Der Roman besteht aus Briefen, fast alle geschrieben von einer Frau an ihren Geliebten. Sie ist Witwe und möchte ihren Freund heiraten. Doch er „kann“ nicht, weil diese Heirat möglicherweise sein Erbe gefährdet. Also treffen sich die Liebenden heimlich. Eines Tages beobachtet sie, wie er eine andere Frau nach Hause begleitet und schreibt ihm innerhalb von 24 Stunden mehr als 40 verzweifelte, teilweise extrem lange Briefe voller schwülstiger Vorwürfe, die er nicht beantwortet. Deshalb vermeint sie, vor Kummer zu sterben.
Die Geschichte spielt um 1800, was die seltsame und für mich doch recht interessante Wortwahl erklärt und die übertriebene Sicht der Liebe als etwas Heiliges, es geht um Pflicht und Opfer.
Als angenehm empfand ich vor allem den Nachsatz, der vieles erklärt. Das überaus ausführlichen Nachwort von Karl-Heinz Ott war für meine Begriffe ebenso überflüssig wie das Vorwort der Autorin, in dem sie einer Freundin in einem Brief umständlich die Beweggründe für ihren Briefroman erklärt.
Insgesamt gesehen bin ich froh, dieses vor allem in seiner Sprache ungewöhnliche Büchlein entdeckt zu haben und werde es in meinem Bücherregal einordnen.




