Cora Stephan

 4,3 Sterne bei 202 Bewertungen
Autor von Ab heute heiße ich Margo, Margos Töchter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Cora Stephan

Cora Stephan ist seit vielen Jahren freie Autorin und schreibt Essays, Kritiken, Kolumnen – und Bücher. Ihr Roman »Ab heute heiße ich Margo« erschien 2016 bei Kiepenheuer & Witsch. Neben zahlreichen Sachbüchern hat sie unter dem Pseudonym Anne Chaplet preisgekrönte Kriminalromane veröffentlicht, u.a. »In tiefen Schluchten« (2017) und »Brennende Cevennen« (2018).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Cora Stephan

Cover des Buches Ab heute heiße ich Margo (ISBN: 9783462050646)

Ab heute heiße ich Margo

 (97)
Erschienen am 07.09.2017
Cover des Buches Margos Töchter (ISBN: 9783462052275)

Margos Töchter

 (91)
Erschienen am 07.05.2020
Cover des Buches Angela Merkel. Ein Irrtum (ISBN: 9783442744220)

Angela Merkel. Ein Irrtum

 (6)
Erschienen am 09.05.2012
Cover des Buches Lob des Normalen (ISBN: 9783959724005)

Lob des Normalen

 (1)
Erschienen am 23.03.2021
Cover des Buches Das Handwerk des Krieges (ISBN: 9783955302597)

Das Handwerk des Krieges

 (0)
Erschienen am 20.09.2013
Cover des Buches Ab heute heiße ich Margo (ISBN: B01ENM2K9Y)

Ab heute heiße ich Margo

 (4)
Erschienen am 05.05.2016

Neue Rezensionen zu Cora Stephan

Cover des Buches Margos Töchter (ISBN: 9783462052275)Pappbechers avatar

Rezension zu "Margos Töchter" von Cora Stephan

Familiengeschichte 2.0
Pappbechervor einem Jahr

  • Buchtitel: Margos Töchter 
  • Autorin: Cora Stephan
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch 
  • ISBN: 9783462052275 
  • Ausgabe: E-Book
  • Erscheinungsdatum: 07.05.2020 


Inhalt:

"Jeder Mensch hat eine Mutter. Jana Seliger hatte zwei.
Cora Stephan erzählt die Geschichte zweier außergewöhnlicher Frauen und eines geteilten Landes über vier Jahrzehnte. Ein großer Roman über die Suche nach dem Glück in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und die Frage, was man opfern muss, um es zu finden. Leonore Seliger wächst in den 1960er-Jahren in der norddeutschen Provinz auf. Sie ist eine Außenseiterin, unangepasst, rebellisch. Trost findet sie bei Clara, einer Brieffreundin aus der DDR, die sie in einem Pioniercamp der DDR getroffen hat. In einem verrauchten Jugendclub in Osnabrück lernt Leonore die Musik der Beatles kennen, nach dem Abitur in England die freie Liebe. Während sie im Deutschen Herbst in Frankfurt studiert und durch eine verhängnisvolle Affäre ins Visier der Polizei gerät, bereitet sich Clara in Ostberlin auf eine große Aufgabe vor. Im Auftrag des Ministeriums für Staatssicherheit soll sie in den Westen gehen, um dort für die Genossen die Augen aufzuhalten. Kurz bevor sie die DDR verlässt, bekommt sie eine Tochter und ist gezwungen, eine nahezu unmögliche Entscheidung zu treffen. Das Schicksal führt Leonore und Clara wieder zusammen. Die beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet ein Geheimnis. Jahrzehnte später kommt eine junge Frau diesem Geheimnis auf die Spur und begibt sich auf eine aufwühlende Reise in die Vergangenheit."

Meinung:
Zuallererst möchte ich mich bei NetGalley, dem Verlag und bei der Autorin für dieses Rezensionsexemplar bedanken!

Vorneweg möchte ich zum einen das tolle Cover anmerken, welches ich unheimlich ästhetisch finde, und zum anderen muss ich leider gestehen, dass ich den ersten Teil zu dieser Familiengeschichte nicht gelesen hatte.

Kommen wir also direkt zum Inhalt. In diesem Teil geht es genauso wie in "Ab heute heiße ich Margo" um Familie Seliger, doch hier stehen Tochter Leonore und Clara im Mittelpunkt. Insgesamt war das Buch auch wirklich gut beschrieben. Vor allem wirkt "Margos Töchter" sehr authentisch und der Flair beziehungsweise das Leben der 68er Jahre wurde sehr gut eingefangen, finde ich zumindest. Dies wurde durchaus auch durch die teilweise recht heftigen Derbheit der Sprache gewährleistet. Außerdem bleibt das Buch bis zum Ende großteils recht spannend, auch wenn es anfangs durchaus seine Längen aufweist, genauso wie in den durchaus sehr politischen Szenen. 

Zu den zwei Hauptprotagonistinnen kann man auch das ein oder andere sagen. Zu Beginn wird das Leben aus Leonores Sicht geschildert. Hier werden vor allem viele Geheimnisse der Familie Preis gegeben. Die Geschichte wirkt recht kompakt und sehr detailliert. Im Gegensatz dazu war ich im zweiten Teil über Clara leicht überfordert. In meinen Augen gab es zu viele Protagonisten in Nebenhandlungen. Hier hätte ich mir ebenfalls eine etwas kompaktere Schilderung gewünscht.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und treibt einen regelrecht weiter bis zum Ende. Aufgrund dessen wurden selbst die etwas längeren Passagen überbrückt.


Fazit:

Alles in allem ist es ein überaus interessanter Roman, der sich auch ganz gut lesen lässt, wenn man den ersten Teil dazu nicht gelesen hat. Dementsprechend würde ich dieses Buch an jeden weiterempfehlen!

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Cover des Buches Angela Merkel. Ein Irrtum (ISBN: 9783442744220)Dr_Ms avatar

Rezension zu "Angela Merkel. Ein Irrtum" von Cora Stephan

Angela Merkel – ein westdeutscher Irrtum
Dr_Mvor einem Jahr

Vielleicht ist es unfair, ein Buch zehn Jahre nach seinem Erscheinen zu beurteilen. Angela Merkel hatte noch weitere Jahre, um ihr Unvermögen, dieses Land ordentlich zu regieren, unter Beweis zu stellen. Allein die sogenannte Energiewende, die von Anfang ein einziger Murks war, obwohl die staatliche Propaganda nicht müde wird das Gegenteil zu suggerieren, reicht bereits um eine sinnlose (und nicht die einzige) Verschwendung hart erarbeiteter Steuergelder zu dokumentieren. Wenn ich mich nicht irre, waren es ein Minister einer Merkel-Regierung, der die Kosten dieses aberwitzigen Experiments auf mehr als eine Billion Euro bezifferte. Dafür haben die deutschen die höchsten Strompreise der Welt, ein nie zuvor gekanntes Blackout-Risiko und ein System, bei dem man leicht nachrechnen kann, dass es niemals funktionieren wird. Wären nicht unsere ausgleichenden Nachbarländer, die diesen Irrsinn nicht mitmachen, dann hätten wir die Folgen schon längst schmerzhaft gespürt.

Cora Stephan hatte 2005 Angela Merkel gewählt. Und fünf Jahre später ist sie enttäuscht, weil sie nicht bekam, was ihre Angie ihr zuvor versprochen hatte. Übel nehmen kann man ihr diesen Irrtum nicht, denn mit Angela Merkel bekam die westdeutsche Elite einen Typus Frau präsentiert, den man bislang nicht kannte. Die Frau wirkte unbedarft und schüchtern, und man hätte sie auch den Grünen zuordnen können, wäre man nach Aussehen und Habitus gegangen. Von ihrer DDR-Biografie hatte man keine Ahnung. Und wenn doch, dann verstand man sie nicht.

Merkel entstammt einem christlichen, aus Hamburg in die DDR gezogenen Elternhaus. Ihr Vater wurde in der DDR "der rote Kasner" genannt. Dass sie ein Physikstudium abschloss, zeugt von ihrer überdurchschnittlichen Intelligenz. Danach wechselte sie an die Akademie der Wissenschaften der DDR nach Berlin-Adlershof. Dort verbrachte sie acht lange Jahre mit dem Verfassen ihrer Doktorarbeit, eine für DDR-Verhältnisse ungewöhnlich lange Zeit. An DDR-Universitäten bekam man als wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst einen befristeten Vierjahresvertrag. In diesem Zeitraum musste man eine Doktorarbeit verfassen, sonst wurde der Vertrag gewöhnlich nicht verlängert.

Als die Wende kam, wurden die Akademie-Institute abgewickelt, und Merkel wusste sehr genau, dass sie keine Chance auf einen Folge-Vertrag hatte. Also ging sie auf die Suche nach einer neuen Perspektive, die sie zu verschiedenen Parteien führte. Nur beim später von der CDU vereinnahmten Demokratischem Aufbruch hatte sie eine realistische Chance auf die gewollte große Karriere. Der DA war klein genug, sodass sie sich nicht hinten anstellen musste. Und noch wichtiger: Man kannte sich. Es ist nämlich kein Zufall, dass Merkel ziemlich schnell stellvertretende Pressesprecherin der letzten DDR-Regierung wurde. In einem Interview von 1991 mit Günter Gaus, das heute noch abrufbar ist, erklärte Merkel übrigens ihre Entscheidung für den DA damit, dass sie Parteien mit Basisdemokratie nicht mag – sie wäre wohl dafür ein wenig zu autoritär.

Wenn man Merkel widerspricht, reagiert sie je nach Situation genervt oder flapsig, aber immer unduldsam. Konkurrenten beißt sie weg. Und zwar auf eine Weise und mit einer Konsequenz, die inzwischen legendär sind. Auf all das war die bornierte westdeutsche Elite nicht gefasst. Erst recht nicht die von Männern dominierte CDU.

Cora Stephan beschwert sich in ihrem Buch über den Stillstand, der sich über das Land gelegt hat. Sie fragt sich allerdings nicht, wie denn eine Frau, die weder vom Regieren, noch von Ökonomie, Verwaltungslehre oder anderen Dingen eine theoretische Ahnung hatte, plötzlich eines der bedeutenden Industrieländer führen können soll. Nun wird Deutschland mit seinem Parteien-Klüngel bis auf wenige Ausnahmen traditionell schlecht regiert, weil man sich bevor man in ein Amt kommt, erst einmal durch den Parteiapparat quälen muss. Und dabei sind andere Fähigkeiten gefragt als staatspolitische Weitsicht. Quereinsteiger gab es nur nach dem Krieg. Merkel ist eine seltene Ausnahme, die es nur geben konnte, weil sie über einen außerordentlichen Willen zur Macht verfügt, der alles andere dominiert. Und weil sie am Anfang ihrer Karriere richtig platziert wurde.

Die Annahme der Autorin, dass Merkel das politische Handwerk in ihren ersten Jahren bei Kohl im Schnellverfahren erlernt hat, ist leider ein Irrtum, dem nicht nur sie erliegt. Die Implikation von Cora Stephan ist so einfach wie falsch: Merkel war von Anfang an anders als die vielen traurigen Figuren im westdeutschen Politzirkus. Deshalb musste sie einfach besser sein.

Es ist kein Wunder, dass Angela Merkel stets auf kurze Sicht regiert. Eine andere hat sie nämlich nicht. Nur keinen Fehler machen und sich nicht festlegen. Erst mal warten, was passiert und wie der Wind weht. Das ist kein Zufall, sondern ihre von Anfang an bewährte Methode, die wegen ihrer Ahnungslosigkeit schlicht alternativlos war.

Cora Stephan glaubt zu wissen, dass jeder deutsche Kanzler nach seiner Wahl plötzlich anders reagiert als vorher. Irgendetwas muss also passieren, wenn man die Schlüssel der Macht in der Hand hat. Aber war das tatsächlich immer so? Oder ist das nicht einfach eine Schutzbehauptung, weil sie sich in Merkel so geirrt hat? Tatsächlich ist Merkels Politik ab 2005 nicht mehr in Deckung zu bringen mit dem, was sie noch 2003 von sich gegeben hat. Kann es nicht auch sein, dass sich Merkel bis dahin verstellt hat, um ihrem Ziel näher zu kommen?

Was Merkel wirklich fehlt ist ein staatspolitisches Verantwortungsbewusstsein. Das mag hart klingen. Aber eine einfache Frage sollte den Unterschied zu ihren Vorgängern schnell verdeutlichen: Wie hätte Merkel auf die Entführung der "Landshut" reagiert, wäre sie an Stelle von Helmut Schmidt gewesen? Schmidt wusste, dass sich ein Staat niemals erpressen lassen darf, auch wenn das mit bitteren Opfern verbunden ist. Die Folge wäre eine dauerhafte Katastrophe gewesen. Merkel hingegen hat 2015 bewiesen, dass sie einen solchen Weitblick und ein solches Verantwortungsbewusstsein nicht besitzt.

Im Buch werden Merkels Irrtümer bis 2010 aufgelistet. Diese Liste war schon zu dieser Zeit nicht vollständig. Nun ist sie länger und viel folgenschwerer. Das Einzige, was Merkel gut versteht, ist die Verschleierung dieses andauernden Einknickens. Sie hat damit die Folgen ihrer Politik undurchsichtig gemacht und vor allem in die Zukunft verschoben. Wie zum Beispiel bei der "Euro-Rettung".

Es ist in der Tat bedauerlich, dass Autoren wie Cora Stephan und andere diese Kanzlerin nicht wirklich durchschauen. Sie sind irgendwie dauerhaft in einem Faszinosum gefangen, dass sie sich selbst aufgebaut haben, weil sie das Anderssein dieser Frau grundsätzlich falsch verstanden haben.

Nicht nur aus diesem Grund ist dieses Buch auch heute noch lesenswert. Denn nun endlich löst sich dieses Faszinosum hoffentlich auf. Die sogenannte Corona-Krise zeigt auch breiteren Schichten der deutschen Bevölkerung, dass diese Frau außer ihrem Machtbewusstsein, das sich gegebenenfalls auch nicht um Recht und Gesetz kümmert, nichts besitzt, dass sie zum Regieren eines Industrielandes befähigt. Oft genug hat Merkel einsame Entscheidungen getroffen, deren Folgen sie geschickt in eine noch unsichtbare Zukunft verschoben hat. Das geht nun nicht mehr. Jetzt sind die Folgen ihrer planlosen Destruktion sehr schnell und für viele sichtbar.

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Cover des Buches Ab heute heiße ich Margo (ISBN: 9783462050646)beccariss avatar

Rezension zu "Ab heute heiße ich Margo" von Cora Stephan

Familien- und Zeitgeschichte über ein halbes Jahrhundert
beccarisvor einem Jahr

Der Roman beginnt Mitte der 30er-Jahre in einem Provinzstädtchen im Nordosten Deutschlands und erzählt die spannende und sehr überzeugend recherchierte Geschichte zweier Frauen. Die Lebensfreude und Enthusiasmus werden bald überschattet durch die Ereignisse des 2. Weltkrieges. Flucht, Entbehrung und Entwürdigung sind die Folge. Die Wege von Margo und Helene verlaufen in eine komplett andere Richtung und erst Jahre später begegnen sie sich wieder.


Die Autorin versteht es ausgezeichnet, den jeweiligen Zeitgeist dieser rund sechzig Jahre wiederzugeben. Man folgt gespannt den verschiedenen Erzählsträngen. Die Ost-West-Thematik, mit den jeweiligen Sichtweisen, den auseinandergerissenen Familien und den tragischen Folgen von Krieg und einer sozialistischen Diktatur, führen dem Leser die Tragweite der Nazi-Zeit und des DDR-Regimes einmal mehr sehr deutlich vor Augen.


Weniger gelungen finde ich den Titel des Buches, man vermutet erst einen trivialen Bestseller. Allerdings eröffnet sich damit einer breiten Leserschaft eine durchaus anspruchsvolle und bereichernde Lektüre.

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