Constantin Schreiber

 4,2 Sterne bei 53 Bewertungen
Autor von Die Kandidatin, Inside Islam und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Constantin Schreiber

Constantin Schreiber, geboren 1979, moderiert die Tagesschau und ist einer der besten Kenner der arabischen Welt. Für die deutsch-arabsische Talkshow Marhaba – Ankommen in Deutschland, in der er Geflüchete das Leben in unserem Land erklärt, wurde er 2016 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Mit seiner 2019 gegründeten Deutschen Toleranzstiftung setzt er sich für interkulturellen Austausch im In- und Ausland ein. Seine Bücher Inside Islam und Kinder des Koran waren Spiegel-Bestseller. Bei Hoffmann und Campe erschien von ihm zuletzt Marhaba, Flüchtling! (2016). Schreiber lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Constantin Schreiber

Cover des Buches Die Kandidatin (ISBN: 9783455010640)

Die Kandidatin

 (22)
Erschienen am 06.05.2021
Cover des Buches 1000 Peitschenhiebe (ISBN: 9783550081200)

1000 Peitschenhiebe

 (13)
Erschienen am 01.04.2015
Cover des Buches Inside Islam (ISBN: 9783548377667)

Inside Islam

 (11)
Erschienen am 10.08.2018
Cover des Buches Kinder des Koran (ISBN: 9783548062471)

Kinder des Koran

 (3)
Erschienen am 31.08.2020
Cover des Buches Was hast Du hinter Dir gelassen? (ISBN: 9783430210263)

Was hast Du hinter Dir gelassen?

 (2)
Erschienen am 02.06.2020
Cover des Buches Marhaba, Flüchtling! (ISBN: 9783455504118)

Marhaba, Flüchtling!

 (1)
Erschienen am 10.03.2016
Cover des Buches Die Kandidatin (ISBN: 9783455013122)

Die Kandidatin

 (0)
Erscheint am 03.05.2022
Cover des Buches Die Kandidatin (ISBN: 9783869745961)

Die Kandidatin

 (1)
Erschienen am 05.05.2021

Neue Rezensionen zu Constantin Schreiber

Cover des Buches Die Kandidatin (ISBN: 9783455010640)renees avatar

Rezension zu "Die Kandidatin" von Constantin Schreiber

Politik und mögliche Folgen
reneevor einem Monat

Der Journalist Constantin Schreiber schreibt hier eine Geschichte über Deutschland in der Zukunft, eine irgendwie dysphorische und auch zugespitzte Geschichte mit einer gehörigen Prise Sarkasmus und Satire, die aber dennoch einen recht hohen gesellschaftskritischen Anteil hat und auch oder besonders die heutige Politik und Gesellschaftslage in Deutschland kritisiert und aufs Korn nimmt. Insgesamt unterhaltend und gut zu lesen, aber auch etwas blutleer und lahm ist "Die Kandidatin". Die Charaktere sind etwas unausgegoren und nicht vollkommen ausgeprägt und empathische Blicke und Sichten sind auch schwer zu finden. Und letztlich frage ich mich, was hat mir dieses Buch gezeigt, was ich nicht vorher auch schon wusste? warum habe ich dieses Buch also gelesen? Ehrlich gesagt, ich weiß es leider nicht! Schade!

Deutschland in ungefähr 30 Jahren kurz vor der Bundestagswahl, eine Gesellschaft, die sich noch mehr gewandelt hat, eine Gesellschaft, die noch mehr polemischen Faktoren unterliegt, eine Gesellschaft, in der der Hass blüht. Ein angstmachendes Szenario, dass aber gleichzeitig gar nicht so fern von uns ist. Aussichtsreichste Kandidatin für die Spitze ist Sabah Hussein, Muslima, Feministin, Verfechterin der Diversität und damit verbundener interessanter Gesetze. Eine Situation, die die verschiedenen Lager noch mehr auftreibt und eine Gefahr heraufbeschwört. Eine auf die Spitze getriebene Situation, ja, aber so weit von der Realität entfernt ist sie auch wieder nicht. Und damit regt dieses Buch zum Nachdenken an. Aber dieses Nachdenken ist auch in der Realität da, gerade wenn man Nachrichten und Politik verfolgt und das Hirn dazu einschaltet und in einem Land lebt, dass kurz vor der Wahl steht, bzw. mitten im Wahlkampf steckt.

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Cover des Buches Die Kandidatin (ISBN: 9783455010640)Dr_Ms avatar

Rezension zu "Die Kandidatin" von Constantin Schreiber

"Wir wollen die totale Diversität!"
Dr_Mvor 2 Monaten

Sabah Hussein von der ökologischen Partei soll in nicht allzu ferner Zukunft die erste muslimische Bundeskanzlerin werden. Das mit der totalen Diversität stammt von ihr und aus dem letzten Fernsehduell vor der Wahl. Constantin Schreiber wird klug genug sein, um zu wissen, dass diese Formulierung an eine gewisse Rede im Berliner Sportpalast erinnert, die zur Zeit, in der sein Roman spielt, knapp hundert Jahre alt ist.

Kurz vor der Wahl wurde vom "Ministerium für Gerechtigkeit" und vom "Antirassismusministerium" eine "Matrix für alle Personalebenen von Unternehmen entwickelt, die gerechte Teilhabe realisieren und Diskriminierung beseitigen soll". In §2 dieses Gesetzes, das im Buch vorgestellt wird, werden die Vielfältigkeitsmerkmale beschrieben. Sie lauten:
"a) weibliches Geschlecht; b) nichtweiße Hautpigmentierung; c) erkennbar gelebter muslimischer Glaube; c) das regelmäßige, nicht nur gelegentliche Tragen eines Hijab; e) eine Behinderung gemäß §2 Abs.1 SGB IX; f) eine gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung; g) andere Benachteiligungen gemäß §33c S1 SGB I."

Man verzeihe mir das lange Zitat, aber das ist in meinen Augen die beste Art, um die Brisanz dieses Buches deutlich zu machen. Constantin Schreiber hat nämlich nichts anderes gemacht, als das, was sich schon seit Jahren in Deutschland andeutet und abspielt, konsequent zu Ende zu denken. Geschichtsbewusste Menschen wissen, dass es hundert Jahre zuvor, in der dunklen Zeit der deutschen Geschichte schon einmal ein ähnliches Gesetz gab. Damals ging es um "Reinheit des Blutes", ein Jahrhundert später fiktiv um das genaue Gegenteil. Liest man sich das von Schreiber ausgedachte Gesetz durch, dann schaudert es einen. Alles, was nicht "vielfältig" ist, wird nun im Namen der Anti-Diskriminierung diskriminiert. Die installierten Begriffe sind tatsächlich nur die Mittel auf dem Weg zur Machtergreifung, die "edlen" Motive dienen nur der Tarnung.

Sabah Hussein kam unter der Merkelschen Willkommenskultur als Kind nach Deutschland und ist nun knapp 40. Sie beklagt, dass die weißen Deutschen immer noch mehr besäßen als die Zugewanderten. Das hält sie für ungerecht und diskriminierend. Und zu sagen haben sie auch noch viel zu viel. Das muss sich unter ihrer Kanzlerschaft ändern. Schreiber erzählt nicht nur, was Hussein vorhat, sondern schildert auch die letzten Wochen vor der Wahl, den Zustand, in dem sich das Land befindet und die Denkweisen ihrer Gefolgschaft.

Wie konnte es soweit kommen? Deutschland war angeblich schon lange ein Einwanderungsland. Erst kamen die Gastarbeiter, dann die Kriegsflüchtlinge vom Balkan, dann die Opfer der Regime-Change-Politik der US-Präsidenten Bush, Clinton und Obama und schließlich noch die afrikanische Mittelschicht aus verschiedenen Staaten dieses Kontinents, denn nur sie konnten den beschwerlichen Weg ins gelobte Land überhaupt finanzieren. Der Anteil der Migranten in Deutschland stieg immer mehr. Und mit ihm die Forderungen dieser neuen Bürger. Die Grünen (im Roman "die ökologische Partei") waren schon immer der Meinung, dass man die ethnische Struktur in Deutschland verändern müsse, um zu verhindern, dass von diesem Land wieder Unheil ausgehen könnte.

Ein solches Denken ist in der Geschichte nicht neu, wenngleich dieses spezielle Motiv doch einzigartig ist. Ansonsten ging es immer um die Eroberung oder Beherrschung eines Landes. Man muss dabei gar nicht weit suchen. Beispielsweise haben es die Russen im Baltikum nach dem letzten Krieg so gemacht. Ähnliche Beispiele findet man leicht. Selten hingegen ist in der Tat, dass von einem Land mehrheitlich schlecht gebildete Massen mehr oder weniger eingeladen wurden, die dann dort kaum Arbeit fanden und auch nicht zu Wohlstand kommen konnten. Von Vernunft kann man bei einem solchen Prozess wohl kaum sprechen. Dahinter müssen andere Gründe stecken.

Was Constantin Schreiber in seinem Roman tatsächlich beschreibt, ist das Endspiel eines trickreichen Vorgehens: Erst werden die Begriffe von Ideologen gekapert und mit neuem Inhalt erfüllt. Das geschieht zunächst fast unbemerkt. Solche auslegbaren Begriffe sind zum Beispiel Gerechtigkeit oder Gleichheit. Natürlich kann man nicht für Diskriminierung sein, sollte die Gleichberechtigung aller fördern. Aber aus den verschiedensten Gründen setzen sich solche idealen Ziel nicht ganz so einfach durch. Also greift man zum Zwang, beispielsweise zu gesetzlich verankerten Quoten, die das Leistungsprinzip aushebeln und neue Ungerechtigkeiten schaffen. Das ist die wohl bekannte tatsächlich heute existierende Ausgangslage. Einmal auf dem Weg des Zwangs angekommen, kann man dann in dieser Richtung weiter marschieren, neue "Richtlinien" erfinden und auf den Gewöhnungseffekt setzen. Und irgendwann hat sich das Land völlig verändert.

Wohin das führt, nämlich zum genauen Gegenteil dessen, was man vorgibt zu wollen, zeigt Schreiber in diesem Roman. Und er offenbart das Drehbuch für die Eroberung dieses Landes unter dem Deckmantel der Diversität. Da der Autor die Welt ziemlich gut kennt, aus der Sabah Hussein kommt, wird man schwer behaupten können, das Buch hätte keinen belastbaren Hintergrund. Schreiber hat sich sehr weit aus dem Fenster gelegt und wartet vermutlich schon auf die anrollende Empörungswelle. Möge er sie unbeschadet überstehen.

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Cover des Buches Die Kandidatin (ISBN: 9783455010640)Goch9s avatar

Rezension zu "Die Kandidatin" von Constantin Schreiber

Mutig angedacht, aber mutlos beendet
Goch9vor 3 Monaten

Sabah Hussein, Muslimin, Feministin, integriertes Flüchtlingskind und Kanzlerkandidatin der Ökologischen Partei, steht vor ihrem größten Triumpf in der neuen diversen Gesellschaft der Bundesrepublik. 

Rechte Gruppierungen und Parteien versuchen diese diverse Gesellschaft mit allen Mitteln zu verhindern. Unterstützt werden sie von Existenzängsten, Neid und Fremdenhass vieler Deutschen.

 

 

Ich muss zugeben die Gedankenspiele des Herrn Schreiber, Deutschlands Gesellschaftliche Zukunft in ca. 30 Jahren, haben mich anfangs schon etwas erschreckt. Diversität in allen Lebensbereichen ist auch in meinen Augen erstrebenswert, aber die Figur Sabah Hussein entwickelt in ihren Forderungen und Plänen eine furchtbare deutsche Gründlichkeit, die Widerstand geradeso herausfordert.

 

Trotzdem hat mich dieses Buch überzeugt. Herr Schreiber schildert ohne großen Pathos, was passieren könnte, wenn Sabah Husseins Vorstellungen politisch durchgesetzt werden.

Interessant daran war, dass nicht nur die Rechten reagierten und Gegenmaßnahmen durchführten, sondern auch die eigentlich auf gleicher Ebene kämpfenden.

 

Die verschieden Blickwinkel machen das Buch besonders lesenswert, denn es regt zum Nachdenken an.

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