Nette Charaktere und Location rund um die schon etwas betagte, lebensweise Mutter Oberin und den jungen Vertreter der staatlichen Verbrechensverfolgung, die sich wohl ein wenig an die grandiose „Cadfael“-Reihe anlehnen wollen, ohne dass ihnen das so recht gelingt. Die Krimihandlung ist von der Grundidee nicht schlecht, aber teilweise unlogisch bzw. einfach nur verworren dargelegt und braucht definitiv mehr Tempo.
Cora Harrison
Lebenslauf
Alle Bücher von Cora Harrison
Ein niederträchtiger Mord. Mutter Oberin Aquinas ermittelt
Das Gesetz des Blutes
Kein schöner Ort zum Sterben
Glamour Sisters
I Was Jane Austen's Best Friend
Jane Austen stole my boyfriend
Debutantes
Debutantes: in Love
Neue Rezensionen zu Cora Harrison
Irland 1923: Nach heftigen Regenfällen tritt der Fluss Lee in Cork über die Ufer und überschwemmt die Stadt. Am frühen Morgen findet die Oberin des Klosters eine tote Frau vor den Toren des Gebäudes. Mutter Aquinas ruft sofort Sergeant Patrick Cashman. Der war ihr Schüler auf der Klosterschule. Sergeant Cashman untersucht die Tote sehr genau und stellt fest, daß sie ein elegantes Ballkleid trägt. An ihrem Hals erkennt er Würgemale. Bald stellt sich heraus, daß es sich um die Tochter eines reichen Teehändlers handeln muß, die am Abend einen Ball besucht hat. Doch warum steckt im Saum ihres Kleides eine Fahrkarte für die Fähre nach Liverpool? Als der Arzt Dr. Sher feststellt, daß die Frau ertrunken ist, kommt kurz Verwirrung auf. Doch Mutter Aquinas, Sergeant Cashman und der Doktor geben nicht auf und lösen den Fall mit Mut und Verstand.
Mit "Ein niederträchtiger Mord" ist Cora Harrison ein absoluter Volltreffer gelungen! Ich bin total begeistert von der spannenden Geschichte und von den Charakteren, die dieser Geschichte so viel Leben geben. Dazu kommt noch die interessante Hintergrundgeschichte über den irischen Freiheitskampf. Das alles wird von Cora Harrison so klar und lebhaft geschildert, daß das Lesen richtig Spaß macht. Besonders die Nonnen werden von ihr ehrlich beschrieben. Auch sie haben weltliche Probleme und Fehler, die sie so sympathisch machen.
Leider habe ich bisher nur dieses eine Buch über die Oberin Aquinas gefunden. Es wäre toll, wenn dies der Auftakt zu einer neuen Serie wäre!
Ein Historienkrimi zwar, doch keiner zum Wohlfühlen. Statt heimeliger Nostalgie wählt Cora Harrison den blutigen Umbruch nach Irlands Unabhängigkeit als Hintergrund für den titelgebenden niederträchtigen Mord aus. Eine Zeit, in der sich jeder für oder gegen etwas positionierte, in der nichts unpolitisch sein durfte und in der man schnell zwischen die Fronten geraten konnte. Und dann auch noch ein Mord.
Der Fall ist spannend gestrickt, keine Frage. Die Erklärung scheint von Anfang an auf der Hand zu liegen, doch die Nachforschungen der Mutter Oberin bringen schnell so manchen Skandal zum Vorschein und als Leser weiß man einfach, dass die Enthüllungen auf den ersten paar Seiten höchstens den Gipfel des Eisbergs darstellen können. Das ermittelnde Trio dürfte soweit einmalig sein, auch wenn leider nicht alle drei gleich viel zu tun bekommen.
Probleme gibt es fast nur bei der Hauptfigur. Mutter Oberin Aquinas ist nicht unsympathisch, keineswegs, und ihre Vorgeschichte hilft nicht nur dabei, die Ermittlungen in die richtige Richtung zu treiben sondern räumt auch noch mit ein paar Klischees über dümmlich frömmelnde Kirchenleute auf. Soweit so gut. Allerdings bleibt sie selbst bei ihren Ermittlungen ziemlich passiv, lädt sich eher Leute zum Tee und Plaudern in ihre Amtsstube ein, als einer wirklichen Spur nachzujagen. Das tut stattdessen Sergeant Patrick Cashman, den sie immer wieder sanft-mütterlich in die richtige Richtung schubst, doch der bleibt eine Nebenfigur.
Klar, dass ein Krimi wie dieser nicht vor Action strotzt, aber die stellenweise etwas fußlahme Erzählung behindert die eigentlich brillante Hauptfigur und den komplexen Fall unnötig. Immerhin bekommt man ein turbulentes Kapitel der jüngeren irischen Geschichte nähergebracht und darf sich auf einen packenden Showdown freuen, zu dem man sich nur erst einmal durchkämpfen muss. Irland-Fans wird vielleicht noch auffallen, dass das Cover sowohl der deutschen als auch der englischen Originalausgabe statt Cork die Skyline der Stadt Cobh ziert, das muss man verschmerzen.
Originaltitel: "A Shameful Murder"
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