Das Buch schildert die Rache eines ebenso skurillen wie genialen Wissenschaftlers: Er entwickelt eine Geschlechtskrankheit, die psychisch verändert. Sie macht friedlich - aber auch geil.
Wie so oft, "will" sich der Krankheitserreger über diesen Nebeneffekt ausbreiten.
Ansonsten verläuft die Infektion harmlos und ohne Schädigung des menschlichen - oder tierischen - Wirts.
Die Zukunftswelt, eine Persiflage auf Entwicklungen, die heute noch andauern und zum Teil schon eingetreten sind, geradezu prophetisch für das Erscheinungsjahr des Originals (1970, 1980 in Deutschland), wird infiziert. Ungeahnte gesellschaftliche Veränderungen bahnen sich an.
Geschildert wird das Ganze anhand des Erlebens der beiden Protagonisten, dem es, typisch für die damals freie Zeit, nicht an erotischen Details mangelt, die heute mancher schon entsetzt als "pornographisch" ablehnen würde. Die beiden Liebenden tragen dabei nach bestem Vermögen zur Entwicklung bei.
Edmund Cooper wagt in diesem humorvollen Werk, das einen beim Lesen ständig schmunzeln lässt, ohne allzu platt zu wirken, atemberaubende Verballhornungen der gerade heute geheiligten und nie hinterfragten ehernen Werte der "aufgeklärten, modernen" Gesellschaft. Ich finde, wir bräuchten heute wieder mehr solcher demaskierenden Werke in Film und Buch.
Anhand der Versuche zur Restauration einer 50-er Jahre-Moral wieder aktueller SF-Klassiker


