Cora Stephan Ab heute heiße ich Margo

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Inhaltsangabe zu „Ab heute heiße ich Margo“ von Cora Stephan

Stendal in den Dreißigerjahren: Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch den Krieg und die deutsche Teilung getrennt und bleiben doch miteinander verbunden. Die Geschichte zweier Frauen mit einem gemeinsamen Geheimnis, berührend, fesselnd und voller Überraschungen! Margo weiß, was sie will: eine anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung. Als sie Helene bei Photo-Werner trifft, hat diese schon viel riskiert. Sie ist im Spanischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten. Mit ihr taucht Alard von Sedlitz in Stendal auf, ein charismatischer junger Schlesier, in den sich beide verlieben. Sie werden durch Krieg und Verfolgung getrennt. Margo verliert auf der Flucht 1945 ihr Kind und beinahe ihr Leben. Mit Henri, dem der Krieg alle Illusionen geraubt hat, baut sie sich eine neue Existenz in Westdeutschland auf. Helene, die Buchenwald überlebt hat, wird in Ostberlin von der Stasi zur »Kundschafterin des Friedens« ausgebildet. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges treffen beide wieder aufeinander, verbunden durch ein Familiengeheimnis und gelenkt durch die Stasi. Doch selbst das Ende der DDR bedeutet kein Ende ihrer dramatischen Verstrickung, die noch bis ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts reicht.

Beim 3. Versuch nun beendet und es hat mir sogar sehr gut gefallen

— Pat82
Pat82

Leider etwas enttäuschend, das Hörbuch war toll gelesen aber die Story etwas belanglos.

— leserattebremen
leserattebremen

Ein Porträt zweier starker, aber sehr unterschiedlicher Frauen, eingebettet in siebzig Jahre deutsche Geschichte - wunderbar erzählt.

— tinstamp
tinstamp

Gut zu lesender Roman über drei bewegende Epochen deutscher Zeitgeschichte. Zeitweilig jedoch langatmig und unspektakulär.

— Anja_Pilz
Anja_Pilz

Ein Buch, über das Leben zweier Frauenfiguren mit Höhen und Tiefen des Lebens- emotional und fesselnd zu lesen

— Buchraettin
Buchraettin

Deutsche Geschichte interessant, fesselnd u. teilweise tragisch erzählt stets verwoben mit dem Schicksal zweier Frauen. Lesens-/Hörenswert.

— chuma
chuma

Guter Roman über zwei Frauenschicksale im 20. Jahrhundert

— queenbee_1611
queenbee_1611

Eine etwas unaufgeregt Geschcihte wo man bis zuletzt vergeblich auf den Knalleffekt wartet. Ansonsten aber gut geschrieben und unterhaltsam.

— rallus
rallus

Interessanter Familienroman, quer durch die deutsche Geschichte, vom 2. Weltkrieg bis zum Mauerfall. Dramatisch und schön geschrieben!

— FrolleinJott
FrolleinJott

Cora Stephan erzählt Zeitgeschichte als Familiengeschichte und entwirft Charaktere, denen man voller Spannung folgt...

— LitteraeArtesque
LitteraeArtesque

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  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Als Hörbuch nur bedingt geeignet

    Ab heute heiße ich Margo
    leserattebremen

    leserattebremen

    16. March 2017 um 10:59

    Margo und Helene lernen sich in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts kennen, Hitler ist an der Macht und während die junge Margo sich für ihn durchaus erwärmen kann, lebt Helene mit ihren jüdischen Wurzeln in ständiger Angst. Sie arbeiten gemeinsam bei Photo-Werner in Stendhal, doch die Wirren des Zweiten Weltkriegs trennen sie. Helene überlebt das Lager in Buchenwald und lebt nach dem Krieg in der DDR, während Margo sich mit ihrem Mann Henri in Westdeutschland eine neue Existenz aufbaut. Doch das Leben ist nicht einfach, Henri vom Krieg regelrecht zerstört und Margos Ehrgeiz treibt sie immer weiter, weg von ihrer Familie und ihrem Mann. Doch etwas verbindet das Leben von Helene und Margo trotz der deutschen Teilung für immer: Margos Tochter Emma, die sie kurz nach Kriegsende geboren hat. Ich habe „Ab heute heiße ich Margo“ als Hörbuch gehört, gelesen von Tanja Fornaro. Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen, obwohl sie von der Erzählerin wirklich großartig vorgetragen würde. Fornaro vermittelt über ihre Stimme sehr viel über die Figuren, so dass sie einem schnell ans Herz gehen. Leider fand ich dieses sehr lange Hörbuch von über 18 Stunden jedoch nicht gut aufbereitet. Viele Übergänge waren beim Hören unklar und einige Zeitsprünge nicht nachvollziehbar. Zwar wechselt es deutlich hörbar zwischen den verschiedenen Hauptfiguren, zu denen später auch Margos Tochter Leonore hinzukommt. Doch oft war einfach nicht deutlich, wieviel Zeit zwischen den Abschnitten vergangen ist, was das Hören etwas mühsam machte. Auch war mir die Geschichte nicht spannend genug, um sie über so lange Zeit zu erzählen. Zwar finde ich den Ansatz, zwei Frauengeschichten über die ganze spannende Epoche der dreißiger Jahre bis zu Beginn des neuen Jahrtausends hin zu erzählen sehr gut, dafür hätte meiner Meinung nach aber einfach mehr passieren müssen. So hatte die Geschichte als Hörbuch einige Längen, die einen einfach stören. Alles in allem fand ich das Hörbuch zu „Ab heute heiße ich Margo“ nicht schlecht, die Stimme von Tanja Fornaro passt auf jeden Fall hervorragend dazu. Ich hätte für das Hörbuch jedoch eine Kürzung auf maximal 9 bis 10 Stunden empfohlen, so war es einfach zu lange und stellenweise auch zu langweilig. 

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  • Deutsch-deutsche Geschichte gelebt

    Ab heute heiße ich Margo
    tinstamp

    tinstamp

    24. January 2017 um 16:07

    Dieser Roman, mit mehr als 600 Seiten, beschreibt das Leben von zwei sehr starken, aber unterschiedlichen Frauen in Stendal von 1936 bis zum Jahr 2000. Neben den Lebensgeschichten beinhaltet dieses Buch auch jede Menge deutsch-deutsche Geschichte, beginnend beim Zweiten Weltkrieg über die Teilung Deutschlands und die Wiedervereinigung 1989. Eine Zeitreise, die mich unglaublich gefesselt hat....Margarete, die sich später Margo nennt, beendet vorzeitig die Schule um endlich unabhängig von ihrem tyrannischen Vater und der verschüchterten Mutter zu sein. Beim Fotografen Otto Werner findet sie Arbeit in der Buchhaltung, die ihr Spaß macht. Doch ihr extremer Ehrgeiz macht sie nicht unbedingt beliebt. Margo weiß, was sie will und das sind nicht Heirat, Kinder und der Haushalt, sondern eine Karriere. Trotz der für die damalige Zeit untypischen Ziele, ist sie politisch eher naiv.Helene, die bereits in ihrer Jugend im Spanischen Bürgerkrieg als Fotografin zwischen den Fronten stand, hat bereits die andere Seite des Lebens kennengelernt. Als Vierteljüdin befindet sie sich auch in Deutschland wieder in Lebensgefahr und findet bei Photo-Werner Unterschlupf und einen Job. Obwohl die jungen Frauen so unterschiedlich sind, entsteht zwischen den Beiden eine Freundschaft. Doch die Liebe zum selben Mann, ein dunkles Geheimnis und der zweite Weltkrieg reißen sie auseinander und ihre Träume und Wünsche lösen sich in Luft auf....Während Margo nach dem Krieg in Westdeutschland Karriere macht, muss Helene als alleinerziehende Mutter über die Runden kommen und spioniert für die Stasi.Obwohl mir beide Frauen nicht wirklich sympathisch waren, musste ich doch den Mut und den Ehrgeiz von Helene und Margo bewundern. Beide versuchten aus ihren Situationen das Beste zu machen, auch wenn ich doch einige Handlungen nicht nachvollziehen konnte.Erstmals hatte ich auch einen Roman vor mir, der während des Zweiten Weltkrieges spielt und der keine Jüdin oder Widerstandskämpferin als Hauptprotagonistin hatte. Im Gegenteil: Margarete war die ersten Jahre dem Hitlerregime nicht abgeneigt.Die Autorin versteht es zwei typische Frauenbilder dieser Zeit lebendig und authentisch darzustellen. Beide Hauptprotagonistinnen sind nicht unbedingt sympathisch, aber sehr vielschichtig beschrieben. Es gibt kein schwarz-weiß, sondern ein Porträt von Menschen, die sich die jeweiligen politische Lage zu Nutzen gemacht haben oder einfach versuchten zu überleben. Man kann selbst nie beurteilen, wie man wirklich gehandelt hätte, wäre man in eine dieser Situationen gekommen (wobei ich jetzt natürlich nicht das Hitlerregime meine, sondern die Zeit nach dem Krieg).Die Autorin beschreibt hier gekonnt die verschiedenen Strömungen nach dem Kriegsende und den Zerfall Deutschlands in Ost- und Westdeutschland. Positiv hervorheben sollte man, dass Cora Stephan weder mit den moralisch erhobenen Zeigefinger geschrieben, noch eine der beiden Seiten politisch bevorzugt hat. Einzig die kleinen Spionageeinträge kurz vor dem Ende fand ich etwas too much....Schreibstil:Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich sofort in die Geschichte eintauchen ließ. Historisch wurde hier sehr gut recherchiert und einige ältere Leser können sich sicherlich noch an diverse Begebenheiten, wie den Mauerfall, erinnern. Die atmosphärisch sehr dichte Geschichte ist lebendig und fesselt den Leser.Der Roman ist in drei große Abschnitte unterteilt. Teil 1 "Im dritten Reich" spielt von 1936 bis 1945, Teil 2 "Deutschland Ost, Deutschland West" von 1945 bis 1989 und Teil 3 "Nach dem Mauerfall" von 1989 bis 2000. Erzählt wird in der dritten Person, wobei die Sichtweise zwischen Margo und Helen wechselt. Einige wenige Kapitel sind aus der Sicht von Alard geschrieben, der mir etwas zu kurz in der Geschichte kam.Fazit:Ein Porträt zweier starker, aber sehr unterschiedlicher Frauen, eingebettet in siebzig Jahre deutsche Geschichte - wunderbar erzählt und mitten aus dem Leben gegriffen. Leseempfehlung!

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  • Oberflächliche Liebesgeschichte mit einem unspektakulären Ende

    Ab heute heiße ich Margo
    Anja_Pilz

    Anja_Pilz

    17. January 2017 um 22:55

    Das Buch würde mir wärmstens von einer Lesefreundin empfohlen, so dass ich mich mit hohen Erwartungen ins Lesen gestürzt habe. Das Cover ist hübsch, zeigt aber nicht wirklich Parallelen zur Geschichte des Romans. Andere Romane bilden ähnliche Cover ab, so dass die Darstellung im Vergleich nicht originell wirkt. Die Geschichte ist in drei spannende Zeitepochen geteilt. Es beginnt mit Ereignissen in der tragischen Zeit des dritten Reiches. Die Geschichte war schnell und gut aufgebaut. Das Lesen machte Spaß und ich konnte die Charaktere gut mitfühlen. Spannend für mich ist hier die Darstellung der Deutschen und die Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung dieser Zeit. Insbesondere, warum keiner der Bürger etwas dagegen getan hat. Im zweiten Teil gehen die Geschichten in der Zeit des geteilten Deutschlands weiter. Auch hier ist es Cora Stephan gut gelungen, das Verständnis für Stasi und Bespitzelung aufzubauen. Ich hatte Verständnis beim Lesen für die Leute, die durch welche Gründe auch immer zu Informanten oder mehr geworden sind. Die Autorin hat versucht, hier die Spannung für den dritten Teil des Buches aufzubauen. Aus meiner Sicht ist ihr dies in Gänze nicht sehr gelungen. Von dem letzten Teil hatte ich mehr erwartet. Die Geschichte klärt sich natürlich für den geneigten Leser auf. Jedoch fand ich die Aufklärung unspektakulär und oberflächlich. Zum Schluss ist es irgendwie schade um die vielen einzelnen Geschichten, die spannend angefangen haben, sich jedoch jede für sich recht unspektakulär erledigt ohne zwischendurch einen Spannungspunkt zu erreichen. Insgesamt eine leicht zu lesende Lektüre über drei spannende Epochen deutscher Geschichte. Wer jedoch Spannung, Kitzel oder Highlights will, sollte nicht zu viel erwarten.

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  • Ein Buch, über das Leben zweier Frauenfiguren mit Höhen und Tiefen des Lebens

    Ab heute heiße ich Margo
    Buchraettin

    Buchraettin

    02. January 2017 um 07:31

    Es ist die Geschichte zweier Frauen. Margo zu Beginn des Buches, eine junge Frau. Zu der später noch eine Frauenfigur dazu stößt Helene. 1936 beginnt die Geschichte, in Stendal. Margo heißt hier noch Margret. Sie beginnt eine Lehre bei einem Fotographen, in der Buchhaltung. Margret liebt Zahlen. Sie verliebt sich in einen jungen Mann. Doch dieser liebt eine andere. Helene ist Fotografin. Die junge Frau war im Krieg in Spanien, als Fotografin und arbeitet nun auch in Stendal und freundet sich mit Margo an. Ihre Lebenswege kreuzen sich immer wieder im Laufe der Jahre und Jahrzehnte, sie finden zusammen und driften wieder auseinander. Aber es wird mehr als eine Art unsichtbares Band zwischen ihnen geben, das ihren Lebensweg verbinden wird. Tragik, Liebe, Verlust, Leiden, Kraft, Trauer, das Überleben und das Leben- ein Buch über das Leben zweier Frauenfiguren mit Höhen und Tiefen des Lebens. Es beginnt im Jahr 1936 und zieht sich bis ins Jahr 2000- wie eine Art Biographie. Für mich sind gelungene Romane, wenn ich beim Lesen mitfiebern kann mit den Figuren. Ich empfinde Mitleid, Zorn oder kann mich mit ihnen freuen- die Figuren lösen bei mir Emotionen aus und das Buch nimmt mich mit auf eine literarische Reise. Genau diese Empfindungen hat dieser Roman bei mir ausgelöst. Es ließ sich fesselnd lesen und diese Zeitreise durch das Leben der Figuren über Jahrzehnte hinweg, das hat mir sehr gut gefallen. Die Perspektiven im Buch wechseln zwischen Margo und Helene hin und her und die Kapitel sind zu Beginn auch immer entsprechend gekennzeichnet. Hinten findet der Leser auch ein ausführliches Personenverzeichnis, ein Detail, das mir sehr gut gefallen hat. Es war auch eine Art literarische Zeitreise durch die deutsche Geschichte. Die Zeit des zweiten Weltkrieges, das getrennte Deutschland bis hinein ins Jahr 2000. Als Leser begleite ich die Figuren sozusagen ein Leben lang. Dieser Roman unterteilt sich in 3 zeitliche Abschnitte.   Es war spannend zu lesen. Es gibt viele historische Details, die verarbeitet werden und die auch neugierig machen, sich weiter mit den Themen zu beschäftigen. Gut gefallen haben mir die Figuren, die so lebendig waren. Ein tolles Lesevergnügen.

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    • 4
  • deutsche Geschichte, Leben und Liebe

    Ab heute heiße ich Margo
    einestundezeit

    einestundezeit

    02. December 2016 um 17:00

    Ein weiteres Hörbuch, das ich durchaus empfehlen kann. Ein Roman aus der Kriegszeit, der aber trotzdem irgendwie nicht belastend wirkt. Eine Geschichte, die die Realität mit allen ihren Facetten darstellt – stellenweise aufregend und schön, aber auch desillusionierend und hart. Es fällt mir schwer, das Buch treffend zu beschreiben: Es handelt in gewisser Weise von Liebe ist aber auf keinen Fall ein romantischer Liebesroman. Es stellt überwiegend die Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg dar, ist aber nicht nur ein Kriegsroman. Die Geschichte ist nicht neu. Es wird das Leben zweier Frauen erzählt, die durch den Krieg alles verloren haben und in der Nachkriegszeit hartnäckig versuchen ihr Leben wieder aufzubauen. Auch wenn ich nur 3 Sterne vergeben habe, weil der Funke nicht so ganz rübergesprungen ist, kann ich euch trotzdem sagen, das Buch ist fesselnd. Einmal angefangen, werdet ihr es höchstwahrscheinlich nicht so schnell weglegen wollen. Meine komplette Rezension könnt ihr auf meinem Blog einestundezeit.de nachlesen.

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  • Zwei Frauenschicksale

    Ab heute heiße ich Margo
    queenbee_1611

    queenbee_1611

    22. August 2016 um 17:46

    Wer sich für die Geschichte Deutschlands im vergangenen Jahrhundert interessiert und diese als unterhaltenden Roman dargeboten bekommen möchte, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen. Anhand der beiden Protagonistinnen stellt die Autorin gut recherchiert die drei deutschen Epochen Drittes Reich, Teilung und Wiedervereinigung dar und was es für die beiden Frauen bedeutet, in der jeweiligen Zeit zu leben. Das Buch zeichnet sich durch viel geschichtliches und politisches Hintergrundwissen aus. Zu keiner Zeit verliert die Autorin dabei ihre Objektivität. Die Geschichte ist klar durchstrukturiert, so dass der rote Faden auf den vielen Seiten nicht verloren geht. Dies erfolgt durch die Unterteilung in drei zeitlich geordnete Bücher und die sich abwechselnden Erzählstränge aus der Sicht jeweils einer Romanfigur. Spannung kommt punktuell auf, wenn die Protagonistinnen immer mal wieder aufeinandertreffen und sich die Frage stellt, ob und wann ein sie verbindendes Geheimnis gelüftet wird. Einziger Schwachpunkt für mich: Während es noch einigermaßen plausibel klingt, das Leben zweier Frauen mit so viel Erleben zu befrachten, wird am Ende eindeutig zu dick aufgetragen – die Enkelgeneration und das Wiederauftauchen des Schlesiers ufern doch in Kitsch aus.

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  • Eine typisch deutsche Geschichte

    Ab heute heiße ich Margo
    rallus

    rallus

    11. July 2016 um 12:27

    Ab heute heiße ich Margo, ist eine Geschichte von zwei starken Frauen, die in den verschiedenen Teilen von Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg aufwachsen und ihren Weg durch die Schwierigkeiten des Lebens meistern. Die eigentliche Hauptfigur ist Margo, eigentlich Margarethe, die ihren Aufbruch in das Erwachsenenleben mit dem Beschluss: Ab heute heiße ich Margo feiert. Sie beschließ,t eine Lehre bei Photo-Werner in der kleinen ostdeutschen Stadt Stendal anzutreten, wo sie bald auf Helene trifft. Helene ist eine rätselhafte Frau, ein wenig älter als Margo, die seelisch schon von den Spuren des spanischen Bürgerkriegs gezeichnet ist. Dort hat sie Bilder gemacht und ist nur knapp dem Tode entronnen. Geholfen hat ihr Alard, in den sich Margo sofort verliebt. Wir sind in den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts in Deutschland. Hitler ist schon an die Macht gekommen und bereitet den Krieg vor, um das tausendjährige Reich zu erschaffen. Bei dessen Ausbruch bekommt Margo mit, wie Helene einen Ordner mit Bilder zu verstecken versucht, alleine der Besitz grenzt an Hochverrat. Die Bilder zeigen unverblümt die Schrecken des Krieges und Margo beginnt, an den ehrbaren Motiven des ach so heiligen Krieges zu zweifeln. „Aber diese Bilder hier. … Da waren Kolonnen von Menschen, alte Leute, Frauen und Kinder. Auf einem der Fotos schlugen Männer mit Knüppeln auf Wehrlose ein, Soldaten in deutschen Uniformen schauten lachend zu. Mädchen in Kniestrümpfen mit verdrehten Gliedmaßen und aufgerissenen Augen lagen am Straßenrand neben Frauen in dicken Röcken. Ein betender Mann stand vor Leichenbergen, Leichen von ganz normalen Bürgern.“ Alard scheint für Margo unerreichbar, Henri soll ihr Mann werden, eine gute Partie aus bestem Hause. Henri verschlägt es im Krieg nach Frankreich. Sie schreiben sich Briefe. Hier zeigt sich eine – leider im Buch viel zu seltene – feine Lyrik von Cora Stephan. „Früher wäre ihr kein Grund eingefallen, ihren Arbeitsplatz bei Photo-Werner vorzeitig oder auch nur pünktlich zu verlassen – jetzt schon: zu Hause könnte ja ein Brief von Henri warten, das wäre die Krönung des Tages. Sie hätte nie für möglich gehalten, dass man sich in Sätze verlieben konnte, dass Worte wie im Spiel hin und her zu tanzen vermochten, auf feinen Schwingen, schamlos und leicht. Dass sie Samenkörnern glichen, die an ungeplanten Orten austrieben, und dass sie einen Raum öffneten, in dem die Gedanken sich in höchste Sphären erheben konnten. Henris Briefe ließen sie frösteln, zittern, erröten; sie wärmten, lockten, quälten mit Sehnsucht. Aber manchmal war sie abends zu müde, um ihm zu antworten und die richtigen Worte in die richtige Reihenfolge zu bringen.“ Margo kommt nach den Wirren des Krieges in den Westen Deutschlands, Gerda und ihre Mutter bleiben in der DDR. Hier wird doch etwas einseitig von den verschiedenen getrennten Staaten geschrieben. Die Darstellung der DDR gerät meiner Meinung nach zu undifferenziert negativ und schwarz-weiß gefärbt. „Die Handschrift ihrer Schwester Gerda hatte schon lange ihren Fluss eingebüßt, die Buchstaben staksten ungezähmt über den grauen Briefumschlag, den sie mit einer besonders sinnigen DDR-Briefmarke versehen hatte. Arbeiterpaar mit Kind, stolz lächelnd, darüber eine Friedenstaube. Gerda war immer die Intelligenzbestie der Familie gewesen, und nun verschwendete sie ihre Talente mit schwerer körperlicher Arbeit auf dem Friedhof von Stendal. So strafte die DDR Menschen, die nicht die richtige Abstammung vorweisen konnten. Hatten wir das nicht schon mal?“ Helene ist auch in der DDR geblieben und arbeitet bei der Stasi, viel mehr erfahren wir nicht von ihr. Margo macht einen steilen beruflichen Aufstieg in der BRD. Ihre eigentlichen Träume sind aber auf der Strecke geblieben. „Und doch – Deutschland war wie ein Phoenix aus der Asche von Krieg und Niederlage aufgestiegen, es konnte noch so viel geschehen, vielleicht sollte man es mit dem Träumen wieder versuchen?“ Cora Stephan bleibt bis zum Schluß bei ihrer eigentlichen Hauptfigur Margo, die zufrieden auf ihr aufregendes Leben zurück blickt, Der Autorin ist ein gutes Buch über zwei starke Frauenfiguren gelungen, wobei Helene im Vergleich zu Margo etwas blass bleibt. Der Lebensweg von Margo, ihre Gedanken, ihre Enttäuschungen und ihre Leiden werden teils schonungslos geschildert, Helene und auch die anderen Charaktere wirken dagegen eher als Staffage in dieser über 80 Jahre reichenden deutschen Geschichte. Cora Stephan hat eine flüssige Sprache, das Buch ist gut zu lesen, wobei der Fluss an manchen Stellen etwas hakt und ich etwas irritiert war, als wäre eine Episode nachträglich hineingeschrieben worden. Alles in allem eine doch recht unspektakuläre Geschichte, die ich mir als Zweiteiler im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vorstellen kann.

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  • Zwei Frauen und deren Lebensgeschichte

    Ab heute heiße ich Margo
    Engelsgesicht77

    Engelsgesicht77

    08. July 2016 um 09:07

    Klapptext: Stendal in den Dreißigerjahren: Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch den Krieg und die deutsche Teilung getrennt und bleiben doch miteinander verbunden. Die Geschichte zweier Frauen mit einem gemeinsamen Geheimnis, berührend, fesselnd und voller Überraschungen! Margo weiß, was sie will: eine anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung. Als sie Helene bei Photo-Werner trifft, hat diese schon viel riskiert. Sie ist im Spanischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten. Mit ihr taucht Alard von Sedlitz in Stendal auf, ein charismatischer junger Schlesier, in den sich beide verlieben. Sie werden durch Krieg und Verfolgung getrennt. Margo verliert auf der Flucht 1945 ihr Kind und beinahe ihr Leben. Mit Henri, dem der Krieg alle Illusionen geraubt hat, baut sie sich eine neue Existenz in Westdeutschland auf. Helene, die Buchenwald überlebt hat, wird in Ostberlin von der Stasi zur »Botschafterin des Friedens« ausgebildet. Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs treffen beide wieder aufeinander, verbunden durch ein Familiengeheimnis und gelenkt durch die Stasi. Doch selbst das Ende der DDR bedeutet kein Ende ihrer dramatischen Verstrickung, die noch bis ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts reicht. Cora Stephan erzählt Zeitgeschichte als Familiengeschichte und entwirft Charaktere, denen man voller Spannung folgt, getrieben von dem Wunsch, dem Rätsel von Liebe, Verwandtschaft und Verrat auf die Spur zu kommen. Meine Meinung: Habe mich riesig darüber gefreut, dass ich das Buch gewonnen hatte und brannte es zu lesen, aber da das Buch so dick uns schwer ist, konnte es nicht mit in meinem Urlaub. Sobald ich zurück war, hab ich mit dem Buch angefangen zu lesen. Gestern bin ich fertig geworden. Es fällt mir so schwer, was zu dem Buch zu sagen. Der Schreibstil der Autorin war super und an manchen Stellen fiel es mir schwer das Buch beiseite zu legen und man merkte, dass die Autorin gut recheriert hat. Aber irgendwas fehlte mir an dem Roman. Ich finde das Buch gut, nur mir fällt es schwer es zusammenzufassen und den Inhalt zu wiedergeben. Schade eigentlich. Die Geschichte der Margo und Helene mochte ich, auch fand ich es gut, dass es aus verschiedenen Perpektiven erzählt wurde. Margo war mir irgendwie sympatischer als Helene, bei ihr hatte ich so meine Schwierigkeiten nachzuvollziehen, warum sie so gehandelt hat. Ehrlich gesagt, hätte ich unendlich weitergelesen, weil ich es toll fand, dass man wirklich miterleben durfte, wie die einzelnen Figuren im Laufe des gesamten Leben entwickeln. Das Ende des Roman war für mich auch völlig okay, nur schade, dass der Wunsch von Helene nicht erfüllt wurde. Mich wundert, dass manche Menschen nicht das Bedürfnis haben, ihre Tochter wiederzusehen. Das finde ich total traurig. Hatte den Eindruck, dass die Frau nicht zu Muttergefühlen fähig ist. Hatte mir einfach mehr erhofft, da waren mir die Bücher von Charlotte Roth hat mir viel besser gefallen und ich freue mich, dass demnächst wieder ein neuer Roman von ihr erscheint. Aber ich bin dankbar, dass ich das Buch lesen durfte, auch wenn das nicht vom Hocker gerissen hat. Werde jetzt das Buch jemanden anderen weitergeben und bin auf deren Meinung gespannt. Das Cover finde ich gelungen und past zu der damligen Zeit. Auch der Schreibstil ist perfekt, aber leider kein Buch was ich weiterempfehlen werde.

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  • Geschichte hautnah

    Ab heute heiße ich Margo
    Gise

    Gise

    07. July 2016 um 10:12

    Als Jugendliche ändert Margarete ihren Namen in Margo. Während ihrer Ausbildung in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg lernt sie Helene kennen, eine begabte Fotografin. Sie lieben beide denselben Mann, ihre Wege trennen sich wieder – und doch bleibt ihr Schicksal bis an ihr Lebensende miteinander verknüpft. Cora Stephan erzählt eine Familiengeschichte, die sich fast über das gesamte 20. Jahrhundert erstreckt. Leider verrät der Klappentext viel zuviel von der Geschichte selbst, so dass man sich fast fragen muss, warum man den dicken Schmöker noch lesen sollte... Mit Margo und allen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen, erlebt der Leser die Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg, das geteilte Deutschland, im Osten den Sozialismus, im Westen die Wirtschaftswunderjahre, bis hin zur Wiedervereinigung und die Jahre bis zum Anbruch des neuen Jahrtausends. Die Autorin lässt den Leser die verschiedenen Sichtweisen der handelnden Personen kennenlernen, so dass man nicht nur Margos Leben kennenlernt, sondern einen erweiterten Einblick erhält über das Leben in Deutschland von 1936 bis 2000. Allerdings fehlen mir bei einigen dieser Handlungsstränge die Konsequenz, sie werden „stillgelegt“ und erst bei Bedarf wieder hervorgeholt. Hier hätte ich eine einheitliche Linie erwartet: entweder nur die Sichtweisen der Figuren beschreiben, die durchgängig von Anfang bis Ende eine Rolle spielen, oder aber auch die weiteren Personen immer wieder ins Blickfeld holen. Trotz seiner gut 600 Seiten liest sich das Buch recht flott und ist spannend von Anfang bis zum Ende. Man kann sich gut in die Personen einfühlen und mit ihnen ihr Schicksal miterleben. Das Buch kann ich trotz der wenigen Kritikpunkte gut empfehlen, es zeigt auf besondere Weise hautnah die Geschichte Deutschlands über mehrere Jahrzehnte hinweg.

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  • Genialer Roman um das Leben zweier Frauen eingebettet in die deutsche Geschichte

    Ab heute heiße ich Margo
    aljufa

    aljufa

    30. June 2016 um 12:50

    Stendal, 1936: Margo will nicht den ihr von ihrem herrischen Vater vorgegebenen Weg gehen. Sie will selbstständig sein und nie von einem Mann finanziell abhängig. Deswegen beginnt sie eine Lehre als Buchhalterin beim Fotografen. Dort lernt sie die Fotografin Helene kennen. Sie hat ein ganz besonderes Talent, Dinge und Menschen aufs Fotopapier zu bringen. Aber als Fotografin im spanischen Bürgerkrieg geriet sie zwischen die Fronten und hat Schlimmes erlebt. Die Beiden lieben zunächst den selben Mann, durch den sie ihr ganzes Leben auf Grund eines Geheimnisses miteinander verbunden bleiben. Im Krieg erlebt jede von ihnen Schlimmes. Durch die Kriegswirren werden die Frauen wieder getrennt. Margo lebt nach Kriegsende in Westdeutschland und macht dort Karriere. Helene bleibt im Osten. Doch immer wieder kreuzen sich ihre Wege. Das Buch von Cora Stephan ist einfach packend geschrieben. Von der ersten bis zur letzten  Seite war ich in die Geschichte eingetaucht. Immer wieder habe ich mit den beiden Frauen mitgelitten. Ich finde es unvorstellbar, was Helene in der Kriegszeit erlebt hat.  Abwechselnd gibt es in dem Buch zwei Haupterzählstränge: zum einen wird die Geschichte aus der Sicht Margos und zum anderen aus der von Helene erzählt. Manchmal wird dieses Schema unterbrochen und einige wenige andere Personen erzählen die Geschichte aus ihrer Sicht weiter. Besonders gelungen finde ich auch, dass eine geschichtliche Einordnung nicht nur über das bloße Nennen von Jahreszahlen geschieht, sondern immer wieder über das Erwähnen besonderer geschichtlicher Ereignisse, z.B. die Reichspogromnacht, der Tod Kennedys. Der Erzählstil ist spannend und mitreißend. Durch die Dicke des Buches sollte man sich nicht abschrecken lassen. Schnell ist man als Leser in der Geschichte drin, mit den Hauptpersonen vertraut und kommt flüssig mit dem Lesen voran. Das Buch bekommt von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Die Verbindung zweier Frauenschicksale mit der deutschen Geschichte ist Cora Stephan hervorragend gelungen. Sie hat schwere Erlebnisse in tolle Worte verpackt.

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    • 2
  • die Geschichte zweier Frauen über die Jahrzehnte hin erzählt

    Ab heute heiße ich Margo
    robbylesegern

    robbylesegern

    21. June 2016 um 21:11

    " Ab heute heiße ich Margo " von Cora Stephan, ist ein Roman, der das Leben dreier  Frauengenerationen über die letzten 60 Jahre hinweg erzählt. So macht Geschichte erleben Spaß.Margarethe Hegewald , genannt Margo, ist eine der Hauptpersonen dieses Romans, der in den dreißiger Jahren in Stendal beginnt. Margo beginnt eine Lehre beim ansässigen Photographen und lernt dort die zurückhaltende Helene Pinkus kennen, die schon als junges Mädchen im spanischen Bürgerkrieg als Photographin dabei war. Dort wurde sie von einem guten Freund des Botschaftsangehörigen Alard von Sedlitz gerettet. Alard , ein Mann, in den sich beide Frauen , Margo und später auch Helene verlieben , spielt eine wichtige Rolle in dieser Geschichte, die den zweiten Weltkrieg, die Teilung Deutschlands und später die Wiedervereinigung umfasst. Margo verbringt ihr Leben nach dem Krieg in Westdeutschland, Helene in der DDR. So entsteht ein gutes Bild beider Teile Deutschlands, an dem der Leser teilhaben kann.Cora Stephan hat einen mitreißenden Erzählstil, der mich gleich von Anfang an in das Buch eintauchen ließ. Die Figuren werden sehr facettenreich und empathisch beschrieben, was ich bei einem Roman sehr wichtig finden, um mich mit den Figuren identifizieren zu können. Auch die geschichtlichen Ereignisse werden spannend und mit fundiertem Wissen beschrieben, sodass man gleich Bilder vor Augen hat und sich die Flucht der schlesischen Bevölkerung, die Ereignisse des zweiten Weltkriegs und danach die Konsequenzen der deutschen Teilung gut vorstellen kann. Auch die Manipulation der Bevölkerung der DDR und deren Spionagetätigkeit spielt eine Rolle in diesem Buch.Ein gut gespannter und lebhaft erzählter Bilderbogen der letzten 60 Jahre ist hier gelungen und ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, das man einmal angefangen nicht mehr aus der Hand legt.

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  • Zwei Schicksale und ein Geheimniss

    Ab heute heiße ich Margo
    Jolle22

    Jolle22

    19. June 2016 um 15:43

    Klapptext Stendal in den Dreißigerjahren: Hier kreuzen sich die Wege von Margo und Helene. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch den Krieg und die deutsche Teilung getrennt und bleiben doch miteinander verbunden. Die Geschichte zweier Frauen mit einem gemeinsamen Geheimnis, berührend, fesselnd und voller Überraschungen!Margo weiß, was sie will: eine anspruchsvolle Arbeit und Verantwortung. Als sie Helene bei Photo-Werner trifft, hat diese schon viel riskiert. Sie ist im Spanischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten. Mit ihr taucht Alard von Sedlitz in Stendal auf, ein charismatischer junger Schlesier, in den sich beide verlieben. Sie werden durch Krieg und Verfolgung getrennt. Margo verliert auf der Flucht 1945 ihr Kind und beinahe ihr Leben. Mit Henri, dem der Krieg alle Illusionen geraubt hat, baut sie sich eine neue Existenz in Westdeutschland auf. Helene, die Buchenwald überlebt hat, wird in Ostberlin von der Stasi zur »Kundschafterin des Friedens« ausgebildet. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges treffen beide wieder aufeinander, verbunden durch ein Familiengeheimnis und gelenkt durch die Stasi. Doch selbst das Ende der DDR bedeutet kein Ende ihrer dramatischen Verstrickung, die noch bis ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts reicht.InhaltDiese Buch startet im zweiten Weltkrieg dort tritt Margo nach der Schule eine Ausbildung bei einem Photo Shop an und lernt dort auch Helene kennen. Die beiden Frauenschicksale verbindet eine Geheimnis und Ihre Wege kreuzen sich immer wieder.Die Lügen und Intriegen die den beiden immer wiederfahren , versucht Helene im betagten Alter, nach der Grenzöffnung zu klären doch leider erreicht die Margo nicht mehr.MeinungDer Schreibstil von Cora Stephans hat mir sehr gut gefallen , es ist flüssig geschrieben, spannend und nimmt überraschende Wendungen.Ich wurde sofort von der Geschichte gefesselt und habe mich zurück in den zweiten Weltkrieg versetzt gefühlt . Die Szenen wurden sehr authentisch beschrieben , dies ist der Autorin sehr gut gelungen.Eine sehr spannende Geschichte, von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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  • Ab heute heiß ich Margo

    Ab heute heiße ich Margo
    Sabiene73

    Sabiene73

    16. June 2016 um 13:42

    Der Roman von Cora Stephan erzählt das Leben von Margarete Hegewald beginnend in den dreißiger Jahren in Stendal bis zu ihrem Tod in Niedersachsen. Margarete, welche sich mit Beginn ihres Erwachsenenlebens nur noch Margo nennt, wandelt sich durch die Umstände in welchen sie lebt von der begeisterten Hitleranhängerin über ihre Flucht aus Schlesien und eine Tätigkeit als Spionin zu einer alten Dame, welche schlussendlich Frieden mit sich und der Vergangenheit findet.Begleitet wird sie dabei von ihrer Familie, ihrem Mann, einigen Liebhabern sowie von Helene Pinkus, deren Schicksal eng mit dem von Margo verwoben ist.Der Roman ist in drei Zeitabschnitte unterteilt, und diese werden immer nach den jeweiligen Hauptpersonen benannt deren Lebensweg abwechselnd geschildert wird, diese Unterteilung macht das Lesen leicht und übersichtlich.Es ist fast unglaublich, wieviel sich in den Leben all der Hauptpersonen abspielt, die Handlung ist jedoch gut recherchiert und solide aufgebaut, so das kein Zweifel aufkommt, das sich diese Geschichte tatsächlich so ereignet haben könnte.Die Gräuel im zweiten Weltkrieg, welche relevant für die Ereignisse sind, werden schonungslos geschildert, der Autorin gelingt es hierbei, den Leser in die damalige  Zeit zu entführen und nicht das Wissen von heute das Geschehen überlagern zu lassen.Spannend sind die Kontraste zwischen dem Leben in der DDR und der BRD geschildert, nicht was die Lebensverhältnisse betrifft sondern die politischen Ansichten und das Gefühl der Strafe für den Zweiten Weltkrieg.Trotz der vielen verschiedenen Lebenswege und des grossen Zeitraums ist der Roman durchgängig schlüssig aufgebaut und ohne Schwierigkeiten verständlich.Die Hauptpersonen sind gründlich geschildert und wachsen einem im Läufe der Erzählung ans Herz, und Der Leser entwickelt für sämtliche Handlungsweisen, auch wenn diese den anderen Schaden, Verständnis. Keine Person wird unsympathisch geschildert. Auch der Schluss ist versöhnlich und glaubhaft. Das Cover greift Teile der Erzählung auf und bringt sich daher gut ein, ist aber gleichzeitig auch ein Grund, das Buch in die Hand zu nehmen und sich näher mit diesem zu beschäftigen.

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1096
  • Leise Töne, große Geschichte...

    Ab heute heiße ich Margo
    parden

    parden

    12. June 2016 um 20:23

    LEISE TÖNE, GROSSE GESCHICHTE... Immer schon habe ich Autoren bewundert, denen es gelingt, über viele Seiten hinweg den Bogen einer Geschichte zu spannen ohne dass es zu unwiderbringlichen Brüchen kommt und wo am Ende letztlich wirklich alles erzählt ist. Cora Stephan legt mit diesem Roman ein solches Werk vor, und trotz der stolzen 640 Seiten ließ die Faszination der Geschichte bei mir zu keinem Moment nach. Zwei starke Frauen stehen im Mittelpunkt des Geschehens, das zum einen ihr individuelles Schicksal beleuchtet, das die beiden unwiderruflich miteinander verbindet, das zum anderen aber auch eingebettet ist in ein gehöriges Maß Zeitgeschichte, das hier von 1936 bis ins Jahr 2000 reicht. In Stendal begegnen sich die beiden Frauen in den 30er Jahren das erste Mal. Margarete Hegewald ist gerade dem Backfischalter entsprungen, als sie beschließt, nicht länger zur Schule zu gehen. Sie schneidet sich die Zöpfe ab, nennt sich künftig Margo und bietet auch ihrem tyrannischen Vater zunehmend die Stirn. Zielstrebig tritt sie ihre Lehrstelle bei Photo-Werner an und ist in dem kleinen Büro des Unternehmens bald unentbehrlich - sie verwaltet die Rechnungen und Bilanzen des Geschäfts. Dort lernt sie die stille Fotografin Helene Pinkus kennen, etwas älter als Margo und eher ein Einzelgänger. Doch allmählich entsteht ein etwas vertrauteres Verhältnis zwischen den beiden, und Margo erfährt, dass Helene als Kriegsfotografin die Geschehnisse im Spanischen Bürgerkrieg dokumentiert hat - und dabei traumatischen Erlebnissen ausgesetzt war. Eine wirkliche Freundschaft entsteht nicht zwischen den beiden Frauen - zu unterschiedlich sind sie, und der zunehmende Druck durch den Nationalsozialismus verschärft diese Unterschiede noch. Die Liebe zu dem Adligen Alard von Sedlitz ist etwas, was die beiden teilen, doch der hat im Grunde nur Augen für Helene. Die Kriegswirren lassen jedoch keine Liebe zu. Helene landet im KZ Buchenholz, Alard und Margo verbringen eine einzige gemeinsame Nacht - als Trost für unerfüllte Liebe, Wärme in Zeiten der Kälte, und doch nicht folgenlos. Emma heißt das kleine Mädchen, von dem Alard nichts erfahren wird, und das Margo schließlich auf der Flucht verliert. Lange Jahre erfährt sie nichts über das Schicksal ihrer kleinen Tochter, und doch hört sie nie auf, an sie zu denken. Nach dem Krieg geht das Leben weiter, jeder trägt schwer an den Folgen der Kriegsjahre, tief gezeichnete Spuren. Margo folgt ihrem Jugendfreund und nun Ehemann Henri nach dessen Kriegsgefangenschaft in den Westen, ihre Mutter und Schwester bleiben in Stendal - warten auf den Vater, über dessen Verbleib nichts bekannt ist. Helene lebt fortan im Osten des geteilten Deutschlands, wird von der Stasi angeheuert, schließlich auf Margo angesetzt, die bei einer Firma arbeitet, an deren Daten die Stasi großes Interesse zeigt. So kommt es zu einer erneuten Begegnung zwischen den beiden Frauen, und was einmal Freundschaft hätte werden können, ist nun überlagert von Misstrauen und Verrat. Auch die Jahre nach dem Mauerfall 1989, die hier ebenfalls noch Gegenstand des Geschehens sind, wird keine Wiederannäherung bringen - und doch sind die Schicksale Margos und Helenes unwiderruflich miteinander verbunden und durch ein gemeinsames Geheimnis geprägt. "Der Moment ist das Einzige, was am Ende eines Lebens bleibt, und man darf ihn nicht vergeuden mit der Klage darüber, was war und was hätte sein können." (S. 579) Ich und dicke Bücher, das ist so ein Kapitel für sich. Wenn ich mich an ein solches heranwage, kämpfe ich jedesmal zunächst gegen einen inneren Widerstand an, und das, was sonst so mühelos gelingt: das Verschlingen der Romane, das dauert bei einem solchen Buch eine gefühlte Ewigkeit. Auch hier erging es mir so - fast zwei Wochen dauerte die Lektüre. Doch ehrlich gesagt: ich habe die Zeit genossen, denn immer mehr lebte ich so an der Seite der Figuren. Dabei empfand ich gar nicht immer so etwas wie Sympathie für die Charaktere, denn manche ihrer Haltungen, Handlungen und Entscheidungen waren zumindest fragwürdig - dabei jedoch zutiefst menschlich. Durch das Einbetten des Geschehens in die Zeitgeschichte Deutschlands bekommt der Leser einen Einblick darin, wie es war, einer Doktrin folgen zu müssen, wo selbständiges oder gar kritisches Denken nicht nur verpönt sondern unter Umständen lebensgefährlich war, und das nicht nur unter dem Naziregime, sondern eben auch später in der ehemaligen DDR. Was macht ein solcher Druck mit den Menschen - begeistertes Anhängertum oder zumindest Mitläufertum? Doch auch die Geschichte des Westens ist hier lebendig vertreten: das Wirtschaftswunder der Nachkriegsjahre, die wachsende Gleichberechtigung der Frau - Margo kämpfte darum schon zu einer Zeit, als dies alles andere als selbstverständlich war, Sex and Drugs and Rock and Roll in den 60ern und 70ern, und das alles in einer generationenübergreifenden Erzählung. Gerade die Unterschiede der beiden deutschen Staaten werden hier eklatant deutlich, auch im Hinblick auf die Entwicklung der dort lebenden Menschen. Erzählt wird der Roman chronologisch aus wechselnden Perspektiven. Neben Margo und Helene kommen auch andere Figuren zu Wort, wenn es für das Geschehen wichtig ist. Kaleidoskopartig setzen sich so die Bilder zu einer Gesamtkomposition zusammen, und nie geschieht dies losgelöst vom Kontext des Zeitgeschehens. Dabei wird die Geschichte jedoch nicht mit Historie überfrachtet, sondern wie nebenher fließen geschichtliche Zusammenhänge in die Erzählung ein, die mit ihren eher leisen Tönen im übrigen nicht in Klischees verfällt, was mir gut gefallen hat. Die Figuren geraten so authentisch und lebendig, und selbst das etwas pathetisch geratene Ende stört diesen überaus postitiven Gesamteindruck für mich nicht wirklich. Ein überaus angenehm zu lesender Roman über zwei starke Frauen, aber auch über ein Stück deutscher Zeitgeschichte, die von vielen Unruhen geprägt war. Sehr interessant und wirklich empfehlenswert! © Parden

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