Constanze Scheib Lauras Parfum

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Inhaltsangabe zu „Lauras Parfum“ von Constanze Scheib

Liebe und Abhängigkeit liegen nah beieinander. Edgar kann sein Glück kaum fassen. Die schöne und erfolgreiche Laura möchte mit ihm zusammen sein! Rasch beziehen sie eine gemeinsame Wohnung und heiraten. Doch Edgar muss immer mehr erkennen, dass seine Frau nicht bloß äußerst „leidenschaftlich“, sondern brutal und sadistisch ist. Sein Leben entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem Albtraum, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt, denn Laura duldet keinen Widerspruch …

Extrem spannender, nervenraubender Roman um Gewalt in der Ehe. Mal anders.

— juergenalbers
juergenalbers
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  • Ein Mahlstrom der Gefühle...

    Lauras Parfum
    juergenalbers

    juergenalbers

    02. July 2017 um 14:44

    Wie schön die Liebe sein kann. Edgar kann sein Glück nicht fassen, denn Laura, eine so schöne und erfolgreiche Frau, will gerade ihn zum Partner erwählen. Wunderbare, rosige Träume drehen sich in leisen Walzerklängen. Ihr Lächeln spinnt einen Kokon aus Liebe - so scheint es. Constanze Scheib kennt keine Gnade mit ihren Protagonisten. Was als Lovestory beginnt, kippt in ein Bild des Grauens. Schnell bekommt Edgar den Kokon, den Laura um ihn webt, zu spüren. Einen Käfig aus Stahl und Gewalt . Der Leser blickt geschockt auf die ersten Ausbrüche - Zeit zum Verarbeiten bleibt aber weder ihm noch Edgar. Laura entwickelt sich in rasanter Geschwindigkeit von einer selbstbewussten Frau zur wahren Gottesanbeterin. Unerbittlich drehen sich Qual, Folter und exzessive Gewalt in immer schneller werdenden Takt. Ein schwer erträglicher, grausiger Walzer zieht den Leser immer tiefer in einen Mahlstrom, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Häusliche Gewalt gegen Männer ist und bleibt ein gesellschaftliches Tabu. Die oft überraschten Männer schweigen aus Scham, werden von einer grausamen Mischung aus Selbstzweifeln und Gewalt erbarmungslos niedergerungen. Die Autorin schont niemanden in ihren Darstellungen. Unerbittlich wie Laura zieht Constanze Scheib Protagonisten und Leser in eine wahre Teufelsgrube hinab. Der stark auf Dialoge verzichtende Schreibstil weist dem Leser dabei eine distanzierte Rolle zu. Exakt die Rolle, welche die Gesellschaft Frauengewalt gegenüber einnimmt. Perfide in ihrem Plotaufbau verzichtet die Autorin auch auf alle lindernden Erklärungen. Es bleibt weitgehend im Dunkel, wann und warum sich aus einer selbstbewussten jungen Frau eine gefühlskaltes Monster entwickelt hat. Ebenso wie dem Leser jede Erklärung verweigert wird, was Edgar letztlich zum willenlosen Opfer bestimmt. Keine leichte Auflösung, die uns erleichtert, die dem Grauen zumindest ein erklärendes Ende zuweist. Zurück bleibt der Schauer im Nacken, das Umherirren der eigenen Augen, die in unseren Nächsten nach einem Edgar oder einer Laura suchen. Könnte sie ...? Könnte er ...?

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