Constanze Kühn verwundet

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Inhaltsangabe zu „verwundet“ von Constanze Kühn

Lisa ist achtzehn, als ihre Mutter Selbstmord begeht. Sie wird von deren bester Freundin Lydia aufgenommen. Doch obwohl sich Lydia alle Mühe gibt, will sich eine Harmonie zwischen den beiden Frauen nicht einstellen, denn Lisa entwickelt Gefühle, mit denen sie nicht fertig wird. Sie verliert den Halt, und ein unaufhörlicher Abstieg nimmt seinen Lauf. In einer Kneipe lernt sie Harald kennen, der, ruhelos und getrieben, seit zwanzig Jahren auf der Flucht vor sich selbst und seiner Vergangenheit durch die Welt irrt. Zwischen den beiden und Lydia entwickelt sich ein doppelbödiges Spiel, das schließlich in einer Katastrophe endet. Nun tritt eine Frau in Haralds und Lisas Leben, die für beide einen Wendepunkt bedeutet, denn sie bringt sie auf unterschiedliche Weise dazu, sich den Schmerzen verdrängter Erinnerungen an eine verlorene Kindheit zu stellen. Schicht um Schicht enthüllt sich, welche Erlebnisse in frühester Kindheit Lisa und Harald dazu brachten, den Weg der Selbstzerstörung zu gehen. Mit dieser Geschichte wird der schwierige Heilungsprozess zweier Menschen geschildert, deren Leben schon sehr früh vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt war. Die Widersprüchlichkeit von Menschen, die Verflechtung von Psyche und Sexualität, die Suche nach Identität und Zugehörigkeit sind die Themen dieses Romans.

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  • "Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen." (William Faulkner)

    verwundet
    Stefanius

    Stefanius

    01. July 2017 um 14:03

    Dieses Zitat könnte auf dem Vorblatt dieses Romans stehen, denn die Autorin nimmt uns mit auf eine lange Reise mit und zeigt auf, wie oft man oft durch das Leben geht, ohne sich bewusst zu sein, wie sehr man durch die Vergangenheit, die Kindheit, geprägt wurde! Feinfühling und empathisch schildert Constanze Kühn die Nöte ihrer Protagonisten, die dadurch entstehen, daß sie sich den Wunden ihrer Vergangenheit nicht stellen. Der Roman ist sehr spannend, und es ist berührend zu sehen, wie sich Lisa und Harald entwickeln, als sie den Blick auf die Vergangenheit endlich wagen. Es ist ein überaus kluger Roman, der viel Menschenkenntnis, psychologisches Gespür und Wissen offenbart, ohne jemals belehrend zu wirken. Die Autorin nimmt sich selbst zurück, und doch spürt man die Nähe zu ihen Figuren und das Verständnis für sie. Die Handlung ist lebendig, bunt und wartet immer wieder mit überraschenden Wendungen auf. Ein spannender, interessanter und lehrreicher Roman, den man wegen seiner Tiefschichtigkeit durchaus mehrmals mit Gewinn lesen kann. Darüber hinaus ist er im besten Sinne unterhaltend.

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  • Rezension zu "verwundet" von Constanze Kühn

    verwundet
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. November 2012 um 19:59

    Ich bekam das Buch gleich von 3 Freunden empfohlen und war sehr gespannt auf das Debüt dieser Autorin. Wie wurde ich angenehm überrascht! Constanze Kühn wartet mit einer Geschichte auf, wie sie spannender nicht sein kann! 2 Protagonisten, 2 harte Schicksale im Hintergrund, von denen man im Laufe der Geschichte immer mehr erfährt, und man verfolgt fast mit Faszination, wie die Figuren durch ihr Leben stolpern, keinem Fallstrick ausweichen und sich in die unmöglichsten Situationen bringen. Das Buch begeistert und fesselt von der ersten Seite an. Mit viel Liebe zum Detail, sehr viel Einfühlungsvermögen und auch Verständnis zeigt die Autorin im ersten Teil, wie die Protagonisten durch mehr oder weniger verdrängte Kindheitserlebnisse regelrecht getrieben werden. Im zweiten Teil kann man dann miterleben, wie sich die Protagonisten durch die Auseinandersetzung mit ihrer Kindheit entwickeln und lernen, besser mit ihrem Leben klarzukommen. Besonders interessant waren für mich die Verquickung von Psyche und Sexualität und die Einblicke in tiefenpsychologische Prozesse. Die Figuren sind glaubhaft geschildert und so lebendig, dass ich das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen. Die Geschichte ist überzeugend, nachvollziehbar und läßt den Leser mitten im Geschehen sein. Seelische Verwundungen so zu verpacken, daß trotz der Härte der Lebensgeschichten der Roman nie bedrückend oder schwermütig wirkt, ist die Kunst der Autorin. Meine absolute Hochachtung vor diesem Erstlingswerk! Zum Inhalt: Lisa ist achtzehn, als ihre Mutter Selbstmord begeht. Sie wird von deren bester Freundin Lydia aufgenommen. Doch obwohl sich Lydia alle Mühe gibt, will sich eine Harmonie zwischen den beiden Frauen nicht einstellen, denn Lisa entwickelt Gefühle, mit denen sie nicht fertig wird. Sie verliert den Halt, und ein unaufhörlicher Abstieg nimmt seinen Lauf. In einer Kneipe lernt sie Harald kennen, der, ruhelos und getrieben, seit zwanzig Jahren auf der Flucht vor sich selbst und seiner Vergangenheit durch die Welt irrt. Zwischen den beiden und Lydia entwickelt sich ein doppelbödiges Spiel, das schließlich in einer Katastrophe endet. Nun tritt eine Frau in Haralds und Lisas Leben, die für beide einen Wendepunkt bedeutet, denn sie bringt sie auf unterschiedliche Weise dazu, sich den Schmerzen verdrängter Erinnerungen an eine verlorene Kindheit zu stellen. Schicht um Schicht enthüllt sich, welche Erlebnisse in frühester Kindheit Lisa und Harald dazu brachten, den Weg der Selbstzerstörung zu gehen. Zur Autorin: Constanze Kühn wurde in Augsburg/Bayern geboren. Nach Tätigkeiten beim Oberlandesgericht München und dem Innensenator von Berlin kehrte sie dem öffentlichen Dienst den Rücken, um beim Vokalstudio Berlin zu arbeiten. Ausbildungen in Gesang, Gitarre, Musiktheorie und der russischen Sprache folgten. Weitere Interessenschwerpunkte sind Literatur, Geschichte, Philosophie und Psychologie. Die Betrachtung menschlicher Konflikte und Spannungsfelder sowie deren Analyse und Auflösung sind ein besonderes Anliegen der Autorin. Constanze Kühn ist verheiratet und lebt in Berlin.

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  • Rezension zu "verwundet" von Constanze Kühn

    verwundet
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. July 2012 um 13:28

    Ein wunderbares Buch, welches mit "leichter Hand" und auf sehr spannende Weise die Irrwege zweier Protagonisten erzählt, die immer wieder in ihren Verhaltensweisen scheitern, da sie stets im Affekt handeln, ohne sich über die Hintergründe ihrer Motive im Klaren zu sein. Ihr Weg ist unglaublich berührend beschrieben, vor allem, als sie endgültig zu scheitern drohen und Dinge in ihrem Leben passieren, die sie beide zwingt, sich einer bedrückenden Vergangenheit zu stellen. Die Autorin versteht es, Einblicke in tiefenpsychologische Verarbeitungsprozesse zu gewähren und Wege aufzuzeigen, wie man eine Vergangenheit hinter sich lassen kann, wenn (!) man sie aufgearbeitet hat. Dabei wirkt das Buch jedoch nie bedrückend, sondern bietet viele "Aha-Erlebnisse". Außerdem ist es noch unglaublich spannend, so dass man den Roman kaum aus der Hand legen möchte! Ich freue mich auf weitere Werke aus der Feder dieser Autorin!

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  • Rezension zu "verwundet" von Constanze Kühn

    verwundet
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. June 2012 um 14:44

    Wie oft man oft durch das Leben geht, ohne sich bewusst zu sein, wie sehr man durch seine Kindheit geprägt wurde! Dieser wunderbare Roman brachte mir diese Tatsache wieder zu Bewusstsein. Constanze Kühn schafft es, darzustellen, wie verwundbar Kinderseelen sind und wie sich mangelnde Liebe und Geborgenheit auf unser Wesen auswirken können, wie sehr auch unser Verhalten als Erwachsene durch diese vergangenen Erlebnisse bestimmt wird. Ich habe bei der Lektüre dieser interessanten und sehr komplexen Geschichte mitgefiebert, gelacht und auch getrauert über die schlimmen Erfahrungen von Harald und Lisa. Manchmal war ich wütend auf den einen oder anderen Protagonisten, manchmal habe ich mich selbst wieder entdeckt, manchmal habe ich gestaunt. Immer wieder schaffte es die Autorin, mich zu verblüffen, nie war die Handlung vorhersehbar! Eine Lust war es auch, die schöne Sprache zu genießen! Kurzum: ein einfühlsamer, spannender und auch lehrreicher Roman , den ich kaum aus der Hand legen konnte und den ich mit Sicherheit noch merhmals lesen und auch verschenken werde.

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  • Rezension zu "verwundet" von Constanze Kühn

    verwundet
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. April 2012 um 12:32

    Zuerst sei erwähnt, dass dieser Roman unglaublich spannend und zudem in einer klangvollen und sehr bildhaften Sprache geschrieben ist. Anhand der vielen Irrwege, die die beiden Helden beschreiten, führt die Autorin gekonnt vor, wie man immer wieder in die eigenen Fallen tappt, solange man sich selbst nicht klar macht, was einen eigentlich zu seinen Entscheidungen und Handlungen treibt. Nachdem man Lisa und Harald bei ihrem ständigen Scheitern zuschaut und sich manchmal die Haare rauft, weil man denkt, das gibt es doch nicht und wann begreifen sie es denn endlich? freut man sich, zu sehen, wie die Beiden sich entwickeln, nachdem sie begriffen haben, dass sie in ihr Inneres schauen müssen und nicht länger davonlaufen können. Was mir sehr gefiel, war das Verständnis der Autorin für ihre Figuren, die sie liebevoll und differenziert zeichnet. Constanze Kühn gewährt auf spielerische Weise Einblicke in tiefenpsychologische Verarbeitungsprozesse und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit und das absolut lebensnah und authentisch. Ich konnte mich teilweise wiederentdecken, und so hat mir die Lektüre dieses Buches über vieles die Augen geöffnet. Automatisch fing ich an, mich mit meiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und gewann so manche Erkenntnis, und genau das ist es, was ich von guter Literatur erwarte! Eine absolute Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "verwundet" von Constanze Kühn

    verwundet
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. April 2012 um 16:00

    Die Autorin Constanze Kühn nimmt uns mit auf eine lange Reise und zeigt, wie man sich aus inneren Verstrickungen lösen kann, wenn man bereit ist, sich auf den schmerzhaften aber heilsamen Weg der Selbsterkenntnis zu machen. Dies verpackt sie äußerst geschickt in eine sehr spannende Geschichte um zwei Menschen, Lisa und Harald, die einen denkbar schlechten Start ins Leben hatten. Mit Menschenkenntnis, Feingefühl und vor allem viel Liebe und Verständnis für ihre Figuren zeigt sie, wie unverarbeitete Erlebnisse die Figuren wider besseren Wissens zum Handeln treiben, das sie immer wieder in Sackgassen führt. Nie verurteilt sie ihre Figuren, zeigt sie aber in ihrer Widersprüchlichkeit und arbeitet klar heraus, dass es die verdrängten Erlebnisse und somit geprägten Glaubenssätze sind, die unser Leben bestimmen. Der erste Teil des Buches zeigt den Weg der Selbstzerstörung von Lisa und Harald, während der 2. Teil den Heilungsprozess schildert und dies alles in einer sehr schönen und klaren Sprache. Das Buch ist trotz des schwierigen Themas keinesfalls deprimierend, sondern hinterlässt Hoffnung und den Mut, sich eigenen Schmerzen zu stellen.

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  • Rezension zu "verwundet" von Constanze Kühn

    verwundet
    Beagle

    Beagle

    23. December 2011 um 16:43

    Trauer - Schmerz – Hoffnung: Was ist, wenn das Leben nicht mehr lebenswert erscheint? Was, wenn man nichts mehr hat, woran man glauben kann? Nichts mehr, was einem Kraft für die Zukunft gibt? Nachdem Lisas Mutter Selbstmord begangen hat, kommt sie bei deren bester Freundin Lydia unter. Das Mädchen ist gerade achtzehn, von diesem schweren Ereignis stark traumatisiert. Lydia kommt nicht an sie heran, Lisa mauert sich zu und lebt in ihrer eigenen Welt. Ihr einziger Zufluchtsort ist die Grotte, eine mehr als fragwürdige Kneipe in einem heruntergekommenen Viertel der Stadt. Sie lebt in den Tag hinein, hat mehrere Männerbekanntschaften und hält sich mit Alkohol, Aufputschmitteln und Schlaftabletten „fit“. Harald hat gerade seine Wohnung gewechselt und ist ganz in die Nähe der Grotte gezogen. Eines Abends beschließt er, nach der Arbeit noch ein Bier zu trinken und begibt sich in die Kneipe. Dort lernt er Lisa kennen, die ihn zwar in ihrer Art fasziniert, aber er lehnt es ab, mit ihr zu schlafen – auch als sie nachts nackt vor ihm steht. Vielmehr kümmert er sich um das Mädchen, sie wird eine Art Schwester für ihn, die er beschützt und versucht, sie auf der richtigen Bahn zu leiten. Dabei lernt er auch Lydia kennen, in die er sich verliebt. Doch Lisas Eifersucht ist stärker als die Liebe zwischen Harald und Lydia. Schon bald beginnt die Beziehung zu bröckeln. Doch auch, nachdem Lisa ihm dies angetan hat, gibt er sie nicht auf. Harald begleitet sie auf ihrem Weg und gibt ihr nach ihrem eigenen Selbstmordversuch während der anstrengenden Therapie weiterhin Halt. Und wieder lernen die beiden eine Frau kennen, die sie gemeinschaftlich begehren. Constanze Kühn hat mit ihrem Roman „verwundet“ ein Meisterwerk der Psychologie vorgelegt! Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, welches derart Einblicke in die menschlichen Verhaltensweisen und Abgründe preisgibt. Ganz behutsam führt sie uns in die Welt von Lisa und Harald ein, immer weiter enthüllt sie deren Geschichte. Es sind kindheitliche Schmerzen, die die beiden Protagonisten dazu verdammen, sich einen gesicherten Platz in der Gesellschaft zu schaffen. Absolut realitätsnah und authentisch. Eine Geschichte, wie sie täglich passieren kann und auch so immer wieder geschieht. Ein wirklich starker Erstling! Hinzu kommt, dass der Text so spannend geschrieben ist, dass man das Buch nicht mehr aus den Händen legen mag. Die detailgenauen menschlichen Analysen erinnern entfernt an Kundera, doch es ist eine viel leichtere Art der Beschreibung, als sie der tschechische Altmeister vorlegt. Ein Buch, das man gelesen haben sollte. Es legt unweigerlich eigene Sehnsüchte und Ängste frei, lässt uns immer wieder in uns selbst blicken. Absolut empfehlenswert!

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