Constanze Jecker Religionen im Fernsehen

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Inhaltsangabe zu „Religionen im Fernsehen“ von Constanze Jecker

Religiöse Symbole und Rituale sind im Fernsehen allgegenwärtig, intensive Auseinandersetzung mit Spiritualität oder Werten der Religionsgemeinschaften eher selten. Dies ist ein zentrales Ergebnis des Forschungsprojekts »Religion im Fernsehen«, das die Thematisierungs- und Darstellungsmuster dieses kulturellen Phänomens in fünf Schweizer Fernsehprogrammen untersucht hat. Als erstes stellt das Forschungsteam das methodische Vorgehen und die Resultate der Studie vor, in der insgesamt 1.680 Programmstunden mittels qualitativer und quantitativer Verfahren analysiert wurden. Anschließend nehmen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, Experten aus dem Medienbereich sowie Religionsvertreter zu den Ergebnissen Stellung, diskutieren weitere Aspekte des Themas und gehen dabei auch auf das Fernsehen in Deutschland ein.

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  • Rezension zu "Religionen im Fernsehen" von Constanze Jecker

    Religionen im Fernsehen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    04. July 2011 um 16:10

    Massenmediale Untersuchung aus der Schweiz Anhand von fünf Schweizer Fernsehprogrammen untersucht diese Forschungsstudie die Thematisierung und die Darstellungsmuster von Religionen im Fernsehen. Hierbei wurden drei staatliche und zwei private Fernsehsender berücksichtigt und bei all diesen Sendern das gesamte Programm mitsamt gar der Werbeeinblendungen, nicht also nur explizit religiöse Sendungen. Dies führt zur notwendigen bipolaren Unterscheidungen zwischen expliziter Religionsdarstellung (in religiösen Programmteilen) und implizierter Darstellung im Rest des jeweiligen Programms. Der erste Teil des vorliegenden Buches beschäftigt sich mit Form, Durchführung und quantitativem Ergebnis der Studie. Unersuchungsdesign, Methode und Ergebnisse werden differenziert von den Autoren dargestellt und, einerseits überraschend, andererseits logisch ableitbar, kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Religion und religiöse Symbole in allen Teilen des Pogramms fast „allgegenwärtig“ sind. Sei es die Trauungsszene in fiktionalen Unterhaltungselementen, seien es Kirchengebäude in Städte- und Landschaftsportraits, seien es ausgesprochen religionsorientierte Beiträge auch der journalistischen Seite der Sender oder Bilder religiöser Motive in Kunstsendungen, ebenso, wie in der Werbung oft und oft auf religiöse Symbole oder Grundthematiken zurückgegriffen wird. Diese quantitativen Ergebnisse werden im zweiten Teil des Buches Wissenschaftlern diverser Fachrichtungen vorgelegt, ebenso Medienschaffenden und Religionsvertretern. Deren, durchweg durchaus interessante, Reaktionen und Deutungen der Ergebnisse liegen diesem zweiten Teil des Buches zugrunde. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist ein lebendiges, differenziertes Bild auf die Darstellung von Religionen im Fernsehen durch vielerlei „Brillen“ hindurch. Indem die Forschungsgruppe Ihre Ergebnisse gerade kompetenten Fachleuten verschiedenster Motivationen für eine Analyse vorlegte, entsteht ein breites und durchaus unterschiedliches Meinungsbild. Ebenso spannend ist es, sich anhand der Untersuchung zu vergegenwärtigen, dass eine ausgesprochene Beschäftigung mit „dem Religiösen“ keinen breiten Teil der Fernsehkultur in den besagten Sendern einnimmt, dass aber andererseits religiöse Rituale und Symbole vielfach benutzt werden, durchaus auch für dem Religiösen gegenüber, ganz wesensfremde Inhalte. Und das zudem mit klar zu erkennenden Gewichtungen innerhalb des religiösen Spektrums. So verwundert es nicht, dass im bewertenden Teil des Buches die medien- und kommunikationswissenschaftliche Sicht das Ergebnis aus der Perspektive der Gleichbehandlung und der Vermeidung von Diskriminierung als kritisch einstuft. Vor allem natürlich im Blick auf die quantitativ deutlich seltenere und qualitativ deutlich negativere Darstellung von „Minderheitsreligionen“ gegenüber den christlichen Religionen. Was wiederum die kirchliche Analyse doch ein wenig anders gewichtet. Das Buch bietet eine profunde Untersuchung der Darstellung von Religionen im schweizerischen Fernsehen (und die Ergebnisse anderer europäischer Länder dürften nicht unbedingt stark verschieden sein), fasst die Ergebnisse verständlich zusammen und bietet einen breiten Blick von differenzierten „Beteiligten“ mit durchaus kontroversem Potential an. Wie breit religiöse Riten und Symbole im Rahmen von fiktionalen Sendungen, von journalistischen Beiträgen und selbst in der Werbung durch das Fernsehen allpräsent sind, ist ein erstaunliches Ergebnis der Studie. Welche Prägung des Zuschauers und welches Bild der Religionen und „Gott und der Götter“ daraus resultiert bietet weitere, hochinteressante Anstöße zur weiteren und näheren Betrachtung der realen Fernsehlandschaft, gerade im Blick auf Minderheitsreligionen. Sauber formuliert und in sich logisch aufgebaut ist das Buch ein ansehnlicher Beitrag zu einer allgemein eher am Rande bisher stattfindenden Diskussion.

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