Constanze Neumann Als der Krieg zu Ende war

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Inhaltsangabe zu „Als der Krieg zu Ende war“ von Constanze Neumann

Das Kriegsende 1945 war für eine ganze Generation ein Wendepunkt und das für viele prägendste Ereignis ihres Lebens. Hier erzählen berühmte Zeitzeugen von der Hoffnung auf ein neues Leben, von den ersten Schritten in eine ungewisse Zukunft, aber auch von den Schatten einer Vergangenheit, die weit in die Gegenwart reichten.

Sehr interessant, über die "Stunde Null" aus so verschiedenen Perspektiven lesen zu können!

— Yuyun

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    Als der Krieg zu Ende war

    michael_lehmann-pape

    27. May 2015 um 13:08

    Interessante und persönliche Einblicke Die Erinnerung an die Zeit des zweiten Weltkrieges und der Wochen und Monate nach dessen Ende ist und bleibt wichtig. Vor allem, weil sich die Lebenszeit vieler Zeitzeugen dem Ende entgegen neigt (oder bereits dieses Ende erfahren hat). In diesem Band versammelt Constanze Neumann 25 Geschichten prominenter Mitbürger von jener „Zeit dazwischen“, als die alte Ordnung zerstört war, die alliierten und russischen Truppen Deutschland besetzten (wie im Buch in den Erinnerungen Joachim Gaucks zu lesen in Teilen bis in den letzten Dorfwinkel hinein) und eine neue Ordnung noch in keiner Form absehbar war (ebenso bei Gauck, aber auch bei vielen der anderen Autoren im Buch nachzulesen, wie das nackte Überleben, das reine „nicht-Verhungern“ und „nicht-Erfrieren“ breiten Raum einnahm. Von den vielfachen anderen Gefahren für Leib- und Leben ganz abgesehen). Dabei allerdings sind viele der Erinnerungen nicht nur als (immer sehr subjektives) Zeitzeugnis von Interesse, sondern auch, weil durchaus die Persönlichkeiten der Autoren durchscheinen und eine ganze Reihe von Informationen entweder neu ins Blickfeld gerückt oder ganz neu erfahren werden. Wie von Wolfgang Joop in seinem als Interview angelegten Kapitel zu erfahren ist, stehen da tiefe Entfremdungen und Wunden dem Vater gegenüber im Raum. Und zugleich bietet gerade dieses emotional berührende Kapitel einen tiefen Blick auf die Fremdheit der zurückkehrenden Soldaten nach Jahren des Krieges und der Entfremdung gerade von den Personen, die ihnen oft erst innerlich die Energie gaben, den Krieg und die etwaige Gefangenschaft zu überstehen. „Der Mann, der mir so plötzlich als Vater beschert worden war, scheiterte an seinem Jungen, den er sich im Muster der Vorkriegszeit mit seinen Wertmaßstäben erträumt hat“. „Dieser Sohn und diese Frau waren seine Grundausstattung, sein Kontinuum während des Krieges und während der Lagerhaft gewesen. Und nun waren sie ihm entglitten“. Von vielen Orten und aus vielen damaligen Positionen und Warten heraus geben die 25 Erinnerungen im Buch je wie ein Puzzleteil ihren Teil zu einem größeren, breiten Eindruck. Maximilian Schell erinnert an Gedichte über Lehrer und an das Leben als Emigrant, Gauck an den ganz kleinen, ganz normalen Alltag mit seinen Brüchen und Härten (das Haus der Großmutter), Fritz Stern legt den Finger auf den damaligen Puls der Zeit, „als es kein Deutschland gab“ und dieses Vakuum die Menschen zunächst nur von Tag zu Tag denken und leben ließ. Wie Willy Brandt die Auflösung „in der Fremde“ zum Ende des Buches in kühlen Worten beschreibt, Ein Ende des Krieges und einer ganzen Ideologie, die allerdings mit einer umgehend neuen Bedrohung, der Atomwaffe einherging. Und dennoch galt gerade für Brandt: „…dass nun die Voraussetzungen gegeben waren, sich den Aufgaben des Friedens zuzuwenden“. Eine sehr anregende, teils intensiv, teils erschreckend zu lesende Kompilation von Erinnerungen, die in ihrer Gänze die „Stimmung“ der „Stunde Null“ und die vielfältigen Situationen und Emotionen in diesem Vakuum zu Wort kommen lässt.

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