Constanze Neumann

 4,2 Sterne bei 308 Bewertungen
Autor*in von Wellenflug, Das Jahr ohne Sommer und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Constanze Neumann, geboren in Leipzig, studierte Anglistik, Romanistik und Germanistik. Sie arbeitete als Übersetzerin aus dem Italienischen und zwanzig Jahre in verschiedenen Verlagen. 

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Constanze Neumann

Cover des Buches Wellenflug (ISBN: 9783548067148)

Wellenflug

(86)
Erschienen am 29.12.2022
Cover des Buches Das Jahr ohne Sommer (ISBN: 9783548070094)

Das Jahr ohne Sommer

(57)
Erschienen am 26.06.2025
Cover des Buches Der Himmel über Palermo (ISBN: 9783442314409)

Der Himmel über Palermo

(9)
Erschienen am 22.05.2017
Cover des Buches Als der Krieg zu Ende war (ISBN: 9783455503647)

Als der Krieg zu Ende war

(3)
Erschienen am 11.03.2015
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Sizilien (ISBN: 9783492276030)

Gebrauchsanweisung für Sizilien

(3)
Erschienen am 01.03.2011
Cover des Buches Und voll mit wilden Rosen (ISBN: 9783596900725)

Und voll mit wilden Rosen

(2)
Erschienen am 01.07.2008
Cover des Buches Der Himmel über Palermo (ISBN: 9783442487561)

Der Himmel über Palermo

(2)
Erschienen am 18.06.2018
Cover des Buches Ciao Italia! (ISBN: 9783847704737)

Ciao Italia!

(1)
Erschienen am 15.07.2024

Neue Rezensionen zu Constanze Neumann

Nicht so emotional wie erwartet

Oft habe ich von diesem Buch noch nicht gehört, doch was ich gehört habe, war nur Gutes. Deshalb bin ich auch wirklich traurig, dass es mich nicht so sehr begeistern konnte, wie ich es erhofft hatte. 

Die Geschichte an sich ist im Grunde echt interessant und hätte viel Potenzial gehabt, um emotional von der Freundschaft zwischen Bea und Alfredo zu erzählen. Auch das heruntergekommene und trostlose Setting hat dafür wirklich viel hergegeben. Doch leider konnte mich weder der Schreibstil noch die Geschichte selbst richtig packen. Die Autorin erzählt hier nämlich recht sachlich und ohne viel emotionalem Tiefgang von Beatrice und Alfredo, die in einer Art Ghetto im Italien der siebziger und achtziger Jahre groß werden und eigentlich von vornherein keine Chance im Leben haben. Dabei entwickelt sich zwischen den beiden erst eine tiefe Freundschaft und später auch Liebe, wobei beides aber nicht so richtig rüberkam. Vielmehr wirkt alles eher toxisch und der Umgang der beiden miteinander schwankt zwischen besitzergreifend, genervt voneinander und bösartig. Genauso gab es nicht wirklich viel Interaktion zwischen den beiden. Zwar verstehe ich, dass dies alles, ebenso der rotzige Umgangston von Bea und Alfredo, ihr ebenso unwirtliches, trostloses Leben widerspiegeln soll, doch dadurch gingen eben die Emotionen fast komplett verloren. Selbst das Ende, welches wirklich dramatisch war und sehr traurig, konnte mich genau deshalb nicht mehr schocken oder gar mitnehmen.

Die Charaktere konnte ich in Teilen leider auch nicht richtig greifen. Gerade Alfredo konnte mein Herz so gar nicht berühren. Für mich blieb er sehr oberflächlich und nicht wirklich sympathisch. Ebenso lernt man auch die meisten anderen Nebencharaktere nie richtig kennen, außer vielleicht Beas beste Freundin Arianna. Zudem fand ich schön, dass man zumindest erfährt, wie Beas Eltern, welche diese schon in sehr jungen Jahren bekommen haben, in La Fortezza gelandet sind. Am besten lernt man Beatrice kennen, ihre Gedanken und Gefühle, womit sie am besten greifbar ist, aber dennoch nicht die sympathischste Protagonistin. Das ist allerdings auch kein Wunder, da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird.

Alles in allem war das Buch nicht wirklich schlecht, aber eben enttäuschenderweise auch nicht gut. Es konnte mich nicht packen und emotional auch nicht berühren. Dennoch war die Geschichte interessant und wirkte sehr lebensnah. Überzeugt bin ich aber trotzdem nicht. 

Cover des Buches Das Jahr ohne Sommer (ISBN: 9783548070094)
rose7474s avatar

Rezension zu "Das Jahr ohne Sommer" von Constanze Neumann

rose7474
Zwischen Ost und West

Dieser autobiographischer Roman von Constanze Neumann beschreibt ihr Leben nachdem der gemeinsame Fluchtversuch ihrer Familie 1977 scheiterte. Und sie bis zum Freikauf ihrer Eltern aus der Haft in den Westen bei ihrer Großmutter in der DDR lebte. 

Die Geschichte der Familie Neumann kannte ich bereits von der Autobiographie ihrer Mutter was ich aber später erst bemerkte. Doch das hat auf meine Bewertung hier keine Auswirkung. Es geht ja hier um die Tochter Constanze. 

Dieser autobiographischer Roman war interessant und habe ihn gerne gelesen. Jedoch fand ich den Schreibstil etwas zu nüchtern. Ich hätte sehr gerne mehr über die Gefühle und Gedanken von Constanze erfahren. 

Daher 4 Sterne und eine Leseempfehlung von mehr. 



Cover des Buches Das Jahr ohne Sommer (ISBN: 9783550202292)
eulenmatzs avatar

Rezension zu "Das Jahr ohne Sommer" von Constanze Neumann

eulenmatz
Zwischen den Welten

MEINUNG:

Mir war Das Jahr ohne Sommer schon öfter aufgefallen, aber wie bei so vielen Büchern über die DDR, bin immer ein bisschen skeptisch, wie viel es mit mir macht, auf Grund der eigenen DDR-Vergangenheit meiner Familie.

Ich hatte Probleme in die Geschichte rein zu kommen. Der Stil war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, weil er sehr nüchtern und unemotional ist, verliert aber dennoch nichts an seiner Aussagekraft. Er erschien mir passend, denn in der DDR Geborene wurden für mein Empfinden ein bisschen anders sozialisiert und es ging eher um Gemeinschaft als um Individualität und so beschäftigte man sich einfach nicht so viel mit sich selbst, was allerdings nur eine Interpretation meinerseits ist. Es ist deutlich spürbar, dass die Familie und vor allem die Ich-Erzählerin zwischen den Welten pendeln. Es ist spannend zu lesen, dass der Vater und die Mutter sich mit der Flucht ein besseres Leben im Wester erhofft haben und das haben sie auch ein Stück weit bekommen, denn es gab auf jeden Fall mehr Freiheit und Reisemöglichkeiten, dennoch wurden sie Ostdeutsche, Bürger der DDR betrachtet. Mir ihrer Geschichte über die Flucht sind sie offen umgegangen, aber es führt zu großen Irritationen und man wandte sich sogar ab. Um noch mehr dazu zu gehören, versucht der Vater sich sogar den sächsischen Dialekt abzugewöhnen. Das Ankommen in der neuen Heimat läuft vor allem für die Mutter der Ich-Erzählerin nur schleppend, denn sie ist im Gefängnis krank geworden und kann nun nicht mehr richtig Geige spielen, zumindest auf keinem professionellem Niveau mehr. Was ich schon länger beim Lesen spürte, wird später nochmal diagnostiziert: Sie hat eine Depression. So richtig passt die Krankheit nicht ins Bild, was der Vater sich ausgemalt hat und auch wird zunehmend angespannter.

Trotz allem Wunsch nach Zugehörigkeit, bleibt die innere Zerrissenheit und Fremdheit, welche sich bei der Ich-Erzählerin nach der Übersiedlung fest verankert und auch ihr Erwachsenen Leben beeinflusst, was im Epilog nochmal ganz deutlich wird. Spannend auch zu lesen, wie die Stimmung gegen Ostdeutsche nach der Wende so völlig gekippt ist. Als sie vom Westen noch freigekauft wurden, waren sie noch willkommen, danach nicht mehr. Ich fand es äußerst bitter, dass zu lesen, was schon lange so gefühlt hat.

FAZIT:

Das Jahr ohne Sommer gibt einen guten Einblick in ein Stück deutsch-deutsche Geschichte. Für mich mit eigener DDR-Vergangenheit eine neue Perspektive auf ein Leben nach einer Flucht. Auch wenn der Stil nüchtern ist, konnte man doch viele Emotionen unterschwellig wahrnehmen, aber passend. Den Epilog habe ich vielleicht nicht ganz verstanden bzw. hat sich mir die Heftigkeit nicht ganz erschlossen. 

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