindet sich als Hausmädchen in Warwickshire und verfolgt die Evakuierung Londoner Kinder in die Grafschaft nördlich der Hauptstadt, da die Lady des Haushalts einem Teil dieser Kinder Obdach gewährt.Mike wird nach einigem Hin und Her entgegen seinen bisherigen Plänen ins Dover des Jahres 1940 geschickt. Er ist als amerikanischer Kriegsberichterstatter des Omaha Observer getarnt, um die Evakuierung von Soldaten aus dem französischen Dünkirchen zu beobachten, welche von englischen Zivilisten über den Kanal durchgeführt wurde.Polly reist ebenfalls 1940 in die Londoner Oxford Street um den Blitzkrieg zu dokumentieren. Sie soll sich dabei als Verkäuferin bewerben und die mutige Londoner Bevölkerung begleiten, die den Luftangriffen fasst gleichmütig gegenüber steht. Im Rahmen dieser drei großen Storylines lernen wir den englischen Alltag im Zweiten Weltkrieg kennen, fundiert recherchiert und mit Willis‘ Schreibstil auch trotz oft fehlender Spannung nie wirklich langweilig. Wer hier jedoch einen aufregenden Zeitreiseroman mit geänderter Zukunft, einem toten Hitler und verrückten Zeitschleifen erwartet, der wird enttäuscht sein. Dieses mögliche Potential wurde nicht ausgeschöpft, was aber wohl auch im Sinne der Autorin ist – sonst hätte sie es gemacht.Wie der Klappentext verrät, läuft nicht alles wie am Schnürchen. Zeitreisen bringen enorme Probleme mit sich. So gehen die Historiker in turbulenten Zeiten verloren, gefangen in den Wirren des Krieges. Werden sie zurückkehren können?Fazit: Connie Willis schafft weniger eine Science Fiction-Geschichte als vielmehr einen fundierten historischen Einblick in das Großbritannien zu Zeiten den Zweiten Weltkrieges. Lässt man sich darauf ein, dass Dunkelheit ein Roman ist, der viel vom Alltag der Protagonisten erzählt, der viel Banalitäten beschreibt, aber auch die Hoffnungen, Ängste und den Mut der Menschen dieser Ära, wird mit einem Buch belohnt, dass vielleicht nicht immer spannend ist, aber trotzdem nie wirklich langweilig wird. Wer auf viel Action steht, dem rate ich von diesem Buch ab. Wer die Schrecken des Zweiten Weltkrieges aus der Sicht der Briten sehen möchte, wer von Mut und Menschlichkeit am Tiefpunkt des 20. Jahrhunderts lesen möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. 4 Sterne für Dunkelheit, von dem ich anderes erwartet habe, aber trotzdem überzeugt wurde. So überzeugt, dass ich den zweiten Teil Licht mit Sicherheit lesen werde.

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  • Historische Science-Fiction oder auch: Das Sub-Genre der Zeitreisen

    Dunkelheit

    TamiraS

    05. February 2017 um 11:39

    Mit dem zweiten Teil aus der Doomsday-Book-Reihe hat Connie Willis erneut zu 100% Prozent meinen Geschmack getroffen. Bei dem ersten Teil handelt es sich um Die Jahres des schwarzen Todes, jedoch kann - meiner Meinung nach - Dunkelheit ohne den Vorgänger gelesen werden. Der dritte Teil - Licht, der im Februar 17 erscheint - schließt jedoch direkt an die Ereignisse des Bandes Dunkelheit an.   Die Geschichte beginnt sechs Jahre nach der Geschichte um Kivrin und ihrer Zeitreise ins Mittelalter (Die Jahre des schwarzen Todes) und ihrem Leben zwischen den Menschen, die gerade von der Pest heimgesucht werden. Wir treffen auch im zweiten Teil wieder auf einige Charaktere (Dunworthy, Badri und, was mich begeisterte, Colin, der  nichts von seiner liebenswert lockeren und teilweise etwas wenig vorausschauenden Art verloren hat), jedoch kreist die Handlung um unsere drei Protagonisten. Polly, Merope "Eileen", und Mike - drei junge Historiker, die im Jahr 2060 zurück in den zweiten Weltkrieg geschickt werden, um dort - jeder an anderer Stelle - die Geschichte zu studieren. Bereits vor Antritt ihrer jeweiligen Reise haben die drei mit Problemen zu kämpfen, denn ihre Einsätze wurden immer wieder aus neue verschoben und das, ohne dass man den Grund dafür erfährt. Doch da die Historiker befürchten, Professor Dunworthy, der für seine fast schon übertriebene Vorsicht bekannt ist, könnte ihre Reisen in Zeiten des Blitzkriegs in London (und Umgebung) kurzfristig als zu gefährlich einstufen, stürzen sie sich schnellst möglich in ihre Reisen. Sie schaffen es auch alle drei in die Vergangenheit, nur beginnen dort einige Dinge nicht so zu laufen, wie sie eigentlich laut der Geschichte hätten laufen sollen ...   Der Roman wird als Science-Fiction eingestuft, was jedoch vielleicht für einen "richtigen" Science-Fiction-Leser, der Raumfahrt und andere Planeten erwartet, schwer enttäuschend sein wird, denn wir befinden uns - im Gegensatz zu "Die Jahre des schwarzen Todes" fast ausschließlich im Jahr 1940 und 1944 - also immer in der Vergangenheit. Und auch wenn unsere Historiker aus der Zukunft kommen, müssen sie sich der damaligen Zeit anpassen, um nicht aufzufallen. Aber auch für Leser historischer Romane ist das wohl nicht das richtige Buch, denn da unsere drei Personen alle aus dem Jahr 2060 stammen, denken sie auch nicht wie Leute aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Ebenso sind Leute, die gerne von Schlachten, Kriegszügen und Intrigen lesen nicht gut mit diesem Roman beraten, denn wir begleiten unsere drei mehr oder weniger nur durch den Alltag. Merope, die sich im Jahr 1940 Eileen nennen muss, arbeitet als Hausmädchen in einem ländlichen Anwesen und kümmert sich dort um die aus London evakuierten Kinder. Mikes Tarnung ist die eines amerikanischen Kriegsberichterstatters, der an der Küste die "Helden des Kriegsalltags studieren will" und Polly befindet sich die ganze Zeit über in London und arbeitet dort als Verkäuferin in einem großen Kaufhaus. Sie möchte die Londoner studieren, die für ihr tapferes Verhalten während der Zeit, in der viele Bomben über London abgeworfen wurden, berühmt waren. Alle drei geraten in Abenteuer, die ich unfassbar gern gelesen habe, die jedoch vielleicht nicht als nervenzerreißend spannend bezeichnet werden können.   Doch wenn einem das alles bewusst ist, erwartet einen ein Buch voller Abenteuer, liebenswerter, cleverer und tapferer Charaktere, großartiger Dialoge und ein Schreibstil, der tatsächlich seines Gleichen sucht.   Bereits im 1. Teil der Reihe habe ich mich völlig in die Geschichte verloren, denn Connie Willis hat ein großes Talent für Charaktere und Dialoge. Jeder ist auf seine Art einzigartig und doch so, als könnte man eben diesen Menschen überall auf der Straße begegnen. Der Stil ist flüssig und dadurch einfach toll zu lesen. Man merkt, dass es so gut geschrieben ist, dass man nicht über die Schreibe nachdenkt - etwas, das mir bei vielen anderen Romanen schwer fällt. Gut gefallen haben mir auch die Zeitreisen und deren System an sich, denn die Zeitreisegesetze in dieser Geschichte sollen das Paradoxon verhindern, dass Historiker die Geschichte verändern können. So z. B. öffnet sich der Vorhang, durch den der Zeitreisende in die Vergangenheit reist, nur dann, wenn es sich um den gewählten Ort nicht um einen sog. Brennpunkt handelt - also einen Ort, an dem die Geschehnisse der Geschichte beeinflusst wurden. Ebenso kann es passieren, dass ein Historiker mit einer Gleitung rechnen muss - eine Art Zeitverschiebung, die den Historiker erst später in der Vergangenheit eintreffen lässt.   Zu Recht hat Connie Willis mit ihrer Geschichte erneut den Hugo- und den Nebula-Award als besten Roman des Jahres gewonnen.   Noch lobend zu erwähnen sei hier der Cross-Cult-Verlag, der Gott sei Dank die beiden Romane (Blackout / All Clear) von Connie Willis ins Deutsche übersetzt hat. Es handelt sich um eine wirklich gute Übersetzung (beim Lesen aufgefallen sind mir zwei das/das-Fehler), einzig etwas negativ ist der doch sehr hohe Preis für die broschierte Ausgabe, was wahrscheinlich an einer geringeren Auflage liegt. Dafür sind die Kindle-Ausgaben sehr günstig. Für mich war der Roman aber das Geld mehr als wert.   Mein Abschluss-Plädoyer: Dieses Buch ist für alle Nischen-Leser - solche, die sich in vielen Genres heimisch fühlen und sich nicht zu sehr auf ein bestimmtes Thema versteifen. Diese Leser erwartet einen eine wirklich tolle Geschichte.

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