Constanze Dennig

 3.9 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Abgetaucht, Böse Samariter und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Constanze Dennig

Abgetaucht

Abgetaucht

 (4)
Erschienen am 03.06.2014
Böse Samariter

Böse Samariter

 (2)
Erschienen am 25.08.2017
Eingespritzt

Eingespritzt

 (1)
Erschienen am 09.07.2015
Tatort Hofburg

Tatort Hofburg

 (1)
Erschienen am 13.04.2016
Klonküsse

Klonküsse

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Erschienen am 03.12.2005
Homo touristicus

Homo touristicus

 (0)
Erschienen am 08.05.2007

Neue Rezensionen zu Constanze Dennig

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Böse Samariter" von Constanze Dennig

Wo eine Leiche ist, ist Alma nicht weit ....
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Der nunmehr dritte Krimi mit Alma Liebekind-Spanneck beginnt mit einer Explosion auf einer Dachterrasse in der Wiener Leopoldstadt, mitten in der Silvesternacht. Natürlich ist die gute Alma Liebekind wieder in unmittelbarer Nähe des Tatorts.

Das Opfer, ein Schweizer, überlebt die Explosion nicht. Wie schon in den beiden früheren Krimis („Abgetaucht“ und „Eingespritzt“) steckt Alma ihre Nase, zum Leidwesen ihrer Freundin Erika, der Polizistin, in die Ermittlungen hinein.
Schon bald stößt Alma auf einen dubiosen Verein, der todkranken Menschen Sterbehilfe aufdrängt. Auch das Silvesteropfer war in die Machenschaften dieses Vereins verwickelt. Es wird nicht die einzige Leiche bleiben …

Wie schon in den Vorgängern nervt Almas Mutter gewaltig, doch diesmal schreibt ihr die Autorin eine tragende Rolle auf den Leib: Sie mimt eine Sterbenskranke und gerät in einen gefährlichen Sog.

Das ist allerdings nicht die einzige Sorge, mit der sich Alma herumschlägt: Erika ist ob Almas Einmischungen ernsthaft verstimmt, Liebhaber Michelangelo erweist sich als tendenziell lebensunfähig und plötzlich taucht Kajetan V. Spanneck, Almas verstorben geglaubter Vater, aus der Versenkung auf und zu allem Überfluss, glaubt Alma, schwanger zu sein. 


Ein Kind gemeinsam mit Michelangelo aufzuziehen? Eine wahre Horrorvorstellung für Alma, denn 


"Ein gemeinsames Baby würde bei ihm erfrieren, verdursten, ertrinken, unter den Tisch fallen und als verhungerte Mumie in einem Schuhkarton landen."


Meine Meinung:

Constanze Dennig ist wieder ein toller Wien-Krimi gelungen. Diesmal spielt die Geschichte zum großen Teil im zweiten Bezirk, der Leopoldstadt. Ich habe dort rund 20 Jahre gewohnt. Gerne bin ich mit Alma durch die Blumauergasse und die Zirkusgasse (dort bin ich ins Gym gegangen) zum Galaxy-Tower auf der Praterstraße gelaufen.

Die Freundschaft zwischen Alma und Erika ist diesmal großen Belastungen ausgesetzt, hat doch Erika den Pathologen Dr. Manfred Machel von Alma “volléy” (also fliegend) übernommen, obwohl er von Almas Mutter als passender Schwiegersohn angesehen wird. Doch auch die Ermittlungen Almas gehen der Polizistin gehörig auf die Nerven. Da hilft es nichts, dass sie einige gute Lösungsansätze herausarbeitet.

Sterbehilfe ist ein ernstes Thema. In Österreich verboten, doch immer wieder entbrennen Diskussionen darüber. Deshalb können so dubiose Vereine, wie der im Krimi beschriebene ihr Unwesen treiben.
Der Showdown auf Guernsey ist mir ein Haucherl zu Effekt haschend.

Nach dem Auftauchen von Kajetan V. Spanneck entspannt sich vielleicht Almas Mutter ein wenig und lässt ihrer Tochter mehr Freiraum. Bin daher auf den nächsten Band gespannt, ob sich Almas Albtraum erfüllt.


Fazit:

Ein leicht und flüssig lesbarer Wien-Krimi, der mit viel Lokalkolorit aufwarten kann. Gerne gebe ich vier Punkte.

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awogflis avatar

Rezension zu "Böse Samariter" von Constanze Dennig

Wiener Sterbenachhelfer
awogflivor einem Jahr

Dieser Wien-Krimi der Psychiaterin und Neurologin Constanze Demming hat mir zu Beginn ausnehmend gut gefallen. Er entspricht zwar der offensichtlich notwendigen Anpassung an das weibliche Zielpublikum durch die unabdinglichen Sex- und Liebesszenen, aber oh Wunder, ich fühlte mich ausnahmsweise so gar nicht abgestoßen, da die Autorin ungewöhnlich innovativ in der Damenhöschenabteilung operiert 😜.

Anstatt der von mir so verachteten romantischen Schmachtfetzen inklusive Herzschmerz, Märchenprinzsyndrom und weichen Knien, werden dem Leser realistische, recht lapidare, teilweise sehr ironische Sexszenen – ein bisserl satirischer Porno à la Bum Zack – serviert. Zuzüglich Frauen-Geschichten, die eben nicht romantisch, sondern aus dem Leben gegriffen sind: Sex, ein total schlampiger Künstlerliebhaber, der zu sonst nix taugt, das Aufwachen in seiner siffigen Wohnung, in der es wie bei den Sioux unterm Sofa aussieht, die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft …

Das Begehren blockiert alle anderen Empfindungen. Wie sonst würde ich mich nackt in einer schlecht beheizten Wohnung auf das Sofa werfen, um mich von einem anderen Körper halbherzig bedecken zu lassen?

Ein gemeinsames Baby würde bei ihm erfrieren, verdursten, ertrinken, unter den Tisch fallen und als verhungerte Mumie in einem Schuhkarton landen.

Auch sonst spart die Autorin nicht mit Selbstironie und gutem Sprachwitz wenn sie die Wiener Schicki-Micki Gesellschaft, den Umgang mit dem Tod und die Abnabelungsprobleme der Protagonistin von Mutti pointiert, psychologisch seziert aufs Papier bringt. Sie brachte mir sogar neue Wörter bei: Zum Beispiel das früher in Tirol, Salzburg und Kärnten übliche Ahnlvertilgen durch das seinerzeit mit Hüttrach (Arsenik) die Pensions-Problematik sehr flugs und effizient erledigt wurde. Heute erzielt man dasselbe Ergebnis österreichweit mit der Überdosierung des Diabetesmedikaments – man erzeugt einen Hypo und betet einen Rosenkranz 😜

Die "Natur" ist der einzig wirkliche Massenmörder. Es ist unbegreiflich, dass gläubige Menschen einen Gott verehren, der ein System erschaffen hat, das nur zum Ziel hat, das Erschaffene wieder zu zerstören.[...] Alle Religionen dienen nur dazu, den Menschen die Angst vor dem Sterben zu nehmen, indem sie ihnen ein weiteres Leben versprechen, ohne es einhalten zu können. Ein Betrug der tadellos funktioniert.

Im Krimiplot geht es um einen dubiosen Sterbehilfeverein, der seine alternden siechen Mitglieder vor allem im gehobenen Kunst-Milieu akquiriert. Kann möglicherweise irgendjemand das Unausweichliche nicht abwarten und entleibt mehrere Mitglieder vorzeitig, um die nicht unerheblichen Mitgliedsbeiträge in Form von Erbschaften und Gebühren schneller zu verwerten? Oder sind die unheilbar Kranken doch freiwillig aus dem Leben geschieden, also die Tötung war auf Verlangen, ein humanitärer Akt, der auch im Sinne der Vereinsstatuten durchgeführt wurde? Das ist die Elferfrage, die die Psychiaterin Alma Liebekind, in Konkurrenz und auch noch in Form einer unzulässigen und ungesetzlichen Einmischung zu ihrer besten Freundin, der Kriminalkommissarin Erika Sacherl lösen möchte. Der Konflikt zwischen den beiden Damen, in dem sich die Psychiaterin permanent hinterrücks in die beruflichen Agenden der Polizistin einmischt, ist zu Beginn höchst vergnüglich, nervt aber dann gegen Ende ein bisschen, da Alma gar so unverbesserlich nicht einsehen will, dass für manche Aufgaben dilettierende Amateure einfach nicht geeignet sind.

Am Ende wird zu Gunsten eines effektheischerischen Show-Downs à la Dan Brown auf der Kanalinsel Guernsey viel zu sehr auf den Krimiplot und auf die ausführliche Erklärung der Motivlage verzichtet. Die Täter kristallisieren sich zwar relativ klar und auch teilweise leicht durchschaubar heraus, aber das Ganze wird erstens zu viel zu überhastet im Telegrammstil dargelegt und zweitens gibt mir zumindest ein schlampig präsentiertes, an den Haaren herbeigezogenes Motiv tatsächlich psychologische Rätsel auf. Da erwarte ich mir einfach von der Autorin Constanze Demming als Fachfrau und Psychiaterin, die ja eigentlich Spezialistin auf diesem Gebiet sein sollte, viel mehr Beschreibung und Expertise. Mehr Details kann ich zu dieser Angelegenheit leider nicht genauer ausführen, denn sonst müsste ich ausgiebig spoilern. Aus diesem Grund, und da bin ich immer sehr streng, stürzte der ansonsten sprachlich und inhaltlich gut gemachte witzige Krimi doch noch letztendlich von vier Sternen auf drei Sterne ab.

Fazit: Gut gemachter, humorvoller Kriminalroman - qualitätsmäßig über dem Durchschnitt mit einem bedauerlicherweise schlampig konzipierten Ende.

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Tatort Hofburg" von Constanze Dennig

die Wiener Hofburg als Tatort
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Edith Kneifl, selbst eine bekannte Krimi-Autorin, hat 12 Krimi-Autorinnen und Autoren gebeten, jeweils einen Krimi mit dem Tatort Hofburg zu schreiben. Das Ergebnis ist diese Anthologie.
Nicht alle Krimis finden meine ungeteilte Zustimmung. Manch eine Geschichte klingt unausgegoren, manche lässt ein wenig Humor vermissen.

Meine Favoriten sind:

"Tafelsilber" (A. Pittler)
"Die rote Chaiselongue" (G. Neuwirth)
"Ihre letzte Liebe" (Th. Prammer)
"Ficocia" (P. Wehle)
"Wer bist du" (D. Larcher)
"Montevideo" (E. Kneifl)

In diesen Geschichten erfährt der Leser einiges über die Geschichte der Hofburg und die Schätze, die sie beherbergt. Auch die eine oder andere Marotte ihrer ehemaligen oder aktuellen Bewohner (ja, man kann in der Hofburg auch heute noch wohnen) finden sich wieder.

In "Tafelsilber" erhalten wir Einblick in die "Silberkammer", in der das imperiale Geschirr aufbewahrt wird, das auch heut noch bei Staatsbesuchen Verwendung findet.

"Die rote Chaiselongue" ist für mich, der mit Abstand interessanteste Krimi, der auch Ermittler mit schrägem Charakter für die Leser bereit hält.

"Ihre letzte Liebe" ist ein typischer Fall von "Nicht-miteinander-reden". Wenn die beiden Protagonisten miteinander gesprochen hätten, wären sie noch am Leben und vielleicht ein Paar.

"Ficocia" nimmt die Vereinsmeierei sowie die Geltungssucht mancher Österreicher aufs Korn.

"Wer bist du?" - eine hübsche Idee, dass die Mitarbeiterin der Österr. Nationalbibliothek, aus den ausgeliehenen Büchern verbrecherische Absichten erkennt. Das hat mir gut gefallen.

In "Montevideo" hält der Wachmann Zwiesprache mit dem Bild von FJI (wie Kaiser Franz Joseph I. immer signiert hat) und gesteht dabei zwei Morde und den Diebstahl mehrerer Kleinodien. 

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